Zum Inhalt springen

Maike Plath

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Maike Plath (* 1970 in Flensburg) ist eine deutsche Theaterpädagogin, Autorin und Gründerin des Veto Instituts.<ref>Veto Institut. In: Veto Institut. Abgerufen am 19. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Plath studierte in Kiel Germanistik, Anglistik und Kirchenmusik auf Lehramt. Nach dem Referendariat unterrichtete sie von 1998 bis 2004 als Lehrerin für Theater, Deutsch und Englisch in Schleswig-Holstein. 2004 ging Maike Plath nach Berlin und unterrichtete dort bis 2013 an der Anna-Siemsen-Oberschule (jetzt Alfred-Nobel-Schule), einer so genannten Brennpunktschule im Bezirk Neukölln. 2013 gab sie nach 17 Jahren Schuldienst ihre Lebenszeitverbeamtung auf.<ref>ANNA LEHMANN: „Niemand sollte mir mehr sagen können: ‚Das geht nicht!‘“ In: taz.de. 14. Juni 2014, abgerufen am 7. März 2024.</ref>

Maike Plath ist seit 2011 Leiterin der Jugendtheaterprojekte (Aktive Player NK) am Heimathafen Neukölln und von 2013 - 2026 im Vorstand des Vereins ACT e.V. (ehemals Mitspielgelegenheit e.V. Berlin). 2023 gründete sie das Veto Institut.<ref>Maike Plath: Das Veto-Prinzip: Die sieben Säulen gleichwürdiger Pädagogik. Mit E-Book inside. 1. Auflage. Julius Beltz GmbH & Co. KG, Weinheim 2023, ISBN 978-3-407-63283-8.</ref>

Als konstruktive Antwort auf ihre Erfahrungen im Berliner Schulalltag entwickelte Plath nach ihrer 9-jährigen Tätigkeit an einer Berliner Brennpunktschule ihr partizipatives künstlerisches Konzept, das sogenannte Veto-Prinzip, das heute in insgesamt neun Publikationen vorliegt und über ACT e.V. bundesweit an Theaterpädagogen, Lehrkräfte und Kulturschaffende weitergegeben wurde. Das Veto-Prinzip vermittelt selbstbestimmte und individuelle Strategien demokratischer Führung und lässt sich über das Theater hinaus auf andere Kontexte und Themenfelder übertragen.<ref>https://beltz.de/autor_innen/a-z/P/maike-plath</ref>

Plath ist Dozentin an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und an der Pädagogischen Hochschule Zürich und gibt bundesweit Workshops, Seminare und Vorträge zum Biografischen Theater, zu ihrem Partizipationskonzept und zur Statuslehre nach Keith Johnstone.

Plath war von 2008 bis 2012 Vorstandsmitglied des Bundesverband Theater in Schulen (BVTS) und von 2008 bis 2016 Jurymitglied des Theatertreffen der Jugend Berlin. Seit 2016 ist sie für den BVTS als Ausbilderin der Multiplikatoren für das Schultheater der Länder (SDL) im Einsatz.

2016 begleitete der Filmemacher Rosa von Praunheim ein Jahr lang die Arbeit von Maike Plath. Daraus entstand der Dokumentarfilm ACT! – Wer bin ich? (87 Minuten), der 2017 bundesweit in die Kinos kam.<ref>https://www.missingfilms.de/index.php/filme/10-filme-neu/256-act-wer-bin-ich</ref>

Veto-Prinzip[Bearbeiten]

Das Veto-Prinzip ist ein von Maike Plath entwickeltes Konzept, das den Begriff der „gleichwürdigen Führung“, wie ihn Jesper Juul für die Elternarbeit ausformuliert hat. Zentrale Arbeitsinstrumente dieses Ansatzes sind das Mischpult, die Veto-Konzeptkoordinaten und die Statuslehre.

Durch das Veto-Prinzip wird ein Führungs-Stil etabliert, der von den Bedürfnissen, Grenzen und Fähigkeiten aller Beteiligten ausgeht – und nicht von einer gesetzten Norm.

Veto-Recht: Ausgangspunkt und zentraler Aspekt des Ansatzes ist das Veto Recht für alle Beteiligten, durch das eine gleichwürdige Arbeitskultur etabliert wird. Plath beschreibt das Veto-Recht als den Fluss `Rubikon`, den es zu überschreiten gilt, bevor der Prozess hin zu innerer Autonomie und damit hin zu einer starken, authentischen Führungskraft überhaupt beginnen kann. Daher ist das Gesamtkonzept danach benannt.<ref>Das Veto-Prinzip: Vom Gehorsam zur Selbstverantwortung. In: maike plath. Abgerufen am 18. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten]

  • „Handbuch Förderschwerpunkt emotional-soziale Entwicklung“, Juventa Verlag, Reinhard Markowetz, Thomas Hennemann, Dennis Hövel, Gino Casale, „Veto! – Wie aus dem Scheitern des Theaterunterrichts an einer Brennpunktschule das „Veto-Prinzip ®“ entstand“ von Maike Plath, S. 948 ff. ISBN 978-3-7799-7168-9
  • Das Veto-Prinzip. Die sieben Säulen gleichwürdiger Pädagogik. Beltz, Weinheim 2023, ISBN 978-3-407-63283-8
  • Türwächter:innen der Freiheit. Books on Demand 2022, ISBN 978-3-7557-8171-4
  • Befreit euch! Anleitung zur kleinen Bildungsrevolution. Theorie und Praxis. Books on Demand 2017, ISBN 978-3-7460-1449-4.
  • Mit Lior Shneior: Das Methoden-Repertoire Tanz und Bewegung. Beltz, Weinheim 2017, ISBN 978-3-407-63027-8.
  • »Spielend« unterrichten und Kommunikation gestalten – Mit schauspielerischen Mitteln für Unterricht begeistern. Beltz, Weinheim 2015, ISBN 978-3-407-62956-2.
  • 96 Trainingskarten. »Spielend« unterrichten und Kommunikation gestalten – Das Methoden-Repertoire für Lehrerinnen und Lehrer. Mit Online-Materialien ISBN 978-3-407-63004-9.
  • Als ich einmal sehr glücklich war ... Schreibwerkstatt – Vom biografischen Text zum Theaterstück. Beltz, Weinheim 2014, ISBN 978-3-407-62916-6.
  • Freak out mit Engel-Stopp – Das Methoden-Repertoire Erweiterungsset. Beltz, Weinheim 2014, ISBN 978-3-407-62923-4.
  • Partizipativer Theaterunterricht mit Jugendlichen, Praxisnah neue Perspektiven entwickeln. Beltz, Weinheim 2014, ISBN 978-3-407-62891-6.
  • Freeze!« & »Blick ins Publikum! Das Methoden-Repertoire für Darstellendes Spiel und Theaterunterricht. Beltz, Weinheim 2011, ISBN 978-3-407-62775-9.
  • Biografisches Theater in der Schule, Mit Jugendlichen inszenieren: Darstellendes Spiel in der Sekundarstufe. Beltz, Weinheim 2009, ISBN 978-3-407-62638-7.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein