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Lila Dickfuß

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Lila Dickfuß

Lila Dickfuß (Cortinarius traganus)

Systematik
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Champignonartige (Agaricales)
Familie: Schleierlingsverwandte (Cortinariaceae)
Gattung: Schleierlinge (Cortinarius)
Untergattung: Gürtelfüße (Telamonia)
Art: Lila Dickfuß
Wissenschaftlicher Name
Cortinarius traganus
(Fr. : Fr.) Fr.

Der giftige Lila Dickfuß (Cortinarius traganus) ist eine Pilzart aus der Familie der Schleierlingsverwandten (Cortinariaceae). Die mittelgroßen Fruchtkörper haben jung einen lilafarbenen, seidigglänzenden Hut und einen keulig bis knolligen Stiel. Wegen seines safrangelblichen Fleisches, das unangenehm süßlich-karbidartig riecht, wird er auch Safranfleischiger Dickfuß genannt. Die Fruchtkörper erscheinen von August bis November vorwiegend im Nadelwald.

Merkmale[Bearbeiten]

Datei:2013-09-16 Cortinarius traganus (Fr.) Fr 368952.jpg
Safrangelbes Fleisch eines längs aufgeschnittenen Fruchtkörpers des Lila Dickfußes
Datei:2012-10-19 Cortinarius traganus (Fr.) Fr 273918.jpg
Sporen des Lila Dickfußes im Lichtmikroskop

Makroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Der Hut ist 5–12 cm breit, jung fast kugelig und später gewölbt bis ausgebreitet. Die trockene, seidig glänzende Oberfläche ist jung lila bis blauviolett gefärbt, blasst dann silbrig-grau aus und ist im Alter schmutzig gelbbraun bis braun. Der Rand ist jung durch den blass lilafarbenen und stark entwickelten Schleier (Cortina) mit dem Stiel verbunden und bleibt lange mit Resten des Schleiers behangen.

Die ziemlich dicht stehenden, untermischten Lamellen sind ausgebuchtet am Stiel angewachsen. Sie sind jung blassocker bis gelbbraun und verfärben sich später zimtbraun bis rostbraun, sind aber niemals violett gefärbt.

Der keulige bis knollige Stiel ist 5–10 cm lang und 1–2 cm breit. Er ist fest, jung blassviolett gefärbt und blasst ockerlich aus. Durch das zottige, jung blassviolette, später weißliche Velum erscheint er fast gestiefelt. Bei Reife hat die Stielspitze durch das ocker bis rostbraune Sporenpulver eine faserige, rostbraune Ringzone. Die keulenförmige Basis ist bis zu 4 cm dick.

Das dicke Fleisch ist safrangelblich bis ockerbräunlich. Es riecht süßlich widerlich bis stechend karbidartig (nach Acetylen) und schmeckt unangenehm und manchmal bitter.<ref name="Gerhardt1984" /><ref name="Laux2002" /><ref name="tintling" />

Mikroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Die apfelkernförmigen, fein warzigen Sporen sind 7–10 µm lang und 4–6 µm breit.<ref name="Gerhardt1984" />

Artabgrenzung[Bearbeiten]

Der Lila Dickfuß ist vor allem durch seinen unangenehmen, süßlich-karbidartigen Geruch gekennzeichnet, aber auch durch das safrangelbe Fleisch. Auch die trockene seidige Huthaut hilft, ihn von ebenfalls violett gefärbten Schleimköpfen abzugrenzen, die eine schmierige Huthaut haben. Sehr ähnlich ist der Bocks-Dickfuß (Cortinarius camphoratus), der jedoch sehr stark nach Ziegenbock riecht und ein violettes Fleisch besitzt.

Eine oberflächliche Ähnlichkeit haben auch der essbare Dunkelviolette Schleierling (Cortinarius violaceus), der dunkler gefärbt ist und eine fein-filzige bis samtig-schuppige Huthaut hat, sowie der Violette Rötelritterling (Lepista nuda), der aber niemals einen Schleier hat.<ref name="Gerhardt1984" />

Ökologie[Bearbeiten]

Die Fruchtkörper des Lila Dickfußes erscheinen von August bis November, bisweilen auch schon früher. Man findet den Pilz meist in Nadelwäldern, wo er besonders gern unter Fichten in der Streu zwischen Flechten und Moosen wächst. Er kommt besonders in Mittelgebirgslagen vor und bevorzugt saure und trockene Böden.<ref name="Gerhardt1984" /><ref name="Laux2002" /><ref name="tintling" />

Verbreitung[Bearbeiten]

Datei:Distribution of Cortinarius traganus.svg
Europäische Länder mit Fundnachweisen des Lila Dickfußes.<ref name="Bulgarien" /><ref name="Belgien" /><ref name="Croatia" /><ref name="GBIF" /><ref name="Greece-3" /><ref name="Greece-4" /><ref name="NBN" /><ref name="pilzoek" /><ref name="Ukraine" /><ref name="verspreidingsatlas" />
Legende:
grün = Länder mit Fundmeldungen
cremeweiß = Länder ohne Nachweise
hellgrau = keine Daten
dunkelgrau = außereuropäische Länder.

Der Pilz kommt in Nordamerika (Kanada, USA), Asien (Südkorea) und Europa vor. In den Niederlanden, England, Wales und auf der Irischen Insel ist der Dickfuß sehr selten, in Schottland etwas häufiger. In Bulgarien<ref name="Bulgarien" /> ist er in den Gebirgen weit verbreitet und in Griechenland ziemlich selten. In Deutschland kann der Dickfuß in Mittelgebirgslagen ziemlich häufig sein.<ref name="Greece-4" />

Bedeutung[Bearbeiten]

Der Lila Dickfuß ist schwach giftig. Etwa eine halbe Stunde bis drei Stunden nach dem Essen ruft der Pilz Übelkeit und Erbrechen hervor.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Lila Dickfuß (Cortinarius traganus) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  • Cortinarius traganus. In: Funghi in Italia / funghiitaliani.it. Abgerufen am 4. Januar 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Fotos vom Lila Dickfuß).
  • Rudolf Markones: Cortinarius traganus. In: Rudis Pilzgalerie / pilzseite.de. Abgerufen am 4. Januar 2014.
  • Wolfgang Bachmeier: Lila Dickfuß (Cortinarius traganus). In: www.123pilze.de / pilzseite.de. Abgerufen am 4. Januar 2014.
  • Paul Kirk: Cortinarius traganus. In: Species Fungorum. Abgerufen am 4. Januar 2014.
  • Cortinarius traganus. In: MycoBank.org. International Mycological Association, abgerufen am 4. Januar 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Bulgarien"> Cvetomir M. Denchev & Boris Assyov: Checklist of the larger basidiomycetes in Bulgaria. In: Mycotaxon. Band 111, 2010, ISSN 0093-4666, S. 279–282 (Online [PDF]). </ref> <ref name="Belgien"> Belgian List 2012 - Cortinarius traganus. Abgerufen am 5. Januar 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Croatia"> </ref> <ref name="GBIF"> Worldwide distribution of Cortinarius traganus. In: www.gbif.org. GBIF Portal, abgerufen am 15. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Gerhardt1984"></ref> <ref name="Greece-3"> G.I. Zervakis, E. Polemis, D.M. Dimou: Mycodiversity studies in selected ecosystems of Greece: III. Macrofungi recorded in Quercus forests from southern Peloponnese. In: Mycotaxon. Vol 84, 2002, S. 141–162 (Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Online (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive)). </ref> <ref name="Greece-4"> </ref> <ref name="Laux2002"> </ref>+ <ref name="NBN"> Grid map of Cortinarius traganus. In: NBN Gateway / species.nbnatlas.org. Abgerufen am 15. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="pilzoek"> Cortinarius traganus. Pilzoek-Datenbank, abgerufen am 5. Januar 2014. </ref> <ref name="Ukraine"> T.V. Andrianova et al.: Cortinarius traganus. Fungi of Ukraine. In: cybertruffle.org.uk. Abgerufen am 5. Januar 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name='tintling'> Karin Montag: Lila Dickfuß Cortinarius traganus Im virtuellen Pilzbuch. In: Tintling.com. Abgerufen am 4. Januar 2014. </ref> <ref name="verspreidingsatlas"> NMV Verspreidingsatlas online : Cortinarius traganus. In: verspreidingsatlas.nl. Abgerufen am 5. Januar 2014. </ref> </references>