Lotusseide
Lotusseide ist ein Bekleidungsstoff, der aus den Fasern der Indischen Lotosblume gewonnen wird. Herstellungsländer sind Myanmar (Birma) und Vietnam.<ref>Why Lotus Silk Is So Expensive | So Expensive | Business Insider. Abgerufen am 4. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Herstellung[Bearbeiten]
Zum Ende der Regenzeit, wenn der Wasserstand am höchsten ist, werden die Stängel der Lotosblüten und -blätter geerntet, da sie dann die größte Länge erreichen. Die Endstücke der zwei bis drei Meter messenden Stängel werden etwa eine Handbreit vom Ende angeschnitten, abgeknickt und dann abgezogen, sodass die höchstens fünf Mikrometer starken Fasern freiliegen.<ref>Lotus Flower auf der Webseite von Loro Piana (Flash erforderlich), abgerufen am 18. Juli 2013 (englisch).</ref> In weiteren handbreiten Abschnitten wird Stück für Stück der ganze umschließende Stängel entfernt. Die Fasern von drei bis fünf Stängeln werden verzwirnt. Solange sie noch geschmeidig sind, werden sie gesponnen und währenddessen durch wiederholtes Wässern feucht gehalten. Vor dem Weben wird das Garn mit Reisstärke gestärkt und auch am Handwebstuhl immer wieder benetzt. Da es in trockenem Zustand bricht, erfolgt die Verarbeitung innerhalb von 24 Stunden nach der Ernte.<ref>Gabriela Herpell: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Die schwimmenden Gärten von Birma ( vom 27. Dezember 2013 im Internet Archive), SZ-Magazin 16/2011, abgerufen am 8. Juli 2013.</ref> Eine Person spinnt am Tag zwischen 80 und 100 Gramm Faden, für einen Schal werden tausende Stängel und ein bis zwei Wochen Zeit benötigt.
Hergestellt wird Lotusseide unter anderem von Angehörigen des um den Inle-See siedelnden Intha-Volks. Anfang der 1960er erst kam die Idee auf, die Fasern der Lotospflanze für Textilien zu nutzen.<ref>Alexandra Grossmann: Garn aus Buddhas Blüte, Zeit online vom 14. Oktober 2011, abgerufen am 8. Juli 2013.</ref>
Eigenschaften[Bearbeiten]
Die Fasern sind von winzigen Löchern durchsetzt und sehen unter dem Mikroskop schwammartig aus, ähnlich den Kapillaren in Funktionsfasern von Sportbekleidung.<ref>Christina Binkley: New Luxury Frontier: A $5,600 Lotus Jacket, WSJ Online vom 3. November 2010, abgerufen am 18. Juli 2013 (englisch).</ref> Lotusseide ist sehr leicht, atmungsaktiv, wasserabweisend und soll bei Hitze kühlen und bei Kälte wärmen.<ref>Patrick Lindner: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Luxuriöse Jacketts von Loro Piana ( des Vorlage:IconExternal vom 27. Januar 2013 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., welt.de vom 24. Januar 2013, abgerufen am 18. Juli 2013.</ref> Der ecru- bis bronzefarbene Stoff gleicht dem von Rohseide oder Leinen. Lotusseide knittert jedoch nicht. Dickeres Gewebe wird im Wert höher geschätzt als dünnes.
Verwendung[Bearbeiten]
Wegen ihrer Seltenheit war Bekleidung aus Lotusseide buddhistischen Mönchen und der Dekoration von Buddha-Statuen vorbehalten.<ref>Norbert Lübbers: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Myanmar: Stoff aus Lotus und das Ende des Idylls ( vom 29. März 2013 im Internet Archive), ARD Singapur vom 24. März 2013, abgerufen am 8. Juli 2013.</ref> Das italienische Modeunternehmen Loro Piana bezieht seit dem Jahr 2010 größere Mengen des Stoffes und fertigt daraus unter dem Markennamen Fior di Loto zehn bis fünfzehn maßgeschneiderte Sakkos pro Monat. Ein solches kostet um die 6500 Dollar, ein Halstuch etwa 100 Dollar.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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