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Maria Walewska

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Datei:Maria Walewska.jpg
Maria Gräfin Walewska
Datei:Marie, comtesse Walewska (1786-1817).jpg
Maria Gräfin Walewska

Maria Walewska (* 7. Dezember 1786 in Kiernozia bei Łowicz; † 11. Dezember 1817 in Paris) aus dem Hause Łączyńska war Gräfin von Ornano, die Geliebte Napoleons I. und Mutter des gemeinsamen Sohnes Alexandre Colonna-Walewski. Die Verwandtschaft Alexandres mit Napoleon konnte 2013 über einen genetischen Abgleich zwischen den Nachkommen von Alexandre und Napoleons Bruder Jérôme Bonaparte nachgewiesen werden.<ref>Gérard Lucotte, Jacques Macé, Peter Hrechdakian: Reconstruction of the Lineage Y Chromosome Haplotype of Napléon the First. In: International Jorunal of Sciences, Volume 2, 09/2013, S. 127–139. PDF online</ref>

Leben[Bearbeiten]

Datei:Père-Lachaise - Division 67 - Ornano 04.jpg
Mausoleum der Familie d’Ornano auf dem Pariser Friedhof Père-Lachaise

Maria Walewska wurde als Maria Łączyńska am 7. Dezember 1786 in Kiernozia bei Łowicz als Tochter von Graf Mateusz Łączyński und Ewa Zaborowska geboren. Als 18-Jährige wurde sie mit dem 70-jährigen Graf Anastasius Colonna Walewicz-Walewski (1735–1815<ref>Gertrud Kolmar: Das lyrische Werk: Anhang und Kommentar. Wallstein, 2003, ISBN 978-3-89244-499-2, S. 123 (google.de [abgerufen am 9. Juli 2024]).</ref>) verheiratet, 1805 brachte sie einen Sohn zur Welt. Der wohlhabende Graf galt als sehr eifersüchtig, da seine Gattin sehr umschwärmt war. Ihre Familie hatte sie aufgrund des Reichtums des Grafen zu der Heirat gedrängt, und das Paar lebte auf dem Land. Die Ehre der Einladung zum Empfang Napoleons in Warschau konnte der Graf allerdings nicht ablehnen.<ref>Sigrid-Maria Größing: Um Krone und Liebe: Die Macht der Geschichte. Amalthea-Verlag, Wien 2008.</ref>

1807 traf Maria Walewska Napoléon Bonaparte auf einem Ball in Warschau. Sie wies ihn zunächst zurück, in ein erstes privates Treffen willigte sie erst auf Druck polnischer Patrioten und ihres Mannes ein. Maria Walewska folgte ihrem Geliebten darauf sieben Jahre lang, sie wurde von der französischen Armee „seine polnische Frau“ genannt. Ihre glücklichste Zeit verbrachte sie mit Napoleon 1807 auf Schloss Finckenstein in Westpreußen. Sie vermied es, Napoleon in der Öffentlichkeit zu begegnen, und fuhr zu den Treffen nach Finckenstein an der Seite ihres Bruders im verhängten Wagen.

Als Maria Waleswka 1809 schwanger wurde, trennte sich Napoleon von seiner Ehefrau Joséphine, da diese keine Kinder mehr bekommen konnte und nun seine Zeugungsfähigkeit erwiesen war. Auf Napoleons Bitte wurde der 1810 geborene Sohn von Maria Walewskas Mann, der sich schon längst von ihr getrennt hatte, anerkannt und erhielt den Namen Walewski. Zur Gründung einer Dynastie heiratete Napoleon Marie Louise, die Tochter des österreichischen Kaisers. Er trennte sich von Maria Walewska und stellte ihr ein elegantes Haus in der Rue de Montmorency in Boulogne-Billancourt<ref>Concert à la Maison Walewska - Maison Walewska - Journées du Patrimoine 2023 - Maison Walewska. In: Le Parisien. Abgerufen am 9. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> nahe Paris zur Verfügung. Dem gemeinsamen Sohn Alexandre Colonna-Walewski übertrug Napoleon ein Majorat auf Besitzungen nahe Neapel, die jährlich 170.000 Franc Gewinn erbrachten. Alexandre wurde später Außenminister in der Regierung Napoléon III., des Neffen Napoleons.

Nach Napoleons Abdankung 1814 reiste Maria Walewska nach Fontainebleau, wurde aber von Napoleon nicht empfangen.<ref>Marie Walewska. In: Fondation Napoléon 2026. Abgerufen am 9. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 1. September 1814 besuchte sie ihn im Exil auf Elba, in Begleitung des gemeinsamen Sohnes sowie ihrer Schwester und ihres Bruders. Das kurze geheime Treffen fand in der Einsiedelei Madonna del Monte auf dem Monte Giove in Marciana statt.<ref>Vincent Cronin: Napoleon. Claassen Verlag, 1973, S. 494 f.</ref><ref>Einsiedeleien auf Elba. In: Elbafreunde. Abgerufen am 28. Juli 2024.</ref> Nach Napoleons zweiter Abdankung besuchte sie ihn 1815 mit ihrem Sohn in Malmaison, um sich vor Napoleons Abreise nach St. Helena zu verabschieden und bot an, ihn ins Exil zu begleiten,<ref>Vincent Cronin: Napoleon. Claassen Verlag, 1973, S. 530.</ref> was Napoleon ablehnte.<ref>Vor 220 Jahren: Geburtstag der Gräfin Maria Walewska. In: WDR. 3. Dezember 2006, abgerufen am 9. Juli 2024.</ref>

1816 heiratete Maria Walewska in Brüssel den Grafen Philippe-Antoine d’Ornano, einen Cousin Napoleons I., und lebte mit ihm in Lüttich. Nachdem sie vom britischen König Georg III. die Erlaubnis erhalten hatte, Napoleon im Exil zu besuchen, überredete sie ihren Gatten zu einer für 1817 geplanten Reise. Allerdings wurde aus dieser beschwerlichen Reise nichts mehr, da sie nach der Geburt ihres dritten Sohnes am 11. Dezember 1817 in Paris an den Folgen von Nierensteinen starb.

Ihre Grabstätte befindet sich auf dem Pariser Friedhof Père-Lachaise.<ref>Maria Walewska in der Datenbank Find a GraveVorlage:Abrufdatum. </ref>

Nachkommen[Bearbeiten]

Rezeption[Bearbeiten]

Belletristik[Bearbeiten]

  • Gertrude Aretz: Napoleon und die Gräfin Walewska. Nachdr. der Originalausgabe von 1936. Severus Verlag, Hamburg 2013.
  • Johan Bojer: Maria Walewska. Schauspiel in drei Akten (1913, Neufassung 1932), aus dem Norwegischen von Else von Hollander.
  • Marian Brandys: Maria Walewska. Napoleons große Liebe. Aus dem Poln. übers. Inselverlag, Frankfurt am Main 1971.
  • Lucile Decaux: Maria Walewska. Ins Deutsche übertragen von Otto Albrecht van Bebber. Stuttgarter Hausbücherei, Stuttgart 1951.
  • Carl A. Drewittz: Maria Walewska und die Frauen um Napoleon. Nach zeitgenössischen Quellenwerken übersetzt und frei bearbeitet. Deutsche Buchvertriebs- und verlagsgesellschaft, Berlin/Düsseldorf 1951.
  • Hermann Eschenbach: Die große Liebe des Korsen. Das Erlebnis Napoleons I. mit Maria Walewska. Diamant-Verlag, Hannover/Berlin-Wilmersdorf 1950.
  • Marija Leiko, Austra Ozoliņa: Marija Vaļevska. Napoleon-Drama in fünf Aufzügen und einem Epilog. Gulbis, Riga 1934.
  • Christine Sutherland: Maria Walewska: Geliebte Napoleons - Gräfin Ornano. Aus d. Engl. von Suzanne Annette Gangloff. Droemer, Knaur, München 1981.

Film und Fernsehen[Bearbeiten]

Dokumente[Bearbeiten]

  • Liebesbriefe an Désirée, Joséphine, Maria und Marie-Louise / Napoleon Bonaparte. Aus dem Französischen und mit Anmerkungen von Ulrich Kunzmann (= Französische Bibliothek, Nr. 9). Matthes & Seitz, Berlin 2019. [Briefsammlung]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Maria Walewska – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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