Lothar Lockl
Lothar Lockl (* 5. Dezember 1968 in Wien)<ref>Van der Bellen-Vertrauensmann verlässt die Politik. In: derStandard.at. 6. Februar 2009, abgerufen am 9. November 2019.</ref> ist ein österreichischer Strategie- und Kommunikationsberater und Unternehmer. Er war Sprecher der Umweltschutzorganisation Global 2000, Bundesparteisekretär der österreichischen Grünen, Wahlkampfleiter und strategischer Berater von Bundespräsident Alexander Van der Bellen.<ref name=":5">philipp.wilhelmer: Van der Bellen-Berater Lothar Lockl Vorsitzender im ORF-Stiftungsrat. 18. Mai 2022, abgerufen am 21. Januar 2025.</ref><ref name=":0" /><ref name=":4" /> Von 2022 bis 2025 war er Vorsitzender des ORF-Stiftungsrats.<ref name=":0" /><ref name=":6">ORF at/Agenturen red: Lockl zieht sich aus ORF-Stiftungsrat zurück. 23. April 2025, abgerufen am 10. Juni 2025.</ref>
Werdegang und Unternehmen[Bearbeiten]
Lockl beteiligte sich 1984 in jungen Jahren an der Besetzung der Hainburger Au, an der er federführend aktiv war.<ref>Oberösterreichische Nachrichten: Kraftwerk Lambach: Konflikt ließ sogar Ehen zerbrechen. Abgerufen am 29. Juni 2026.</ref> Er schloss an der Universität Wien das Studium Politik- und Kommunikationswissenschaft ab.<ref>Lothar Lockl – der Präsidentenmacher. In: trend.at. 16. Dezember 2016, abgerufen am 9. November 2019.</ref> Zwischen 1988 und 2000 erlangte er Bekanntheit als Kampagnenleiter und danach Sprecher der österreichischen Umweltschutzorganisation Global 2000.<ref name=":0">Martin Behr: Lothar Lockl: Ein Schachspieler auf dem Küniglberg. In: Salzburger Nachrichten. 19. Mai 2022, abgerufen am 19. Juni 2022.</ref> Er organisierte unter anderem Kampagnen gegen die Ost Autobahn A4 in Niederösterreich, das Kraftwerk Lambach in Oberösterreich oder das slowakische Atomkraftwerk Mochovce.<ref>Von Global 2000 zu den Grünen. In: orf.at. Abgerufen am 9. November 2019.</ref> 1997 war Lockl Mitorganisator des Gentechnik-Volksbegehrens, dem mit über 1,2 Mio. Unterschriften bis heute zweiterfolgreichsten Volksbegehren in Österreich (Stand 2026).<ref>Alle Volksbegehren der zweiten Republik. In: Bundesministerium für Inneres. Abgerufen am 19. Juni 2022.</ref><ref name=":1">Lothar Lockl, der türkis-grüne Pendeldiplomat. In: trend.at. 8. November 2019, abgerufen am 9. November 2019.</ref>
2000 wechselte er unter Bundessprecher Alexander Van der Bellen in die Politik zu den Grünen, wo er als Kommunikationschef und ab Herbst 2006 als Bundesparteisekretär tätig war.<ref name=":4">Wiener Zeitung Online: Grüne wollen ihr Image aufpeppen. Abgerufen am 11. August 2020.</ref> Er war für mehrere Nationalratswahlkampagnen mitverantwortlich, darunter auch für die Nationalratswahlkampagne 2006, bei der die Grünen auf Bundesebene erstmals die 10-Prozent-Hürde übersprangen und hinter SPÖ und ÖVP drittstärkste Kraft in Österreich wurden.<ref name=":1" />
2009 verließ er die Politik und machte sich als Strategie- und Kommunikationsberater mit der Agentur Lockl Strategie selbständig.<ref>Lothar Lockl: Beim Schachspiel Strategie gelernt. In: diepresse.com. 14. Juli 2009, abgerufen am 9. November 2019.</ref> Er berät seitdem Führungskräfte, Unternehmen und Organisationen aus den Bereichen Industrie, Handel, Energiewirtschaft, Tourismus und Finanzwirtschaft.<ref>Oberösterreichische Nachrichten: Lothar Lockl: Der Stratege im Hintergrund. Abgerufen am 29. Juni 2026.</ref> 2016 war er Wahlkampfleiter für Alexander Van der Bellen bei der österreichischen Bundespräsidentenwahl 2016.<ref>Florian Gasser: Wahl in Österreich: Die Präsidentenmacher. In: Die Zeit. 15. Dezember 2016, abgerufen am 19. Juni 2022.</ref> Danach war er als strategischer Berater für den Bundespräsidenten tätig.<ref name=":0" />
Zu den Kunden der Agentur gehörten in der Vergangenheit auch das Klima- und Umweltministerium sowie das Kunst- und Kulturministerium. Von der Opposition wurden 2022 die Aufträge im Bereich PR und Kommunikation des Klima- und Umweltministeriums auf Grund ihrer Höhe kritisiert.<ref>Muzayen Al-Youssef, Fabian Schmid: Kritik an staatlichen Aufträgen an Ex-Grünen Lockl. derstandard.at, 26. März 2022, abgerufen am 19. Juni 2022.</ref>
Politik[Bearbeiten]
Lothar Lockl galt im Vorfeld der Regierungsverhandlungen zwischen ÖVP und Grünen 2019 als potenzieller Kandidat der Grünen für ein Ministeramt.<ref>Sie sollen grüne Minister werden. 11. November 2019, abgerufen am 5. Februar 2022.</ref><ref>Elisalex Henckel: Österreichs Wahlsieger: Wagt Sebastian Kurz jetzt das schwarz-grüne Experiment? In: Die Welt. 31. Oktober 2019 (welt.de [abgerufen am 5. Februar 2022]).</ref> Er erteilte Spekulationen jedoch eine Absage und erklärte, in der Privatwirtschaft zu bleiben.<ref>daniela.kittner: Präsidentenberater Lockl wird nicht Minister. 11. Dezember 2019, abgerufen am 29. Juni 2026.</ref>
Im März 2020 wurde er von der Regierung in den ORF-Stiftungsrat bestellt und unterstützte 2021 die Wahl des neuen ORF-Generaldirektors Roland Weißmann.<ref>PR-Berater Lothar Lockl mit 34 von 35 Stimmen zum Vorsitzenden des ORF-Stiftungsrats bestellt. In: derstandard.at. 19. Mai 2022, abgerufen am 19. Juni 2022.</ref><ref>Lothar Lockl: „Credo für unabhängigen ORF hat uns überzeugt“. In: medianet.at. 12. August 2021, abgerufen am 19. Juni 2022.</ref> Am 19. Mai 2022 wurde Lockl mit 34 von 35 möglichen Stimmen, bei einer Enthaltung, vom ORF-Stiftungsrat einhellig zum Vorsitzenden gewählt. Er übte diese Funktion drei Jahre bis Juni 2025 aus.<ref name=":3">red, ORF.at/Agenturen: Lockl neuer Vorsitzender des ORF-Stiftungsrats. In: orf.at. 19. Mai 2022, abgerufen am 19. Juni 2022.</ref><ref name=":6" /> In seine Funktionsperiode fiel unter anderem die neue ORF-Beitrags-Finanzierung, die Inbetriebnahme des Multimedialen Newsrooms und das neue Redaktionsstatut.<ref>christoph.silber: ORF-Stiftungsrat: Vorsitzender Lothar Lockl hört auf. 23. April 2025, abgerufen am 29. Juni 2026.</ref><ref>Tiroler Tageszeitung: Lothar Lockl zieht sich als Vorsitzender des ORF-Stiftungsrats zurück. 23. April 2025, abgerufen am 29. Juni 2026.</ref>
Funktionen[Bearbeiten]
- 2022 bis 2025: Vorsitzender des ORF-Stiftungsrates<ref name="kurier402013146">Christoph Silber: Grüne-Vertreter Lothar Lockl zum Vorsitzenden des ORF-Stiftungsrats gewählt. In: Kurier.at. 19. Mai 2022, abgerufen am 19. Mai 2022.</ref><ref name=":6" />
- 2020 bis 2025: Mitglied des ORF-Stiftungsrates<ref>Regierung bestellte neue ORF-Stiftungsräte. In: orf.at. 11. März 2020, abgerufen am 5. April 2020.</ref><ref name=":6" />
- 2018 bis 2021: Mitglied im Verwaltungsrat des Fußballklubs FK Austria Wien<ref>FK Austria Wien - Verein. In: FK Austria Wien. Abgerufen am 16. August 2021.</ref>
- 2016: Wahlkampfleiter von Bundespräsident Alexander Van der Bellen<ref name=":5" />
- 2010 bis 2012: Generalsekretär der International Advertising Association (IAA) Österreich<ref>Der Jahresauftakt der Branche. In: horizont.at. 4. Februar 2013, abgerufen am 9. November 2019.</ref>
- 1990 bis 1999: Sprecher von Global 2000<ref name=":0" />
Privates[Bearbeiten]
Lockl ist bekennender Sport- und Fußballfan und spielt darüber hinaus seit seiner Jugend Schach. Er war Wiener Jugendstadtmeister, erreichte eine Elo-Zahl von 2280 und spielte in der österreichischen Staatsliga.<ref>Der Schachspieler hinter Van der Bellen. Abgerufen am 21. Dezember 2020.</ref><ref>Lothar Lockl, Bundesparteisekretär der Grünen. Abgerufen am 21. Dezember 2020.</ref>
Lockl ist Vater eines Sohnes. Er war mit der österreichischen Journalistin Claudia Reiterer verheiratet. Das Paar trennte sich 2019.<ref>Claudia Reiterer und Lockl seit Frühjahr getrennt. Abgerufen am 14. November 2019.</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lockl, Lothar |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Strategie und Politikberater |
| GEBURTSDATUM | 5. Dezember 1968 |
| GEBURTSORT | Wien |