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Mangroveralle

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Mangroveralle
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Mangroveralle (Rallus longirostris), nahrungssuchend in Peru

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Kranichvögel (Gruiformes)
Familie: Rallen (Rallidae)
Gattung: Rallus
Art: Mangroveralle
Wissenschaftlicher Name
Rallus longirostris
Boddaert, 1783
Datei:Rallus longirostris map.svg
Verbreitungskarte der Mangroveralle (Rallus longirostris)
Datei:Rallus longirostris - 1700-1880 - Print - Iconographia Zoologica - Special Collections University of Amsterdam - UBA01 IZ17500025.tif
Wissenschaftliche Illustration aus der Sammlung der Universiteit van Amsterdam

Die Mangroveralle (Rallus longirostris), auch Mangrovenralle genannt, ist eine mittelgroße, bodenlebende Vogelart aus der Familie der Rallen. Sie bevorzugt Lebensräume in der Nähe von Meeresküsten und ist vor allem in Salz- und Brackwassermarschen der Tropen und Subtropen zu finden. Ihr Verbreitungsgebiet liegt hauptsächlich in Südamerika und an der Pazifikküste im Süden von Mittelamerika.<ref name="IUCN 2025">[[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN.</ref><ref name="eBird">Vorlage:EBird.org</ref><ref name="Collins Birds of the world">Norman Arlott, Ber van Perlo: Collins Birds of the World. 1. Auflage. William Collins, London 2021, ISBN 978-0-00-817399-9, S. 175 & 178.</ref><ref name="avibase">Mangroveralle (Rallus longirostris) bei Avibase</ref><ref name="Birds of Suriname">Arie L.Spaans, Otte H.Ottema & Jan Hein J.M. Ribot: Field Guide to the Birds of Suriname. 1. Auflage. Koninklijke Brill, Leiden 2018, ISBN 978-90-04-24929-5, S. 146.</ref><ref name="Birds of Peru">Thomas S. Schulenberg, Douglas F. Stotz, Daniel F. Lane, John P. O'Neill, Theodore A. Parker: Birds of Peru. 1. Auflage. Princeton University Press, Princeton 2010, ISBN 978-0-691-13023-1, S. 123 & 124.</ref>

Die Mangroveralle wurde erstmals im Jahr 1783 vom niederländische Arzt und Naturforscher Pieter Boddaert beschrieben.<ref name="ITIS 2025">Rallus longirostris im Integrated Taxonomic Information System (ITIS)Vorlage:Abrufdatum</ref>

Merkmale[Bearbeiten]

Mangroverallen erreichen eine Gesamtlänge von 33 cm<ref name="Collins Birds of the world" /><ref name="Birds of Suriname" /> bis 37 cm<ref name="Birds of Peru" /> und ein Gewicht in einer Bandbreite von 250 bis 323 g.<ref name="avibase" /> Sie ist eine unscheinbare Ralle, deren Gefiederfärbung matt–graubraun gefärbt ist.<ref name="eBird" /><ref name="Birds of Peru" /> Ihre Oberseite ist schwarzbraun mit gelbbraun gesäumten Rückenfedern und einem weinrot-zimtfarbenen Brust-<ref name="Collins Birds of the world" /><ref name="Birds of Suriname" /> und Bauchbereich.<ref name="Birds of Suriname" /> Die Flanken und die übrige Unterseite sind schwach grau-weiß gebändert. Der Schnabel ist zweifarbig und blassorange,<ref name="eBird" /> rosafarben<ref name="Collins Birds of the world" /> bis bräunlich gefärbt.<ref name="Birds of Suriname" /> Er ist länglich und leicht nach unten gebogen. Die Schnabelspitze ist graubraun. Das Kinn ist weißlich<ref name="Birds of Suriname" /> und unter dem braunen bis dunkelbraunen Auge verläuft ein heller, halbkreisförmiger Rand.<ref name="eBird" /><ref name="Birds of Suriname" /> Die Beine sind blassorangerot. Die Jungvögel ähneln den ausgewachsenen Mangroverallen. Ihre Gefiederfärbung ist blasser und die Basis des unteren Schnabels und die Beine sind matter gefärbt.<ref name="Birds of Suriname" />

Eine Verwechselung mit einer anderen Vogelart ist im Verbreitungsgebiet nicht möglich. Die Mangroveralle kann an dem langen, leicht nach unten gebogenen Schnabel und der gebänderten Unterseite eindeutig bestimmt werden.<ref name="Birds of Suriname" />

Unterarten[Bearbeiten]

Durch die Aufteilung in drei eigenständige Vogelarten wurden die folgenden Unterarten der Mangroveralle neu zugeordnet und veröffentlicht:<ref name="ITIS 2025" />

  • R. l. berryorum – Pazifikküste von Mittelamerika
  • R. l. crassirostris – Küste Brasiliens vom Mündungsgebiet des Amazonas bis Santa Catarina
  • R. l. cypereti – Küste vom Südwesten Kolumbiens (Nariño) über Ecuador bis zum Nordwesten Perus (Tumbes)
  • R. l. dillonripleyi – Küstengebiete von Südamerika
  • R. l. longirostris – Küsten von Guyana, Surinam und Französisch-Guayana
  • R. l. margaritae – Isla Margarita (Venezuela)
  • R. l. pelodramus – Trinidad
  • R. l. phelpsi – Nordosten Kolumbiens bis zum Nordwesten Venezuelas

Verbreitung[Bearbeiten]

Für die Mangroveralle wurden nach der im Jahr 2014 erfolgten, neuen Arteinteilung Vorkommen in den küstennahen Gebieten von Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, El Salvador, Französisch-Guayana, Guyana, Honduras, Nicaragua, Peru, Surinam, Trinidad und Tobago und Venezuela veröffentlicht.<ref name="IUCN 2025" /> In Peru ist sie eine seltene Vogelart und das Vorkommen beschränkt sich auf den äußersten Nordwesten.<ref name="Birds of Peru" /> Die Gesamtpopulation wurde in einer Bandbreite von 50000 bis 500000 adulten Individuen veröffentlicht. Für die beiden Unterarten Rallus longirostris margaritae und Rallus longirostris phelpsi wurde die Populationsgröße auf insgesamt 20000 Individuen geschätzt.<ref name="IUCN 2025" />

Lebensraum[Bearbeiten]

Besiedelt werden von der Mangroveralle bevorzugt Habitate wie Salzwiesen und Mangrovenwälder.<ref name="IUCN 2025" /><ref name="eBird" /><ref name="avibase" /><ref name="Birds of Peru" /> Zur Brutzeit werden Süßwasser-Sümpfe mit hoher, emporragender Vegetation mit teilweise überfluteten Grasflächen besiedelt.<ref name="Collins Birds of the world" /><ref name="avibase" /> Es werden Höhenlagen von Meereshöhe bis 150 m besiedelt.<ref name="IUCN 2025" /> Im natürlichen Lebensraum erreicht die Mangroveralle ein durchschnittliches Lebensalter von drei bis vier Jahren.<ref name="IUCN 2025" /><ref name="avibase" /> Für einzelne Individuen wurde ein Alter von zehn Jahren beobachtet.<ref name="avibase" />

Lebensweise[Bearbeiten]

Die Mangroveralle ist eine tagaktive Vogelart.<ref name="avibase" /> Normalerweise hält sie sich innerhalb der Mangrovenvegetation auf, kann aber bei Ebbe auf freiliegenden Wattflächen und am Gewässerrand beobachtet werden.<ref name="Birds of Suriname" /> Ihre Nahrung besteht aus pflanzlichen und tierischen Bestandteilen. Es werden Mollusken, Egel, Krebstiere, Wasserinsekten, Grashüpfer, Spinnen, kleine Fische, Kaulquappen, Frösche und Mäuse erbeutet. Zur pflanzlichen Nahrung gehören Samen, Beeren, grüne Pflanzenteile und Wurzelknollen.<ref name="avibase" /> Zur Nahrungsaufnahme stochern Mangroverallen bei Ebbe mit ihren langen Schnäbeln im schlammigen Boden nach Nahrung und manchmal tauchen sie kurz ab, um die Nahrung zu erbeuten.<ref name="avibase" />

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Ihre Geschlechtsreife erreichen Mangroverallen kurz nach dem ersten Lebensjahr. Das Nest ist napf- oder muldenförmig und wird oberhalb des Wasserstandes bei Hochwasser auf dem Boden angelegt. Als Nistmaterial für die in dichter Vegetation verborgenen Nester werden Binsen, Riedgras und Material von Sumpfpflanzen verwendet.<ref name="avibase" /> Mangroverallen sind monogam und für die Brutzeit an einen Partner gebunden.<ref name="IUCN 2025" /><ref name="avibase" /> Das Gelege besteht aus drei bis sieben, in Ausnahmen bis zu neun Eiern und es wird meist eine Brut pro Jahr durchgeführt. Ein zweites Gelege kann angelegt werden, wenn das Gelege zerstört, die Eier oder die Küken von Prädatoren erbeutet wurden. Nach einer Brutzeit von 18 bis 29 Tagen schlüpfen die Küken. Als Nestflüchter verlassen sie das Nest unmittelbar nach dem Schlüpfen.<ref name="avibase" />

Lautäußerungen[Bearbeiten]

Der Ruf der Mangroveralle besteht aus einer Reihe scharfer „kek“-Laute,<ref name="eBird" /> wie zum Beispiel „kekkekkek“ oder „kekkekkekkurr“<ref name="Birds of Suriname" /> und aus kratzenden beziehungsweise grunzenden Tönen.<ref name="eBird" /><ref name="Birds of Peru" /> Der Ruf ist absteigend, am Ende schwächer werdend<ref name="Collins Birds of the world" /> und oft am frühen Morgen zu hören.<ref name="Birds of Suriname" />

Gefährdung[Bearbeiten]

Von der Weltnaturschutzunion IUCN wird die Mangroveralle in der Roten Liste gefährdeter Arten geführt und mit dem Status als nicht gefährdet Datei:LC IUCN 3 1.svg (Least Concern) eingestuft. Diese Einstufung erfolgte aufgrund des sehr großen Verbreitungsgebietes. Der weltweite Populationstrend wurde mit abnehmend veröffentlicht, da die besiedelten Feuchtgebiete durch menschliche Besiedlung verloren gehen oder durch andere Umwelteinflüsse zerstört werden. Weitere Gefährdungen für die Mangroveralle sind die Sportjagd und das Sammeln von Exemplaren zur Herstellung von Tierpräparaten. Teilweise wird die Mangroveralle gefangen und lokal oder national als Nahrungsmittel verwendet. Ein internationaler Handel mit dieser Vogelart wurde in geringer Häufigkeit in überprüften Handelsdatenbanken ersichtlich. Es gibt Hinweise darauf, dass diese Vogelart anderweitig verwendet wird. Sie wurde in einem der sieben ausgewerteten Handelsdatensätze gefunden. Besondere Schutzmaßnahmen wurden nicht durchgeführt, da sie in mehreren Schutzgebieten in ihrem großen Verbreitungsgebiet vorkommt.<ref name="IUCN 2025" />

Literatur[Bearbeiten]

  • Norman Arlott, Ber van Perlo: Collins Birds of the World. 1. Auflage. William Collins, London 2021, ISBN 978-0-00-817399-9, S. 175 & 178.
  • Arie L.Spaans, Otte H.Ottema & Jan Hein J.M. Ribot: Field Guide to the Birds of Suriname. 1. Auflage. Koninklijke Brill, Leiden 2018, ISBN 978-90-04-24929-5, S. 146.
  • Thomas S. Schulenberg, Douglas F. Stotz, Daniel F. Lane, John P. O'Neill, Theodore A. Parker: Birds of Peru. 1. Auflage. Princeton University Press, Princeton 2010, ISBN 978-0-691-13023-1, S. 123 & 124.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Mangroveralle (Rallus longirostris) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />