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Lore Henkel

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Eleonore Henkel (auch: Lore Henkel, geborene Eleonore Frank; geboren am 28. Juli 1914<ref>die Traueranzeige der Familie vom 6. Mai 2017 auf der Website der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ), zuletzt abgerufen am 26. Januar 2018</ref> in Gleiwitz;<ref name="GWLB">o.V.: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Henkel, Eleonore (Memento vom 16. Mai 2018 im Internet Archive) in der Datenbank Niedersächsische Personen (Neueingabe erforderlich) in der Version vom 29. März 2012, zuletzt abgerufen am 26. Januar 2018</ref> gestorben am 2. Mai 2017 in Hannover)<ref name="Hannover trauert">o. V.: Stadtplakettenträgerin – Hannover trauert um Dr. Lore Henkel … auf der Website www.hannover.de vom 3. Mai 2017, zuletzt abgerufen am 26. Januar 2018</ref> war eine deutsche Diplom-Volkswirtin, Dozentin<ref name="GWLB" /> und Kommunalpolitikerin.<ref name="Hannover trauert" />

Leben[Bearbeiten]

Eleonore Frank wuchs in Gleiwitz auf, wo sie im Jahr 1934 ihr Abitur ablegte. Zur Zeit des Nationalsozialismus durchlief sie eine kaufmännische Lehre und erhielt 1937 in Dessau eine Anstellung als Stenotypistin.<ref name="GWLB" />

1942 heiratete Eleonore Frank den gebürtigen Hannoveraner Willy Henkel (1897–1988) und bestand 1943 ihre Prüfung als Diplom-Volkswirtin. Gegen Ende des Krieges flohen die Eheleute vor den Truppen der Sowjetunion in die in der Französischen Besatzungszone gelegene Stadt Baden-Baden, wo sie im Jahr 1946 Mitglied der SPD wurde.<ref name="GWLB" />

Ebenfalls 1946 zog Henkel nach Hannover, wo sie anfangs als Dozentin an verschiedenen Gewerkschaftsschulen unterrichtete.<ref name="GWLB" /> Am 19. März 1949 legte sie an der Rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen ihre Doktorprüfung ab. Ihre Dissertation hatte den Titel Die Bewertung der Naturallöhne in der Landwirtschaft.<ref>Angaben im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek</ref>

Im Jahr 1951 wurde Lore Henkel in den Rat der Stadt Hannover gewählt. Ab 1952 war sie zudem Mitglied im Vorstand des Deutschen Hausfrauenbundes.<ref name="Hannover trauert" /> In diesen Jahren lebte sie mit ihrem Ehemann in Hannover-Oberricklingen, engagierte sich als Kommunalpolitikerin aber auch für „ihren Stadtteil Hannover-Ricklingen“.<ref name="GWLB" /> Laut dem späteren Oberbürgermeister Stefan Schostok hat die „Aktivität und Optimismus [ausstrahlende Ratsfrau …] in den Nachkriegsjahren wesentlich am demokratischen Neuaufbau in Hannover mitgewirkt“.<ref name="Hannover trauert" />

Im März 1957 gründete Henkel, gemeinsam mit ihren langjährigen Weggefährten Fritz Haake und Horst Schweimler, die Arbeitsgemeinschaft Ricklinger Vereine, der sie zeitlebens verbunden blieb.<ref name="Dr. Eleonore Henkel">Anne Stache, Christa Porps: Dr. Eleonore Henkel auf der Website www.arv-ricklingen.de vom 22. Mai 2017, zuletzt abgerufen am 27. Januar 2018</ref>

Ebenfalls 1957 gehörte Lore Henkel im Sinne des Verbraucherschutzes zu den Mitbegründerinnen der Verbraucherzentrale Niedersachsen, die sie zehn Jahre als Vorsitzende leitete. Zeitweilig war sie zudem Mitglied im Ehrenpräsidium der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV) in Bonn.<ref name="Hannover trauert" />

Bundesweit wirkte Eleonore Henkel im Jahr 1959 als Mitglied der Programmkommission für das Godesberger Programm der SPD.<ref>Kristine Kastning für die SPD-Fraktion im Rat der Landeshauptstadt Hannover, Alptekin Kirci für den SPD-Stadtverband Hannover: Nachruf auf der Website der HAZ vom 9. Mai 2017, zuletzt abgerufen am 26. Januar 2018</ref>

Henkel engagierte sich früh für Maßnahmen des Umweltschutzes.<ref name="Hannover trauert" /> So trieb sie beispielsweise in den 1960er Jahren den Einbau von Filtern in Schornsteinen von Industriebetrieben voran.<ref name="Gedenkfeier">Frank Winternheimer: Abschied Gedenkfeier für Stadtplakettenträgerin Lore Henkel …, Artikel mit einer Fotogalerie zur Gedenkveranstaltung m Mosaiksaal auf der Website der HAZ vom 12. Mai 2017, aktualisiert am 15. Mai 2017, zuletzt abgerufen am 27. Januar 2018</ref> Zudem setzte sich Henkel für die Sanierung des Mühlenbergs ein. Ebenfalls ehrenamtlich engagierte sie sich für die Unterbringung eltern- und heimatloser Kinder und Jugendlicher, kämpfte zugleich für die Verteidigung der Menschenrechte, für Toleranz und Völkerverständigung.<ref name="Hannover trauert" />

Eine ihrer ersten Auszeichnungen erhielt Henkel, die dem hannoverschen Stadtrat bis 1972 angehörte, bereits im Jahr 1964 durch die Verleihung des Ehrenrings des Rates der Stadt Hannover.<ref name="Hannover trauert" />

Beim Besuch einer Delegation junger Menschen aus Malawi, die auf einer Informationsreise durch Deutschland auch Hannover besuchte, initiierte Lore Henkel eine Einladung des Stadtrates an zehn junge Frauen Malawis zur Ausbildung als Krankenschwestern am Oststadtkrankenhaus: Dank des anhaltenden Engagements des Ehepaares Henkel beschloss der Rat der Stadt Hannover im Jahr 1968 einstimmig den Abschluss der Städtepartnerschaft mit der malawischen Stadt Blantyre.<ref>Die Städtepartnerschaft zwischen Blantyre und Hannover. Wir über uns. In: www.freundeskreis-malawi.de. Freundeskreis Malawi, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. November 2016; abgerufen am 15. Mai 2026.</ref> Bis zuletzt sollte Lore Henkel dem Freundeskreis Malawi angehören.<ref name="Hannover trauert" />

Lore Henkel war eine der Mitbegründerinnen<ref name="Hannover trauert" /> der 1970 vom Einzelhandelsverband gegründeten Vereins Werbegemeinschaft Einkaufsstadt Hannover e.V.,<ref>Adelheid von Saldern (Hrsg.), Lu Seegers (Mitarb.): Inszenierter Stolz. Stadtrepräsentationen in drei deutschen Gesellschaften (1935–1975) ( = Beiträge zur Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung, Bd. 2), Stuttgart: Steiner, 2005, ISBN 978-3-515-08300-3 und ISBN 3-515-08300-6, S. 385; eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref> aus der die spätere City-Gemeinschaft Hannover e.V. hervorging.<ref name="Hannover trauert" />

Im Jahr 1989 initiierte Henkel gemeinsam mit Horst Schweimler, Horst Schneider und Manfred Adam Motor die im selben Jahr gegründete Interessengemeinschaft Ricklinger Kaufleute, in die sich Lore Henkel anschließend einbrachte.<ref name="Dr. Eleonore Henkel" />

Eleonore Henkel wurde im Jahr „für ihre Verdienste um die Völkerverständigung“ mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Die Trägerin des Ehrenringes des Rates wurde 1991 von der Landeshauptstadt Hannover zudem „für ihre herausragenden Verdienste“ mit der Stadtplakette Hannovers ausgezeichnet. Anlässlich ihres 100. Geburtstages würdigte Oberbürgermeister Stefan Schostok das Lebenswerk von Lore Henkel während eines Empfangs im September 2014 im Neuen Rathaus.<ref name="Dr. Eleonore Henkel" /> Nur wenig später wurde Henkel als Gesprächspartnerin in der von Thela Wernstedt moderierten Veranstaltungsreihe der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) Linden-Limmer „SPD-Frauen im Gespräch“ angekündigt: In der Veranstaltung im Seniorenzentrum am Ihmeufer der Arbeiterwohlfahrt in der Ottenstraße 10 in Linden sollte Lore Henkel unter anderem von ihren Erfahrungen in der Nachkriegszeit berichten, etwa von Flüchtlingen und der erlebten Wohnungsnot nach dem Krieg, dem Wiederaufbau Hannovers bis hin zum „Wirtschaftswunder“ und den ersten großen Protesten der 68er-Bewegung wie beispielsweise der „Rote-Punkt-Aktion“.<ref>o. V.: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.SPD-Frauen im Gespräch mit Dr. Lore Henkel: „100 Jahre Politik im Überblick“ (Memento vom 27. Januar 2018 im Internet Archive) auf der Website zukunftsregion-hannover.de [ohne Datum, 2014], zuletzt abgerufen am 27. Januar 2018</ref>

Eleonore Henkel, die bis ins höchste Alter an Veranstaltungen teilnahm, starb am 2. Mai 2017 im Alter von 102 Jahren in einem Seniorenstift in Hannover.<ref>Conrad von Meding: Nachruf / Lore Henkel ist im Alter von 102 Jahren gestorben auf der Website der HAZ vom 4. Mai 2017, zuletzt abgerufen am 27. Januar 2018</ref> 10 Tage nach dem Tod Henkels berichteten während einer Gedenkveranstaltung für Henkel im Neuen Rathaus beispielsweise die stellvertretende Präsidentin der Region Hannover über ihre ehemalige Nachbarin in Ricklingen. Der ehemalige Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg betonte Henkels oftmals abweichende, immer aber kritische Rolle innerhalb der SPD.<ref name="Gedenkfeier" />

Weiteres[Bearbeiten]

Eleonore Henkel pflegte auf dem Weg zu Sitzungen im Rathaus von den Blumenrabatten auf dem Trammplatz Samen zu nehmen und in mitgebrachte, beschriftete Papiertütchen zu legen, wenn die Neubepflanzung der Beete kurz bevorstand. Sie erläuterte dies damit, dass es viel zu schade sei, den Samen zusammen mit den verwelkten Pflanzen zu kompostieren.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Irving Villega: Gedenkfeier für Lore Henkel. Fotostrecke von der Gedenkfeier im Mosaiksaal des Neuen Rathauses von Hannover. In: www.haz.de. Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co. KG, 12. Mai 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. Mai 2017;.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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