Lessien
Lessien Gemeinde Ehra-Lessien
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| Postleitzahl: | 38468 | |||||
| Vorwahl: | 05377 | |||||
Lage von Lessien in Niedersachsen
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Lessien [<templatestyles src="IPA/styles.css" />Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.] ist ein Ortsteil der Gemeinde Ehra-Lessien. Viele ständige Bewohner nutzen die von Weiden und Wald umgebene Dorf zur Pferdehaltung. Nördlich des eigentlichen Dorfes liegt ein ehemaliger Truppenübungsplatz, dessen Truppenlager seit 2015 mit einer Unterbrechung als Flüchtlingsunterkunft genutzt wird.
Geographie[Bearbeiten]
Lessien liegt rund zwei Kilometer westlich von Ehra in einer Geestlandschaft. Nördlich von Lessien liegt das Waldgebiet Malloh. Zum Ort gehören das Kasernengelände im Norden, das „Zollhaus“, das früher ein Forsthaus war, und die „Zollhaussiedlung“ an der Straße nach Grußendorf.
Geschichte[Bearbeiten]
In der Gemarkung wurden Werkzeuge aus der Jungsteinzeit gefunden. Der Ortsname lässt auf eine wendische Gründung schließen, entweder vom Altslawischen lêsû für Wald oder von lazú für Hag, Rodung.<ref>Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 382.</ref> Das Dorf lag in einem großen Heidegebiet, das heute aufgeforstet ist.
Lessien wurde im Jahr 1570 erstmals urkundlich erwähnt.<ref>Vorlage:Toter Link/CoreWebsite der Gemeinde Ehra-Lessien (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden.. Suche im Internet Archive)Vorlage:Toter Link/archivebotSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden., abgerufen am 12. September 2011</ref> Gelegentlich wurde der Ort Laßin genannt. Er gehörte zu einer brandenburgischen Exklave im Bereich des Fürstentums Lüneburg und kam erst 1692 durch den Vertrag von Wallstawe zu Lüneburg. Dadurch verlor das bei Lessien gelegene Zollhaus seine Funktion und wurde fortan als Forsthaus genutzt.
Durch zahlreiche Neubauten im Norden und Süden entwickelte sich Lessien zu einem Reihendorf. Die Gemeinde Lessien wurde 1929 mit der Gemeinde Ehra zur Gemeinde Ehra-Lessien vereinigt, die somit die flächengrößte Gemeinde des damaligen Kreises Isenhagen war. 1936 wurde ein Friedhof angelegt und die Lessiener Schule geschlossen. Die Schüler gingen fortan in Ehra zur Schule. Im selben Jahr wurde mit der Anlage eines Truppenübungsplatzes nördlich von Lessien begonnen, der 1938 eröffnet wurde. Er diente anfangs Piloten als Bombenabwurfplatz und im Zweiten Weltkrieg auch für Sprengversuche. Das Institut für baulichen Luftschutz der Technischen Hochschule Braunschweig unter der Leitung von Theodor Kristen ließ dort Versuche zur Verbesserung von Bunkern durchführen.<ref>Andreas Eberhard: Bunkerbau und Zwangsarbeit - TU gräbt NS-Erbe aus. In: Braunschweiger Zeitung. Ausgabe vom 29. August 2022.</ref> Am 20. Februar 1944 stürzte ein britischer Bomber des Typs Avro Lancaster in Lessien ab; fünf Insassen starben.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/WaybackVorlage:Webarchiv/archiv-botSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden. in: Wolfsburger Allgemeine Zeitung vom 20. Februar 2014, abgerufen am 21. Februar 2014</ref> 1939 lebten 615 Einwohner in Lessien; nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stieg die Zahl der Einwohner stark an. In den frühen Nachkriegsjahren wurden Baracken des Truppenübungsplatzes von Flüchtlingen bewohnt, bevor 1956 die Bundeswehr den Platz übernahm. 1984 war die Einwohnerzahl auf 402 gefallen. 1984 gab es dort zwei landwirtschaftliche Betriebe.<ref>Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 410.</ref> 2013 wurde der 1650 Hektar große Truppenübungsplatz geschlossen.
Die Gemeinde Ehra-Lessien trat am 1. Juli 1970 der Samtgemeinde Brome bei. Seit dem 15. März 1974 ist Ehra-Lessien Teil der neugegründeten Samtgemeinde Brome.
Infrastruktur[Bearbeiten]
2015 wurden die ehemalige Truppenlager
als Flüchtlingsunterkunft eingerichtet. Zugleich wurde bekannt, dass 1100 Hektar des Platzes künftig unter Naturschutz gestellt werden sollen.<ref>Ex-Bundeswehrflächen stehen künftig unter Naturschutz. Die Welt vom 18. Juni 2015, abgerufen am 19. Juni 2015</ref> Im September 2015 wurde die Flüchtlingsunterkunft im Zuge der Flüchtlingskrise in Europa in ein Notaufnahmelager für bis 1000 Menschen umgewandelt (Einwohner des Dorfes Lessien liegt bei 420). Nach einer Schließung wurde die Unterkunft erneut für Asylbewerber genutzt.
Lessien gehört zum evangelisch-lutherischen Pfarramt Brome II des Pfarrverbundes Brome-Tülau/Ehra.
Lessien liegt an der Landesstraße 289 zwischen Ehra und Grußendorf. Die geplante A 39 (Wolfsburg–Lüneburg) soll zwischen Lessien und Ehra verlaufen und dort eine Autobahnanschlussstelle haben. Lessien wird von Bussen der ZGB-Linie 164 (Brome–Gifhorn) etwa im Zweistundentakt angefahren. Außerdem verkehren die ZGB-Linien 162 und 166 von und nach Lessien, meist im Schüler- oder Wochenendverkehr.
Literatur[Bearbeiten]
- Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 381–416.
- Winfried Rolke: 444 Jahre Lessien – Geschichten und Erinnerungen, 1570–2014. Ehra-Lessien 2014.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
