Margarete Stokowski
Margarete Stokowski (* 14. April 1986<ref name=":0">Margarete Stokowski: Simone, wo bist du? In: taz.de. 31. Dezember 2013, abgerufen am 30. Dezember 2017 (Selbstauskunft): „Eigentlich las ich es nur, weil ich festgestellt hatte, dass Beauvoir genau an meinem Geburtstag gestorben ist.“</ref> in Zabrze<ref>Christian Möller: Margarete Stokowski – Durch die Gegend. (OGG) In: viertausendhertz.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. April 2023; abgerufen am 30. Dezember 2017 (Interview in einem Podcast, 2017). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>) ist eine polnisch-deutsche Autorin und Kolumnistin.
Leben[Bearbeiten]
Stokowski wurde 1986 in Polen geboren. Ihre Eltern benannten sie nach der weiblichen Hauptfigur des Romans Der Meister und Margarita von Michail Bulgakow (polnisch Mistrz i Małgorzata).<ref>#11 Margarete Stokowski und der Filzhut von Simone de Beauvoir – Das Lesen der Anderen. Abgerufen am 8. Juni 2021.</ref>
1988 zog ihre Familie mit ihr nach West-Berlin zu den Großeltern in die Gropiusstadt.<ref>Margarete Stokowski: Flüchtlinge: Eine andere Art von Notwendigkeit – Kolumne. In: Der Spiegel. 5. November 2015, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 26. Januar 2023]).</ref> Stokowski wuchs im Richardkiez in Berlin-Neukölln auf.<ref>M. Stokowski, K. Litschko, S. Alberti, F. Pudritzki, C. Prößer, U. Rada und A. Sarovic: Glückwunsch, Neukölln!: Ich geb dir hundert, Alter! In: taz. 27. Januar 2012, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 26. Januar 2023]).</ref> Ihr Vater ist Physiker, ihre Mutter Psychologin. Sie studierte Philosophie und Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin und schloss das Studium 2014 mit einer Arbeit über Simone de Beauvoir ab.<ref>Margarete Stokowski: Simone, wo bist du? In: taz.de. 31. Dezember 2013, abgerufen am 30. Dezember 2017 (Selbstauskunft): „Ein Jahr lang habe ich Texte von und über Beauvoir gelesen und meine Masterarbeit über „Das andere Geschlecht“ geschrieben.“</ref> Sie ist Mitgründerin des PEN Berlin.<ref>Mitgründer:innen. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. Juli 2022; abgerufen am 18. Juli 2022.</ref>
Trotz drei COVID-Impfungen erkrankte Stokowski 2022 zunächst an COVID-19 und danach an Long COVID und ME/CFS.<ref>Ruth Schneeberger: Long Covid: Die Kampagne mit Stokowski ist schon jetzt gescheitert. 17. Oktober 2022, abgerufen am 18. Oktober 2022.</ref> Im Deutschlandfunk<ref>Hör-Tipp: Margarete Stokowski fordert mehr Hilfe für Long-Covid-Betroffene. Abgerufen am 2. September 2022.</ref> und in der Bundespressekonferenz<ref>Laura Beigel: Margarete Stokowski kritisiert fehlende Hilfe bei Long Covid. Abgerufen am 15. Oktober 2022.</ref> forderte sie mehr Geld für Forschung und Aufklärung zu dieser Krankheit. 2025 begann ihre Long-COVID-Kolumne in der Apotheken Umschau.<ref>Apotheken Umschau: Margarete Stokowski. 14. September 2022, abgerufen am 14. August 2025.</ref>
Stokowski ist mit dem Musiker Jens Friebe liiert.<ref>Jens Friebe und der letzte Mann. In: mittelbayerische.de. Abgerufen am 8. Juni 2019.</ref> Sie lebt abwechselnd in einer Kommune in Brandenburg und in Berlin-Kreuzberg.<ref>Ich kann nur schreiben, wenn es dunkel ist. Abgerufen am 3. Juli 2020.</ref>
Autorin und Essayistin[Bearbeiten]
Seit 2009 schreibt Stokowski für verschiedene Zeitungen und Magazine. Während ihres Studiums an der Humboldt-Universität zu Berlin sammelte sie erste journalistische Erfahrungen bei der Studentenzeitung UnAufgefordert und übernahm dort auch den Posten der Chefredakteurin.<ref>Ausgabe Nr. 180 der UnAufgefordert. (PDF) In: unauf.de. Abgerufen am 10. Juni 2019.</ref> Von 2011 bis 2015 verfasste sie Kolumnen für die taz. Seit Oktober 2015 schreibt sie die Online-Kolumne Oben und unten beim Spiegel.<ref>Bülend Ürük: Verlust für die „taz“: Kolumnistin Margarete Stokowski wechselt zu „Spiegel Online“. In: kress.de. 23. September 2015, abgerufen am 6. März 2017.</ref> 2016 erschien ihr Sachbuch Untenrum frei im Rowohlt Verlag.<ref>Margarete Stokowski – Untenrum frei. In: rowohlt.de. Abgerufen am 6. März 2017.</ref> Gemeinsam mit Sibylle Berg und anderen veröffentlichte sie im August 2018 auf Spiegel Online und Watson.ch den „weiblichen“ Bildungskanon unter dem Titel „Diese Frauen müssen Sie kennen“.<ref>Sibylle Berg und Team: Allgemeinwissen. Diese Frauen müssen Sie kennen. In: Spiegel Online, 23. August 2018.</ref> Ende September 2018 kam die Textsammlung Die letzten Tage des Patriarchats heraus, eine Auswahl von Kolumnen und Essays. Sowohl Untenrum frei als auch Die letzten Tage des Patriarchats gelangten auf die Spiegel-Bestsellerliste.<ref>buchreport. Abgerufen am 24. November 2018.</ref><ref>buchreport. Abgerufen am 24. November 2018.</ref>
Rezeption[Bearbeiten]
Über Stokowskis erstes Buch Untenrum frei schrieb die Zeitschrift Brigitte: „Mittlerweile ein Klassiker der feministischen Lektüre, es lässt sich nicht anders sagen.“<ref>Laura Maginot: Gute Bücher für Frauen: 10 Lektüren, die Frauenstimmen stärken. In: Brigitte. 29. April 2025, abgerufen am 14. Mai 2025.</ref>
2018 löste Stokowski eine Kontroverse aus, als sie eine bereits ausverkaufte Lesung in der Münchner Buchhandlung Lehmkuhl absagte, weil diese auch Texte rechter Autoren führte.<ref>Lemling: „Wer sich gegen Rechts engagiert, sollte wissen, was Rechte denken“. In: Börsenblatt. 5. November 2018, abgerufen am 1. April 2025.</ref>
In einer Kolumne vom April 2019 kritisierte Stokowski den „deutschen Kult“ um Spargel, den sie als „alten weißen Mann der Kulinarik“ bezeichnete.<ref>Margarete Stokowski: S.P.O.N. – Oben und unten: Der Spargelkult muss enden. In: Der Spiegel. 22. April 2019, abgerufen am 8. Juni 2021.</ref> Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner zitierte aus der Kolumne auf dem FDP-Bundesparteitag 2019.<ref>Christian Lindner hält flammende Rede auf deutschen Spargel. 29. April 2019, abgerufen am 8. Juni 2021.</ref><ref>Nach Kritik an Spargel: Politiker lädt Feministin Stokowski nach Burgdorf ein. In: Hannoversche Allgemeine. 5. Mai 2019, abgerufen am 8. Juni 2021.</ref> Die Kolumne wurde häufig von anderen Medien aufgegriffen.<ref>Andreas Frey: Ökobilanz eines edlen Gemüses: Kann denn Spargel Sünde sein? In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 8. Juni 2021]).</ref><ref>Nicholas Potter: Deutsch mich nicht voll. In: Jungle World. 24. Oktober 2019, abgerufen am 8. Juni 2021.</ref><ref>Warum Spargel das schlimmste deutsche Gemüse ist. In: Berliner Zeitung. Abgerufen am 8. Juni 2021.</ref>
Das Magazin der Süddeutschen Zeitung bezeichnete sie 2019 als „lauteste Stimme des deutschen Feminismus“ und widmete ihr eine Titelgeschichte.<ref>Frauenschwarm. Wo steht der deutsche Feminismus. Ein Porträt seiner lautesten Stimme: Margarete Stokowski. In: Süddeutsche Zeitung Magazin. 7. Juni 2019, S. 1.</ref> 2019 erhielt sie den Kurt-Tucholsky-Preis für ihre Arbeit als Kolumnistin von Spiegel Online<ref>Kurt Tucholsky-Gesellschaft: Kurt Tucholsky-Preis 2019 an Margarete Stokowski. Kurt Tucholsky-Gesellschaft, 14. September 2019, abgerufen am 19. September 2019.</ref> sowie den Luise-Büchner-Preis für Publizistik für ihre Analyse der „Widersprüche in den Beziehungen zwischen Frauen und Männern, die in unserer vermeintlich egalitären Gesellschaft immer noch vorhanden sind“.<ref>Die bisherigen Preisträgerinnen. Luise Büchner-Gesellschaft, abgerufen am 30. Mai 2023.</ref>
In ihrer Rede zur Verleihung des Kurt-Tucholsky-Preises im Jahr 2019 sprach Stokowski über „Morddrohungen und die Untätigkeit des Staates“. Sie wolle „Morddrohungen nicht normal finden“. Ihre Strafanzeigen, die sie nicht wegen Beleidigungen, sondern wegen Drohungen gegen Leib und Leben erstattet hatte, seien von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden, weil es an einem öffentlichen Interesse mangele.<ref>Ich denke dann kurz: Ja, normal. In: taz. 7. November 2019, abgerufen am 26. Januar 2023.</ref>
Die Wochenzeitung der Freitag stellte in ihrem Fragebogen Der Kommunismus ist …? regelmäßig die Frage „Jan Fleischhauer oder Margarete Stokowski?“.<ref>Fragebogen mit Igor Levit. Abgerufen am 10. März 2019.</ref> Sie spielt darauf an, dass die Kolumnen von Stokowski und die des konservativen Publizisten Jan Fleischhauer (früher beide bei Spiegel Online) als politisch entgegengesetzt gesehen werden. Arno Frank schrieb 2020 in einem Beitrag für taz.FUTURZWEI mit der Überschrift „Fleischhauer oder Stokowski?“, die beiden stünden sich „wie verfeindete Meinungswarlords“ gegenüber.<ref name=":1">Arno Frank: Krieg der Meinungen: Fleischhauer oder Stokowski? In: Die Tageszeitung: taz. 26. März 2020, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 31. März 2020]).</ref> Zum Internationalen Frauentag 2020 bot der Online-Blumenversand Colvin einen Blumenstrauß namens „Margarete Stokowski“ an.<ref>Blumenstrauß mit Eukalyptus und Lavendel – Margarete. In: thecolvinco.com. Abgerufen am 10. März 2020.</ref><ref>Margarete Stokowski: Am Frauentag ein Bisschen was für die Ladies, dann bitte alles wieder normal. In: Der Spiegel. 10. März 2020, abgerufen am 10. März 2020.</ref>
Auszeichnungen[Bearbeiten]
Werke[Bearbeiten]
Bücher[Bearbeiten]
- Untenrum frei. Rowohlt Verlag, Reinbek 2016, ISBN 978-3-498-06439-6.
- Die letzten Tage des Patriarchats. Rowohlt Verlag, Reinbek 2018, ISBN 978-3-498-06363-4.
Buchbeiträge (Auswahl)[Bearbeiten]
- jeder tag …. In: Christiane Frohmann (Hrsg.): Tausend Tode schreiben. Berlin 2015, ISBN 978-3-944195-55-1
- Sie hat ‚ficken‘ gesagt. In: Volker Surmann, Heiko Werning (Hrsg.): Ist das jetzt Satire oder was? Beiträge zur humoristischen Lage der Nation. Satyr, Berlin 2015, ISBN 978-3-944035-62-8
- frau k. In: Christoph Buchwald, Ulrike Almut Sandig (Hrsg.): Jahrbuch der Lyrik 2017. Schöffling, Frankfurt am Main 2017, ISBN 978-3-89561-680-8
- Vorwort zu: Charles Fourier: Die Freiheit in der Liebe. Ein Essay. Edition Nautilus, Hamburg 2017, ISBN 978-3-96054-055-7
- Stadt, Land, Fluss beim Sex – Mein Leben als feministische Kolumnistin. In: Peter Felixberger, Armin Nassehi (Hrsg.): Kursbuch 192. Frauen II. Kursbuch Kulturstiftung, Hamburg 2017, ISBN 978-3-96196-000-2
- Nachwort, in: Olympe de Gouges: Die Rechte der Frau und andere Texte. Reclam-Verlag, Ditzingen 2018, ISBN 978-3-15-019527-7
- Zurück. In: Lina Muzur (Hrsg.): Sagte sie. 17 Erzählungen über Sex und Macht. Hanser Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-446-26074-0
- Sprache. In: Fatma Aydemir, Hengameh Yaghoobifarah (Hrsg.): Eure Heimat ist unser Albtraum. Ullstein fünf, Berlin 2019, ISBN 978-3-96101-036-3
- Vorwort zu: Virginia Woolf: Ein eigenes Zimmer. Fischer Taschenbuch, Berlin 2019, ISBN 978-3-596-52235-4
Hörfunk[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Margarete Stokowski im Munzinger-Archiv, abgerufen am 23. August 2020 (Artikelanfang frei abrufbar)
- Tobias Haberl: Die *Deuterin. In: Süddeutsche Zeitung Magazin. Nr. 23, 7. Juni 2019, S. 8–15 (online am 6. Juni 2019 unter dem Titel: Die lauteste Stimme des deutschen Feminismus)
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Margarete Stokowski im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Kurzbiografie und Rezensionen zu Werken von Margarete Stokowski bei Perlentaucher
- Videos von und über Margarete Stokowski im AV-Portal der Technischen Informationsbibliothek
- Profil von Margarete Stokowski bei Spiegel Online
- Profil von Margarete Stokowski auf taz.de
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Stokowski, Margarete |
| KURZBESCHREIBUNG | polnisch-deutsche Autorin und Kolumnistin |
| GEBURTSDATUM | 14. April 1986 |
| GEBURTSORT | Zabrze, Polen |
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- Absolvent der Humboldt-Universität zu Berlin
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- Deutscher
- Geboren 1986
- Frau