Marco Tullner
Marco Tullner (* 1. November 1968 in Wismar) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er war von 2016 bis 2021 Bildungsminister im Kabinett Haseloff II in Sachsen-Anhalt und zuvor ab 2011 Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt. Von 2002 bis 2011 sowie seit 2016 ist Tullner Abgeordneter im Landtag von Sachsen-Anhalt. Seit 2022 ist er Präsident des Landesheimatbundes Sachsen-Anhalt.
Familie, Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]
Marco Tullner verbrachte seine Jugend in Klötze (Altmark) und Magdeburg. Die EOS „Otto von Guericke“ in Magdeburg beendete er 1987 mit dem Abitur. Darauf folgte der anderthalbjährige Grundwehrdienst bei der NVA. 1989 begann er ein Studium der Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Halle, das er mit dem Magisterabschluss beendete. Von 1996 bis 2001 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Politikwissenschaft Everhard Holtmanns. Im Anschluss daran war Tullner bis 2002 Mitarbeiter beim früheren Landtagspräsidenten (1994–1998) und in seiner letzten Legislatur (1998–2002) befindlichen Klaus Keitel.
Tullner ist evangelisch, verheiratet und hat zwei Kinder.
Politik[Bearbeiten]
Tullner wurde im Februar 1991 kurz nach dem politischen Umbruch CDU-Mitglied und war ab diesem Zeitpunkt parteipolitisch aktiv. Er war von 1999 bis 2013 stellvertretender Kreisvorsitzender der CDU Halle und von 2009 bis 2013 Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Halle-Süd. 2013 löste er Bernhard Bönisch als Kreisvorsitzender der CDU Halle ab.
Von 2002 bis 2011 war er einer von vier direkt gewählten Abgeordneten aus Halle (Wahlkreis 37 – Halle II) des Landtages von Sachsen-Anhalt und dort finanz- und wissenschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Er wurde 2006 und 2011 wiedergewählt. Am 26. April 2011 verzichtete Tullner auf das Abgeordnetenmandat, da er am 20. April zum Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt im Kabinett Haseloff I ernannt worden war.
Bei den Wahlen zum siebten Landtag von Sachsen-Anhalt am 13. März 2016 wurde Marco Tullner in seinem Heimatwahlkreis (Landtagswahlkreis Halle II) als Direktkandidat wiedergewählt. Am 25. April 2016 wurde er als Minister für Bildung in das Kabinett Haseloff II berufen. Bei der Bildung des Kabinetts Haseloff III fand Tullner keine Berücksichtigung und schied am 16. September 2021 aus dem Ministeramt aus.
Tullner ist weiterhin Mitglied des Landtages und gewann bei der Landtagswahl im Juni 2021 mit 27,0 % der Erststimmen erneut das Direktmandat im Wahlkreis 36 (Halle II).<ref>Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt. Wahl des Landtages von Sachsen-Anhalt am 6. Juni 2021. Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt, Juni 2021, abgerufen am 14. Juni 2021.</ref>
Innerparteiliche Kritik[Bearbeiten]
Tullner war mehrfach in seiner Amtsführung als CDU-Kreisvorsitzender von Halle innerparteilicher Kritik ausgesetzt. Ihm wurde die Missachtung basisdemokratischer Willensbildung vorgeworfen. Demokratische Kandidatenwahlen auf Ortsverbandsebene wurden von ihm negiert und stattdessen mit anderen Kandidaten ausgetauscht.<ref>Dirk Skrzypczak: Streit vor der Stadtratswahl: Stadtratswahl in Halle: CDU-Rebellen schießen gegen Kreischef Marco Tullner. In: mz.de. 5. November 2018, abgerufen am 4. Februar 2024.</ref>
Im September 2024 lehnte Tullner vehement eine Kandidatur von Alexander Vogt als offiziellem CDU-Bewerber für das durch Bernd Wiegand vorzeitig aufgegebene Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Halle (Saale) ab. Stattdessen verkündete Tullner die Kandidatur seiner CDU-Landtagskollegin Kerstin Godenrath. Im Vorfeld der internen Bewerberentscheidung der CDU Halle (Saale) warb Vogt eine Vielzahl von neuen CDU-Mitgliedern, deren Aufnahme allerdings am Veto des CDU-Kreisvorstandes unter Tullners Führung abgelehnt wurde.<ref>Dirk Skrzypczak: CDU-Zoff in Halle: Machtkampf um Alexander Vogts OB-Kandidatur. In: mz.de. 18. September 2024, abgerufen am 29. September 2026.</ref> Vogt trat daraufhin aus der CDU aus, um als Einzelbewerber für die OB-Wahl am 1. Februar 2025 anzutreten. Vogt erzielte mehr Stimmen als die CDU-Bewerberin Godenrath, die das schlechsteste Ergebnis eines CDU-Bewerbers um das Amt des Oberbürgermeister in Halle erreichte. Tullner rief nach dem Scheitern von Godenrath zur Wahl des SPD-Kandidaten Egbert Geier in der Stichwahl auf.<ref>Dirk Skrzypczak: Geier oder Vogt? CDU positioniert sich jetzt doch. In: mz.de. 19. Februar 2025, abgerufen am 29. September 2026.</ref> Letztendlich gewann Vogt die Stichwahl am 23. Februar 2025. Tullner wurde daraufhin aufgefordert persönlich Verantwortung zu übernehmen und für einen personellen Neuanfang den CDU-Kreisvorsitz in Halle aufzugeben, was er aber ablehnte.<ref>Mitteldeutsche Zeitung: So reagiert Halles Kreis-Chef Marco Tullner auf das CDU-Wahldebakel. In: mz.de. 5. März 2025, abgerufen am 29. September 2026.</ref>
Weitere Tätigkeiten[Bearbeiten]
Marco Tullner arbeitet neben seiner parlamentarischen Tätigkeit in verschiedenen Organisationen und Vereinen in Halle (Saale) bzw. Sachsen-Anhalt mit, unter anderem dem Verein der Freunde und Förderer des halleschen Bergzoos, Halle-gegen-Graffiti e. V., der Volkssolidarität, der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt (seit 2001 als Vorstandsvorsitzender) und weiteren. Seit 2016 ist er Mitglied des Kuratoriums des Diakoniewerks Halle.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Marco Tullner Mitglied im Kuratorium des Diakoniewerks Halle. ( vom 17. Februar 2016 im Internet Archive) Meldung. In: Diakoniewerk Halle, 14. Januar 2016.</ref>
Als Nachfolger von Konrad Breitenborn wurde er im Oktober 2022 Präsident des Landesheimatbundes Sachsen-Anhalt.
Weblinks[Bearbeiten]
- Website von Marco Tullner
- Kurzbiografie beim Landtag von Sachsen-Anhalt
- Marco Tullner beim Ministerium für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
1945–52: Ernst Thape | Ludwig Einicke (amtierend) | Richard Schallock | Elisabeth Menzel
Seit 1990: Werner Sobetzko | Reiner Schomburg | Karl-Heinz Reck | Gerd Harms | Jan-Hendrik Olbertz | Birgitta Wolff | Stephan Dorgerloh | Marco Tullner | Eva Feußner | Jan Riedel
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Tullner, Marco |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (CDU), MdL |
| GEBURTSDATUM | 1. November 1968 |
| GEBURTSORT | Wismar |
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