Lucihormetica luckae
Die Seite Vorlage:Taxobox/styles.css hat keinen Inhalt.
| Lucihormetica luckae | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Datei:Glowing-roaches.jpg
Lucihormetica luckae; links bei Tageslicht, rechts unter UV-Licht. | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Lucihormetica luckae | ||||||||||||
| Vršanský, Fritzsche & Chorvát, 2012 |
Lucihormetica luckae ist eine Schabe aus der Familie Blaberidae. Sie zählt zu den 13 bisher (Stand 2012) entdeckten Schaben, bei denen fälschlicherweise Biolumineszenz vermutet wurde<ref name=":0">Yuichi Oba, Victor Benno Meyer-Rochow: A supposedly bioluminescent species of cockroach that would not glow: A case of scientific fraud, erroneous observation or bacterial infection? In: Arthropod Structure & Development. Band 86, 1. Mai 2025, ISSN 1467-8039, S. 101438, doi:10.1016/j.asd.2025.101438 (sciencedirect.com [abgerufen am 20. August 2026]).</ref>; als einzige dieser Arten ist sie in Ecuador beheimatet.. Die Art wurde seit ihrer Entdeckung im Jahr 1939 nicht mehr wiedergefunden. Der Ausbruch des Tungurahua im Dezember 2010 zerstörte das Gebiet um den Entdeckungsort, weswegen man davon ausgeht, dass die Art ausgestorben ist.<ref name="Vršanský" />
Merkmale[Bearbeiten]
Die Schabe hat eine Körperlänge von etwa 24 Millimetern und eine Breite von etwa 14 Millimetern und ist damit nur etwa halb so groß wie die übrigen Arten der Gattung Lucihormetica. Sie trägt aber wie alle Arten dieser Gattung am Pronotum zwei auffällige orange Tuberkel welche ihre Farbe durch die einlagerung von Carotinoiden erhalten<ref name=":0" />. Diese messen etwa 1,8 Millimeter im Durchmesser. Nahe dem rechten Tuberkel befindet sich asymmetrisch angeordnet ein weiterer kleiner Fleck mit nur 0,25 Millimetern Durchmesser. Außerdem fluoreszieren unter UV-Licht große Teile des Körpers, wie etwa die Beine oder die Flügel. Diese Körperteile leuchten jedoch viel schwächer als die Carotinoidflecken und enthalten auch kein Luciferin. Wie sonst nur Lucihormetica grossei und Lucihormetica amazonica hat die Art einen stark gewölbten Körper mit langen Vorderflügeln, die den gesamten Körper überdecken. Von ihrer Schwesterart, L. amazonica, unterscheidet sie sich in einem weniger stark dreieckig ausgeprägten Kopf, weniger deutlich ausgebildeten Tuberkel auf dem Pronotum und einer weniger auffälligen Körperfarbe. L. grossei hat dunkler gefärbte basale Vorderflügel und ein ebenso gefärbtes Pronotum, das zudem zwei blasse Flecken an der Basis trägt. Für Lucihormetica luckae ist außerdem charakteristisch, dass bei den männlichen Fortpflanzungsorganen das Sklerit L3 ausgebildet ist, das im Schnitt rund ist und außerdem einen Haken vom Typ „hla“ besitzt. Die Art ist in ihrer Erscheinung asymmetrisch. Dies zeigt sich nicht nur am kleinen, nur rechts ausgebildeten Leuchtorgan, sondern auch am diagonal über den Körper laufenden dunklen Streifen.<ref name="Vršanský" />
Die Mundwerkzeuge sind schräg nach unten-hinten gerichtet (hypognath). Der Kopf ist mit 4,5 mal 4,1 Millimeter mäßig groß und trägt schlanke, nur 0,25 bis 0,38 Millimeter dicke Fühler. Die ersten drei Fühlerglieder sind mit 0,9, 0,2 und 0,6 Millimetern Länge verhältnismäßig kurz. Die Maxillarpalpen sind kurz und kräftig und tragen zahlreiche kurze Sensillen (Sensilla Chaetica). Der Kopf trägt, wie der rest des Körpers keine biolumineszenten Bereiche. Die Extremitäten sind kurz, massiv und mit kräftigen Spornen versehen. Die Hüften (Coxen) tragen ventral zahlreiche Sensillen, hinten lange Setae und an den Berührungsstellen mit der jeweils angrenzenden Hüfte dichte, kleine Chaetica. Alle Schenkelringe (Trochanter) sind sehr groß und haben mittig einen deutlich abgetrennten Bereich, sowie hinten Setae. Die Schenkel (Femora) haben seitlich zahlreiche lange, feine Setae und einen sehr kurzen, aber kräftigen Sporn am Ende. Die Schienen (Tibien) sind stark mit sehr kräftigen, bis zu 1,3 Millimeter langen Spornen versehen. Die Tarsen sind kräftig. Der Basitarsus und die Klaue sind lang, die übrigen drei Glieder sind kurz. Pulvilli sind deutlich ausgebildet und durchsichtig. Sie fluoreszieren und können vermutlich auch aktiv leuchten.<ref name="Vršanský" />
Lebensweise[Bearbeiten]
Die Lebensweise der Art ist unbekannt,<ref name="Vršanský" /> die angenommene Bioluminiszenz der Gattung Lucihormetica stellte sich bei neueren Untersuchungen als irrttümliche Beobachtung heraus die, wenn nicht eine Verwechslung mit Fluoreszenz, das Resultat einer tödlichen Infektion durch Photorhabdus luminescens gewesen sein könnte<ref name=":0" />.
Taxonomie und Systematik[Bearbeiten]
Die Art wurde von Vršanský, Fritzsche und Chorvát im Jahr 2012 anhand eines von William Clarke-Macintyre in Baños, Provinz Tungurahua (Ecuador), am 5. Mai 1939 gesammelten Exemplars erstbeschrieben. Der Holotyp befindet sich im Natural History Museum in Washington, D.C. Das Artepitheton luckae leitet sich vom Spitznamen „Lucka“ der Tochter Lucia von Peter Vršanský, einem der Erstbeschreiber ab.<ref name="Vršanský" />
Belege[Bearbeiten]
<references> <ref name="Vršanský">Peter Vršanský, Dušan Chorvát, Ingo Fritzsche, Miroslav Hain, Robert Ševčík: Light-mimicking cockroaches indicate Tertiary origin of recent terrestrial luminescence. In: Naturwissenschaften. 99 (9), 2012, S. 739–749, doi:10.1007/s00114-012-0956-7.</ref> </references>