Zum Inhalt springen

Martin Martini

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Martin Martini - Selbstbildnis.tif
Martin Martini: Selbstbildnis im Plan von Luzern, 1597

Martin Martini (* 1565/66 in Zignau, Gemeinde Trun; † vor dem 6. Mai 1610 im piemontesischen Tassarolo) war ein Schweizer Kupferstecher. Bekannt ist er vor allem für seine genauen Stadtansichten von Luzern (1597) und Freiburg im Üechtland (1606).

Leben und Werk[Bearbeiten]

Martin (Martinus) Martini war ein begabter Goldschmied, Stempelschneider und Kupferstecher, dessen Stadtansichten, Portraits, Andachtsbilder und Buchillustrationen von der Kundschaft sehr geschätzt wurden. Bekannt sind allerdings auch seine Differenzen mit den adligen und zünftischen Auftraggebern sowie seine Verfehlungen im Bestreben, seine ärmlichen Lebensverhältnisse zu verbessern. Er musste nach seiner Lehre in Chur 1591 wegen Münzfälschungen die Münzstätte Wegerich verlassen und kam über Zürich nach Luzern, wo er unter anderem einen Kupferstich der Stadt Luzern mit einem integrierten kleinen Selbstbildnis und den Wappen der lokalen Adelsfamilien anfertigte. 1601 wurde er wegen privater Händel aus Luzern ausgewiesen. Er zog nach Bünden, dann nach Uri und wirkte danach bis 1609 in Freiburg im Üechtland, wo er 1606 ebenfalls die Stadtansicht in Kupfer stach. Ende 1609 bezog er den Posten eines Münzmeisters am Hof des Grafen Agostino Spinola in Tassarolo, wo er kurz darauf starb.

Martini gilt als «herausragender Vertreter der klassischen Ära des Kupferstichs».<ref>Tapan Bhattacharya: Martin Martini. In: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 30. August 2026.</ref> Zusammen mit dem Zeitgenossen Gregorius Sickinger reformierte er die Kunst der Veduten in der Kupferstich-Tiefdrucktechnik. Beide Künstler schufen exakte Stadtansichten (sogenannte «Abkonterfacturen»), welche die Grundlage für eine Erneuerung der Kartografie und des Vermessungswesens bildeten. Martini fertigte aussergewöhnliche perspektivische Zeichnungen an. Er widmete sich zudem dem Druck von Heiligenbildern und der Darstellung von Wappen der städtischen Eliten.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Julia Burckhardt / div. Autoren: Schweizer Städtebilder. Urbane Ikonographien (15.–20. Jhd.), Chronos Verlag, Zürich 2013, ISBN 978-3-0340-1085-6
  • Franziska Kaiser: Schweizer Städte aus der Vogelschau. Städtische Repräsentation im 16. und frühen 17. Jhd., in: Kunst+Architektur in der CH, Band 53, Zürich 2002
  • J. R. Rahn: Martini, Martinus, in: Schweizerisches Künstler-Lexikon, Band 2, Frauenfeld 1908, S. 331–334
  • Theodor von Liebenau: Kupferstecher Martin Martini, in: Anzeiger für schweizerische Altertumskunde, 12 (1879), S. 915–916, 932–935
  • Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon (…), Band 8, München 1839, S. 368
  • Amt für Kulturgüter des Kantons Freiburg (KGA): Das Freiburg von Martin Martini, Patrimoine Fribourgeois Sept 2020, Bd. 23, ISBN 978-2-940392-07-0

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Martin Martini – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein