Lita Grey
Lita Grey (* 15. April 1908 in Hollywood, Los Angeles, Kalifornien, als Lillita Louise MacMurray<ref>David Robinson: The little lady and the Tramp. In: The Guardian, 2. Januar 1996.</ref>; † 29. Dezember 1995 in Los Angeles, Kalifornien) war eine US-amerikanische Schauspielerin und die zweite Frau von Charles Chaplin.
Leben[Bearbeiten]
Lita Grey wurde als Tochter der Mexikanerin Lillian Carrillo Curry Grey (auch: Lillian Spicer) und des Schotten Robert Earl MacMurray geboren<ref>Charlie Chaplin Archive: Litas Dad - ECCI00011770. Abgerufen am 16. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>. Im Alter von sechs Jahren wurde sie von Charlie Chaplin in einem Restaurant entdeckt. Dennoch sollte es noch sechs weitere Jahre dauern, bis ihre Mutter, unter Vermittlung von Chaplins Regieassistenten Charles Reisner, einer Karriere ihrer Tochter in Hollywood zustimmte.
Ihr erster Film war die Chaplin-Produktion The Kid, in der sie einen an Lolita erinnernden „Engel der Versuchung“ spielte. Es folgte mit Die feinen Leute nur noch eine weitere Produktion, bevor ihr erster Vertrag mit der Produktionsgesellschaft auslief. Drei Jahre später bot ihr wiederum Chaplin die weibliche Hauptrolle in Goldrausch an. Während der Dreharbeiten wurde sie nach einer Affäre mit Chaplin im Alter von nur 16 Jahren schwanger und musste deshalb auch in der weiblichen Hauptrolle von Goldrausch durch Georgia Hale ersetzt werden.
Da eine sexuelle Beziehung mit Minderjährigen nach damaligem kalifornischen Recht einer Vergewaltigung gleichkam, blieb die sofortige Eheschließung Chaplins einziger Ausweg, einer Strafverfolgung zu entgehen. Am 26. November 1924 heiratete er Lita Grey in Mexiko. Der Geburtstag des ersten Sohnes, Charles Chaplin junior (1925–1968), wurde der Öffentlichkeit falsch angegeben, um den Anschein einer ehelichen Zeugung zu wahren. Ein Jahr später wurde der zweite gemeinsame Sohn, Sydney Earle Chaplin (1926–2009), geboren, der, wie die Eltern, später eine Karriere im Showbusiness einschlug.
Am 22. August 1927 wurde die Ehe nach einem aufsehenerregenden Prozess wegen der zahlreichen Affären Chaplins geschieden. Die 1927 eingereichte Scheidung von dem 35-jährigen Schauspieler brachte ihr eine Abfindung von 825.000 Dollar ein – die damals höchste in einem Scheidungsverfahren zugesprochene Summe weltweit.<ref>Mary Ann Beaty P.C: UNDERLYING STORY FROM 1920S HOLLYWOOD DIVORCE PERSISTS TODAY. In: The Law Offices of Mary Ann Beaty, P.C. 10. April 2015, abgerufen am 16. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Grey wurde das alleinige Sorgerecht zugesprochen<ref>Special to The New York Times: MRS. CHAPLIN WINS DIVORCE AND $825,000; She Gets $625,000 for Herself and $200,000 in Trust for the Two Children. In: The New York Times. 23. August 1927, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 16. September 2026]).</ref>.
In den Folgejahren arbeitete Lita Grey zeitweise als Sängerin im Varieté<ref>Silent Era : People. Abgerufen am 16. September 2026.</ref> und übernahm vereinzelt Filmauftritte. In den 1970er- und 1980er-Jahren arbeitete sie als Sekretärin im Robinson's Department Store in Beverly Hills.
Sie war drei weitere Male verheiratet. Auch die Ehen mit dem Tänzer Henry Aguirre Jr., dem Künstlermanager Arthur Franceway Day Jr. und Patsy Pizzolongo (Künstlername Pat Longo) endeten in Scheidung. Zwischen ihrer dritten Scheidung (1950) und ihrer vierten Heirat (1956) lebte sie allein, und ab 1966 bis zu ihrem Tod 1995 blieb sie unverheiratet.<ref>Actress: Lita Grey facts for kids. Abgerufen am 16. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Lita Grey verarbeitete ihre Ehe mit Charles Chaplin in zwei autobiografischen Werken, die in der Forschung unterschiedlich bewertet werden. Während ihre 1966 veröffentlichte Autobiografie My Life with Chaplin als sensationalisiert und wissenschaftlich unzuverlässig gilt, stellt das 1998 posthum erschienene Werk Wife of the Life of the Party die verlässliche und autorisierte Primärquelle dar.<ref>Lita Grey Chaplin, Jeffrey Vance: Epilogue. In: Wife of the Life of the Party. Rowman & Littlefield Publishers, 1998, ISBN 978-1-4616-7432-0, S. 111–124, doi:10.5771/9781461674320-111.</ref>
1995 starb sie im Alter von 87 Jahren in Los Angeles an einer Krebserkrankung.<ref>Burt a Folkart: Lita Grey; Married Charlie Chaplin at 16. 30. Dezember 1995, abgerufen am 16. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Filmografie[Bearbeiten]
- 1921: Der Vagabund und das Kind (The Kid)
- 1921: Die feinen Leute (The Idle Class, Kurzfilm)
- 1925: Goldrausch (The Gold Rush)
- 1933: Mr. Brodway
- 1933: Seasoned Greetings (Kurzfilm)
- 1938: Skyline Revue (Kurzfilm)
- 1949: The Devil’s Sleep
Bibliografie[Bearbeiten]
- Chaplin, Lita (1928). Complaint of the young movie star against her elderly husband. Scarecrow Press. ISBN 9781461674320.
- Chaplin, Lita; Cooper, Morton (1966). My life with Chaplin; an intimate memoir. Bernard Geis Associates.
- Chaplin, Lita; Vance, Jeffrey (1998). Wife of the Life of the Party. Scarecrow Press. ISBN 9780810834323.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Grey, Lita |
| ALTERNATIVNAMEN | MacMurray, Lillita Louise |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanische Schauspielerin |
| GEBURTSDATUM | 15. April 1908 |
| GEBURTSORT | Hollywood, Los Angeles, Kalifornien, Vereinigte Staaten |
| STERBEDATUM | 29. Dezember 1995 |
| STERBEORT | Los Angeles, Kalifornien, Vereinigte Staaten |