Mati Klarwein
Mati Klarwein (* 9. April 1932 in Hamburg; † 7. März 2002 in Deià, Mallorca) war ein deutsch-französischer Maler.
Leben[Bearbeiten]
Zur Zeit von Klarweins Geburt arbeitete sein Vater Ossip als Hauptentwurfsarchitekt im Architekturbüro Fritz Högers.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Vgl. Ernst-Erik Pfannschmidt in seinem Brief an Eckhardt (Ekhart) Berckenhagen, 29. Juni 1977 (PDF; 25 kB) der seinerzeit die Ausstellung aus Anlass von Högers 100. Geburtstag in der Kunstbibliothek der Staatliche Museen zu Berlin–Staatlichen Museen zu Berlin vorbereitete. ( vom 9. Dezember 2012 im Webarchiv archive.today)</ref> Seine Mutter war die Opernsängerin Martha Else Kumme (13. November 1894–?), seit 26. Juli 1924 verh. Klarwein.<ref name="Hénard 2025 pp8-21" details="S. 11">Jacqueline Hénard, „Ossip Klarwein – Leben und Schicksahl“, in: Ossip Klarwein: Vom »Kraftwerk Gottes« zur Knesset, Publikation des Aktiven Museums Faschismus und Widerstand in Berlin mit Beiträgen von: Doron Bar, Dafna Berger Sperling, Johannes Cramer, Diana Dolev, Sigal Davidi, Jacqueline Hénard, Noah Hysler Rubin, Guy Jamo, Talia Margalit, Sue McRae und Hans Brandt (Übers.), Bönen: Kettler, 2025, S. 8–21, hier Seite wie gesondert angegeben. ISBN 978-3-98741-197-7.</ref> Nach Beendigung des laufenden Auftrags seines Vaters – der expressionistischen Kirche am Hohenzollernplatz in Berlin – verließ dieser am 19. März 1933 Altona, da er als Jude in Deutschland keine Zukunft mehr hatten.<ref>Myra Warhaftig ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)): Sie legten den Grundstein. Leben und Wirken deutschsprachiger jüdischer Architekten in Palästina 1918–1948. Berlin / Tübingen: Wasmuth, 1996, S. 295. ISBN 3-8030-0171-4.</ref> Mati Klarwein mit Mutter und Großvater Menachem Klarwein folgten dem Vater am 11. April 1934 nach Haifa im britischen Mandatsgebiet Palästina.<ref name="Hénard 2025 pp8-21" details="S. 14" />
Nach Scheidung der Eltern lebte Klarwein Anfang der 1940er Jahre mit seiner Mutter zeitweise in Naharija.<ref name="Hénard 2025 pp8-21" details="S. 16" /> Während eines Waffenstillstands im Krieg um Israels Unabhängigkeit reiste die Mutter mit Klarwein 1948 nach Paris aus,<ref name="Hénard 2025 pp8-21" details="S. 14" /> wo Mati Klarwein zunächst an der Beaux-Arts de Paris seine Ausbildung begann. Später lernte er bei Fernand Léger und danach von Ernst Fuchs, der sein Schaffen beeinflusste.
Bekannt wurde er vor allem durch die Gestaltung der Plattencover von Miles Davis Bitches Brew und Carlos Santanas Abraxas. Er gestaltete die Bilder vieler weiterer Plattencover (unter anderem von Jon Hassell und den Last Poets) und war ein gefragter Porträtmaler. Sein Vater erbaute ihm 1959 ein Sommerhaus am Mittelmeer in Deià,<ref name="Cramer 2025 pp102-153" details="S. 144" /> wo er seinen Sohn und Familie oft besuchte,<ref name="Hénard 2025 pp8-21" details="S. 19" /> bevor dieser sich dort 1984 dauerhaft niederließ.<ref name="Cramer 2025 pp102-153" details="S. 144">Johannes Cramer, „Werksverzeichnis“, in: Ossip Klarwein: Vom »Kraftwerk Gottes« zur Knesset, Publikation des Aktiven Museums Faschismus und Widerstand in Berlin mit Beiträgen von: Doron Bar, Dafna Berger Sperling, Johannes Cramer, Diana Dolev, Sigal Davidi, Jacqueline Hénard, Noah Hysler Rubin, Guy Jamo, Talia Margalit, Sue McRae und Hans Brandt (Übers.), Bönen: Kettler, 2025, S. 102–153, hier Seite wie gesondert angegeben. ISBN 978-3-98741-197-7.</ref>
Sein Stil erinnert in manchen Aspekten an seinen Malerkollegen und Freund Ernst Fuchs, entzieht sich aber letztlich jeder weiteren Beschreibung. Dem manchmal gewählten Etikett psychedelische Kunst steht die Aussage des Malers entgegen, dass er nicht unter dem Einfluss von Drogen male.<ref>Liv Siddall: You can see why Mati Klarwein, hugely influential pillar of the 1960s art scene, "didn't need psychedelics". In: It's that nice. 15. November 2012, abgerufen am 6. März 2022: „Timothy Leary (who loved drugs) once said of Mati that he was one of the only artists at the time who “didn’t need psychedelics.”“</ref>
Mati Klarwein lebte seit Anfang der Sechzigerjahre auf Mallorca, wo er einen Monat vor seinem 70. Geburtstag im Jahr 2002 einem Krebsleiden erlag.
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Mati Klarwein im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Deutschsprachige Homepage des Künstlers
- Englischsprachige Homepage des Künstlers (viele Bilder mit höherer Auflösung)
- Artikel über Klarweins Landschaften
- Mati Klarwein: ‘The most famous unknown painter in the world...’
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Klarwein, Mati |
| ALTERNATIVNAMEN | Klarwein, Abdul Mati |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maler |
| GEBURTSDATUM | 9. April 1932 |
| GEBURTSORT | Hamburg, Deutschland |
| STERBEDATUM | 7. März 2002 |
| STERBEORT | Deià |