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Martin Kaul

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Martin Kaul (2017)

Martin Kaul (* 1981 in Bangkok) ist ein deutscher Journalist und Vorstandssprecher von Reporter ohne Grenzen in Deutschland.<ref>Reporter ohne Grenzen e. V.: Martin Kaul. Abgerufen am 18. September 2026.</ref>

Werdegang[Bearbeiten]

Kaul studierte Politik- und Kulturwissenschaften in Berlin und Istanbul.

Er arbeitete ab 2009 als Redakteur bei der Berliner Tageszeitung (taz), zunächst als Redakteur für außerparlamentarische Politik, seit 2017 als Reporter in der Chefredaktion.<ref>Linked In-Auskunft. Abgerufen am 9. November 2018.</ref> Nach zehnjähriger Tätigkeit bei der taz verkündete er im Juni 2019 seinen Wechsel zum Rechercheverbund von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung.<ref>Martin Kaul wechselt von der „taz“ zum Rechercheverbund von NDR, WDR und „SZ“. In: turi2. Abgerufen am 25. Juni 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zuvor schrieb er als freier Journalist unter anderem für Spiegel Online, Financial Times Deutschland und dpa.<ref>https://www.goethe.de/ins/br/de/sta/sal/res/kau.html</ref>

2011 veröffentlichte er gemeinsam mit Sebastian Heiser in der taz die „geheimen Papiere der Atomlobby“. Aus den bis dato unveröffentlichten Papieren der Kommunikationsagentur Deekeling Arndt Advisors ließ sich nachzeichnen, wie das Deutsche Atomforum versuchte, den von der rot-grünen Bundesregierung zuvor beschlossenen Atomausstieg rückgängig zu machen.<ref>S. Heiser: taz enthüllt: Die Geheimpapiere der Atomlobby. In: Die Tageszeitung: taz. 28. Oktober 2011, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 9. August 2020]).</ref> Die Recherche belegte unter anderem, wie die Agentur bei dem Universitätsprofessor Joachim Schwalbach ein Gefälligkeitsgutachten im Wert von 135.000 Euro in Auftrag gab. Das Geschäft war über die Kommunikationsagentur von dessen Ehefrau eingefädelt worden.<ref>M. Kaul: Interne Dokumente der Atomlobby: Professor Dankeschön. In: Die Tageszeitung: taz. 29. Oktober 2011, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 9. August 2020]).</ref>

2016 veröffentlichte er gemeinsam mit Sebastian Erb eine Recherche über die sogenannte Keylogger-Affäre um den früheren taz-Redakteur Sebastian Heiser. Dieser hatte über mindestens ein Jahr Passwörter und Daten von taz-Mitarbeitern entwendet und sich nach seiner Entdeckung ins Ausland abgesetzt. Erb und Kaul spürten Heiser Anfang 2016 in einem asiatischen Land auf, wo Heiser unter einer neuen Identität lebte.<ref>Martin Kaul: Keylogger-Affäre in der taz: Dateiname LOG.TXT. In: Die Tageszeitung: taz. 4. Juni 2016, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 9. August 2020]).</ref>

Weitere Recherchen widmeten sich etwa den Missbrauchsvorwürfen gegen den Hacker, Journalisten und Wikileaks-Unterstützer Jacob Appelbaum, der BND-Affäre um den Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter<ref>Anna Catherin Loll: Der Fall Jacob Appelbaum: Über Gerechtigkeit. In: Die Tageszeitung: taz. 10. Dezember 2016, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 9. August 2020]).</ref> oder dem sogenannten „Hannibal“-Komplex, einem Netzwerk aus teils rechtsextremen Mitgliedern mit Bezügen in Verfassungsschutzämter, Bundeswehr und Polizei.<ref>taz. die tageszeitung: Hannibals Schattenarmee -Schwerpunkt auf taz.de. Abgerufen am 13. Mai 2019.</ref>

Aufmerksamkeit erhielten Kauls Live-Reportagen via Twitter und Periscope.<ref>Editorial: Journalismus per Livestream. In: journalist – das Medienmagazin. 24. Oktober 2018 (journalist-magazin.de [abgerufen am 8. November 2018]).</ref> Im Herbst 2015 berichtete er vom Budapester Bahnhof Keleti.<ref>Martin Kaul: Kommentar Flüchtlinge in Budapest: Schickt Sonderzüge, jetzt! In: Die Tageszeitung: taz. 2. September 2015, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 9. August 2020]).</ref><ref>ZAPP - Das Medienmagazin. NDR, abgerufen am 9. August 2020.</ref> In der Nacht auf den 5. September 2015 begleitete Kaul den ersten Bus, der in Folge einer Abmachung zwischen den Regierungen in Ungarn, Österreich und Deutschland Flüchtlinge aus Ungarn an die österreichische Grenze brachte und damit zeitweise die sogenannte Dublin-Verordnung außer Kraft setzte. Im Juli 2017 berichtete er in Livestreams von den Protesten rund um den G20-Gipfel in Hamburg. Dabei wurde er von einem Vermummten niedergeschlagen.<ref>Journalisten beim G20-Gipfel - "Der hat mir einen auf die Zwölf gegeben". In: Deutschlandfunk. (deutschlandfunk.de [abgerufen am 7. November 2018]).</ref>

Für die ARD recherchierte und veröffentlichte Kaul unter anderem TV-Dokumentationen und Doku-Podcasts wie die History-Doku "Shlomo - Sehnsucht nach Rache". 2025 erschien mit "Deep State: Vom Elitesoldaten zum Reichsbürger" die erste Staffel der ARD-Podcast-Reihe "Hateland". In dem Investigativpodcast begibt sich Kaul mit seinem Recherchehund "Holly" in die Welt der Reichsbürger rund um die sogenannte "Gruppe Reuß".<ref>WDR: Staffel 1 - Deep State – vom Elite-Soldaten zum Reichsbürger - Presselounge - WDR. 4. September 2025, abgerufen am 18. September 2026.</ref>

Filme[Bearbeiten]

Podcasts[Bearbeiten]

  • Shlomo - Der Goldschmied und der Nazi, 5-teiliger Doku-Podcast, 2023, mit Antonius Kempmann.<ref>Shlomo – Der Goldschmied und der Nazi. Abgerufen am 18. September 2026.</ref>
  • Hateland: Deep State, Vom Elitesoldaten zum Reichsbürger, 5-teiliger Investigativ-Podcast, 2025, mit Helene Fröhmcke, Antonia Märzhäuser und Louis Klamroth.<ref>Podcast: Deep State (1/7) – Sturm. Abgerufen am 18. September 2026.</ref>

Auszeichnungen und Nominierungen[Bearbeiten]

  • 2009 wurde Kaul für seinen Text Einer verweigert den Gleichschritt für den Alternativen Medienpreis nominiert.
  • 2015 wurde er für seinen Bericht Über die Grenzen<ref>Martin Kaul: Bei den Fliehenden in Budapest: Über die Grenzen. In: Die Tageszeitung: taz. 7. September 2015, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 9. August 2020]).</ref> für den Deutschen Reporterpreis nominiert.<ref>Die Nominierten des Reporterpreises 2015. In: Reporter-Forum. Abgerufen am 4. Dezember 2022 (Absatz auf der Mitte der Seite).</ref>
  • 2015 wählte ihn eine Jury des Medium Magazins auf Platz 3 der Journalisten des Jahres in der Sparte Politik.<ref>Martin Kaul – medium magazin. Abgerufen am 9. August 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • 2017 wurde er für seine langjährige Berichterstattung über außerparlamentarische Bewegungen für den Journalistenpreis Der lange Atem nominiert.<ref>Journalistenpreis „Der Lange Atem“ 2017. Abgerufen am 7. November 2018.</ref>
  • 2017 wählte ihn eine Jury des Medium Magazins auf Platz 2 der Journalisten des Jahres in der Sparte Reporter national.<ref>Journalist des Jahres 2017. (taz.de [abgerufen am 7. November 2018]).</ref>
  • 2018 erhielt er gemeinsam mit Christina Schmidt und Daniel Schulz den Goldenen Igel, Sonderpreis Recherche vom Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr für den Text „Die Akte Heimatschutz“.<ref>eVEWA 2.0 S37 by GRUEN Software AG: Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 7. November 2018.@1@2Vorlage:Toter Link/www.reservistenverband.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref>
  • 2018 wählte ihn eine Jury des Medium Magazins auf Platz 3 der Journalisten des Jahres in der Sparte Reportage.<ref>Reportage – medium magazin. Abgerufen am 13. Mai 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • 2019 erhielt er gemeinsam mit Sebastian Erb, Alexander Nabert, Daniel Schulz und Christina Schmidt den 2. Platz beim Journalistenpreis Der lange Atem für Recherchen zum sogenannten Hannibal-Netzwerk.<ref>taz zweifach ausgezeichnet. Abgerufen am 6. August 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • 2019 wählte eine Jury des Medium Magazins Kaul gemeinsam mit Sebastian Erb, Alexander Nabert, Daniel Schulz und Christina Schmidt für diese Recherchen auch zum Team des Jahres.
  • 2025 wurde er für den Podcast Hateland: Deep State mit Louis Klamroth, Helene Fröhmcke und Antonia Märzhäuser bei der Wahl der Journalisten des Jahres auf Platz 3 in der Kategorie "Team des Jahres" gewählt<ref>WDR Kommunikation, Sascha Woltersdorf: Die WDR-Journalistinnen und Journalisten des Jahres. 19. Dezember 2025, abgerufen am 18. September 2026.</ref>. Daneben wurde der Investigativpodcast für den Deutschen Reporterpreis nominiert.
  • 2026 wurde der Podcast "Hateland: Deep State" bei den Deutschen Podcast Awards in den Kategorien "Newcomer" und "Journalistische Leistung" nominiert<ref>Deutscher Podcast Award 2026 – Alle Nominierten im Überblick. 28. April 2026, abgerufen am 18. September 2026.</ref> und auf der Shortlist des Stern-Preises geführt.<ref>SHORTLIST 2026 - stern-Preis. 28. April 2026, abgerufen am 18. September 2026.</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Martin Kaul – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

<references />