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Marietheres List

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Marietheres List (* 5. Januar 1946 in München; † 20. Februar 2018<ref name="MBZ">Ulrich Kelber: Marietheres List stellte Weichen. Nachruf. In: Mittelbayerische Zeitung vom 21. Februar 2018. Abgerufen am 22. Februar 2018.</ref> in Pentling bei Regensburg) war eine deutsche Theaterwissenschaftlerin und Intendantin.

Leben[Bearbeiten]

Ausbildung und Stationen[Bearbeiten]

Marietheres List, die Tochter von Herbert List<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Herbert List (Memento des Vorlage:IconExternal vom 23. Februar 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.staatsoper.de. Biografie. Offizielle Internetpräsenz. Bayerische Staatsoper. Abgerufen am 22. Februar 2018.</ref> († 1988), der 1954 bis 1977 Leiter des Künstlerischen Betriebsbüros an der Bayerischen Staatsoper München war, stammte aus einem künstlerischen Elternhaus. Ihr Vater war Regisseur, ihre Mutter Opernsängerin.<ref name="MBZ"/> Ihre ersten Theatererfahrungen machte List bereits im Kindesalter.<ref name="MBZ"/> List erhielt ab dem Alter von fünf Jahren Ballettunterricht, tanzte im Kinderballett, wo sie u. a. neben Heinz Bosl ihren ersten Auftritt hatte, und erhielt Gesangsunterricht.<ref name="Schwäbische">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Marietheres List räumt Chefsessel beim Theater (Memento des Vorlage:IconExternal vom 23. Februar 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schwaebische.de. In: Schwäbische Zeitung vom 15. Juli 2002. Abgerufen am 22. Februar 2018.</ref> Ihr Stimmumfang reichte jedoch für eine Karriere als Sängerin nicht aus, sodass List sich für das Theater- und Musikmanagement als Berufswunsch entschied.<ref name="Schwäbische"/>

List studierte dann Theaterwissenschaft und Musikgeschichte.<ref name="NKr">Die langjährige Intendantin Marietheres List ist tot: Kreativ, feinsinnig, humorvoll. Nachruf. Nachtkritik.de vom 22. Februar 2018. Abgerufen am 22. Februar 2018.</ref> Sie war zunächst Mitarbeiterin ihres Vaters. Nach Regiehospitanzen und Tätigkeiten beim Fernsehen war sie ab der Spielzeit 1974/75 bis 1982 Leiterin der Künstlerischen Betriebsbüros in Graz, ab 1977 der Städtischen Bühnen Nürnberg und schließlich ab 1979 in derselben Funktion an der Württembergischen Staatsoper Stuttgart.<ref name="NKr"/> 1983 übernahm sie kurzzeitig das Management des Dirigenten Lamberto Gardelli, bevor sie anschließend als Persönliche Referentin des Generalintendanten und als Chefdisponentin an das Gelsenkirchener Musiktheater im Revier wechselte.<ref name="NKr"/> 1985 wurde sie Künstlerische Betriebsdirektorin und Stellvertreterin des Intendanten beim Theater Essen und der Philharmonie Essen.<ref name="NKr"/> Ab 1986 war sie Stellvertretende Operndirektorin am Opernhaus von Nizza.<ref name="NKr"/>

Intendantin in Regensburg[Bearbeiten]

Im April 1987 wurde sie vom Regensburger Stadtrat zur Intendantin des Städtischen Bühnen Regensburg gewählt.<ref name="MBZ"/> List setzte sich dabei im Auswahlverfahren gegen mehr als 50 männliche Mitbewerber durch. Sie war in dieser Funktion die erste Frau an der Spitze eines staatlichen oder kommunalen Theaters.<ref name="MBZ"/>

List war von 1988 bis 2002 Intendantin der Städtischen Bühnen Regensburg. Ihr Amt trat List im Oktober 1988 zum Spielzeitbeginn der Theatersaison 1988/89 an. Die erste von ihr verantwortete Premiere war die Verdi-Oper Un ballo in maschera, wofür sie Wolfgang Brendel (Bayerische Staatsoper München) als Gast verpflichtete. In der Theaterorganisation schuf sie zu Beginn ihrer Amtszeit neue Stellen für Schauspiel- und Musikdramaturgen und installierte einen Pressereferenten für die Werbung und die Vermarktung des Theaters. Im Schauspiel und Musiktheater arbeitete List fast ausschließlich mit Gastregisseuren. Besondere Aufmerksamkeit widmete List dem Musiktheater.<ref name="MBZ"/> Unter ihrer Amtszeit wurden u. a. Kammeropern von Franz Hummel und Enjott Schneider uraufgeführt.<ref name="MBZ"/> Auch das Musical setzte List regelmäßig auf den Spielplan.<ref name="MBZ"/> Als ihr größter Erfolg an den Städtischen Bühnen Regensburg gilt die Etablierung eines eigenständigen Balletts.<ref name="MBZ"/> Als Choreograph und Leiter engagierte sie Dieter Gößler, den ehemaligen Solo-Tänzer der Städtischen Bühnen Nürnberg, den sie noch aus ihrer Nürnberger Zeit kannte.<ref name="MBZ"/> Unter Lists Intendanz erfolgte die erfolgreiche Sanierung des Hauses am Bismarckplatz (1997–2001) und der Ausbau der historischen Radsporthalle „Velodrom“ zur zweiten festen großen Spielstätte der Städtischen Bühnen Regensburg.<ref name="Schwäbische"/><ref name="NKr"/> List gilt auch als Entdeckerin und Mentorin des österreichischen Regisseurs und späteren Staatstheater-am-Gärtnerplatz-Intendanten Josef Ernst Köpplinger.

Während Lists Amtszeit wurden an den Städtischen Bühnen Regensburg etwa 300 Produktionen realisiert.<ref name="Schwäbische"/> Zu den insgesamt mehr als 6000 Vorstellungen in den verschiedenen Spielstätten kamen rund 1,3 Millionen Besucher.<ref name="Schwäbische"/> Ihre Amtszeit endete mit dem Ende der Spielzeit 2001/02. Ihr Nachfolger wurde Ernö Weil.<ref name="Schwäbische"/>

Privates[Bearbeiten]

Nach dem Ende ihrer Amtszeit ließ sich List, die in ihren ersten Regensburger Jahren im Hotel gelebt hatte, dauerhaft in Regensburg nieder.<ref name="MBZ"/> Ihre letzten öffentlichen Auftritte hatte sie im Jahre 2016, u. a. bei den 34. Bayerischen Theatertagen in Regensburg.<ref name="MBZ"/>

List war unverheiratet. Die letzten Monate vor ihrem Tode lebte sie in einem Hospiz. Im Februar 2018 starb List „nach schwerer Krankheit“ im Alter von 72 Jahren.<ref name="MBZ"/>

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Kosch (Hrsg.): Deutsches Theaterlexikon. Nachtragsband, Teil 3. K – L. De Gruyter, Berlin [u. a.]. Dezember 2014. Seite 362. ISBN 978-3-11-031137-2. (abgerufen über De Gruyter Online).
  • Monika Beer: Marietheres List. Porträt und Interview. In: Opernwelt. Ausgabe 7/1989. Seite 15–17.
  • Jörg Riedlbauer: Marietheres List: „Es kommt auf das Ergebnis an!“. Deutschlands erste Intendantin. Interview. In: Orpheus. Ausgabe 3/1989. Seite 182–185.
  • Theater Regensburg (Hrsg.): Marietheres List – 14 Jahre Intendantin in Regensburg. Verlag: Städtisches Theater. Regensburg 2002.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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