Maprotilin
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| Datei:Maprotiline Formula V.1.svg | ||||||||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||||||||
| Freiname | Maprotilin | |||||||||||||||||||||
| Andere Namen |
N-Methyl-9,10-ethanoanthracen-9(10H)-propanamin (IUPAC) | |||||||||||||||||||||
| Summenformel | C20H23N | |||||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||||||||
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| Arzneistoffangaben | ||||||||||||||||||||||
| ATC-Code | ||||||||||||||||||||||
| Wirkstoffklasse | ||||||||||||||||||||||
| Eigenschaften | ||||||||||||||||||||||
| Molare Masse | 277,41 g·mol−1 | |||||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
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| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||||
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| Toxikologische Daten | ||||||||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||||||||
Maprotilin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der tetrazyklischen Antidepressiva, der in der Psychiatrie zur Behandlung von Depressionen eingesetzt wird.
Pharmakologische Eigenschaften[Bearbeiten]
Maprotilin zeigt eine starke Wiederaufnahmehemmung von Noradrenalin aus dem synaptischen Spalt, jedoch keine nennenswerte von Serotonin. Außerdem blockiert es
- stark Histamin-H1-
- mäßig Serotonin-5-HT2A-
- schwach α1-Adrenozeptoren
- und sehr schwach muskarinische M1-Acetylcholin-Rezeptoren.<ref>Harald Schmidt (Hrsg.), begründet von Claus-Jürgen Estler: Pharmakologie und Toxikologie. 6. Auflage. Schattauer, Stuttgart / New York 2007. S. 241.</ref>
Die kaum nachweisbare anticholinerge Wirkung bietet einen Vorteil gegenüber trizyklischen Antidepressiva, weil es dadurch zu weniger unerwünschten Wirkungen auf das vegetative Nervensystem kommt. Maprotilin wirkt zudem als FIASMA (funktioneller Hemmer der sauren Sphingomyelinase).<ref name="pmid18504571">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>
Die Halbwertszeit von Maprotilin beträgt 43 Stunden, die seines aktiven Metaboliten 40 Stunden.<ref>Volkhard Kurowski: Intoxikationen. In: Jörg Braun, Roland Preuss (Hrsg.): Klinikleitfaden Intensivmedizin. 9. Auflage. Elsevier, München 2016, ISBN 978-3-437-23763-8, S. 673–706, hier: S. 684 (Tetrazyklische Antidepressiva).</ref>
Indikationen[Bearbeiten]
Maprotilin ist zugelassen zur Therapie von depressiven Erkrankungen.
Kontraindikationen[Bearbeiten]
Maprotilin darf nicht angewendet werden bei vorgeschädigtem Herzen (Erregungsleitungsstörungen), erhöhter Krampfneigung und bei Kindern und Jugendlichen. Nach vorhergehender MAO-Hemmer-Behandlung muss ein Sicherheitsintervall von mindestens 2 Wochen eingehalten werden.
Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit[Bearbeiten]
Es liegen unzureichende Erfahrungen mit einer Anwendung von Maprotilin am Menschen während der Schwangerschaft vor. Die Sicherheit der Anwendung während der Schwangerschaft ist nicht erwiesen. Vereinzelte Fälle, die auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Maprotilin und unerwünschten Wirkungen auf den menschlichen Fetus hindeuten, sind berichtet worden. Die Anwendung von Maprotilin während der Schwangerschaft sollte vermieden werden, es sei denn, dass der Nutzen der Behandlung die Risiken für den Fetus eindeutig überwiegt. Da es bei Neugeborenen, deren Mütter bis zur Geburt Maprotilin einnehmen, möglicherweise zu Symptomen wie Dyspnoe, Lethargie, Reizbarkeit, Tachykardie, Hypotonie, Krämpfen, Zittern und Hypothermie während der ersten Stunden oder Tage kommen kann, sollte – sofern es der klinische Zustand erlaubt – erwogen werden, Maprotilin mindestens 7 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin abzusetzen.<ref>Deutsche Fachinformation: Ludiomil; Stand: Mai 2006.</ref>
Nebenwirkungen[Bearbeiten]
Zu den häufigen unerwünschten Wirkungen von Maprotilin zählen
- Müdigkeit, Benommenheit und Schwindel
- anticholinerge Wirkungen
- Mundtrockenheit
- Akkommodationsstörungen, Hitzewallungen
- Verstopfung, Harnverhalt
- Unruhe, Erregung, Schlafstörungen und Alpträume
- Angst, Aggressivität
- Übelkeit und Erbrechen
- Kopfschmerzen
- Gewichtszunahme
- Libido- und Potenzstörungen.
Seltene, aber zum Teil gefährliche Nebenwirkungen von Maprotilin sind
- Blutdruckschwankungen, Erregungsleitungsstörungen des Herzens mit EKG-Veränderungen (etwa einer Verlängerung der QTc-Zeit<ref>Torsten Kratz, Albert Diefenbacher: Psychopharmakotherapie im Alter. Vermeidung von Arzneimittelinteraktionen und Polypharmazie. In: Deutsches Ärzteblatt, (22. Juli) 2019, Band 116, Heft 29 f., S. 508–517, S. 512.</ref>)
- pharmakogenes Delir, Halluzinationen und Auslösung manischer oder psychotischer Zustände
- Synkopen, Krampfanfälle, Dyskinesien
- Alveolitis, Vaskulitis
- Arzneimittelexanthem der Haut sowie Photosensibilität
- SIADH, Galaktorrhoe, Gynäkomastie
- Störung der Blutbildung (Thrombopenie, Agranulozytose), Leberschädigung und Hepatitis.
Darreichungsformen, Dosierung[Bearbeiten]
Maprotilin ist als Tablette zur oralen Einnahme und als Injektionslösung verfügbar. Der Wirkstoff Maprotilin-Hydrochlorid ist in den Tabletten, während Maprotilin-Mesilat, das Salz der Methansulfonsäure, in den Injektionslösungen enthalten ist.
Um unangenehme Nebenwirkungen zu reduzieren, sollte das Aufdosieren einschleichend begonnen werden. Das Absetzen der Therapie sollte über 4–6 Wochen ausschleichend geschehen.
Handelsnamen[Bearbeiten]
Ludiomil (A), Generika.
Der einzige Anbieter für Deutschland stellt den Vertrieb zum April 2025 ein.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden. ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref>
Siehe auch[Bearbeiten]
Weblinks[Bearbeiten]
- Maprotilin-Präparate. Arzneimittelkompendium der Schweiz.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
- Wikipedia:Seite mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:EG-Nummer abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ECHA-InfoCard-ID abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ChemSpider abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank abweichend
- ATC-N06
- Gesundheitsschädlicher Stoff bei Verschlucken
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Parameter:Datum
- Diphenylmethan
- Tetrahydronaphthalin
- Cyclohexadien
- Methylamin
- Arzneistoff
- Antidepressivum
- Synthetische psychotrope Substanz
- Psychotroper Wirkstoff