Man (Band)
| Man | |
|---|---|
| Allgemeine Informationen | |
| Herkunft | Wales |
| Genre(s) | Hard Rock, Progressive Rock, Psychedelic Rock |
| Gründung | 1968, 1992 |
| Auflösung | 1977 |
| Website | http://www.manband.co.uk/ |
| Gründungsmitglieder | |
| Micky Jones († 10. März 2010) | |
Gesang, Gitarre |
Deke Leonard († 31. Januar 2017) |
| Ray Williams | |
| Jeff Jones | |
| Clive „Clint“ John († 24. August 2011) | |
| Aktuelle Besetzung | |
Gesang, Gitarre |
Josh Ace |
Gesang, Bass |
Martin Ace |
Gesang, Gitarre |
James Beck |
Schlagzeug |
Shane Dixon |
Keyboard |
Malcolm Morley |
| Ehemalige Mitglieder | |
Gitarre |
Tweke Lewis |
Bass |
Will Youatt |
Bass |
Ken Whaley |
Schlagzeug |
Terry Williams |
Schlagzeug |
John „Pugwash“ Weathers<ref>Manband Photo Gallery (1993). Abgerufen am 31. Oktober 2017.</ref> |
Keyboard |
Bill Hickock |
Gitarre |
John Cipollina († 29. Mai 1989) |
Gitarre, Gesang |
George Jones |
Keyboard, Gesang |
Phil Ryan († 30. April 2016) |
Schlagzeug |
René Robrahn |
Man ist eine britische Rockband, die 1968 von Micky Jones, Roger „Deke“ Leonard, Clive „Clint“ John,<ref></ref> Ray Williams und Jeff Jones gegründet wurde. Sie spielte eine Mischung aus Rock, Blues, Country, Folk und West Coast-Rock. Nach der Trennung 1977 reformierte sich die Band 1983 und 1992 und besteht seitdem bis heute. Ihren ausführlichen Werdegang schildert Deke Leonard in seinem seit 2009 in deutscher Sprache vorliegenden Buch Rhinos, Winos & Lunatics, das der Musiker und Publizist Jörg Gülden übersetzt hat.<ref>Rocktimes Buch-Review</ref>
Bandgeschichte[Bearbeiten]
Man ging aus zwei walisischen Gruppen hervor, den Bystanders und den Jets. Beide stammten aus der Gegend um Swansea und Llanelli, ihre Mitglieder kannten sich von Jugend an und spielten zunächst an den Wochenenden in Army Camps und Workers’ Clubs für eine Gage von etwa zehn Pfund. Die Jets erwarben sich den Ruf einer kompromisslosen Rhythm-and-Blues-Gruppe, während die Bystanders in einheitlichen Mohair-Anzügen auftraten und die Four Seasons und die Beach Boys möglichst genau kopierten. Das brachte ihnen einen Vertrag bei Pye Records ein, für das Label nahmen sie sieben oder acht Singles auf, die sämtlich die walisischen Charts anführten. 1966 bestanden die Bystanders aus Micky Jones (Gitarre), Clive John (Orgel und Gitarre), Vic Oakley (Gesang und Gitarre), Ray Williams (Bass) und Jeff Jones (Schlagzeug). Die Jets gingen unterdessen auf Europatournee und spielten zweimal im Hamburger Top Ten Club, beschäftigten sich aber vor allem damit, Namen, Mitglieder und Stil zu wechseln. 1967 nannte sich der verbliebene Teil der Gruppe The Dream und bestand aus Wes Reynolds (Bass), Deke Leonard (Gitarre), Terry Williams (Schlagzeug) und Martin Ace (Gitarre), kehrte jedoch enttäuscht nach Wales zurück. Dort traf man wieder auf die Bystanders. Auf Betreiben Leonards schlossen sich beide Gruppen zusammen, Anfang 1968 entstand daraus Man.<ref name="sounds773-30">Jörg Gülden: Oh Man what a Man. In: Sounds. Nr. 7, Juli 1973, S. 30–31.</ref>
1969 erschienen gleich zwei Alben von Man: Revelation und 2 Ozs of Plastic (With a Hole in the Middle). Das zweite Album war in England ein Misserfolg, in Deutschland dagegen ein Verkaufserfolg. Vor allem in Norddeutschland galt Man als Inbegriff des Underground. Gestützt wurde dieses Image durch ein Bootleg-Doppelalbum, das die Band im Gegensatz zu den meisten anderen Gruppen bei ihren Konzerten mit ausdrücklicher Billigung verkaufen ließ. Während die Gruppe in England weiterhin in kleinen Klubs spielte, füllte sie in Deutschland mühelos die größten Hallen.<ref name="sounds773-31">Jörg Gülden: Oh Man what a Man. In: Sounds. Nr. 7, Juli 1973, S. 31–32.</ref>
1970 kam es zu den ersten Besetzungswechseln. Als erster ging der Bassist Ray Williams, für ihn stieg Martin Ace ein, der zuvor schon mehrfach ausgeholfen hatte. Danach verließ der Schlagzeuger Jeff Jones die Band und schloss sich Wild Turkey an, der neu gegründeten Gruppe des früheren Jethro-Tull-Bassisten Glenn Cornick. Sein Nachfolger wurde Terry Williams, ein alter Bekannter aus Dream-Zeiten, der zuletzt bei Love Sculpture von Dave Edmunds gespielt hatte.<ref name="sounds773-31" />
Im März 1971 erschien das bereits im Oktober 1970 aufgenommene Album Man. Anfang 1971 stellte sich der Erfolg auch in England ein, die Band erhielt einen Vertrag bei United Artists Records. Im selben Jahr folgte das Album Do You Like It Here Now, Are You Settling In?. Ende 1971 verdiente die Gruppe in der Heimat erstmals so viel, dass sie gelegentlich in billigen Hotels übernachten konnte und nicht mehr durchgängig auf Freunde angewiesen war.<ref name="sounds773-31" />
Am 13. Februar 1972 trat Man im Londoner Roundhouse bei der Greasy Truckers Party auf, gemeinsam mit Hawkwind und Brinsley Schwarz. Bei den Schlussakkorden des letzten Stücks fiel der Strom aus, wie es in England zu dieser Zeit häufig vorkam. Die Live-Aufnahme brach damit unwiederbringlich ab.<ref name="sounds773-31" />
Trotz der wachsenden Beachtung in England begann es in der Gruppe zu kriseln. Leonard wollte nach eigener Aussage mehr freien Rock ’n’ Roll spielen, Micky Jones und Terry Williams hielten dagegen Material von Frank Zappa und der Steve Miller Band für den richtigen Weg. Nach der Aufnahme von Live at the Padget Rooms, Penarth verließen Leonard und Martin Ace die Gruppe, ersetzt wurden sie durch die ebenfalls aus Wales stammenden Musiker Michael „Will“ Youatt und Phil Ryan. In der Besetzung Micky Jones (Gitarre), Clive John (Gitarre), Phil Ryan (Orgel und Klavier), Will Youatt (Bass) und Terry Williams (Schlagzeug) entstand anschließend Be Good to Yourself at Least Once a Day. Bis zum Sommer 1973 stieg auch Clive John aus.<ref name="sounds773-31" /> Der Hülle des Albums lag mit Mans Family Jungle eine Art Stammbaum der Gruppe bei, gezeichnet vom ausgeschiedenen Gitarristen Deke Leonard, aus dem sich ablesen ließ, wer wann in welcher Formation gespielt hatte.
1973 stieß Tweke Lewis zur Band, zuvor ebenfalls Mitglied von Wild Turkey. Mit dem Doppelalbum Back Into the Future kam Man erstmals in die britischen Charts. Dessen erste beiden Seiten enthalten neues Studiomaterial, die dritte und vierte Livemitschnitte älterer Stücke aus dem Londoner Roundhouse, darunter eine über zwanzigminütige Fassung von Jam Up Jelly Tight, die in Spunk Rock übergeht. Die Zeitschrift Sounds führte den plötzlichen Erfolg der Gruppe wesentlich auf den A&R-Mann Andrew Lauder zurück, der auch Can, Amon Düül und Nektar nach England geholt hatte, und nannte die Platte „das Man-Album“.<ref name="sounds174-40">Jogi: Man: Back Into the Future. In: Sounds. Nr. 1, Januar 1974, S. 40–41.</ref> Mans erste US-Tournee im Frühling 1974 verlief sehr erfolgreich. Noch im selben Jahr gab es erneut einen Besetzungswechsel. Leonard kehrte zur Band zurück. Außerdem kamen Ken Whaley und Malcolm Morley. Es erschien die LP Slow Motion.
Mit Rhinos, Winos and Lunatics (1974) und Maximum Darkness (1975) konnte Man den Erfolg von Back Into the Future wiederholen. Noch vor der Veröffentlichung der hochgelobten 1976er LP The Welsh Connection kam es zu Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Band. Bei der Abschiedstournee 1977 durch die USA, Europa und Nordafrika wurde das Album All's Well That Ends Well aufgenommen.
1983 kam es zu einer Reunion von Man durch Leonard, Ace, Jones und Ex-Gentle-Giant-Drummer John Weathers. Im selben Jahr erschien Friday 13th.
Eine erneute Reformierung erfolgte 1992 mit Ace, Jones, Leonard und Weathers und dem Album The Twang Dynasty. Es folgten Call Down the Moon (1995), Endangered Species (2000) und Undrugged (2002). Daneben erschienen mit Rare Man (2001) und Man Alive (2003) zwei Zusammenstellungen aus Singles, Outtakes und älteren Live- und Studioaufnahmen.
Eine personelle Veränderung brachte jetzt Musiker zweier Generationen auf die Bühne: Neben Martin Ace waren auch sein Sohn Josh (Gitarre, Keyboards), der 90s-Drummer Bob Richards und der Sohn des legendären Gitarristen und Man-Gründers Micky Jones, George (Gitarre, Gesang) mit von der Partie. Das Album Diamonds and Coal zeigte, dass Man weiterhin musikalisch präsent war.
Das Album Kingdom of Noise wurde 2009 in England und Deutschland mit Martin Ace, Josh Ace, Phil Ryan, Bob Richards und René Robrahn aufgenommen. Live ist Man mit Josh und Martin Ace, Phil Ryan, James Beck und René Robrahn zu sehen. Diese Besetzung ist auch für Reanimated Memories verantwortlich, dessen Material 2015 auf einem Konzert im legendären Londoner Pub The Half Moon im Stadtteil Putney präsentiert wurde.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Reanimated Memories.] Cherry Red Records, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 30. März 2022.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Im Februar 2019 folgte mit Anachronism Tango das bislang letzte Studioalbum der Band.<ref>The ManBand Archive. Abgerufen am 19. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Diskografie[Bearbeiten]
Regulär veröffentlichte Alben[Bearbeiten]
Die aufgeführten Alben sind diejenigen, die in zeitlicher Reihenfolge veröffentlicht wurden. Einige Live-Alben wurden später veröffentlicht.
- 1969 – Revelation
- 1969 – 2 Ozs of Plastic (with a Hole in the Middle)
- 1971 – Man (Neuauflagen ab 1976 unter dem Titel Man 1970)
- 1971 – Do You Like It Here Now, Are You Settling In?
- 1972 – (Various Artists) – Greasy Truckers Party (2 songs: Spunk Rock, Angel Easy)
- 1972 – Live at the Padget Rooms, Penarth
- 1972 – Be Good to Yourself at Least Once a Day
- 1973 – Christmas at the Patti
- 1973 – Back Into the Future CD 1 Original Album
- 1973 – Back Into the Future CD 2 Live Roundhouse, Calk Farm, London Mixed 2008
- 1973 – Back Into the Future CD 3 Live Roundhouse, Calk Farm, London/Chipping Studios Mixed 2008
- 1974 – Rhinos, Winos, and Lunatics
- 1974 – Slow Motion
- 1975 – Maximum Darkness
- 1976 – The Welsh Connection
- 1976 – Alls Well That Ends Well
- 1983 – Friday 13th
- 1992 – The Twang Dynasty
- 1995 – Call Down the Moon
- 1998 – 1998 at the Star Club
- 2000 – Endangered Species
- 2002 – Down Town Live
- 2002 – Undrugged
- 2006 – Diamonds & Coal
- 2009 – Kingdom of Noise
- 2015 – Reanimated Memories
- 2019 – Anachronism Tango
- 2022 – Life On The Road: On Air 1972–1983
Archivalben und autorisierte Bootlegs[Bearbeiten]
Die hier aufgeführten Alben enthalten später veröffentlichtes Archivmaterial und von der Band autorisierte Bootlegs.
- 1992 – To Live for to Die (aufgenommen 1970, veröffentlicht als The Honest One)
- 1993 – Live at Reading ’83 (aufgenommen 1983)
- 1994 – Live / Official Bootleg
- 1998 – Live at the Rainbow 1972
- 1998 – The 1999 Party Tour (aufgenommen 1974)
- 1998 – Live in London 1975
- 1998 – Greasy Trucker Party (1972 als Doppel-LP veröffentlicht mit Brinsley Schwarz und Hawkwind)
- 2001 – Rare Man (Singles, nur auf Kassette erschienene Stücke und Outtakes)
- 2003 – Man Alive (Zusammenstellung aus Live- und Studioaufnahmen)
Weblinks[Bearbeiten]
- Website der Band (englisch)
- The ManBand Archive (englisch)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />