Litterae
Als Litterae (lateinisch für „Brief“; Plural zu Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. „Buchstabe“) bezeichnet man einfachere Urkundenformen. Im Mittelalter wurde der Begriff auch für reine Mitteilungsschreiben (Briefe) verwendet.
Papsturkunden[Bearbeiten]
Litterae (auch Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) stellen im Mittelalter eine Sammelbezeichnung für alle päpstlichen Urkunden dar. Sie zählen neben den Privilegien zu den wichtigsten und häufigsten Papsturkunden dieser Epoche und setzen die einfache Briefform fort. Die moderne wissenschaftliche Terminologie umfasst jedoch lediglich den Typus der Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. sowie den der Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden..
Formalia[Bearbeiten]
Die Litterae sind in ihrer äußeren Form schlicht. Der gesamte Text wurde in einem einzigen Schriftblock geschrieben. Einziges Beglaubigungsmittel war ein Bleisiegel.
Die Briefe wurden auf Pergament geschrieben; im Gegensatz zu den Privilegien sind die Pergamentstücke aber in der Regel von kleinerem Format. Die Beschriftung erfolgte im Querformat.
Das Protokoll umfasst die Intitulatio in Form Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.. Es folgt die Adresse im Dativ, diese führt bis zu drei Einzelpersonen auf, eine Gruppe von Personen oder alle Christgläubigen und die Grußformel, die entweder den Wortlaut Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. oder, wenn der Adressat exkommuniziert bzw. nicht christlich ist, eine Mahnung zur Bekehrung enthalten. Nach dem Kontext folgt das Eschatokoll. Dieses besteht nur aus einer kleinen Datierung, die aus einem einleitenden Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. besteht, gefolgt von Ort, Tagesdatum nach dem römischen Kalender und dem Pontifikatsjahr. In Rom wird zumeist die benachbarte Kirche angegeben, bei Lateran fehlt allerdings die Angabe Rome. Seit Eugen IV. (1431) wird auch das Inkarnationsjahr in Buchstaben und einem Wort angegeben, wobei der Jahresanfang der 25. März ist. Das Tagesdatum wird seit 1431 ebenfalls ausgeschrieben und nicht mehr in Zahlzeichen angegeben.
Als Siegel wird eine Bleibulle, die wegen des Fehlens einer Corroboratio im Formular der Litterae nicht angekündigt worden ist, mit Hilfe von Seidenfäden oder einer Hanfschnur angehängt.
Äußerliche Unterscheidung[Bearbeiten]
Hierbei ergeben sich die unterschiedlichen Typen von Litterae, die einem unterschiedlichen rechtlichen Inhalt sowie einer unterschiedlichen graphischen Ausgestaltung der Urkunde entsprechen. Wird ein Büschel rotgelbe Seidenfäden angehängt, handelt es sich um Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.. Wird ein Hanffaden angehängt, spricht man von Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden..
Die Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. sind graphisch aufwendiger gestaltet als die Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.. In folgender Tabelle sind die einzelnen Unterschiede dargestellt.
| Merkmal | litterae cum serico | litterae cum filo canapis |
|---|---|---|
| Initiale | gespalten oder mit Blumenmuster verziert | geschwärzt |
| folgende Buchstaben des Papstnamens | durch Elongata oder geschwärzte gotische Majuskel hervorgehoben |
normale Minuskelschrift |
| s- von Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. und Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. | doppelt so hoch gezogen, wie ein normales s in der 1. Zeile | keine Besonderheit |
| erster Buchstabe der Adresse | geschwärzte gotische Majuskel | Buchstabe vergrößert, jedoch dünnstrichig |
| Anfangsbuchstabe des Kontextes | geschwärzte gotische Majuskel | geschwärzte gotische Majuskel |
| Abkürzung von st und ct | verzierter Verbindungsstrich und zerdehnte Ligatur | einfach grader Verbindungsstrich und enge Ligatur |
Inhaltliche Unterscheidung[Bearbeiten]
Zunächst nutzten Päpste Litterae zu administrativen und jurisdiktionellen Zwecken, z. B. zur Erteilung eines Befehls. Daher kann man Papstbriefe als päpstliche Erlasse<ref>Karl Hilgenreiner: Papstbriefe. In: Michael Buchberger (Hrsg.): Kirchliches Handlexikon. Ein Nachschlagebuch über das Gesamtgebiet der Theologie und ihrer Hilfswissenschaften. 2 Bände. Herausgegeben in Verbindung mit Karl Hilgenreiner, Johann Baptisti Nisius, Joseph Schlecht und Andreas Seider. Allgemeine Verlags-Gesellschaft, München 1907–1912, Band 2, Sp. 1320.</ref> bzw. meist als Mandate bezeichnen. Im 12. Jahrhundert wird der Gebrauch aber auf die Verleihung dauernder Rechte ausgedehnt.
Die Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. bilden in der Regel die sogenannten Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.. Sie verleihen dem Adressaten einen Rechtstitel, entweder wird ihm ein altes Recht bestätigt oder verliehen, ihm wird ein Benefizium übertragen oder der Papst trifft eine Entscheidung zu seinen Gunsten. Sie heißen auch Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden., weil sie Rechtstitel verleihen oder Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden., weil sie einen päpstlichen Gnadenerweis enthalten.
Erkennbar sind diese Briefe durch diese oder ähnliche Wendungen in der Dispositio: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. oder Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.. Es folgt die Sanctio mit der Comminatio in einer fast gleichbleibenden Formulierung: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.
Die Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. sind meist die sogenannten Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.. Sie werden zu administrativen Zwecken verwandt. Sie erteilen dem Empfänger einen Befehl, ein Verbot oder ein Urteil. Sie heißen technisch auch Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.. Die Disposito enthält meist folgende Wendung: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. oder Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.. Sanctio und Comminatio fehlen.
Litterae der Kaiser und Könige[Bearbeiten]
Die Litterae der Kaiser und Könige sind Schriftstücke, die sich nach Inhalt und Bestimmung in Urkunden und Briefe unterteilen lassen.
Urkunden[Bearbeiten]
Seit dem 4. Jahrhundert nutzte man für die Urkunden des römischen Kaisers die Form des Briefes, wobei seit dem 12. Jahrhundert das Aufkommen kleinformatiger Urkunden zu beobachten ist. Diese sind formloser gestaltet als die feierlichen Diplome: Auf die Invocatio wird verzichtet; die Elongata beschränkt sich in der ersten Zeile auf den Kaiser- bzw. Königsnamen, und das Eschatokoll fehlt bis auf eine kleine Datierung. Diese Urkunden setzen sich immer mehr durch, und es kommt zur Entwicklung zweier Urkundentypen, den Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. und den Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden..
Die Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. sind seit dem 13. Jahrhundert der vorherrschende Urkundentyp, die man ebenfalls in zwei Formen unterteilen kann. Die sogenannte Charta mit Hängesiegel aus grünem Wachs und die mit einem gelben Wachssiegel besiegelten Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden., die hauptsächlich in administrativen Bereichen vorkommen.
Die Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. sind private und amtliche Schreiben, die verschlossen versandt wurden. Sie sind gefaltet und umgeschnürt oder mit Hilfe einer durch Löcher und Einschnitte im Pergament durchzogenen Schnur bzw. eines Pergamentstreifen verschlossen und besiegelt. Diese Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. kommen jedoch auch in der päpstlichen Kanzlei vor.
Briefe[Bearbeiten]
Briefe wurden im Mittelalter sowohl für politische als auch für Schreiben privater Art verwendet. Sie lassen sich mitunter schwer von Mandaten unterscheiden, da sie am Schluss einen Befehl oder eine Bitte enthalten. Briefe sind in ihrer Aufmachung bei weitem nicht so feierlich, wie die Diplome. Zunächst unterscheiden sich die Briefe noch nicht stark von den Privatbriefen. Sie sind kleinformatig und in einfacher Buchschrift verfasst und das Formular ist stark reduziert.
Siehe auch[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- A. Birnstiel, D. Schweizer: Nicht nur Seide oder Hanf! Die Entwicklung der äußeren Merkmale der Gattung Litterae im 12. Jh. In: Irmgard Fees, Andreas Hedwig, Francesco Roberg (Hrsg.): Papsturkunden des frühen und hohen Mittelalters. Äußerliche Merkmale – Konservierung – Restaurierung. Eudora-Verlag, Leipzig 2011, ISBN 978-3-938533-27-7.
- Thomas Frenz: Päpstliche Litterae. In: Lexikon des Mittelalters. Band 5, Sp. 2022/23.
- Thomas Frenz: Papsturkunden des Mittelalters und der Neuzeit. Steiner, Stuttgart 2000, ISBN 3-515-07788-X.
- A. Gawlik: Litterae der Kaiser und Könige. In: Lexikon des Mittelalters. Band 5, Sp. 2023/24.
- L. Schmitz-Kallenberg: Papsturkunden. In: Aloys Meister (Hrsg.): Urkundenlehre 1 und 2. 1913.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />