Manfred Pietsch
Manfred Pietsch (* 1. Februar 1936 in Bernstadt an der Weide, Landkreis Oels, Provinz Niederschlesien; † 24. Juli 2015 in Berlin) war ein deutscher Maler und Grafiker.
Leben und Werk[Bearbeiten]
Nach der Vertreibung aus Schlesien als Folge des Zweiten Weltkrieges kam Manfred Pietsch nach Annahütte in der Niederlausitz. Dort verbrachte er Kindheit und Jugend. Von 1954 bis 1960 studierte er an der Technischen Universität Dresden Bauwesen. Dort lagen auch die Wurzeln seiner künstlerischen Entwicklung, denn 1958 wurde Ernst Hassebrauk zu seinem wichtigen Impulsgeber und Mentor. Deshalb nahm er neben seiner Tätigkeit als Diplomingenieur in Berliner Institutionen (Bauakademie und Büro von Hermann Henselmann) von 1966 bis 1968 ein Abendstudium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee auf. Harald Metzkes und Dieter Goltzsche wurden zu wichtigen künstlerischen Wegbegleitern. 1977 wagte Manfred Pietsch den Schritt, freischaffend tätig zu sein.<ref>Manfred Pietsch. In: Bildatlas Kunst in der DDR. Abgerufen am 18. April 2016.</ref> Die Freude, sich mit unterschiedlichen Techniken auszudrücken, das Experiment mit Form, Farbe und Material führten den Maler zu einer spannenden Polystilistik. Aus der Tradition von Carl Blechen und Adolph Menzel kommend, fand er eine eigene, bis ins Abstrakte getriebene Bildsprache. Als Polystilist arbeitete Manfred Pietsch in verschiedenen künstlerischen Techniken. Der Schwerpunkt lag vornehmlich in der Aquarellmalerei, der Ölmalerei und der Druckgrafik. Über die Jahre sind ebenso eine Vielzahl Collagen entstanden. Thematische Schwerpunkte setzte der Maler mit Landschaften – Stadtlandschaften und figürlichen Kompositionen. Mythologisch-religiöse Themen bis hin zu abstrakten Formen runden sein Œuvre ab.
Pietsch war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR und hatte in der DDR ab 1978 eine große Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. 1987/1988 an der X, Kunstausstellung der DDR in Dresden.
Pietschs Kinder Undine und Sebastian sind klassisch ausgebildete Musiker.
Pietsch wurde auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof I beigesetzt.<ref>Manfred Pietsch (Geb. 1936). In: www.tagesspiegel.de. Abgerufen am 18. April 2016.</ref>
Ausstellungen seit der deutschen Wiedervereinigung (unvollständig)[Bearbeiten]
- 2002 Burgk, Galerie im Schloss Burgk<ref>http://www.schloss-burgk.de/index.php?id=39</ref>
- 2004 Stendal / Wasserburg / Gotha – Ikarusprojekt Winckelmann-Museum<ref>Manfred Pietsch (1936–2015). In: museum-digital:sachsen-anhalt. Abgerufen am 25. September 2021.</ref>
- 2013 Schönfels/Lichtentanne; Museum Burg Schönfels<ref>Burg Schönfels. Abgerufen am 25. September 2021.</ref>; Chemnitz Galerie Weise "Marcks, Metzkes, Pietsch"<ref>lifePR: In Chemnitz: Kunst mit musealer Qualität, Weise Galerie und Kunsthandel, Pressemitteilung – lifePR. 18. November 2013, abgerufen am 27. März 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 2014 Berlin, degewo-Galerie Remise, Berlin, Galerie Graefe Art Concept<ref>gräfe art.concept: Artists. Abgerufen am 25. September 2021.</ref>; Magdeburg, Landtag;
- 2015 Schönfels/Lichtentanne; Museum Burg Schönfels<ref>Burg Schönfels. Abgerufen am 25. September 2021.</ref>; Rathenow / Kulturzentrum „Menschen in Landschaft“ zur Bundesgartenschau 2015
- 2016 Kunstsammlungen Lausitz – Schloss Senftenberg<ref>Museum des Landkreises Oberspreewald-Lausitz – Vergangene Sonderausstellungen. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 25. September 2021. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref>;
- 2017 Leipzig – Museum Mendelssohn-Haus-Musik und Mythos<ref>Ausstellung "Musik und Mythos" | Mendelssohn-Haus & Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. März 2020; abgerufen am 27. März 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
- 2017 London – Deutsche Botschaft – Home is not a place, gem. mit Wolfgang Tillmanns, Julis von Bismarck.
- 2018 Lübbenau – Spreewaldmuseum – Pietsch trifft Fontane/Malerei und Literatur<ref>Fontanejahr 2019 im Spreewald. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. November 2019; abgerufen am 1. November 2019. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
- 2019 Berlin – Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund<ref>Veranstaltung in der Landesvertretung: „Pietsch trifft Fontane. Malerei und Literatur“. Abgerufen am 1. November 2019.</ref>
- 2020 Berlin – Galerie Nierendorf<ref>Stadt und Meer – Galerie Nierendorf. Abgerufen am 4. Juni 2021.</ref>
- 2021 Kloster Chorin<ref>frankbuerger67: Bilder von Manfred Pietsch im Kloster Chorin. In: Deutsch-Polnische Nachrichten. 30. Mai 2021, abgerufen am 4. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Märkisches Medienhaus: Ausstellung: Kloster Chorin zeigt „Barnimer Landschaften“. 26. Mai 2021, abgerufen am 4. Juni 2021.</ref> "Landmarks"
- 2021 Schwerin – Gallery Berger<ref>Dietmar Unger: Vernissage in Schwerin: Ausstellung in Gallery Berger erinnert an Manfred Pietsch | svz.de. Abgerufen am 25. September 2021.</ref>
- 2022 Chemnitz – Kunstsammlungen Chemnitz Schlossbergmuseum "Von Göttern, Menschen und Heldensagen"<ref>Von Göttern, Menschen und Heldensagen. Abgerufen am 15. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 2022 Berlin – Galerie der Berliner Graphikpresse<ref>Galerie der Berliner Graphikpresse. Abgerufen am 15. März 2022.</ref>
- 2023 Görlitz – Kulturhistorisches Museum Leidenschaft Landschaft[1]
- 2023 Bad Sulza – Touristeninformation Badefreunden<ref>Ausstellung "Badefreuden" von Manfred Pietsch. In: Bad Sulza. Abgerufen am 9. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 2024 Beelitz – Kunstremise Ätherwinde<ref>Enrico Bellin: Kunstremise startet am 1. Mai in neue Saison. In: Stadt Beelitz. 10. April 2024, abgerufen am 30. Juni 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 2025 Chemnitz – Galerie Weise Landschaften
- 2025 Berlin - Galerie von Hirschheydt Mythos Mann
- 2025/2026 Kloster-Insel Hiddensee - Heimatmuseum Nur Stille Stille
- 2026 Ahrenshoop - Kunstkaten Manfred Pietsch Küstenlinien
- 2026 Berlin – Galerie der Berliner Graphikpresse "Stadt, Land, Fluß"<ref>Manfred Pietsch: Stadt, Land, Fluß</ref>
Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Pietschs[Bearbeiten]
- Berlin: Staatliche Museen Berlin, Pergamonmuseum/Kupferstichkabinett, Sammlung der Zeichnungen, Märkisches Museum / Stadtmuseum / Berlinische Galerie / Berliner Stadtbibliothek / Senat von Berlin / Akademie der Wissenschaften Berlin/Brandenburg
- Burgk: Staatliches Museum Schloss Burgk
- Beeskow: Kunstarchiv<ref>Manfred Pietsch – Kunst in der DDR / Künstler. Abgerufen am 25. September 2021.</ref>
- Chemnitz: Kunstsammlungen, Schlossbergmuseum
- Dresden: Museum für Verkehr
- Görlitz: Kulturhistorisches Museum<ref>Zwölf Neuzugänge für Kulturhistorisches Museum Görlitz. In: Die Welt. 22. Juli 2015 (welt.de [abgerufen am 25. September 2021]).</ref><ref>Kulturhistorisches Museum Görlitz erhält Werke des Malers Manfred Pietsch – openPR. Abgerufen am 25. September 2021.</ref>
- Potsdam: Kunstsammlung Potsdam-Sanssouci, Stiftung Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
- Potsdam: Potsdam Museum - Forum für Kunst und Geschichte
- Salzbrunn: Dorfkirche Altarbild Adam und Eva
- Schönfels: Museum Burg Schönfels
- Schwerin: Staatliche Museen Schwerin
- Senftenberg: Schlossmuseum Senftenberg, Kunstsammlung Lausitz
- Stendal: Winckelmann-Museum<ref>Manfred Pietsch (1936–2015). In: museum-digital:sachsen-anhalt. Abgerufen am 25. September 2021.</ref>
- Weimar: Nationale Forschungs- und Gedenkstätten / Stiftung Weimarer Klassik
- Wiepersdorf: Sammlung Schloss Wiepersdorf
- Tchoban-Foundation
Literatur[Bearbeiten]
- Pietsch, Manfred. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 709.
- Manfred Pietsch – Bilder 1990–2011. Katalog, 2011.
- Manfred Pietsch – Brandenburg – Meine Bilder, 2015.
- Galerie Weise, Chemnitz – Manfred Pietsch Landschaften – Katalog zur Ausstellung 2025.
Weblinks[Bearbeiten]
- Auf den Spuren von Manfred Pietsch., Deutsch-Polnische Nachrichten.
- https://www.graefe-art.de/artists/artist_detail/pietsch-manfred
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />25. Deutsch-Polnische Nachrichten https://deutsch-polnische-nachrichten.eu/2026/04/27/kustenlinien-von-manfred-pietsch-in-ahrenshoop/Vorlage:Hinweisbaustein
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pietsch, Manfred |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maler und Grafiker |
| GEBURTSDATUM | 1. Februar 1936 |
| GEBURTSORT | Bernstadt an der Weide, Landkreis Oels, Provinz Niederschlesien |
| STERBEDATUM | 24. Juli 2015 |
| STERBEORT | Berlin |
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