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Malina (Film)

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Produktionsland Deutschland, Österreich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1991
Länge 125 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Werner Schroeter
Drehbuch Elfriede Jelinek
Produktion Steffen Kuchenreuther
Thomas Kuchenreuther
Musik Giacomo Manzoni
Kamera Elfi Mikesch
Schnitt Juliane Lorenz
Besetzung
Nebenrollen

Malina ist ein deutsch-österreichischer Spielfilm aus dem Jahre 1991 nach dem gleichnamigen Roman von Ingeborg Bachmann. Er lief im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes 1991.<ref>Internationale Filmfestspiele von Cannes: Malina, abgerufen am 21. Januar 2013.</ref> Regie führte Werner Schroeter, das Drehbuch stammt von Elfriede Jelinek.

Handlung[Bearbeiten]

Eine namenlose Autorin lebt seit Jahren gemeinsam mit Malina in einer Wohnung in Wien. Jedoch ist dies eher eine Zweckgemeinschaft, denn Malina bietet ihr den nötigen Rückhalt, wenn sie verwirrt ist, den Bezug zur Realität verliert oder nicht weiß, wo ihr der Kopf steht. Als sie sich in den jungen Ungarn Ivan verliebt, der sich ihren Annäherungsversuchen jedoch mehr und mehr entzieht und stattdessen eine Affäre mit einer anderen beginnt, verliert sie zunehmend den Boden unter den Füßen, die Realität.<ref>Malina. In: cinema. Abgerufen am 7. April 2022.</ref> Da erweist sich Malina scheinbar als Retter in der Not oder doch eher als ein Dämon, ihr männliches Alter Ego, das ihr in ihren Visionen erscheint und ihr befiehlt, Ivan zu töten. Am Ende verschwindet die Schriftstellerin spurlos in der Wand und Malina beseitigt jedes Zeichen ihrer Existenz aus der gemeinsamen Wohnung, so als hätte es sie nie gegeben.<ref>Malina auf Moviepilot.de, abgerufen am 18. Mai 2013. (ausführliche Handlungsbeschreibung)</ref> Doch ganz zuletzt dröhnt das Urteil der Verschwundenen: „Es war Mord.“ Der Regisseur Werner Schroeter geht mit dieser Stimme aus dem Nichts über Jelineks Drehbuch hinaus, wonach die weibliche Seite der Schriftstellerin nur einen Zettel mit der Aufsicht „Es war Mord.“ hinterließ, den ihre männliche Seite entsorgte.

Kritik[Bearbeiten]

Werner Schroeters Verfilmung beeinflusste die Bachmann-Forschung und -Rezeption wie keine andere Adaption eines Werks von Bachmann.<ref name="Kresimon"></ref><ref name="Kresimon" details="Seite 60/61" /> Der Film war stark umstritten. Britta Herrmann kritisierte „Kürzungen und Vereindeutungen“, vor allem im Hinblick auf den sogenannten Geschlechterkampf und bezeichnete den Plot als „palimpsesthaft“. Hier sei die Leistung einer Autorin durch einen männlichen Regisseur mit dem Ziel ausgebeutet worden, seinen Platz in der Filmgeschichte zu sichern.<ref name="Herrmann"></ref><ref name="Herrmann" details="Seite 141/142" /> Alice Schwarzer argumentierte ebenfalls stark in diese Richtung.

Außerdem wurde die Frage nach den autobiografischen Anteilen in Roman und Film diskutiert: Werner Schroeter, Elfriede Jelinek und auch Isabelle Huppert betonten in Interviews die autobiografischen Bezüge, während Bachmann diese verneint hatte. Alice Schwarzer stellte die „gewagte These“ auf, „die Inzest-Thematik sei autobiografisch motiviert und Bachmann ein Missbrauchsopfer ihres Vaters.“<ref name="Kresimon" details="Seite 60/61" /> Im Zusammenhang mit den Flammenbildern im letzten Drittel des Films wurde eine Verbindung zu Bachmanns Tod und eine Vorwegnahme biografischer Ereignisse im Werk diskutiert.<ref name="Kresimon" details="Seite 60/61" /> Für die Bachmann-Forschung, so Kresimon, habe der Rückgriff auf die autobiografische Lesart einen Rückfall in die 1970er Jahre bedeutet.<ref name="Kresimon" details="Seite 60/61" /> Mit der Polarisierung von Weiblichkeit und Männlichkeit im Film habe dieser außerdem die Geschlechteridentitäten festgeschrieben, während es im Roman Malina „Elemente einer androgynen Utopie“ gebe, so Kresimon.<ref name="Kresimon" details="Seite 60/61" /> Der feministische Interpretation der 1980er Jahre sei dadurch erneut diskutiert worden.<ref name="Kresimon" details="Seite 60/61" />

Doch die Verfilmung, so Herrmann, habe auch Anstöße zur Wiederaufnahme der Interpretation des Romans gegeben: Die Frage nach „der Choreografie des Visuellen, dem Begehren des Vater-Regisseurs, aber auch des lesenden Publikums“ sei durch die Kameraführung neu gestellt worden und die bisher in der Literatur kaum behandelte Konzeption der Räume sei durch die filmische Gestaltung als Forschungsthema eröffnet worden.<ref name="Herrmann" details="Seite 141/142" />

Im Lexikon des internationalen Films wurde der Film als Werk für sich betrachtet:

„Verfilmung des Romans von Ingeborg Bachmann, zerlegt in Bilder und Szenen, Worte und Sätze, die losgelöst von alltäglichen Erfahrungswerten den Zerfall eines jeden Sinns umschreiben. Schroeter stilisiert die Bilder mit einer im Kino selten erlebten Radikalität, wobei sich angesichts der Wortlastigkeit nur selten filmsprachliche Dynamik einstellt; in der Hauptrolle mitunter fesselnd, dann wieder unerträglich gespielt.“

– Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Lexikon des internationalen Films<ref>Malina. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.</ref>

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weitere Auszeichnungen<ref>Malina – Awards auf concorde-home.de, abgerufen am 18. Mai 2013.</ref>

Edition[Bearbeiten]

  • Malina [DVD]. Film von Werner Schroeter. Nach dem Roman von Ingeborg Bachmann, Drehbuch Elfriede Jelinek. Digitale Restauration des Originals von 1990. Grünwald: Concorde Home Entertainment, 2011 (Bildformat: 16:9)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />