Zum Inhalt springen

Maria Benemann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Maria Benemann (geb. Maria Dobler; * 5. April 1887 in Herrnhut; † 11. März 1980 in Überlingen) war eine deutsche Schriftstellerin.

Leben[Bearbeiten]

Ihre Jugend verbrachte Dobler in Dresden, wo sie zur Fröbelkindergärtnerin ausgebildet wurde. 1906 heiratete sie den Buchhändler Gerhard Benemann (1877–1914), der 1914 als Inhaber des Horen-Verlags in Worpswede-Charlottenburg belegt ist.<ref>Benemann, Gerhard. In: lobid.org, Land Nordrhein-Westfalen, vertreten durch das Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz), abgerufen am 16. September 2026. GND 1073484203.</ref><ref></ref><ref group="Anm.">Gründungsmitglieder des Horen-Verlags 1913: Ludwig Bäumer und Kurt Stoermer. Handelsregisterakten, Signatur NLA ST, Rep. 72/172 Lilienthal, Nr. 278. 1913. Niedersächsisches Landesarchiv, abgerufen am 15. September 2026.</ref>

Nach ihrer Heirat lebte Maria Benemann im Haus „Insel Poet“ in Neu-Finkenkrug in einem der Landhäuser, die 1908 aufgrund eines von der Zeitschrift Die Woche veranstalteten Wettbewerbs errichtet worden waren.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Gropius und Rilke unter einem Dach. Probewohnen im Museum. (Memento vom 19. Oktober 2014 im Internet Archive) In: augusta-presse.de, 2006.</ref> 1907 brachte sie eine Tochter und 1911 einen Sohn zur Welt. Nach dem Tod ihres Mannes, der 1914 an einer Kriegsverletzung starb, musste sie das Haus 1915 aufgeben. In ihren Erinnerungen beschreibt sie die Jahre dort als die glücklichsten ihres Lebens.

Bei Aufenthalten in Worpswede hatte sie sich mit Heinrich Vogeler befreundet, aber auch mit den Dichtern Richard Dehmel, Rainer Maria Rilke, Franz Werfel und dem Architekten Walter Gropius verbanden sie enge Beziehungen. 1914 hatte sie erste Gedichte in den Weißen Blättern veröffentlicht, 1915 folgte ein erster Gedichtband. Die Gedichte sind thematisch stark geprägt vom Grauen des Krieges, zum Beispiel in Herr, nun ist Zeit oder in Krieg<ref>Wandlungen. Gedichte. Verlag der Weißen Bücher, Leipzig 1915, DNB 579170438, S. 85; zitiert nach: Vollmer (Hrsg.): In roten Schuhen tanzt die Sonne sich zu Tod. Zürich 1993, S. 34.</ref>: <poem style="margin-left:2em;"> Herr, ich bin Dein. Nimm mich als Deine Geisel, Und wirf mich tausendfach den Furien hin, Und form aus meinen Wirbeln Dir den Meißel, Für neue Werte, wenn ich nicht mehr bin. </poem>

Es folgte ein Märchen und ein Novellenband 1916. Schließlich erschien 1978 der Erinnerungsband Leih mir noch einmal die leichte Sandale.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte Benemann für einige Jahre in Mexiko, danach in Großhansdorf bei Hamburg.

Werke[Bearbeiten]

  • Wandlungen. Gedichte. Verlag der Weißen Bücher, Leipzig 1915, DNB 579170438 (93 S.; in Fraktur).
  • Die Reise zum Meer. Märchen. Bilder und Kopfleisten von F. K. Delavilla. Kiepenheuer, Weimar 1915, DNB 57917042X (95 S.; in Fraktur).
  • Kleine Novellen. Kiepenheuer, Weimar 1916, DNB 579170411 (81 S.; in Fraktur).
  • Leih mir noch einmal die leichte Sandale. Erinnerungen und Bewegungen. Joachim Benemann (Hrsg.). Christians, Hamburg 1978, ISBN 3-7672-0569-6 (285 S.).

Literatur[Bearbeiten]

  • Hartmut Vollmer (Hrsg.): In roten Schuhen tanzt die Sonne sich zu Tod. Lyrik expressionistischer Dichterinnen. Arche, Zürich 1993, ISBN 3-7160-2164-4.
  • Benemann, Maria. In: Gudrun Wedel: Autobiographien von Frauen. Ein Lexikon. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2010, ISBN 978-3-412-20585-0, S. 78.

Anmerkungen[Bearbeiten]

<references group="Anm." />

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein