Mariandyner
Die Mariandyner oder Mariandynoi ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) oder {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) Sie waren ursprünglich ein thrakisches Volk an der Schwarzmeerküste Bithyniens,<ref>Strabon 12, 3, 4.</ref> siedelten sie zwischen Bithynien und Paphlagonien in einem Mariandynia genannten Land,<ref>Stephanos von Byzanz s. v. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value); vgl. auch Strabon 12, 4, 1, der sie ganz im Osten Bithyniens ansiedelt.</ref> das im Westen von der Wasserscheide zwischen Sangarios und Hypios, im Osten vom Unterlauf des Billaios und Paphlagonien, im Süden von Abant und Köroglu Daglari begrenzt wird.<ref>Skylax 34.</ref> Ihre Küste bildete den sinus Mariandynus, den Mariandynischen Golf.<ref>Plinius, Naturalis historia 6, 1.</ref> Strabon zählt sie zu den Bithyniern<ref>Strabon 12, 3, 4.</ref> oder den Paphlagoniern,<ref>Strabon 8, 3, 17.</ref> während Herodot sie von Bithyniern und dem thrakischen Stamm der Thynen trennt und ihre Bewaffnung paphlagonisch nennt.<ref>Herodot, Historien 7, 72.</ref>
Das Gebiet war mehrfach mit der Heraklessage verbunden. So stand er im Rahmen der Argonautensage den Mariandynern gegen die Bebryker bei<ref>Bibliotheke des Apollodor 2, 5, 9</ref> – Kämpfe, auf die der mariandynische Threnos zurückgeführt wurde.<ref>Aischylos, Die Perser 937.</ref> Der mariandynische König Daskylos oder dessen Sohn Lykos nahmen den Helden auf, als dieser den Gürtel der Hippolyte suchte.<ref>Apollonios von Rhodos, Argonautika 2, 775–791; Scholion zu Apollonios von Rhodos, Argonautika 2, 724. 752.</ref> Schließlich war der Eingang zur Unterwelt auf dem Gebiet der Mariandyner zu finden<ref>Apollonios von Rhodos, Argonautika 2, 351–353.</ref> und Herakles stieg dort in die Acherousische Höhle hinab, um den Kerberos zu holen.<ref>Pomponius Mela 1, 103; Plinius, Naturalis historia 27, 4.</ref>
Um 560 v. Chr. gründeten Megarer auf dem Gebiet der Mariandyner die Stadt Herakleia Pontike, vertrieben sie in mehreren Kriegen in das Hinterland<ref>Pausanias 5, 26, 7; Justinus 16, 3.</ref> und überführten sie für einige Zeit in einen den Heloten verglichenen, sklavenähnlichen Status.<ref>Platon, Nomoi 6, 776d; Strabon 12, 3, 4; Athenaios, Deipnosophistae 6, 263d.</ref> Nachdem Kroisos sein Reich bis an den Halys ausgedehnt hatte, gehörten die Mariandyner zu den unterworfenen Völkerschaften.<ref>Herodot, Historien 1, 28.</ref> Im Perserreich waren sie Teil der dritten, Katpatuka genannten Satrapie und tributpflichtig.<ref>Herodot, Historien 3, 90.</ref> Unter der Führung des Gobryas nahmen die Mariandyner 480 v. Chr. am Zug des Xerxes teil.<ref>Herodot, Historien 7, 72.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Walther Ruge: Mariandynoi. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band XIV,2, Stuttgart 1930, Sp. 1747–1749.
- Konrat Ziegler: Mariandynoi. In: Der Kleine Pauly (KlP). Band 3, Stuttgart 1969, Sp. 1024 f.
- Uwe Heinemann: Stadtgeschichte im Hellenismus. Die lokalhistoriographischen Vorgänger und Vorlagen Memnons von Herakleia. Utz, München 2010, S. 201–208
Anmerkungen[Bearbeiten]
<references />