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Martin Trefzer

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Datei:Martin Trefzer, AfD (Martin Rulsch) 2017-11-16.jpg
Martin Trefzer, 2017

Martin Trefzer (* 1969 in Freiburg im Breisgau<ref name="Landesvorstand">Alternative für Deutschland: Landesvorstand der AfD Berlin (abgerufen am 2. Mai 2018).</ref>) ist ein deutscher Politiker (AfD). Seit 2016 ist er Abgeordneter im Abgeordnetenhaus von Berlin.

Leben[Bearbeiten]

Trefzer legte 1989 sein Abitur im Albert-Schweitzer-Gymnasium in Gundelfingen (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) ab. In Freiburg absolvierte er danach eine Banklehre.<ref name="Landesvorstand" /> Nach dem Wehrdienst studierte er Volkswirtschaftslehre, Philosophie und Geschichte in Freiburg, Berlin und Kapstadt. Er arbeitete unter anderem als Praktikant für die Investmentbank Deutsche Morgan Grenfell in Südafrika. Seit 2003 ist er bei einem in Berlin ansässigen Finanzdienstleistungsunternehmen tätig.<ref name="Landesvorstand" />

Trefzer ist verheiratet und hat drei Kinder.<ref name="Landesvorstand" />

Politik[Bearbeiten]

Seit März 2013 ist Trefzer Mitglied der AfD. Er gehört dem Vorstand des Berliner AfD-Landesverbandes als Beisitzer an<ref name="Landesvorstand" /> und ist Sprecher des AfD-Bezirksverbands Treptow-Köpenick.<ref name="Tagesspiegel">Maria Fiedler, Fabian Leber, Karin Christmann, Felix Hackenbruch: Diese AfD-Politiker sitzen bald im Parlament. Tagesspiegel, 19. September 2016 (abgerufen am 19. September 2016)</ref> Seit Januar 2016 fungiert Trefzer als Landes-Programmkoordinator der AfD Berlin.<ref name="parlament">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Martin Trefzer, Alternative für Deutschland (Memento des Vorlage:IconExternal vom 22. April 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.parlament-berlin.de</ref>

Datei:Podiumsdiskussion an der Hermann-Scheer-Schule mit Parteivertretern 2017 - (04).jpg
Podiumsdiskussion an der Hermann-Scheer-Schule

Im September 2016 wurde Trefzer in das Berliner Abgeordnetenhaus gewählt, dem er seit dem 27. Oktober 2016 angehört. Trefzer zog über die Landesliste (Platz 8) ins Abgeordnetenhaus ein, als Direktkandidat erhielt er in seinem Wahlkreis Treptow-Köpenick 5 24,8 % der Erststimmen.<ref>Was noch von der Wahl übrig blieb</ref> Bei der Abgeordnetenhauswahl 2021 und der Wiederholungswahl 2023 zog er jeweils wieder über die Landesliste ins Abgeordnetenhaus ein.<ref>Gewählte Wiederholungswahl zum 19. Abgeordnetenhaus von Berlin am Sonntag, dem 12. Februar 2023 (Hauptwahl vom 26.09.2021) in Berlin. In: wahlen-berlin.de. 12. Februar 2023, abgerufen am 3. März 2023.</ref>

Er gehört dem Ausschuss für Kulturelle Angelegenheiten sowie dem Ausschuss für Wissenschaft und Forschung an, dessen Vorsitzender er ist. Trefzer ist wissenschaftspolitischer Sprecher seiner Fraktion. Außerdem ist er Mitglied im Präsidium des Abgeordnetenhauses<ref name="parlament" /> sowie Mitglied im Beirat der Studienstiftung des Abgeordnetenhauses<ref>Studienstiftung – Abgeordnetenhaus Berlin. Abgerufen am 9. April 2026.</ref>.

2017 war Trefzer in Treptow-Köpenick Direktkandidat seiner Partei bei der Wahl zum Bundestag, wo er gegen Gregor Gysi antrat.<ref>AfD Direktkandidat Martin Trefzer im Interview. In: Der Maulbär. Abgerufen am 9. April 2026.</ref>

Politische Positionen[Bearbeiten]

Kultur- und Erinnerungspolitik[Bearbeiten]

Neuer Feiertag in Berlin[Bearbeiten]

Im Jahr des Reformationsjubiläums (2017) setzte sich Trefzer dafür ein, dass der Reformationstag als zusätzlicher gesetzlicher Feiertag in Berlin eingeführt wird. Er begründete den Antrag seiner Partei unter anderem mit vergleichbaren Initiativen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen. „Berlin ist nicht weniger durch die Reformation geprägt“, sagte Trefzer. Der Feiertag sei wichtig zur Besinnung auf die „christlichen Wurzeln“. Die Kritik des evangelischen Bischofs Markus Dröge, der der AfD am Tag zuvor vorwarf, ein an sich „sinnvolle[s] Anliegen in parteipolitische Auseinandersetzungen“ zu tragen, wies Trefzer zurück. Der Antrag wurden von allen anderen Fraktionen aus unterschiedlichen Gründen abgelehnt.<ref name="berliner-981600">Kein neuer Feiertag: Warum der Reformationstag in Berlin ein Arbeitstag bleibt. In: berliner-zeitung.de. 30. November 2017, abgerufen am 1. Dezember 2017.</ref><ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.rbb24.deDebatte um Reformationstag - Kein neuer Feiertag für die Party-City (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2022. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.), In: RBB, 1. Dezember 2017, abgerufen am 1. Dezember 2017.</ref> Berlin führte stattdessen Anfang 2019 den Internationalen Frauentag (8. März) als zusätzlichen gesetzlichen Feiertag ein.<ref name="Berlin-Gesetz 2019-01-30">Drittes Gesetz zur Änderung des Gesetzes über die Sonn- und Feiertage. 30. Januar 2019, Artikel 1 (PDF: 1,6 MB, 12 Seiten auf berlin.de, S. 22).</ref><ref name="taz 2019-01-24">Tobias Schulze: Kommentar 8. März als Feiertag: Mehr Welt, weniger Kirche. In: taz.de. 24. Januar 2019, abgerufen am 8. März 2020.</ref><ref name="Spiegel 2019-03-08">Peter Maxwill (mxw): Arbeitsfrei in der Hauptstadt: Warum der Weltfrauentag in Berlin ein Feiertag ist. In: Der Spiegel. 8. März 2019, abgerufen am 8. März 2020.</ref><ref name="berlin.de 2019-02-11">Meldung (dpa): Frauentag wird gesetzlicher Feiertag. In: berlin.de. 11. Februar 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. Februar 2020; abgerufen am 8. März 2020.</ref>

Entlassung des Direktors der Gedenkstätte Hohenschönhausen[Bearbeiten]

Trefzer kritisierte die Entlassung des Direktors der Gedenkstätte Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, forderte dessen Wiedereinsetzung und eine unabhängige Aufklärung über die Umstände der Entlassung.<ref>Gedenkstätte Berlin Hohenschönhausen vor weiterem Schaden bewahren: Hubertus Knabe wiedereinsetzen und Aufklärung in unabhängige Hände legen</ref> Diesbezüglich warf Trefzer Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke) vor, dieser unterstütze Stimmen, die „die DDR neu erzählen“ wollten. Knabe dagegen habe sich stets gegen ein „Schönreden der SED-Diktatur“ gewandt. Durch die Entlassung Knabes habe der Kultursenator Lederer als Vorsitzender des Stiftungsrats „den Untoten der Stasi-Lobby wieder neues Leben eingehaucht.“ Lederers Ziel sei es, die in der Gedenkstätte tätigen Zeitzeugen in der Aufarbeitung zu delegitimieren. Trefzer mahnte, „die Grundlagen für kritische Auseinandersetzung mit dem DDR-Unrecht [zu] bewahren und den Roll-Back zu einer ahistorischen Verklärung der DDR [zu] verhindern“.<ref>http://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/18/PlenarPr/p18-037-wp.pdf</ref><ref name="morgenpo-492751">Joachim Fahrun: Fraktionen streiten über Ausschuss zum Fall Knabe. In: morgenpost.de. 21. Februar 2019, abgerufen am 26. Februar 2019.</ref> Die Entlassung von Hubertus Knabe habe „der Gedenkstätte schweren Schaden zugefügt“, stellte Martin Trefzer (AfD) in seinem Plenarbeitrag fest. Knabe sei „kein persönliches Fehlverhalten nachgewiesen“ worden. Nach wie vor seien bezüglich der Entlassung Knabes etliche Fragen offen, beispielsweise die, warum Kultursenator Klaus Lederer (Linke) Direktor Knabe nicht viel früher über die Vorwürfe sexueller Belästigung informiert habe, so Trefzer. Sein Vorwurf gegenüber Lederer: „Sie instrumentalisieren die schlimmen Erlebnisse der Frauen, um einen unliebsamen Gedenkstättenleiter loszuwerden.“<ref name="morgenpo-010573">Florian Schmidt: Plenum lehnt AfD-Antrag für Rückkehr von Hubertus Knabe ab. In: morgenpost.de. 13. Dezember 2018, abgerufen am 8. November 2019.</ref> Im Untersuchungsausschuss "Gedenkstätte Hohenschönhausen", der sich am 24. März 2020 konstituierte, wurde Trefzer zum stellvertretenden Schriftführer gewählt.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Archivierte Kopie (Memento vom 19. Oktober 2020 im Internet Archive)</ref>

Aufarbeitung des Unrechtsstaates DDR[Bearbeiten]

Trefzer verwies u. a. darauf, dass die DDR ein Staat war, in dem es nicht möglich war, grundlegende Freiheitsrechte geltend zu machen, in dem die Justiz nicht unabhängig war und in dem es keine freie Presse gegeben hat, aber politische Gefangene. An diese Analyse schloss Trefzer die Frage an: „Wie sollte man diesen Staat anders bezeichnen denn als Unrechtsstaat?“ Trefzer nannte es befremdlich, dass die Regierungsparteien und die FDP-Fraktion dies in ihrem überfraktionellen Antrag anlässlich des 30. Jahrestages der Friedlichen Revolution nicht aussprächen.<ref name="sz-">Abgeordnetenhaus würdigt friedliche Revolution 1989. In: sueddeutsche.de. Abgerufen am 8. November 2019.</ref>

Trefzer zeigt sich alarmiert von einer Allianz alter ostdeutscher Linker mit jungen Linken, die gemeinsam an der Weichzeichnung der DDR arbeiteten. „Sinnbildlich verwirklicht ist diese unheilige Allianz in der Amadeu-Antonio-Stiftung mit ihrer Vorsitzenden Anetta Kahane, die Knabe öffentlich Rechtsabweichung vorgeworfen hat und ihn wie zu DDR-Zeiten als feindlich-negatives Subjekt zu diffamieren versucht hat.“<ref>Jörg Kürschner: Aufarbeitung der SED-Diktatur. Die Opfer leiden weiter, Junge Freiheit, 5. Dezember 2020.</ref>

8. Mai 1945[Bearbeiten]

Trefzer (AfD) forderte, den Antrag seiner Fraktion "Erlöst und besiegt zugleich" – 75. Jahrestag des Kriegsendes: Tag der Mahnung und der Erinnerung<ref name="8. Mai">https://www.parlament-berlin.de/ados/18/IIIPlen/vorgang/d18-2642.pdf</ref> in die Tagesordnung aufzunehmen. Der 8. Mai 2020 sei zum einmaligen Feiertag erklärt worden, dafür sei aber keine Begründung geliefert worden. Es müsse nun im Parlament darüber gesprochen werden.<ref>https://www.rbb-online.de/imparlament/berlin/2020/30--april-2020/30-april-2020---58--Sitzung-des-Berliner-Abgeordnetenhauses/martin-trefzer--afd--vs--steffen-zillich--die-linke-.html</ref> Im Antrag der AfD-Fraktion heißt es, das geschichtsträchtige Datum des 8. Mai tauge nicht zu einem allgemeinen Symbol der Befreiung. Deutschland sei am 8. Mai 1945 „erlöst und vernichtet zugleich“, ein Zitat von Theodor Heuß.<ref name="8. Mai"/>

Kultur und Covid-19-Pandemie[Bearbeiten]

Trefzer kritisierte das Vorgehen des Kultursenators in der Covid-19-Pandemie als Programm zur Verstaatlichung der Kulturbranche. Der AfD-Kulturexperte argwöhnte, Kultursenator Lederer wolle über die Corona-Krise private Kulturveranstalter sterben lassen und nur ihm genehme Einrichtungen unterstützen. Statt wie die AfD-Fraktion Konzepte zur Wiederaufnahme des Kulturbetriebs anzubieten, stecke der Kultursenator den Kopf in den Sand. Bei einem richtigen Hygienekonzept sei ein klassisches Konzert genauso möglich wie U-Bahnfahrten und Flüge: „Es ist keinem Künstler zu vermitteln, warum Flugzeugfliegen und Bahnfahren mit Maske problemlos möglich ist während gut gelüftete Konzertsäle in Berlin leer stehen“, sagte Trefzer. Kultur müsse trotz und mit Corona möglich sein.<ref>Direkt aus dem dpa-Newskanal: Abgeordnetenhaus - Berlin - Lederer sieht weiter Bedarf für Kulturhilfen in Corona-Krise. In: sueddeutsche.de. 17. September 2020, abgerufen am 28. Januar 2024.</ref><ref>Joachim Fahrun: Lederer sieht weiter Bedarf für Kulturhilfen in Corona-Krise. In: morgenpost.de. 17. September 2020, abgerufen am 11. Februar 2024.</ref><ref>63. Sitzung des Berliner Abgeordnetenhauses. Abgerufen am 9. April 2026.</ref>

Wissenschaftspolitik[Bearbeiten]

Institut für Islamische Theologie[Bearbeiten]

In einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel kritisierte Trefzer in Bezug auf die geplante Gründung des Instituts für Islamische Theologie an der Humboldt-Universität zu Berlin, der Senat habe „mit der Reduzierung der Zahl der Islamverbände im Beirat den verfassungsrechtlichen Boden verlassen“. Die Verkleinerung des Beirates habe eine Verschiebung zu Gunsten der Islamverbände bewirkt. Weder sei eine „einvernehmliche Besetzung“ des Beirats gegeben, noch bilde der Beirat die „Vielfalt der muslimischen Organisationsformen“ in Deutschland ab. Keiner der beteiligten Verbände biete Gewähr dafür, dass die Beiräte „frei und unabhängig agieren“ können, wie es vom Wissenschaftsrat gefordert wird. Alle Vertreter, so Trefzer, zeichneten sich durch Abhängigkeit vom Ausland aus.<ref name="tagesspiegel-schluss-mit-der-geisterfahrt">Islam-Institut in Berlin, Schluss mit der Geisterfahrt, 14. Juni 2018, abgerufen am 15. Juni 2018</ref>

Senat und Humboldt-Universität begannen die Verhandlungen mit den fünf Berliner Verbänden, in denen die meisten Moscheegemeinden organisiert sind. Am Ende unterschrieben aber lediglich drei die Vereinbarung zur Schaffung eines Beirats. Der größte Verband, die türkische Ditib, ist nicht dabei. Der Wissenschaftsrat hielt im Jahr 2010 dagegen fest, dass im Beirat die „Vielfalt der Organisationsformen“ der Muslime in Deutschland vertreten sein sollten. Diesen Mangel hielt Trefzer dem Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung, Steffen Krach (SPD), auf einer öffentlichen Veranstaltung vor.<ref name="tagesspiegel-24040946">Streit um Beirat der Berliner Islam-Theologie: "Ankara wird das Institut nicht steuern". In: tagesspiegel.de. Abgerufen am 26. Februar 2019.</ref>

Nachgelagerte Studiengebühren[Bearbeiten]

Als wissenschaftspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion spricht sich Trefzer für nachgelagerte Studiengebühren aus, die auch im Bildungsprogramm der AfD festgehalten seien. Trefzer argumentiert mit Verweise auf die soziale Gerechtigkeit: Es sei nicht nachzuvollziehen, warum „der Polierer (sic!) und die Krankenschwester“ Bessersituierten mit ihren Steuern das Studium finanzieren sollten.<ref name="tagesspiegel-24323624">Berliner Unis: Keine Chance für Studiengebühren, tagesspiegel.de, 9. Mai 2019, abgerufen am 12. Mai 2019.</ref>

Plagiatsaffäre Giffey[Bearbeiten]

Trefzer hatte in der Plagiatsaffäre Giffey den Ball mit mehreren parlamentarischen Anfragen ins Rollen gebracht.<ref>https://www.bz-berlin.de/berlin/franziska-giffey-verzichtet-auf-ihren-doktortitel</ref> Zu diesem Thema stellte Trefzer eine fünfteilige Schriftliche Anfrage an den Senat mit insgesamt 260 Einzelfragen. Eine solch detaillierte Nachforschung über einen Fall von Wissenschaftsbetrug hatte es in der deutschen Parlamentsgeschichte laut FAZ zuvor noch nicht gegeben.<ref>Jochen Zenthöfer: 260 Fragen zu Giffeys Doktorarbeit. In: FAZ.net. 26. Februar 2020, abgerufen am 28. Januar 2024.</ref> Über diese Anfragen wurde bekannt, dass das Prüfungsgremium bei Giffey den Vorsatz der Täuschung bejaht hat und die Erstgutachterin von Giffeys Arbeit, die Politikwissenschaftlerin Tanja Börzel, an der Einsetzung des Prüfgremiums beteiligt war.<ref>Jochen Zenthöfer: Giffey schrieb vorsätzlich ab. In: FAZ.net. 19. März 2020, abgerufen am 28. Januar 2024.</ref>

Ein Gutachten, das die Berliner AfD-Fraktion beim Wissenschaftlichen Parlamentsdienst in Auftrag gegeben hat, kam zu dem Ergebnis: Eine Rüge, wie sie Bundesfamilienministerin Giffey für ihre Doktorarbeit von der FU Berlin erhielt, sehen weder das Berliner Hochschulgesetz noch die Promotionsordnungen der FU vor. Die Freie Universität Berlin hätte der SPD-Politikerin Franziska Giffey für ihre fehlerhafte Doktorarbeit keine Rüge erteilen dürfen, sondern den Doktorgrad aberkennen müssen.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Archivierte Kopie (Memento des Vorlage:IconExternal vom 27. September 2020 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rbb24.de</ref> Trefzer warf der Freien Universität vor, sie hätte die „rechtswidrige Rüge“ erfunden, um eine Titelaberkennung und damit einen Rücktritt von Giffey zu vermeiden.<ref name ="bevorzugt">https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/hoersaal/plagiat-franziska-giffey-wurde-rechtswidrig-bevorzugt-16894300.html?GEPC=s3&premium=0xa507aa0af2bf576b7b4f18b394a35508</ref> Trefzer sah die FU am Zuge, ihre damalige Entscheidung zu überprüfen.<ref>Joachim Fahrun: Gutachten bestätigt: Rüge gegen Giffey nicht rechtmäßig. In: morgenpost.de. 9. August 2020, abgerufen am 11. Februar 2024.</ref> Außerdem brachte er einen Untersuchungsausschuss ins Gespräch.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Archivierte Kopie (Memento des Vorlage:IconExternal vom 27. September 2020 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rbb24.de</ref> Ein Untersuchungsausschuss sei als letztes Mittel denkbar, wenn die Freie Universität „jetzt nicht zur Vernunft kommt und andere Mittel zur Aufklärung des Zustandekommens der Rüge nicht möglich sind.“<ref name="bevorzugt"/>

Trefzer erinnerte Giffey wiederholt an ihre Zusage von 2019, dass sie als Bundesministerin zurücktreten werde, sollte ihr der Doktortitel durch die FU aberkannt werden. Auch ihre Kandidatur für das Amt des Regierenden Bürgermeisters müsse sie aufgeben. Denn für die Mitglieder des Senats gelten keine anderen moralischen Maßstäbe als für die Mitglieder der Bundesregierung. Das Rote Rathaus sei „keine Resterampe für gescheiterte Bundesminister“.<ref>https://www.stefanraven.de/berlin/trefzer-afd-berlin-ist-keine-resterampe-fuer-gescheiterte-bundesministerin-giffey/</ref>

Militärische Forschung an Hochschulen zulassen[Bearbeiten]

„Der Senat sollte alle Universitäten dazu anhalten, militärische Forschung grundsätzlich zu ermöglichen“, äußerte Trefzer als Sprecher für Wissenschaft seiner Fraktion. Militärische Forschung sei „ein entscheidender Faktor bei der Sicherung der Einsatzfähigkeit unserer Streitkräfte“. Wer sicherheitsrelevante Forschung grundsätzlich ausschließe, schade der Verteidigungsfähigkeit und bewirke damit eine Gefährdung von Menschenleben. Deutschland dürfe bei militärischen Innovationen „nicht ausschließlich Trittbrettfahrer ausländischer Forschung“ sein. Auch die TU Berlin, an der es eine Zivilklausel gibt, könne sich „ihrer Verantwortung für den Erhalt der Verteidigungsfähigkeit“ nicht pauschal entziehen. Trefzer argumentiert: „Die gesinnungsethisch nachvollziehbare Entscheidung der TU Berlin zur Einführung einer Zivilklausel nach dem Ende des Kalten Krieges hält verantwortungsethischen Kriterien heute nicht mehr stand.“<ref>Maximilian Beer: FU, HU, TU: Sollen Berliner Unis nun die Aufrüstung unterstützen? 3. April 2025, abgerufen am 9. April 2026.</ref>

Sonstige Positionen[Bearbeiten]

Diätenerhöhung[Bearbeiten]

Trefzer kritisierte, die Aufstockung der Entschädigung und der Versorgungsansprüche um 58 Prozent ließen sich mit der Ausweitung der Sitzungszeiten nicht rechtfertigen. Diese bringt lediglich eine Aufstockung der Arbeitszeit um weniger als 100 Stunden im Jahr und mit den zwei zusätzlichen Sitzungsterminen ab 2021 etwas mehr Arbeit.<ref>Martin Trefzer, Plenarprotokoll 18/46 vom 12. September 2019, S. 5475 f., S. 5486, gefunden in: Hans Herbert Arnim: Der Griff in die Kasse. Wie das Abgeordnetenhaus von Berlin seine Bezüge maßlos erhöht, München 2020, S. 30f und S. 108 (Fn. 41).</ref> In einer Zwischenbemerkung im Parlament warf Trefzer der SPD vor, es sei ein „schäbiges Stück“, die Zerstörung der Weimarer Republik als Grundlage für die Diätenerhöhung zu nehmen. Die Berliner hätten genug von der „Selbstbedienungsmentalität“.<ref name="tagesspiegel-25009342">Sabine Beikler: Abgeordnetenhaus debattiert: Alle einig außer der AfD. In: tagesspiegel.de. 12. September 2019, abgerufen am 3. April 2020.</ref>

Gendergerechte Sprache[Bearbeiten]

Für seinen am 17. Juni 2021 bei einer Debatte im Berliner Abgeordnetenhaus gemachten Vorschlag, auf die Anwendung der gendergerechten Sprache in öffentlichen Einrichtungen zu verzichten, wie es in Frankreich praktiziert wird, erntete Trefzer von Linken und Grünen Kritik.<ref>Gunnar Schupelius: Große Mehrheit will keine Gender-Sprache. bz-berlin.de, 30. Juni 2021</ref>

Über Anti-Rassismus[Bearbeiten]

Trefzer stellte die These auf, einige Politiker hätten das „Zerrbild eines von Rassismus zerfressenen Landes“ entworfen. Dadurch entstehe fälschlich der Eindruck, als ob Deutschland ein Apartheidstaat sei. Nach Auffassung Trefzers habe ein „woker Antirassismus“ Verbreitung gefunden, der im Kern besage: „Weiße Menschen können nur Täter sein, farbige Menschen können nur Opfer sein.“ Dies sei absurd. Gleichwohl habe sich diese Überzeugung „mehr und mehr zu einer Ersatzreligion entwickelt“.<ref> Koalition sagt Rassismus den Kampf an. 21. März 2024, abgerufen am 9. April 2026.</ref><ref> FUNKE Mediengruppe: Koalition sagt Rassismus den Kampf an. 21. März 2024, abgerufen am 9. April 2026.</ref> Konkret bezeichnete Trefzer den Anti-Rassismus als „Ersatzreligion für links-liberale Weiße“ mit „Schuld- und Bußrethorik“. Der AfD-Abgeordnete behauptete, „wokes Schubladendenken“ stelle „normale Bürger unter permanenten Rassismus-Verdacht“ und erkläre Weiße „per se zu Tätern“. Dies würde das friedliche Zusammenleben aller Menschen gefährden, meint Trefzer.<ref>Martin Trefzer (AfD). Abgerufen am 9. April 2026.</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Martin Trefzer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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