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Lingiades

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Ortsgemeinschaft Lingiades
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Lingiades (Griechenland)
Lingiades (Griechenland)
Basisdaten
Staat Griechenland Griechenland
Region Epirus
Regionalbezirk Ioannina
Gemeinde Ioannina
Gemeindebezirk Perama
Geographische Koordinaten Vorlage:Infobox Ort in Griechenland/Region zu ISO-Code_type:city(92) 39° 41′ N, 20° 53′ OKoordinaten: Vorlage:Infobox Ort in Griechenland/Region zu ISO-Code_type:city(92) 39° 41′ N, 20° 53′ O
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Höhe ü. d. M. 940 m
Durchschnitt
Fläche 25,082 km²
Einwohner 92 (2011<ref name="VZ2011">Ergebnisse der Volkszählung 2011 beim Nationalen Statistischen Dienst Griechenlands (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Excel-Dokument, 2,6 MB)</ref>)
LAU-Code-Nr. 18010606
Datei:Ioannina lake.jpg
Lingiades über dem Nordufer das Pamvotida-Sees

Lingiades ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (m. pl.) oder Lyngiades Λυγκιάδες, selten auch Ligiades) ist ein Dorf im Gemeindebezirk Perama der Gemeinde Ioannina in der griechischen Region Epirus.

Lage[Bearbeiten]

Das Dorf Lingiades liegt auf etwa 900 m Höhe auf der Südseite des Mitsikeli-Bergmassivs, etwa 1,5 km nördlich des Pamvotida-Sees. Mit einer Fläche von 25,082 km² bildet Lingades die größte Ortsgemeinschaft im Gemeindebezirk Perama und die zweitgrößte der Gemeinde Ioannina. Benachbarte Ortsgemeinschaften sind im Norden Kaloutas, Anthraktis, Kavallari und Karyes der Gemeinde Zagoria. Im Osten grenzt Kryovrisi an, im Süden Amfithea sowie im Westen Perama und Krya.

Gliederung[Bearbeiten]

Das Dorf bildete von 1919 bis zur Eingemeindung 1997 nach Perama eine selbständige Landgemeinde (Kinotita Lingiadon Κοινότητα Λιγκιάδων).<ref>Κεντρική Ένωση ∆ήµων και Κοινοτήτων Ελλάδας, Ελληνική Εταιρία Τοπικής Ανάπτυξης και Αυτοδιοίκησης (Hrsg.): Λεξικό ∆ιοικητικών Μεταβολών των ∆ήµων και Κοινοτήτων (1912–2001). 2 (Τόμος Α, α–κ). Athen 2002, ISBN 960-7509-47-1, S. 35.</ref> Durch die Verwaltungsreform 2010 wurde Perama mit fünf weiteren Gemeinden zur neuen Gemeinde Ioannina fusioniert. Seither führt Lingiades den Status einer Ortsgemeinschaft (Τοπική Κοινότητα).

Einwohnerentwicklung von Lingiades<ref>Einwohnerzahlen von Lingiades 1913–2001, Griechisches Statistisches Amt ELSTAT, Digitale Bibliothek (griechisch)</ref>
1913 1920 1928 1940 1951 1961 1971 1981 1991 2001 2011<ref name="VZ2011" />
250 222 272* 452 139 190 137 147 114 204 92

* einschließlich Karnes 64 Einwohnern

Das Massaker der Wehrmacht von 1943[Bearbeiten]

Das Attentat auf Josef Salminger

Am 1. Oktober 1943 geriet der Wagen von Oberstleutnant Josef Salminger, Kommandeur des Gebirgs-Jäger-Regiments 98, welches im Rahmen der sogenannten „Bandenbekämpfung“ für diverse Massaker im Epirus verantwortlich war, in einen tödlichen Hinterhalt der EDES-Partisanen unter Napoleon Zervas.<ref name=":0">Lingiades. Abgerufen am 2. Januar 2026.</ref>

Die Nachricht über seinen Tod veranlasste General Hubert Lanz, Kommandeur der 1. Gebirgs-Division der Wehrmacht, zu der Anordnung, diese Tat durch „schonungslose Vergeltungsaktionen in 20 km Umkreis der Mordstelle [zu] rächen“. Zwei Tage später wurde dieser Rachebefehl u. a. mit dem Massaker von Lingiades in die Tat umgesetzt.<ref>Tagesbefehl. In: hfmeyer.com (Schreiben vom 1. Oktober 1943).</ref>

Das Massaker

Das Dorf wurde am 3. Oktober zunächst aus Artilleriestellungen auf der Ioannina-Insel und aus Perama unter Beschuss genommen. Anschließend fiel das zum Gebirgsjägerregiment 98 gehörende 79. Feldersatzbataillon in Lingiades ein. Von den damals 237 Einwohnern Lingiades befanden sich die meisten Erwachsenen im Nachbarort Karies zur Walnussernte. Die im Dorf Verbliebenen wurden zusammengetrieben und umgebracht. Es wurden 82 Bewohner ermordet, darunter 34 Kinder im Alter zwischen 6 Monaten und 11 Jahren. Nahezu alle Häuser wurden in Brand gesteckt und zerstört.<ref name=":0" /><ref>Hermann Frank Meyer: Blutiges Edelweiß: die 1. Gebirgs-Division im Zweiten Weltkrieg. Ch. Links Verlag, 2008, ISBN 978-3-86153-447-1, S. 483–494. (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Anlässlich seines Staatsbesuchs in Griechenland besuchte Bundespräsident Joachim Gauck gemeinsam mit dem griechischen Staatspräsidenten Karolos Papoulias Lingiades am 7. März 2014, „um dort der Opfer eines grausamen Massakers zu gedenken.“ Gleichzeitig bat Gauck im Namen Deutschlands die Familien der Ermordeten um Verzeihung, wies jedoch Forderungen nach Entschädigungen zurück.<ref>Interview mit der griechischen Tageszeitung "Kathimerini" In: bundespraesident.de. 5. März 2014.</ref><ref>Gedenken am Mahnmal von Lingiades. In: bundespraesident.de. 7. März 2014.</ref><ref>Constanze von Bullion: Eine Geste, nach 70 Jahren. In: Süddeutsche Zeitung, 7. März 2014.</ref><ref>Florian Gathmann: Verneigung im Dorf der Märtyrer. In: Spiegel Online, 7. März 2014.</ref>

Ermittlungen nach 1945

Keiner der Verantwortlichen für das Massaker von Lingiades wurde je dafür zur Verantwortung gezogen.

Die direkt nach dem Krieg gesammelten Zeugenaussagen führten dazu, dass das Office National Hellénique des Criminels de Guerre (ONHCG), die Nationale Hellenische Behörde für Kriegsverbrechen, im Jahr 1956 die Bonner Staatsanwaltschaft aufforderte gegen die Täter vorzugehen, u. a. gegen den Kommandeur des 79. Feldersatzbataillons, Major Hans Mayr, und seinen direkten Vorgesetzten General Walter Stettner Ritter von Grabenhofen sowie gegen den Befehlshaber General Hubert Lanz.

Die Münchener Staatsanwaltschaft leitete zwar zwei Ermittlungsverfahren ein, eines wurde jedoch 1960 und das zweite 1968 eingestellt. In der zweiten Einstellungsverfügung vom 26. März 1968 schrieb die Münchner Staatsanwaltschaft, dass die Taten in Griechenland bereits in Nürnberg abgeurteilt worden seien. Im Nürnberger Geiselmordprozess (Fall 7, Prozess Generäle in Südosteuropa) wurde Hubert Lanz 1947 jedoch aufgrund von anderen in Griechenland begangenen Kriegsverbrechen verurteilt, das Massaker von Lingiades war nicht Gegenstand dieses Prozesses. Zu zwölf Jahren Haft verurteilt, wurde Lanz bereits 1951 aus dem Kriegsverbrechergefängnis Landsberg entlassen.<ref name=":0" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur und Medien[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />