Lithiumamid
| Kristallstruktur | ||||||||||||||||
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| Vorlage:Farbe Li+ Vorlage:Farbe N3− Vorlage:Farbe H+ | ||||||||||||||||
| Kristallsystem | ||||||||||||||||
| Raumgruppe |
I4 (Nr. 82) | |||||||||||||||
| Gitterparameter |
a = 504,309 pm | |||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||
| Name | Lithiumamid | |||||||||||||||
| Verhältnisformel | LiNH2 | |||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
farb- und geruchloser Feststoff<ref name="Merck">Datenblatt Lithiumamid bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref> | |||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||
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| Eigenschaften | ||||||||||||||||
| Molare Masse | 22,96 g·mol−1 | |||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | |||||||||||||||
| Dichte |
1,178 g·cm−3 (20 °C)<ref name="Merck" /> | |||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
373 °C<ref name="Merck" /> | |||||||||||||||
| Siedepunkt |
430 °C<ref name="Merck" /> | |||||||||||||||
| Löslichkeit |
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| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||
Lithiumamid ist eine chemische Verbindung des Lithiums aus der Stoffgruppe der Metallamide.
Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]
Lithiumamid wird industriell durch Erhitzen von Lithium oder Lithiumhydrid in einem Strom von Ammoniak hergestellt. Außerdem bildet es sich langsam, wenn Lithium in flüssigem Ammoniak gelöst wird.<ref name="HSDB">Eintrag zu LITHIUM AMIDE in der Hazardous Substances Data Bank (via PubChem)Vorlage:Abrufdatum</ref> Wie auch bei anderen Alkali- und Erdalkaliamiden wird diese Reaktion durch die Anwesenheit von Eisen(II)-chlorid erheblich beschleunigt.<ref>A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 666.</ref>
- <math>\mathrm{2 \ Li + 2 \ NH_3 \longrightarrow 2 \ LiNH_2 + H_2}</math>
- <math>\mathrm{LiH + NH_3 \ \xrightarrow{350\;^\circ C}\ LiNH_2 + H_2 }</math>
Eigenschaften[Bearbeiten]
Lithiumamid ist ein farb- und geruchloser Feststoff, der sich in Wasser zersetzt.<ref name="Merck" />
- <math>\mathrm{LiNH_2 + H_2O \longrightarrow LiOH + NH_3 }</math>
Die Verbindung ist allgemein sehr hydrolyseempfindlich und greift Glas schwach an.<ref name="Jean de Ans, Ellen Lax, Roger Blachnik"></ref><ref name="brauer" /> Beim Erhitzen im Vakuum gibt sie oberhalb von 300 °C Ammoniak ab. Der quantitative Abbau zu Lithiumimid erfolgt jedoch erst bei 400 °C und erst oberhalb 750–800 °C zersetzt sie sich unter Abgabe von Stickstoff, Wasserstoff und Ammoniak.<ref name="brauer">Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band I, Ferdinand Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 448.</ref>
- <math>\mathrm{2 \ LiNH_2 \ \xrightarrow{400\;^\circ C}\ Li_2NH + NH_3 }</math>
Kristallstruktur[Bearbeiten]
Die Kristallstruktur des Lithiumamids wurde im Jahr 1951 von Robert Juza und Karl Opp in der tetragonalen Raumgruppe I4 (Nr. 82) mit a = 501,6 pm und c = 1022 pm anhand von Pulveraufnahmen bestimmt<ref>R. Juza und K. Opp: Die Kristallstruktur des Lithiumamides. In: Z. Anorg. Allg. Chem, 1951, Bd. 266, S. 313–324, doi:10.1002/zaac.1951266060.</ref>. Hierbei wurde die Lage der Stickstoffatome und der Lithiumatome bestimmt, jedoch nicht des Wasserstoffs. In einer späteren Arbeit im Jahre 1972 wurde die Kristallstruktur anhand eines Lithiumamid-Einkristalls neu bestimmt. Hierbei wurden auch die Lagen der Wasserstoffatome bestimmt. Die Gitterparameter wurden zu a = 503,7 pm und c = 1027,8 pm bestimmt. Die Stickstoffatome bilden eine verzerrte kubisch dichteste Kugelpackung, in der jede zweite Tetraederlücke von Lithium besetzt ist. Die ABC-Abfolge der Schichten ist entlang [112] angeordnet. In z = 0 sind es drei Li+, in z = 1/4 ein Li+, in z = 1/2 wieder drei Li+ und in z = 3/4 wieder ein Li+. Die Struktur steht in Verwandtschaft zu der des Lithiumhydroxides, unterscheidet sich aber von dieser.<ref>H. Jacobs und R. Juza: Neubestimmung der Kristallstruktur des Lithiumamids. In: Z. Anorg. Allg. Chem, 1972, Bd. 391, S. 271–279, doi:10.1002/zaac.19723910308.</ref><ref>Theresia M. M. Richter und Rainer Niewa: Chemistry of Ammonothermal Synthesis. In: Inorganics, 2014, Bd. 2, S. 29–78, doi:10.3390/inorganics2010029.</ref>
Verwendung[Bearbeiten]
Lithiumamid wird in der organischen Chemie bei Claisen-Kondensationen, bei der Alkylierung von Nitrilen und Ketonen sowie der Synthese von Ethinyl-Verbindungen und Carbinolen verwendet.<ref name="HSDB" /> Sie wird weiterhin als Reagenz zur Kreuzkupplung von Arylchloriden und Aminen eingesetzt.<ref name="Sigma">Datenblatt Lithium amide, powder, 95% bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
- Wikipedia:Seite mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:EG-Nummer abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ECHA-InfoCard-ID abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank fehlt lokal
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Feuergefährlicher Stoff
- Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 40
- Ätzender Stoff
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Literatur/Interner Fehler
- Metallamid
- Lithiumverbindung