Maria von Welser
Maria Freifrau von Welser (* 26. Juni 1946 in München; geborene Schüssel) ist eine deutsche Fernsehjournalistin und war Lehrbeauftragte an der Universität Hamburg sowie danach an der Universität Paderborn.
Leben[Bearbeiten]
Aufgewachsen ist Maria von Welser als Tochter der Modejournalistin Margarete Schüssel, geb. Wilke im oberbayerischen Rottach-Egern am Tegernsee.<ref name="staufer">Da geht doch bestimmt noch etwas! In: Staufer Kurier. Jg. 39, Nr. 11, 2015, S. 6.</ref> Ihr Vater Eduard M. Schüssel war Kaufmann, Kaiserlich-Japanischer Konsul und ab 1925 Besitzer von Schloss Schönwörth.<ref>Ekkehard Müller-Jentsch: Der letzte Wille, eine Formsache. 29. März 2011, abgerufen am 18. September 2026.</ref>
Nach dem Abitur am Gymnasium Tegernsee 1967 absolvierte sie 1968 die Deutsche Journalistenschule in München.<ref name=":1" /> Ein Volontariat machte sie in den Jahren 1969 bis 1971 beim Münchner Merkur.<ref name=":1" /> Sie arbeitete als Lokaljournalistin des Seegeist,<ref>„Ein Buch, das mich für mein Leben geprägt hat“. Abgerufen am 18. September 2026.</ref> einer Lokalausgabe des Münchner Merkurs. Danach arbeitete sie sechs Jahre beim Boulevardblatt Abendzeitung in München und fing dann beim Radio des Bayerischen Rundfunks an.<ref name="staufer" />
Im Jahr 1988 wurde sie bekannt als Gründerin, Redakteurin und Moderatorin des ersten Frauenjournals im deutschen Fernsehen ML Mona Lisa. Für ZDF-Reportagen war sie u. a. zweimal in Tschetschenien, berichtete aus kroatischen Flüchtlingslagern über Massenvergewaltigungen während des Bosnienkrieges und arbeitete als Reporterin im Gaza-Streifen und in Indien. Von 1997 bis 2000 präsentierte Maria von Welser in der ZDF-Sendung Mit mir nicht! Welsers Fälle skandalöse Geschäftspraktiken, Behördenwillkür oder sonstige Missstände.<ref>imfernsehen GmbH & Co KG: mit mir nicht! 5. März 1997, abgerufen am 28. Mai 2026.</ref>
Im Jahr 2001 ging sie als Leiterin des ZDF-Auslandstudios nach London.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Kurzportrait Maria von Welser ( vom 27. September 2011 im Internet Archive) auf doppelkeks-ev.de.</ref> Am 1. August 2003 wechselte Maria von Welser in die Verwaltungsspitze des Norddeutschen Rundfunks und wurde dort Direktorin des Landesfunkhauses Hamburg.<ref>Maria von Welser als NDR-Chefin in Hamburg im Gespräch: - WELT. In: Die Welt. (welt.de [abgerufen am 28. Mai 2026]).</ref> Der NDR gab am 30. April 2010 bekannt, dass sie am 1. Oktober 2010 in den Ruhestand gehen werde.<ref>Maria Baufeld WELT: Leute von Welt: Löwin mit Mona-Lisa-Lächeln - WELT. Abgerufen am 28. Mai 2026.</ref> Ihre Nachfolge trat Sabine Rossbach an, die zuvor stellvertretende Direktorin und Leiterin des Programmbereichs Fernsehen im NDR Landesfunkhaus Mecklenburg-Vorpommern war. Im Sommer 2010 berichtete von Welser als Ostasien-Korrespondentin für die ARD.<ref>FUNKE Mediengruppe: NDR-Direktorin Maria von Welser verlässt den Sender. 29. September 2010, abgerufen am 28. Mai 2026.</ref>
Maria von Welser ist seit 1995 Mitglied des Deutschen Komitees für UNICEF<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Mitgliederversammlung, Vorstand und Beirat ( vom 7. August 2011 im Internet Archive)</ref> und war von 2008 bis 2014 stellvertretende Vorsitzende von UNICEF Deutschland.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Maria von Welser: UNICEF Deutschland ( vom 28. Mai 2015 im Internet Archive)</ref> Darüber hinaus übernahm sie 2010 einen Lehrauftrag an der Universität Hamburg.<ref name=":1" /> Danach war sie von 2015 bis ca. 2021/2022 Lehrbeauftragte für Praktische Philosophie an der Universität Paderborn.<ref>Maria von Welser lehrt an der Universität Paderborn: Gerechtigkeitsfragen in den Medien. Abgerufen am 28. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zudem war sie von 2013 bis 2019 Vize-Präsidentin des Übersee-Clubs in Hamburg.<ref name=":1">Vita / CV. In: www.mariavonwelser.de. Abgerufen am 21. Dezember 2023.</ref> Anfang 2024 wurde Maria von Welser SPD-Mitglied.<ref>Frühere NDR-Funkhausdirektorin wird SPD-Mitglied, Hamburger Abendblatt vom 2. Mai 2024</ref>
Privat[Bearbeiten]
Von Welser war Jugendmeisterin im Riesenslalom (alpiner Skisport). Sie ist seit 1994 in dritter Ehe verheiratet mit einem inzwischen pensionierten Luftwaffen-Offizier und hat zwei erwachsene Söhne.<ref>Maria von Welser: Auf dem Sprung ins dritte Leben. In: Hamburger Abendblatt. 12. Februar 2010.</ref><ref>Zwischen-Stopp: Star-Publizistin Maria von Welser am Zug. Kulturzentrum Giesinger Bahnhof. In: www.frauenverbaende.de. Stadtbund Münchner Frauenverbände, 19. Februar 2026, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 3. März 2021; abgerufen am 28. Mai 2026.</ref> Nach einer Kopf-Operation im Dezember 2025 ist sie ein Pflegefall.<ref>Maria von Welser: ZDF-Moderatorin ist nach Hirn-OP ein Pflegefall. 14. September 2026, abgerufen am 19. September 2026.</ref><ref>Moderatorin von "Mona Lisa": Maria von Welser ist nach Kopf-OP ein Pflegefall. Abgerufen am 18. September 2026.</ref>
Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]
- 1987: Silberne Ehrennadel der Stiftung Sicherheit im Skisport
- 1992: Journalistenpreis der Deutschen AIDS-Stiftung
- 1993: Frau des Jahres vom Deutschen Staatsbürgerinnenverband Berlin
- 1994: Elisabeth-Norgall-Preis vom International Women’s Club of Frankfurt
- 1996: Theodor-Heuss-Medaille
- 1996: Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland
- 1996: Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für das Redaktionsteam von ML Mona Lisa
- 1996: Frauenförderpreis für besonderes Engagement von Frauen für Frauen
- 1996: Publizistikpreis der Landeshauptstadt München
- 2007: Elisabeth-Selbert-Preis
- 2015: Medaille für besondere Verdienste um Bayern in einem Vereinten Europa
- 2019: Ehrendoktorwürde der Universität Paderborn<ref>Dietmar Kemper: »Zuhören ist harte Arbeit«. Abgerufen am 28. Mai 2026.</ref>
Schriften[Bearbeiten]
- Münchner Oktoberfest. Bummel, München 1982, ISBN 3-88781-004-X.
- Lebendiges Oberbayern. Rosenheimer Verlagshaus 1990, ISBN 978-3-475-52440-0.
- Am Ende wünschst du dir nur noch den Tod. Die Massenvergewaltigungen im Krieg auf dem Balkan. Knaur, München 1993, ISBN 3-426-80030-6.
- Mit Thomas Walde: So wehre ich mich richtig. Begleitbuch zur ZDF-Sendung „Mit mir nicht“. Econ, Berlin 1998, ISBN 3-430-19582-9.
- Zurück zur Zuversicht. Als das Leben vor meinen Augen verschwand. Bastei Lübbe, Köln 2003, ISBN 3-404-61529-8 Blepharospasmus
- mit Ursula von der Leyen: Wir müssen unser Land für die Frauen verändern. Bertelsmann, München 2007, ISBN 978-3-570-00959-8.
- Leben im Teufelskreis: Kinderarmut in Deutschland – und keiner sieht hin. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2009, ISBN 978-3-579-06895-4.
- Die Weisheit ist weiblich. Geschichten von ganz besonderen Frauen und Männern. Herder, Freiburg i.Br. 2011, ISBN 3-451-30416-3.
- Heiter weiter! Vom glücklichen dritten Leben. Südwest, München 2012, ISBN 978-3-517-08778-8.
- Wo Frauen nichts wert sind. Vom weltweiten Terror gegen Mädchen und Frauen. Ludwig, München 2014, ISBN 978-3-453-28060-1.
- Kein Schutz nirgends-Frauen und Kinder auf der Flucht. Ludwig, München 2016, ISBN 978-3-453-28080-9.
- Ich habe beschlossen, dass es mir nur noch gut geht. Leben mit dem Tumor. Ludwig, München 2019, ISBN 978-3-453-28115-8.
- Aufgeben war nie – Letzte Gespräche mit Dr. Lore Maria Peschel-Gutzeit, kleineheimat Verlag, Tegernsee 2024, ISBN 978-3-9824995-3-6
Literatur[Bearbeiten]
- Maria Freifrau von Welser im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
- Adelheid Schmidt-Thomé: Maria von Welser. In: dies.: Ich war die Erste. Bayerische Pionierinnen im Porträt. Allitera Verlag, München 2022, ISBN 978-3-96233-307-2, S. 188f.
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Maria von Welser im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- mariavonwelser.de
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Welser, Maria von |
| ALTERNATIVNAMEN | Welser, Maria Freifrau von (vollständiger Name); Schüssel, Maria (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Fernsehjournalistin |
| GEBURTSDATUM | 26. Juni 1946 |
| GEBURTSORT | München |
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