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Marie Marcks

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Datei:Marie Marcks 2006.jpg
Marie Marcks (2006)

Marie Marcks (* 25. August 1922 in Berlin; † 7. Dezember 2014 in Heidelberg) war eine deutsche Zeichnerin und Karikaturistin.

Leben[Bearbeiten]

Marie Marcks wuchs in Berlin auf. Ihr Vater Dietrich Marcks<ref name="Caricatura_2012" /> (1882–1969) war Architekt, der im Büro von Peter Behrens arbeitete,<ref>Walter Gropius - Der Architekt, der die Regeln neu schrieb. In: shop.bauhaus-movement.com, aufgerufen am 31. Juli 2026.</ref> und Bauleiter archäologischer Ausgrabungen in Ägypten.<ref>Marianne Eaton-Krauss: Bernard V. Bothmer, Egyptologist in the Making, 1912 Through July 1946. 2019, Zaphon, Münster, ISBN 978-3-96327-048-2, S. 65.</ref> Ihre Mutter Else Marcks-Penzig war eine Buch-Grafikerin und führte eine private Kunstschule.<ref name="wbdm_2015" /> Der Bildhauer Gerhard Marcks ist ihr Onkel. Nach ihrer Gymnasialzeit auf dem reformpädagogischen Internat Birklehof in Hinterzarten (Schwarzwald) und einer Ausbildung an der Kunstschule ihrer Mutter studierte Marie Marcks, noch während des Zweiten Weltkrieges, einige Semester Architektur in Berlin und Stuttgart. Nach Abbruch ihres Studiums arbeitete Marie Marcks ab 1948 in Heidelberg<ref name="Kurpfälzisches_Museum_2000" /> als selbständige Kunstschaffende.

In den 1940er und 1950er Jahren schuf sie vorwiegend Plakate, 1958 bekam sie die grafische Gestaltung des bundesdeutschen Beitrags auf der Expo 58, der Weltausstellung in Brüssel, übertragen.<ref name="faz20141207" />

Anfang der 1960er Jahre begann sie, Karikaturen zu veröffentlichen. Ihre ersten Werke erschienen in der Zeitschrift atomzeitalter von Claus Koch, bei der sie von 1963 bis 1966 als feste Karikaturistin arbeitete.<ref name="faz20141207" /> Im Laufe der Zeit erweiterte sie ihre Zeichnungen auf Themen aus dem gesellschaftspolitischen und feministischen Bereich. Damit wurde sie eine der bedeutendsten Karikaturistinnen der Bundesrepublik Deutschland. Marie Marcks veröffentlichte zahlreiche Bücher, regelmäßig Karikaturen in weit verbreiteten Publikationen wie der Süddeutschen Zeitung,<ref>Paul Katzenberger: Marie Marcks zum 90.: „Ab heute sagen wir Penis.“ In: Süddeutsche Zeitung, 25. August 2012, mit 17 Karikaturen, aufgerufen am 30. Juli 2026.</ref> dem Stern, dem Spiegel, Titanic und Vorwärts sowie autobiografische Aufzeichnungen aus dem Familienalltag.

1984 und 1989 erschien in zwei Bänden ihre gezeichnete Autobiographie Marie, es brennt! und Schwarz-weiß und bunt mit zusammen über 300 Seiten. Dabei kollagierte sie ihre frühen Werke in neue Zeichnungen.

Ihre Bilder, schwarz-weiß oder mit Buntstift, sind oft mit Sprechblasen oder Untertexten zu Momentaufnahmen einer Entwicklung(sgeschichte) konzentriert. Detailreichtum und Wortwitz sind typische Merkmale. Marcks bezog häufig eine dezidierte Position in politischen Tagesfragen kommunaler oder bundesweiter Politik. Sie war zeichnerisch eine Weg- und Zeitgenossin der viel jüngeren Franziska Becker und Claire Bretécher. In ihren Bildern tauchen immer wieder Hinweise auf die zeitgenössische Kunst auf. Bis kurz vor ihrem Tod im Alter von 92 Jahren zeichnete sie noch, in einem Interview bezeichnete sie die Zeit zwischen 60 und 80 sogar als ihre produktivste.<ref>Anne Haeming: Legendäre Zeichnerin Marie Marcks: „An jeder Ecke waren Altnazis“. In: spiegel.de, 9. August 2012, Interview, mit 11 Bildern.</ref>

Ihr Stil begann in den 1960er Jahren mit Anklängen an Bosc und Chaval. Einflussreich für ihre Entwicklung waren die französische Satire-Zeitschrift Hara-Kiri und Jean-Marc Reiser. Im Laufe der Zeit erarbeitete sie sich ihre unverwechselbaren Figuren mit langen Nasen. Ihre Zusammenarbeit mit der Neuen Frankfurter Schule gilt als Einfluss für die Entwicklung einer Nonsens-Art, aus der Sigmar Polke oder Martin Kippenberger hervorgegangen sind.<ref name="faz20141207" />

Sie wurde Mutter von fünf Kindern,<ref>Bettina Wolf: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.„Eine gute Mutter? Diese Frage stellte sich früher überhaupt nicht!“ (Memento vom 10. Dezember 2022 im Internet Archive). In: StadtLandKind, 2013, erschienen am 18. März 2020, Interview.</ref> drei Töchtern und zwei Söhnen.<ref>Traueranzeige für Marie Marcks. In: FAZ, 13. Dezember 2014, aufgerufen am 31. Juni 2026.</ref> Im August 1944 wurde sie zum ersten Mal Mutter<ref name="wbdm_2015" /> und lebte seit 1948<ref name="Kurpfälzisches_Museum_2000" /> in Heidelberg. In Heidelberg ist die Marie-Marcks-Schule<ref>Marie-Marcks-Schule – Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum. In: marie-marcks-schule.de. 2023, abgerufen am 30. Juli 2026.</ref> und die Marie-Marcks-Straße nach ihr benannt.<ref>Stadtplan: Heidelberg: Marie-Marcks-Straße, in: OpenStreetMap.org, aufgerufen am 30. Juni 2026.</ref>

Marie Marcks’ künstlerischer Nachlass wurde 2013 mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder durch das Deutsche Museum für Karikatur und Zeichenkunst Wilhelm Busch in Hannover aufgekauft, das von Mai bis Oktober 2015 eine Retrospektive der Künstlerin organisierte.<ref name="faz20141207" /><ref name="wbdm_2015" /> Zu ihrem 100. Geburtstag erschien 2022 eine zweibändige Werkausgabe.<ref>Martina Knoben: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Marie Marcks zum Hundertsten. Vom Risiko, eine Frau zu sein. (Memento vom 24. August 2022 im Internet Archive). In: Süddeutsche Zeitung, 24. August 2022, aufgerufen am 30. Juli 2026.</ref>

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

  • Weißt du, daß du schön bist? Werner Raith Verlag, Starnberg 1974, ISBN 3-921121-62-0.
  • Ich habe meine Bezugsperson verloren. Frauenbuchverlag Weismann Verlag, München 1974, ISBN 3-921121-74-4.
  • Immer ich! Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1976, ISBN 3-499-20109-7.
  • Alle dürfen, bloß ich nicht. Frauenbuchverlag Weismann Verlag, München 1976, ISBN 3-921040-40-X.
  • Vatermutterkind. Quelle & Meyer, Heidelberg 1977
  • Krümm dich beizeiten! Quelle & Meyer, Heidelberg 1977, ISBN 3-494-00916-3.
  • Euch geht’s zu gut! Frauenbuchverlag Weismann Verlag, München 1978, ISBN 3-921040-81-7.
  • Die paar Pfennige. Rowohlt Verlag, Reinbek b. Hamburg 1979.
  • Schöne Aussichten. Elefanten Press Verlag, Berlin 1980, ISBN 3-88520-031-7.
  • Reinbeker Bilderbogen. Rowohlt Verlag, Reinbek b. Hamburg 1980.
  • Nudeln mit Tomatensoße. Beltz & Gelberg Verlag, Weinheim 1981
  • Wie Hans groß und stark wurde. Beltz & Gelberg Verlag, Weinheim 1981.
  • Es war einmal ein Mädchen. Beltz & Gelberg Verlag, Weinheim 1981.
  • Sachzwänge. Wilhelm Heyne Verlag, 1981, ISBN 3-453-35611-X.
  • Sichelmond und Sterne. eine Mutmacher-Geschichte. Beltz & Gelberg Verlag, Weinheim 1981, DNB 20367524X.
  • Roll doch das Ding, Blödmann! Frauenbuchverlag Weismann Verlag, München 1981, ISBN 3-921040-97-3.
  • Darf ich zwischen Euch? Diogenes Verlag, Zürich 1982, ISBN 3-257-00315-3.
  • Wer hat dich, du schöner Wald… Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1983, ISBN 3-499-20326-X.
  • Marie, es brennt! Frauenbuchverlag Weismann Verlag, München 1984, ISBN 3-88897-108-X.
  • O glücklich, wer noch hoffen kann, aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen. Elefanten Press Verlag, Berlin 1985, ISBN 3-88520-155-0.
  • Vergiß nicht, meine Blumen zu gießen! dtv, München 1985, ISBN 3-423-10471-6.
  • Die Unfähigkeit zu mauern. Frauenbuchverlag Weismann Verlag, München 1987, ISBN 3-88897-126-8.
  • Schwarz-weiß und bunt. Verlag Antje Kunstmann, München 1989, ISBN 3-88897-138-1.
  • Lemminge, M. M.'s systematische Frühwarnungen. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-596-28366-3.
  • Prost, die Herren! Verlag Antje Kunstmann, München 1992, ISBN 3-88897-067-9.
  • Wohnen in besonderen Lebenslagen. AWO Neckar-Odenwald, Mosbach 1993.
  • Faxen mit Marie Marcks. Walter Podszun, Brilon 1994, ISBN 3-86133-122-5.
  • Kalender von März bis Februar, Gleichstellung von Frauen und Männern. Wenn du nicht Teil der Lösung bist, bist du Teil des Problems. Ministerium für Frauen, Arbeit, Gesundheit und Soziales, 1994.
  • Else Marcks-Penzig. Typographische Gesellschaft, München 1995.
  • Marie, es brennt! Verlag Antje Kunstmann, München 1995, ISBN 3-88897-151-9.
  • Du siehst nie, was ich für dich tue! Verlag Antje Kunstmann, München 1997, ISBN 3-88897-186-1.
  • Sternstunden der Menschheit – von Marie Marcks. Karikaturen der letzten 50 Jahre. Hrsg. von Thomas Werner. Anlässlich einer Ausstellung im Kurpfälz. Museum der Stadt Heidelberg. Edition Braus im Wachter Verlag, 2000, ISBN 3-926318-73-2.
  • Hast du jetzt den Überblick? Verlag Antje Kunstmann, München 2002, ISBN 3-88897-316-3.
  • Niemand welkt so schön wie du! Verlag Antje Kunstmann, München 2005, ISBN 3-88897-409-7.
  • Meister der komischen Kunst: Marie Marcks. Verlag Antje Kunstmann, München 2011, ISBN 978-3-88897-717-6.
  • Nichts gegen Männer … Karikaturen und Zeichnungen von Marie Marcks. Ausstellungskatalog. Hrsg. von Gisela Vetter-Liebenow. Anlässlich einer Ausstellung im Deutschen Museum für Karikatur und Zeichenkunst, Hannover, 2015.
  • Die große Marie Marcks. Zweibändige Werkausgabe. Verlag Antje Kunstmann, München 2022, ISBN 978-3-95614-520-9.

Einzelausstellungen[Bearbeiten]

vgl. Ausstellungskalender auf marie-marcks.de<ref name="Ausstellungskalender_Tai_Lüdicke">Tai M. Lüdicke [1]: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Ausstellungen. (Memento vom 25. Januar 2022 im Internet Archive). In: marie-marcks.de, 2012.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Werner (Hrsg.): Sternstunden der Menschheit – von Marie Marcks. Karikaturen der letzten 50 Jahre. Anlässlich einer Ausstellung im Kurpfälzischen Museum der Stadt Heidelberg. Edition Braus im Wachter Verlag, 2000, ISBN 3-926318-73-2, Inhaltsverzeichnis, besonders S. 273–275.
  • Michael Buselmeier (Hrsg.): Erlebte Geschichte erzählt 1994–1997. Das Wunderhorn, Heidelberg 2000, ISBN 3-88423-175-8, Inhaltsverzeichnis, S. 221–235, (Gespräch mit Marie Marcks über ihr Leben und Schaffen).
  • W. P. Fahrenberg (Hrsg.): Meister der komischen Kunst: Marie Marcks. Verlag Antje Kunstmann, München 2011, ISBN 978-3-88897-717-6, besonders S. 105–110.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Marie Marcks – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="faz20141207"> Andreas Platthaus: Emanzipation als Lebensform. Zum Tod von Marie Marcks. In: FAZ. 7. Dezember 2014 (archive.org). </ref> <ref name="wbdm_2015"> Nichts gegen Männer … Karikaturen und Zeichnungen von Marie Marcks. Ausstellung: 31. Mai bis 11. Oktober 2015. In: Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst. Abgerufen am 30. Juli 2026. </ref> </references>

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