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Lotegorisch

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Datei:Gilardone lotegorisch.png
Titelblatt von Christian Heinrich Gilardones lotegorischem Buch Parodiee, Gedichtches unn prousaische Uffsätz‘. Vun kaan Jüd – vun e Goj‘, 2. Bändchen, Speyer, 1835

Lotegorisch – alternativ Lottegorisch, ältere Eigenbezeichnung lochne kodesch, aus hebräisch laschon „Zunge, Sprache“, und kodesch „Heiligtum“ – ist eine Händlersprache und pfälzische Variante des Rotwelschen.<ref>Sondersprachen Nicht-Sesshafter Gruppen. In: jenisch-museum.de. 2026, abgerufen am 23. Mai 2026.</ref><ref>Gegen das Vergessen: Pastor will an jüdisches Leben erinnern. In: rheinpfalz.de. 9. Juli 2023, abgerufen am 23. Mai 2026.</ref>

Charakteristika und Geschichte[Bearbeiten]

Die Sprache ist an das Westjiddische im Leiningerland – besonders im Einzugsgebiet von Carlsberg – angelehnt. In dieser Gegend wurde im ausgehenden 18. Jahrhundert eine größere Zahl Nichtsesshafter, darunter viele Juden, angesiedelt. Diese wurden anschließend von dort aus in vielen Fällen als Wanderhändler und Hausierer tätig.<ref>Initiative: Früheres jüdisches Leben in unserer Gemeinde. In: carlsbergpfalz.de. 13. Juli 2023, abgerufen am 23. Mai 2026.</ref> Lotegorisch war eine Geheimsprache, die für Bewahrung ihrer Geschäftsgeheimnisse vor Kunden und Behörden entwickelt wurde und die der Rest der Bevölkerung nicht verstand.<ref>Lotegorisch. In: SWR. 29. Januar 2009, abgerufen am 23. Mai 2026.</ref> Feste Ausspracheregeln oder Grammatik gab es nicht. Die Sprache wurde lediglich mündlich praktiziert. Manche Begriffe fanden Eingang in den deutschen Sprachgebrauch.<ref>Klaus Siewert: Rotwelsch-Dialekte. 1996, S. 12 (Online).</ref>

Erinnerungskultur[Bearbeiten]

1993 führte der Unterhaltungsverein Wattenheim im Carlsberger Bürgerhaus ein Theaterstück auf Lotegorisch auf.<ref>Vereinsgeschichte. In: carlsbergpfalz.de. 23. Mai 2026, abgerufen am 23. Mai 2026.</ref> Zusammen mit der Volksbühne Leininger-Land engagiert er sich für die Erhaltung der Sprache.<ref>Volksbühne Leininger-Land - Unterhaltungsverein Wattenheim e.V. 1921. In: kulturland.rlp.de. 23. Mai 2026, abgerufen am 23. Mai 2026.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Anton Meißner: Die pfälzische Handelssprache Lotegorisch. Wörterbuch mit Leseproben. Wattenheim 1999.
  • Klaus Siewert (Hrsg.): Rotwelsch-Dialekte. Helmut Buske Verlag GmbH, Hamburg 1996, ISBN 978-3-96769-328-7.
  • Richard Schäfer: Lotegorisch im Leiningerland. Hamburg 1990 (Online [PDF]).
  • Christian Heinrich Gilardone: Parodiee, Gedichtches und prousaische Uffsätz’. Vun kahn Jüd’ – vun e Gojem. J. F. Kranzbühler, Speyer 1832.
  • Christian Heinrich Gilardone: Parodiee, Gedichtches und prousaische Uffsätz’. Vun kaan Jüd’ – vun e Goj’, Zweites Bändchen. Speyer 1835.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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