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Marjane Satrapi

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Marjane Satrapi (2007)

Marjane Satrapi <phonos file="LL-Q150 (fra)-Exilexi-Marjane Satrapi.wav">anhören</phonos>/? (persisch مرجان ساتراپی {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) [Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.mærˈʤɔːn sɔːtrɔːˈpiː], französisch [Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.maʁˈʒan satʁaˈpi]), auch Marjane Ripa-Satrapi (geboren als Marjan-e Ebrahimi am 21. September 1969 in Rascht, Iran;<ref name=":0" /><ref></ref> † 3. Juni<ref name=":0" /> 2026 in Paris<ref name="Spiegel"></ref><ref>Mort de Marjane Satrapi, artiste franco-iranienne autrice de « Persepolis », à l’âge de 56 ans. In: la-croix.com. 4. Juni 2026, abgerufen am 4. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>), war eine iranisch-französische Comiczeichnerin, Illustratorin von Kinderbüchern, Filmemacherin und Malerin.<ref name="france24-2026-06-04">French-Iranian author Marjane Satrapi, author of ‘Persepolis’, dies of ‘sadness’ at 56. In: France 24. 4. Juni 2026, abgerufen am 4. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Werdegang[Bearbeiten]

Satrapi wuchs in einer Mittelstandsfamilie in Teheran auf. Ihr Vater war Ingenieur, ihre Mutter entwarf Kleider. Beide Eltern gehörten einem kosmopolitisch-linken Milieu an.<ref name="nyt-2026-06-04">Amelia Nierenberg; Ségolène Le Stradic: Marjane Satrapi, the Author of ‘Persepolis’, Dies at 56. In: The New York Times. 4. Juni 2026, abgerufen am 4. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ein Onkel Satrapis wurde nach der Revolution als angeblicher sowjetischer Spion inhaftiert und hingerichtet.<ref name="nyt-2026-06-04" /> 1984 schickten ihre Eltern sie auf die französische Schule in Wien, damit sie den Auswirkungen der Islamischen Revolution und dem 1. Golfkrieg entfliehen konnte.<ref name="bbc-2026-06-04">Paul Glynn: Oscar-nominated Persepolis author Marjane Satrapi dies aged 56. In: BBC News. 4. Juni 2026, abgerufen am 4. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Vier Jahre später kehrte sie nach Teheran zurück und studierte an der Islamischen Azad-Universität visuelle Kommunikation, die sie mit einem Masterabschluss beendete.<ref name="bbc-2026-06-04" /> In dieser Zeit heiratete sie; die Ehe wurde später geschieden.<ref name="bbc-2026-06-04" /> 1994 emigrierte sie nach Frankreich, wo sie zunächst in Straßburg lebte und an der Haute École des Arts du Rhin weiterstudierte.<ref name="bbc-2026-06-04" />

Weltweit wurde sie durch ihre Graphic-Novel-Autobiographie Persepolis bekannt. Die vier Bände erschienen in Frankreich zwischen 2000 und 2003; die englischen Übersetzungen folgten 2003 und 2004.<ref name="nyt-2026-06-04" /> Darin zeichnet und beschreibt sie in einfachen, schwarz-weißen Einzelbildern ihre Kindheit in Iran und ihre Jugendjahre in Wien und Teheran. Sie verbindet ihre Lebensgeschichte eng mit der iranischen Geschichte und beschreibt die Auswirkungen der Politik der Revolutionswächter und der Regierung auf den Alltag der iranischen Jugend. Die Hauptfigur Marji erlebt darin den Sturz des Schahs, die Durchsetzung der Islamischen Republik, den Iran-Irak-Krieg und schließlich das Exil in Europa.<ref name="nyt-2026-06-04" /> Das Werk wurde millionenfach verkauft, etablierte Satrapi als eine der international meistgelesenen iranischen Autorinnen und trug dazu bei, westliche Stereotype über die iranische Gesellschaft und Kultur aufzubrechen. Ein Anliegen von Persepolis war es, einer westlichen Leserschaft die Menschlichkeit iranischer Menschen jenseits politischer Feindbilder erkennen zu lassen.<ref name="guardian-2026-06-04">Emma Loffhagen: Marjane Satrapi, creator of Persepolis and acclaimed French-Iranian artist, dies aged 56. In: The Guardian. 4. Juni 2026, abgerufen am 4. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Satrapi verfilmte Persepolis 2007 gemeinsam mit Vincent Paronnaud als Animationsfilm. In der Originalfassung sprachen Chiara Mastroianni die junge Marjane und Catherine Deneuve deren Mutter.<ref name="bbc-2026-06-04" /> In der deutschsprachigen Synchronisation wurde die Hauptfigur von der deutsch-iranischen Schauspielerin Jasmin Tabatabai gesprochen. Der Film Persepolis war 2007 im Wettbewerb der 60. Filmfestspiele von Cannes vertreten und erhielt gemeinsam mit Carlos Reygadas’ Stellet Licht den Preis der Jury. Wenige Monate später wurde Persepolis als offizieller französischer Beitrag für die Nominierung zum besten fremdsprachigen Film bei der Oscar-Verleihung 2008 ausgewählt<ref>Le film « Persépolis » représentera la France aux Oscars 2008. In: Agence France Presse. 18. September 2007, abgerufen am 4. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und für den Europäischen Filmpreis nominiert. Zudem wurde der Film bei der Oscarverleihung 2008 als bester animierter Spielfilm nominiert.<ref name="bbc-2026-06-04" />

Der Film Persepolis wurde im Iran zunächst nicht gezeigt. Satrapi wurde zudem lange als Staatsfeindin, „Hure des Westens“ und Mitarbeiterin von CIA und Mossad beschimpft. Nach der Oscar-Nominierung konnte es sich die Regierung nicht mehr erlauben, einen iranischen Film komplett zu verbieten, dem so viel internationale Anerkennung zuteilwurde – es wäre der erste iranische Film gewesen, der einen Oscar bekommen hätte. Das Teheraner Regime erlaubte daher sieben Vorführungen mit jeweils 75 Zuschauern, wobei 25 Minuten aus dem Film herausgeschnitten wurden, weil sie angeblich sexuelle Szenen enthielten.<ref name="esr">Evolution statt Revolution, Die iranische Filmemacherin Marjane Satrapi über die Kraft von Kunst und Bildung (Interview mit Amira Aslani), in: Frankfurter Rundschau, 68. Jg., 5. Januar 2012, S. 40.</ref>

2008 wurde Satrapi in die Wettbewerbsjury der 61. Filmfestspiele von Cannes berufen. Drei Jahre später verfilmte sie mit Poulet aux prunes erneut einen ihrer Comics gemeinsam mit Vincent Paronnaud. Der Film erhielt 2011 eine Einladung in den Wettbewerb der 68. Internationalen Filmfestspiele von Venedig. Unter dem Titel Huhn mit Pflaumen kam er Anfang 2012 in die deutschen Kinos. Später führte sie bei der Horrorkomödie The Voices mit Ryan Reynolds und bei Radioactive mit Rosamund Pike als Marie Curie Regie.<ref name="bbc-2026-06-04" />

Während Persepolis ein sehr politischer Film ist, sagte Satrapi über Huhn mit Pflaumen in einem Interview: „Man kann sagen, dieser Film ist nicht politisch. Aber was könnte die Vorurteile über ein Land besser widerlegen als eine Geschichte, die erzählt: ‚Am 22. November 1958 stirbt ein Mann aus Liebe zu einer Frau.‘ […] Es ist gut, dass es Demos gibt. Ich mache das nicht mehr. Dafür habe ich zu oft erlebt, wie uneins Menschen sein können, die sich in den Dienst einer Sache stellen. Ich bin Künstlerin und mache das, von dem ich etwas verstehe.“<ref name="esr" />

Neben Comics und Film arbeitete Satrapi auch als Malerin; 2020 zeigte sie eine Serie von Arbeiten, an denen sie nach eigener Darstellung über mehrere Jahre zwischen anderen Projekten gearbeitet hatte.<ref name="france24-2026-06-04" /> Ihr Verhältnis zum Begriff Graphic Novel blieb distanziert, da sie ihn als eine beschönigende Bezeichnung für Comics verstand, die ein bürgerliches Publikum weniger abschrecken solle.<ref name="nyt-2026-06-04" />

Satrapi blieb zeitlebens eine deutliche Gegnerin der klerikalen Führung Irans.<ref name="guardian-2026-06-04" /> Nach dem Tod von Jina Mahsa Amini im Jahr 2022 unterstützte sie die Proteste der Bewegung Frau, Leben, Freiheit und nahm in Paris an Solidaritätskundgebungen für iranische Frauen teil.<ref name="france24-2026-06-04" /> 2023 führte sie in Paris eine Protestaktion vor der iranischen Botschaft an, nachdem fünf Teheraner Jugendliche wegen eines auf TikTok veröffentlichten Tanzvideos festgenommen worden waren.<ref name="bbc-2026-06-04" /> Mit dem Band Femme vie liberté kehrte sie nach Jahren stärkerer Hinwendung zu Film und Malerei auch zum Comic zurück, wobei sie ein kollaboratives Projekt mit iranischen und internationalen Comiczeichnern, Wissenschaftlern und Forschern koordinierte.<ref name="guardian-2026-06-04" /> Das Buch behandelte die Protestbewegung nach Aminis Tod und sollte iranischen Protestierenden zeigen, dass sie international wahrgenommen wurden.<ref name="guardian-2026-06-04" />

Im Januar 2025 teilte Satrapi mit, dass sie den ihr im Juli 2024 von der Kulturministerin Rachida Dati verliehenen Verdienstorden der Ehrenlegion wegen der „heuchlerischen“ französischen Haltung zur Islamischen Republik Iran ablehne. In einem Brief an Rachida Dati begründete sie die Ablehnung mit ihrer Verbundenheit zum Iran und verwies darauf, dass junge Iraner, die nach Freiheit strebten, Dissidenten und Künstler keine Visa erhielten, ebenso wenig Touristen, während die Kinder iranischer Oligarchen sich ohne Probleme in Paris und Saint-Tropez aufhalten könnten.<ref>Kritik an Haltung zum Iran - „Persepolis“-Schöpferin Satrapi lehnt französischen Orden ab. Deutschlandfunk Kultur, 14. Januar 2025, abgerufen am 14. Januar 2025.</ref><ref>Lise Popelin: „Les enfants des oligarques iraniens se baladent à Paris comme à Saint-Tropez“: indignée, l’artiste Marjane Satrapi refuse la Légion d’honneur. In: Le Journal de Dimanche. 14. Januar 2025, abgerufen am 14. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sie betonte zugleich, dass sie Frankreich liebe und ihre Ablehnung nicht gegen die Auszeichnung selbst gerichtet sei.<ref name="france24-2026-06-04" />

Marjane Satrapi lebte zuletzt in Paris. Seit 2006 besaß sie neben der iranischen auch die französische Staatsangehörigkeit.<ref>Regisseurin Marjane Satrapi: "Iran ist meine DNS". In: Der Spiegel. 11. Januar 2012, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 6. August 2026]).</ref> Sie war mit dem schwedischen Produzenten, Schauspieler und Drehbuchautor Mattias Ripa (* 1972) verheiratet, der am 8. April 2025 starb.<ref name="guardian-2026-06-04" /> Nach seinem Tod gründete Satrapi die Mattias and Marjane Ripa-Satrapi Cinema Foundation, die ausländische Studenten unterstützen sollte, welche in Paris Film studieren wollten.<ref name="france24-2026-06-04" />

Sie starb Anfang Juni 2026 im Alter von 56 Jahren. Nach einer Erklärung ihres Umfelds starb sie „ungefähr ein Jahr nach dem Tod von Mattias Ripa, ihrem Ehemann und der Liebe ihres Lebens“.<ref>1969–2026 : Marjane Satrapi ist tot. In: orf.at. 4. Juni 2026, abgerufen am 4. Juni 2026.</ref> Die Grabstätte der Eheleute befindet sich auf dem Pariser Cimetière du Père-Lachaise.<ref name=":0">SATRAPI Marjane (1969-2026). In: Cimetière du Père Lachaise. APPL, 26. Juni 2026, abgerufen am 5. August 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Élysée-Palast würdigte sie nach ihrem Tod als bedeutende Figur der französischen Kultur und als freiheitsliebende Künstlerin, deren Werk eine universelle Botschaft getragen habe.<ref name="bbc-2026-06-04" />

Literarisches Werk[Bearbeiten]

  • 2000, 2001: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), frz. (dt., Persepolis: Band 1 – Eine Kindheit im Iran, 2003, ISBN 3-907055-74-8)
  • 2001: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), frz. (dt., Marie und die Nachtmonster, 2006, ISBN 978-3-8270-5181-3)
  • 2002, 2003: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), frz. (dt., Persepolis: Band 2 – Jugendjahre, 2004, ISBN 3-907055-82-9)
  • 2003: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (dt. Sticheleien, 2005, ISBN 3-907055-97-7)
  • 2004: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (dt., Huhn mit Pflaumen, 2006, ISBN 978-3-03731-006-9)
  • 2004: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (dt., Der Seufzer, 2013, ISBN 978-3-86201-657-0)
  • 2023: als Herausgeberin: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (dt., Frau, Leben, Freiheit, 2023, ISBN 978-3-498-00557-3; engl. Woman, Life, Freedom, 2024), mit Beiträgen u. a. von Joann Sfar, Lewis Trondheim, Paco Roca, Mana Neyestani, Bahareh Akrami.<ref name="guardian-2026-06-04" />

Filmografie[Bearbeiten]

Auszeichnungen, Ehrungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Marjane Satrapi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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