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Mark Carney

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Datei:Mark Carney im Bundeskanzleramt 2025 (cropped).jpg
Mark Carney (2025)

Mark Joseph Carney (* 16. März 1965 in Fort Smith, Nordwest-Territorien) ist ein kanadischer Politiker der Liberalen Partei Kanadas, Manager und ehemaliger Zentralbankdirektor. Er wurde am 9. März 2025 zum Vorsitzenden der Liberalen Partei Kanadas gewählt und am 14. März als Premierminister Kanadas vereidigt. In beiden Ämtern folgte er auf Justin Trudeau. Seit der Unterhauswahl 2025 sitzt er als Abgeordneter für den Wahlkreis Nepean im kanadischen Parlament. Carney war von 2008 bis 2013 Gouverneur der Bank of Canada und wurde durch sein Management der Finanzkrise bekannt, die Kanada besser als viele westliche Länder überstand. Von 2013 bis 2020 war er der erste ausländische Gouverneur der Bank of England.

Kindheit und Ausbildung[Bearbeiten]

Carney wurde in Fort Smith in den Northwest Territories geboren.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL In: CBC News, 26. November 2012 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref name="Scoffield">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Sein Vater Bob war Schuldirektor und später Professor für Lehramt an der University of Alberta in Edmonton. Dies führte dazu, dass die Familie (Carney war damals sechs Jahre alt) umziehen musste. Carney hat einen älteren Bruder (Sean), eine ältere Schwester (Brena) und einen jüngeren Bruder Brian. Carneys Mutter war Grundschullehrerin, eine Zeitlang Hausfrau (bis Mark 10 Jahre alt war) und arbeitete dann an einer Universität.<ref>UBC Chronicle</ref>

Carney und seine beiden Brüder studierten an der Harvard University. Carney beendete sein Studium in Harvard 1988 mit dem Bachelor in Ökonomie.<ref name="Scoffield" /> Später ging er an die University of Oxford, wo er 1993 am St Peter’s College seinen Masterabschluss und zwei Jahre später am Nuffield College seinen Doktorgrad jeweils in Wirtschaftswissenschaft erwarb.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.bankofengland.co.ukMark Carney – Governor, Bank of England (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2025. Suche im Internet Archive)</ref><ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Thema seiner Dissertation war The dynamic advantage of competition.<ref>Chris Giles: Mark Carney: the new broom. In: Financial Times, 28. Juni 2013.</ref>

Karriere als Manager und Zentralbanker[Bearbeiten]

Carney begann seine Karriere bei der Investmentbank Goldman Sachs, wo er dreizehn Jahre beschäftigt war. Er arbeitete in deren Niederlassungen London, Tokio, New York und Toronto.<ref>businessinsider.de</ref> Er war Vizevorsitzender der Abteilung für Länderrisiko, Executive Director für den Bereich Emerging Debt Capital Markets (Anleihenmärkte in Schwellenländern) und Managing Director im Investment Banking.

Im August 2003 wurde er Mitglied des Direktoriums und stellvertretender Präsident (deputy governor) der kanadischen Zentralbank. Er war von 2004 bis 2007 Senior Associate Deputy Minister, einer der ranghöchsten Beamten im kanadischen Finanzministerium, wo er zuerst unter dem liberalen Minister Ralph Goodale und dann unter dem Konservativen Jim Flaherty arbeitete. In dieser Funktion vertrat er Kanada auch bei Verhandlungen zu Finanzfragen in der G7. Vom 1. Februar 2008 bis zum 3. Juni 2013 war er Präsident (governor) der Bank von Kanada und wurde dabei vor allem für seine Handhabung der Finanzkrise 2008 gelobt.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Bloomberg v. 20. November 2009 "Carney Shows How Canada Controls Risk So Central Banks Can Too" (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive)</ref> Am 3. Juni 2013 wurde er von Stephen Poloz abgelöst.

Datei:Mark Carney World Economic Forum 2013 (2).jpg
Carney während des WEFs 2013

Carney wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2013 auf Vorschlag des britischen Finanzministers (Schatzkanzlers) George Osborne (Tory) zum Governor der Bank of England ernannt, wo er die Nachfolge von Mervyn Allister King antrat; er war somit der erste Ausländer auf diesem Posten in der 319-jährigen Geschichte der Bank of England.<ref>Mark Carney takes over as head of Bank of England. BBC, 30. Juni 2013, abgerufen am 29. Juli 2013.</ref> Im Jahr 2016 nannte Carney den EU-Austritt des Vereinigten Königreichs das „größte Risiko für Großbritanniens finanzielle Stabilität“.<ref>EU referendum: Mark Carney warns Brexit is biggest risk to Britain's financial stability. In: The Telegraph. 8. März 2016, abgerufen am 2. Juli 2016.</ref> Diese und andere kritische Äußerungen zum EU-Austritt machten ihn bei „Brexit“-Befürwortern unbeliebt. Der (ultra-)konservative Abgeordnete Jacob Rees-Mogg charakterisierte ihn in einem Interview vom 28. November 2018 als einen „gescheiterten zweitklassigen kanadischen Politiker“, der schon vielfach unzutreffende Voraussagen gemacht habe.<ref>Jacob Rees-Mogg calls Mark Carney a 'failed-second tier politician'. BBC News, 28. November 2018, abgerufen am 28. November 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Carneys Amtszeit endete am 15. März 2020, sein Nachfolger wurde Andrew Bailey.<ref>Andrew Bailey announced as new Governor of the Bank of England. Bank of England, 20. Dezember 2019, abgerufen am 14. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zwischen 2011 und 2018 war er zudem Vorsitzender des Financial Stability Board (FSB), einer Institution der G20 mit Hauptsitz in Basel.<ref>Bank of Canada's Mark Carney - Personal and career highlights at a glance. CBC News, 3. November 2011, abgerufen am 30. Juni 2012.</ref>

Nach seinem Ausscheiden aus der Zentralbank wurde Carney im Oktober 2020 stellvertretender Vorsitzender des Vermögensverwalters Brookfield Asset Management, wo er für die ESG-Kriterien (Environmental, Social and Governance) zuständig war. Zusätzlich übernahm er im Februar 2021 einen Posten im Board of Directors des Zahlungsdienstleisters Stripe.<ref>Kanishka Singh: Former Bank of England Governor Carney joins board of digital payments company Stripe. Reuters, 21. Februar 2021.</ref> Der Haupteigentümer Michael Bloomberg ernannte Carney im August 2023 zum Vorstandsvorsitzenden des Finanzinformations- und Medienunternehmens Bloomberg.<ref>Peter Hoskins: Former Bank of England boss to head Bloomberg board. BBC News, 22. August 2023.</ref>

Politik[Bearbeiten]

Laut Carney bot der damalige Premierminister Stephen Harper (Konservative) ihm 2012 – während seiner Amtszeit als Präsident der Bank von Kanada – das Amt des Finanzministers in seiner Regierung an. Er habe abgelehnt, weil er einen direkten Wechsel von der Spitze der Zentralbank in ein politisches Amt für unangemessen hielt.<ref>Benjamin Lopez Steven: Mark Carney says former prime minister Stephen Harper asked him to be finance minister. CBC News, 16. Februar 2025.</ref> Auch Vertreter der Liberalen Partei warben damals um Carney und versuchten ihn zu überzeugen, sich als Vorsitzender ihrer Partei zu bewerben.<ref>Greg Weston: Can the Liberals really snag Mark Carney for leader? CBC News, 27. September 2012.</ref>

Aufstieg zum Parteichef und Premierminister[Bearbeiten]

2025 gab Carney seine Kandidatur für den Parteivorsitz der Liberalen Partei Kanadas bekannt, nachdem Justin Trudeau seinen Rückzug als Parteichef und Premierminister angekündigt hatte. Auf dem Parteitag am 9. März 2025 wurde er mit 85,9 % der Stimmen bereits im ersten Wahlgang als Parteichef gewählt und daraufhin am 14. März von Mary Simon, der Generalgouverneurin Kanadas, als 24. Premierminister Kanadas vereidigt.<ref>Liberal leadership race: Mark Carney chosen as new Liberal leader. CBC, 9. März 2025, abgerufen am 9. März 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Majid Sattar: Kanada: Mark Carney soll als Ministerpräsident vereidigt werden. FAZ, 13. März 2025, abgerufen am 14. März 2025.</ref>

Im Wahlkampf versprach er, massiv in den Wohnungsbau zu investieren, um die Mietpreise zu senken und die Abhängigkeit von den USA zu reduzieren.<ref>„Mark Carney. Kanadischer Premier, der gute Nordamerikaner“ von Boris Herrmann. In: Süddeutsche Zeitung, 30. April/1. Mai 2026, Nr. 99, Seite 4.</ref>

Die Liberalen um Carney konnten die vorgezogene Kanadische Unterhauswahl 2025 zum vierten Mal in Folge gewinnen. Die absolute Mehrheit wurde aber um drei Sitze verfehlt. Die Konservativen konnten ihr Ergebnis im Vergleich zu 2021 ebenso verbessern. Der Bloc Québécois, die NDP und die Grünen verzeichneten Verluste, wobei die NDP ihren offiziellen Parteienstatus im Unterhaus verlor. Die bisherige Regierung wird als Minderheitsregierung fortgeführt.<ref>Canada Votes 2025. In: CBC News. Abgerufen am 24. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Zeit als Premierminister[Bearbeiten]

Datei:Donald Trump greets Prime Minister of Canada Mark Carney, Tuesday, May 6, 2025, at the West Wing entrance of the White House.jpg
Donald Trump mit Carney am 6. Mai 2025 im Weißen Haus

Als Premierminister führt er das 30. Kanadische Kabinett. Als ehemaliger Gouverneur der kanadischen und britischen Zentralbank kam Carney gezielt als wirtschaftlicher Krisenmanager ins Amt. Er profilierte sich rasch als internationales Gegengewicht zu Donald Trump. Ende Juli 2025 gab Carney bekannt, dass Kanada Palästina im September 2025 als Staat anerkennen werde.<ref>Statement by Prime Minister Carney on Canada’s recognition of a Palestinian state. In: pm.gc.ca. Premier Minister of Canada, 30. Juli 2025, abgerufen am 31. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar 2026 rief er in einer vielbeachteten Rede die Mittelmächte auf, sich zusammenzuschließen und dem Hegemoniestreben der Großmächte zu widerstehen. Offen sprach er vom Bruch der Weltordnung.<ref name="Braune2026-08-27">Gerd Braune: Kanada: Mark Carney – der Mann, der sich den Drohungen Trumps widersetzt. In: Handelsblatt. 27. August 2026, abgerufen am 8. September 2026.</ref><ref>WEF 2026 in Davos: Rede von Kanadas Premierminister Mark Carney im Wortlaut. In: FAZ. 21. Januar 2026, abgerufen am 8. September 2026.</ref>

Seine Regierungsarbeit war anfangs durch fehlende Mehrheiten im Parlament blockiert. Im April 2026 erhielt seine Liberale Partei durch Nachwahlen eine absolute Mehrheit im kanadischen Parlament.<ref>Nachwahlen in Kanada: Mark Carney sichert sich Parlamentsmehrheit. In: Der Spiegel. 14. April 2026, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 8. September 2026]).</ref>

Aufgrund der schweren Handelskonflikte mit US-Präsident Trump forcierte Carney im Jahr 2026 eine umfassende Diversifizierung der kanadischen Wirtschaft. Dazu gehören massive Investitionen im Inland (wie eine neue Automobilstrategie) sowie der rasche Abschluss neuer globaler Handelsbündnisse, um Kanadas extreme Exportabhängigkeit von den USA zu reduzieren.<ref name="Braune2026-08-27" />

Der Handelsstreit zwischen den USA und Kanada ist im August 2026 nach dem Scheitern von Verhandlungen eskaliert. Carney hat in der Folge kanadische Vergeltungszölle angekündigt, nachdem in den USA wie angedroht neue Zölle auf kanadische Produkte in Kraft getreten waren.<ref>Gregor Schwung: Zollstreit: „Wir wurden angegriffen“ – Der Schritt gegen Donald Trump, den sich Europa nicht traut. In: Die Welt. Abgerufen am 8. September 2026.</ref>

Carney hielt am 17. September 2026 eine vielbeachtete Rede vor dem Europäischen Parlament.<ref>Video von Carneys Rede mit der Vorrede von Roberta Metsola, Präsidentin des EU-Parlaments (37 min)</ref><ref>zdfheute.de 17. September 2026: Carney begrüßt Vorstoß für "assoziierte EU-Mitgliedschaft"</ref>

Privatleben[Bearbeiten]

Er heiratete 1994 Diana Fox.<ref>General Register Office. England and Wales Civil Registration Indexes. Bullingdon Registration District, Oxfordshire. Jahrgang 699, S. 574.</ref> Das Paar hat vier Töchter und lebt in Ottawa.

Carney wuchs in Edmonton, Alberta, einer traditionsreichen Eishockeystadt, auf und spielte während seiner Highschool- und Uni-Zeit als Eishockeytorwart.<ref>Eishockeygoalie gegen Trump: Mark Carney ist Kanadas neuer Premier. In: Der Standard. Abgerufen am 8. September 2026.</ref>

Ehrungen[Bearbeiten]

2009 wurde Carney von der Wirtschaftszeitung Financial Times im Artikel Fifty who will frame a way forward in der Rubrik Zentralbanker als Gestalter der Zukunft bezeichnet.<ref>Fifty who will frame a way forward. In: Financial Times. 10. März 2009, abgerufen am 30. Juni 2012.</ref> 2010 wurde er vom Nachrichtenmagazin Time in der jährlich erscheinenden Liste Time 100 als eine der einhundert einflussreichsten Persönlichkeiten aufgeführt.<ref>Barbara Kiviat: Mark Carney. In: Time. 29. April 2010, abgerufen am 30. Juni 2012.</ref>

Er wurde bereits im Jahr 2014 zum Officer of the Order of Canada (O.C.) ernannt und 2015 offiziell investiert. Später stieg er in die höchste Stufe als Companion of the Order of Canada (C.C.) auf.<ref>The Governor General of Canada: The Right Honourable Mark Carney. Abgerufen am 8. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Mark Carney – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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