Lydia L. und Siggi S.
Vorlage:Hinweisbaustein Lydia L. und Siggi S. sind ein deutsches Serienmörderpaar aus Bodenfelde, das mindestens vier Morde beging.<ref name="focus-5491975">Mordfälle in Bodenfelde: In der Nähe von Höxter: "Schwarze Witwe" lockte Opfer per Anzeige in die Todesfalle. In: Focus Online. 2. Mai 2016, abgerufen am 12. Mai 2016.</ref><ref name="spiegel1">Jürgen Dahlkamp und Michael Fröhlingsdorf: Verbrechen: Die Schwarze Witwe. In: Spiegel Online. 28. Januar 2008, abgerufen am 12. Mai 2016.</ref><ref name="faz-1666286">Lebenslange Haft für „Schwarze Witwe“. In: FAZ.net. 3. Juli 2008, abgerufen am 12. Mai 2016.</ref> Die 1939 geborene Lydia L. war eine ehemalige Prostituierte und wurde von der Presse auch als Schwarze Witwe von Bodenfelde bezeichnet.
Taten[Bearbeiten]
Lydia L. lud zwischen 1994 und 2000 vier Rentner im Alter zwischen 71 und 84 Jahren, die sie über Kontaktanzeigen kennengelernt hatte, im Rahmen einer Beziehung oder zur Altenpflege in ihr Haus zum Wohnen ein. Einen davon heiratete sie. Sie machte die Männer mit Beruhigungsmitteln wehrlos und ließ sie dann von ihrem 14 Jahre jüngeren Mittäter Siggi S. ersticken, um sich ihr Vermögen anzueignen.<ref name='hna'>Schwarze Witwe: Käufer ihres Hauses muss keinen Schadensersatz zahlen. 15. April 2014, abgerufen am 22. Januar 2019.</ref>
Mehrere Anzeigen gegen Lydia L. wurden zunächst eingestellt. Dann meldete sich Siggi S. aus einem anderen Anlass bei der Polizei und gestand dabei die Verbrechen. Folgende Morde konnten dem Paar gerichtlich zugeordnet werden:<ref name="spiegel1" /><ref name="welt-1695851">Geständnisse im Prozess um "Schwarze Witwe". In: welt.de. 19. Februar 2008, abgerufen am 12. Mai 2016.</ref>
- Günter S., 74, wurde im Juni 1994 erdrosselt.
- Adolf B., 84, aus Melsungen wurde im September 1994 mit einem Kissen erstickt.
- Paul G., 81, wurde im April 1995 von Lydia L. betäubt und von Siggi S. erstickt.
- Gerhard G., 71, wurde am 13. Juli 2000 in seinem Haus in Völksen bei Hannover von Lydia L. und Siggi S. mit einer Plastiktüte erstickt.
Prozess[Bearbeiten]
Lydia L. wurde 2009 vom Landgericht Göttingen wegen vierfachen Mordes zu lebenslanger Haft mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld verurteilt, die sie in der JVA Vechta verbüßt.<ref name='hna'/> Die Revision hatte keinen Erfolg.<ref name='juris'>Pressemitteilung Nr. 14/09 vom 19. Januar 2009. In: juris.bundesgerichtshof.de. 19. Januar 2009, abgerufen am 12. Mai 2016.</ref> 2014 klagte Lydia L. gegen den neuen Eigentümer des Hauses, der ihr persönliches Hab und Gut unberechtigterweise entsorgt haben sollte.<ref>Heidi Niemann: „Schwarze Witwe“ aus Bodenfelde fordert Schadensersatz. In: haz.de. 28. März 2014, abgerufen am 12. Mai 2016.</ref> Die Klage wurde abgewiesen.<ref name='hna'/>
Der Mittäter Siggi S., dessen Geständnis am 27. August 2007 zur Aufdeckung der Taten geführt hatte, wurde als psychisch abhängig von Lydia L. und deshalb vermindert schuldfähig wegen dreifachen Mordes und Totschlags in einem Fall zu einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren verurteilt,<ref name='juris'/><ref>Mordserie: Lebenslänglich für „Schwarze Witwe“. In: Spiegel Online. 3. Juli 2008 (spiegel.de [abgerufen am 22. Januar 2019]).</ref><ref>Jürgen Dahlkamp, Michael Fröhlingsdorf: Verbrechen: Die Schwarze Witwe. In: Der Spiegel. 28. Januar 2008 (spiegel.de [abgerufen am 22. Januar 2019]).</ref> die er in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf verbüßte.<ref name="spiegel1" /> Nach eigenen Angaben hatte er Angst gehabt, auch selbst von ihr vergiftet zu werden.<ref name="sz-278010">"Schwarze Witwe von Bodenfelde" – Ihr Helfer hatte selbst Angst. In: sueddeutsche.de. 11. Mai 2010, abgerufen am 12. Mai 2016.</ref>
Siehe auch[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />