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Weiderichgewächse

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Weiderichgewächse
Datei:Illustration Lythrum salicaria0.jpg

Gewöhnlicher Blutweiderich (Lythrum salicaria), Illustration

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Weiderichgewächse
Wissenschaftlicher Name
Lythraceae
J.St.-Hil.

Die Weiderichgewächse (Lythraceae), auch Blutweiderichgewächse, bilden eine Pflanzenfamilie in der Ordnung der Myrtenartigen (Myrtales). Die Blutweideriche zusammen mit dem Sumpfquendel und der Wassernuss sind die einzigen in Mitteleuropa vorkommenden Arten dieser Pflanzenfamilie. Die ältesten Fossilfunde, die der Familie Lythraceae zugeordnet werden, sind Samen aus der Kreide Mexikos und aus dem Paläozän Südenglands, außerdem wurden fossile Früchte, Blätter und Pollen gefunden.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Physocalymma scaberrimum.jpg
Physocalymma scaberrimum

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]

In den gemäßigten Gebieten handelt es sich um einjährige bis ausdauernde krautige Pflanzen; das sind die meisten Arten. Seltener, dies ist nur in den Tropen der Fall, gibt es verholzende Taxa, die als Sträucher und Bäume wachsen. Die jungen Zweige sind oft vierkantig.

Die Laubblätter sind meistens gegenständig, seltener sind sie wechselständig und schraubig oder wirtelig angeordnet. Die einfachen Blattspreiten sind fiedernervig und besitzen meist einen ganzen Rand. Nebenblätter fehlen oder sind nur klein.

Datei:Punica granatum flowerdiagram.png
Blütendiagramm von Punica granatum

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Die Blüten stehen einzeln oder in achsel- oder endständigen zymösen, traubigen, rispigen Blütenständen oder in Scheinquirlen.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch bis zygomorph und besitzen meist eine doppelte Blütenhülle (Perianth). Oft ist ein Hypanthium vorhanden. Die Anzahl der Blütenorgane in den einzelnen Blütenblattkreisen ist bei dieser Familie sehr variabel - 3- bis 16-zählig. Es kann ein Nebenkelch vorhanden sein. Die häutigen bis dick ledrigen Kelchblätter sind meist verwachsen und oft haltbar. Die freien Kronblätter sind oft zerknittert und können genagelt sein; selten fehlen sie. Es sind (4 bis) 8 bis 16 (bis 100) freie, fertile Staubblätter vorhanden. Meist zwei bis vier (selten bis sechs) Fruchtblätter sind zu einem synkarpen, unterständigen bis oberständigen (siehe Unterfamilien), zwei- bis sechs- oder mehrkammerigen Fruchtknoten verwachsen. Je Fruchtknotenkammer sind viele Samenanlagen in zentralwinkelständiger Plazentation vorhanden. Heterostylie kommt hier häufig vor. Der Griffel endet in einer kopfigen, konisch-schildförmigen oder punktförmigen Narbe.

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Es werden meist ledrige Kapselfrüchte gebildet, die sich meist bei Reife öffnen. Seltener werden beerenartige Früchte gebildet. Die Früchte werden meist teilweise bis vollständig von den haltbaren Blütenhüllblättern eingehüllt. Die Früchte enthalten meist viele Samen. Die nur selten geflügelten Samen enthalten kein Endosperm und besitzen einen geraden Embryo mit zwei flachen oder zusammengerollten Keimblättern (Kotyledone).

Chromosomen[Bearbeiten]

Die Chromosomen besitzen eine Länge von 1 bis 4 µm. Die Chromosomengrundzahl beträgt x = meist 8 (5 bis 11). Es ist oft Polyploidie nachgewiesen.

Ökologie[Bearbeiten]

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie).

Datei:Starr 070906-8482 Cuphea hyssopifolia.jpg
Unterfamilie Lythroideae: Cuphea hyssopifolia
Datei:Lagerstroemia indica 2.jpg
Unterfamilie Lythroideae: Lagerstroemia indica
Datei:Lafoensia pacari (3).jpg
Unterfamilie Lythroideae: Lafoensia pacari
Datei:Lythrum portula3.jpg
Unterfamilie Lythroideae: Sumpfquendel (Lythrum portula)
Datei:Pemphis acidula.jpg
Unterfamilie Lythroideae: Pemphis acidula
Datei:Pleurophora pusilla 01.JPG
Unterfamilie Lythroideae: Pleurophora pusilla
Datei:Rotala malabarica 01.JPG
Unterfamilie Lythroideae: Rotala malabarica
Datei:Woodfordia fruticosa flowers.jpg
Unterfamilie Lythroideae: Woodfordia fruticosa
Datei:Punica granatum flower.jpg
Unterfamilie Punicoideae: Blüte des Granatapfels (Punica granatum)
Datei:Sonne caseo 080627 0103 Fr smlu.jpg
Unterfamilie Sonneratioideae: Sonneratia caseolaris
Datei:Duabanga sonneratioides.jpg
Unterfamilie Duabangoideae: Illustration von Duabanga grandiflora
Datei:Owoce Kasztan wodny.jpg
Unterfamilie Trapoideae: Wassernuss (Trapa natans)

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Familie Lythraceae wurde 1805 durch Jaume Saint-Hilaire in Exposition des Familles Naturelles, 2, S. 175 aufgestellt. Typusgattung ist Lythrum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.<ref name="tropicos" /> Synonyme für Lythraceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.J.St.-Hil. sind: Ammanniaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Horaninow, Blattiaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Niedenzu, Duabangaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Takhtajan, Lagerstroemiaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.J.Agardh, Lawsoniaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.J.Agardh, Punicaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Horan., Sonneratiaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Engler und Trapaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Dum.

Sie kommen weitverbreitet in tropischen und subtropischen Gebieten der Welt vor, einige Arten sind in den gemäßigten Zonen verbreitet.

Die Familie Lythraceae s. l. wird seit Graham et al. 2005 in fünf Unterfamilien und etwa 31 Gattungen<ref name="GRIN" /> gegliedert mit 620 bis 650 Arten:

Nutzung[Bearbeiten]

Unter den Weiderichgewächsen kommen einige Farbstoff liefernde Pflanzenarten vor. Bekannteste Art ist der Hennastrauch (Lawsonia inermis), aus dem Henna gewonnen wird. Weitere Beispiele sind Woodfordia fruticosa, deren Blätter rote Farbe liefern. Aus Rinde und Holz einiger Lafoensia-Arten werden gelbe Farbstoffe erzeugt.

Der Granatapfel liefert Obst und wird als Zierpflanze verwendet. Die Früchte der Wassernuss werden in Ostasien, Malaysia und Indien als Gemüse gegessen. Von Lythrum portula werden die Blätter roh oder gegart gegessen.<ref name="PFAF" /> Von Ammannia multiflora werden die Samen gemahlen und zum Backen von Kuchen verwendet.<ref name="PFAF" /> Aus den Samen von Cuphea viscosissima kann Öl als Speiseöl<ref name="PFAF" /> oder für die kosmetische Industrie gewonnen werden.

Wertvolle Holzlieferanten aus der Familie sind Brasilianisches Rosenholz (Physocalymma scaberrimum), Guayacan (Lafoensia speciosa) und verschiedene Baumarten der Gattung der Lagerströmien (Lagerstroemia).

Als Zierbäume in warmen Klimazonen werden Chinesische Lagerströmie (Lagerstroemia indica), Hennastrauch (Lawsonia inermis) und Woodfordia fruticosa angepflanzt. Als Zierpflanzen sind Cuphea-Arten, beispielsweise die Zigarettenfuchsie (Cuphea ignea) zu nennen.

In der Aquaristik werden gleichfalls wenige Arten verwendet. Im Aquarium bewährt haben sich unter anderem Bachburgel und Cognakpflanze sowie Rotala macrandra und Rotala indica, diese Arten gelten jedoch auch als anspruchsvoll. Leichter zu halten<ref>Christel Kasselmann: Aquarienpflanzen. Ulmer, Stuttgart 1995; 2. Auflage ebenda 1999, ISBN 3-8001-7454-5, S. 408.</ref> ist Rotala rotundifolia („Rundblättrige Rotala“).<ref>Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. Tetra-Verlag, Berlin-Velten 2009, ISBN 978-3-89745-190-2, S. 226–231.</ref>

Gewöhnlicher Blutweiderich, Lagerstroemia indica und Heimia salicifolia sind Heilpflanzen.<ref name="PFAF" />

Quellen[Bearbeiten]

  • Die Familie der Lythraceae bei der APWebsite. (Abschnitte Systematik und Beschreibung)
  • Haining Qin, Shirley A. Graham, Michael G. Gilbert: Lythraceae. In: (Abschnitte Beschreibung, Verbreitung und Systematik)
  • Jiarui Chen, Bingyang Ding, Michele Funston: Trapaceae. In:
  • Mohammad Iqbal Dar: Flora of West Pakistan 78: Lythraceae. Stewart Herbarium, Gordon College u. a., Rawalpindi 1975 (online). (Abschnitt Beschreibung)
  • Shirley A. Graham, J. Hall, Kenneth Sytsma, S.-H. Shi: Phylogenetic analysis of the Lythraceae based on four gene regions and morphology. In: International Journal of Plant Science. Band 166, Nr. 6, 2005, S. 995–1017, Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) PDF-Datei.
  • Stefan A. Little, Ruth A. Stockey, Richard C. Keating: Duabanga-like leaves from the Middle Eocene Princeton chert and comparative leaf histology of Lythraceae sensu lato. In: American Journal of Botany. Band 91, Nr. 7, 2004, S. 1126–1139, doi:10.3732/ajb.91.7.1126. (Abschnitte Systematik und Paläontologie)
  • Shirley Graham, Taciana Barbosa Cavalcanti: Neotropical Lythraceae bei neotropikey. 2009.
  • Die Familien der Lythraceae, Trapaceae und Sonneratiaceae bei DELTA von L. Watson, M. J. Dallwitz. (Abschnitt Beschreibung)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.</ref> <ref name="tropicos">Lythraceae bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="HaitiaInGinoria">Shirley A. Graham: Revision of the Caribbean Genus Ginoria (Lythraceae), including Haitia from Hispaniola. In: Annals of the Missouri Botanical Garden. Band 97, Nr. 1, 2010, S. 34–90, doi:10.3417/2007028.</ref> <ref name="PFAF">Einträge zu Lythraceae bei Plants For A Future, abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="FoCtrapaceae">Jiarui Chen, Bingyang Ding, Michele Funston: Trapaceae. In: </ref> <ref name="Graham2013">Shirley A. Graham, Kanchi Gandhi: Nomenclatural Changes Resulting from the Transfer of Nesaea and Hionanthera to Ammannia (Lythraceae). In: Harvard Papers in Botany, Volume 18, Issue 1, 2013, S. 71–90. doi:10.3100/025.018.0101</ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Weiderichgewächse (Lythraceae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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