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Marianne Lederer

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Datei:MarianneLederer.jpg
Marianne Lederer (2018)

Marianne Lederer (* 1934 in Paris; † 10. April 2026) war eine französische Übersetzungswissenschaftlerin. Sie war von 1990 bis 1999 Direktorin der École Supérieure d'Interprètes et de Traducteurs (ESIT) an der Universität Paris III (Sorbonne Nouvelle).

Leben[Bearbeiten]

Marianne Lederer war ab 1960 Mitglied der AIIC und ab 1979 Professor an der Universität Paris III - Sorbonne Nouvelle. 10 Jahre lang war sie Direktorin der ESIT (École Supérieure d’Interprètes et de Traducteurs).<ref name="test">Visit of Mrs. Marianne Lederer. Holy Spirit University of Kaslik, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. Juni 2015; abgerufen am 19. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 1981 legte sie ihre Habilitationsschrift La traduction simultanée – Fondements théoriques vor.

Lederer gehörte zu den Vertretern der sogenannten Pariser Schule. Zusammen mit der Translationswissenschaftlerin Danica Seleskovitch entwickelte sie die Theorie des Sinns, die später auch als Interpretive Theory of Translation bekannt wurde. Ziel war es, den Übersetzungsprozess näher zu beschreiben. Die Theorie ging von der Beobachtung des mündlichen Übersetzens (Dolmetschen) aus, dehnte sich jedoch rasch auch auf das schriftliche Übersetzen aus.

Sie unterstreicht die wichtige Rolle der aus dem „bagage cognitif“, dem Wissens- und Erfahrungsfundus des Übersetzers, entnommenen außersprachlichen Kenntnisse, sowie der Berücksichtigung von Kontext und Situation für das Verständnis einer Aussage.

Dieser Theorie zufolge, die heute auch von der Kognitionswissenschaft bestätigt wird, verschwinden die sprachlichen Zeichen zum großen Teil, sobald die (mündliche oder schriftliche) Aussage verstanden wurde; Danica Seleskovitch nannte dieses (in der einsprachigen Kommunikation allgegenwärtige) Phänomen die „Deverbalisierung“. So kann sich der Dolmetscher wie auch der Übersetzer vom Einfluss der Ausgangssprache befreien und das Gesagte in seiner Sprache auf idiomatische Weise zum Ausdruck bringen.

Gemeinsam verfassten Marianne Lederer und Danica Seleskovitch eine Vielzahl von Publikationen.<ref>Erich Prunc: Entwicklungslinien der Translationswissenschaft: Von den Asymmetrien der Sprachen zu den Asymmetrien der Macht. 2. Auflage. Frank & Timme, 26. November 2010, S. 114.</ref> Marianne Lederer erhielt 2002 den Danica-Seleskovitch-Preis.

Lederer starb am 10. April 2026.<ref>Marianne Lederer (1934–2026). In: L’Association Danica Seleskovitch. Abgerufen am 18. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • La traduction simultanée – Fondements théoriques. Minard Lettres Modernes, Paris 1981
  • Etudes traductologiques. Minard Lettres Modernes, Paris 1990 (dir.)
  • La traduction aujourd’hui – le modèle interprétatif. Hachette, Paris 1994. Nouvelle édition revue et corrigée. Minard Lettres Modernes, Caen 2006
  • Interpréter pour Traduire. Les Belles Lettres, Paris 2014 (5e édition revue et corrigée, en collab. avec D. Seleskovitch)
  • Pédagogie raisonnée de l’interprétation. Coédition Office des Communautés européennes (OPOCE) et Didier Erudition, Luxembourg / Bruxelles / Paris 2001 (2e édition revue et augmentée; en collab. avec D. Seleskovitch)

Literatur[Bearbeiten]

  • Danica Seleskovitch, Marianne Lederer: A Systematic Approach to Teaching Interpretation. Aus dem Französischen von Jacolyn Harmer. RID, Washington 1995
  • Marianne Lederer: Translation: the Interpretive Model. Aus dem Französischen von Ninon Larché. St. Jerome Publishing, Manchester 2003
  • Danica Seleskovitch: Der Konferenzdolmetscher: Sprache und Kommunikation. Aus dem Französischen von Inge Haas. Julius Groos, Heidelberg 1988
  • Erich Prunc: Entwicklungslinien der Translationswissenschaft: Von den Asymmetrien der Sprachen zu den Asymmetrien der Macht. 2. Auflage. Frank & Timme, 26. November 2010
  • Julian Maliszewski (Hrsg.): Diskurs und Terminologie beim Fachübersetzen und Dolmetschen. Discourse and Terminology in Specialist Translation and Interpreting. Peter Lang, Frankfurt am Main 2010

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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