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Mauerlattich

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Mauerlattich
Datei:557 Lactuca muralis.jpg

Mauerlattich (Mycelis muralis), Illustration

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Tribus: Cichorieae
Gattung: Mauerlattich
Art: Mauerlattich
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Mycelis
Cass.
Wissenschaftlicher Name der Art
Mycelis muralis
(L.) Dumort.

Der Mauerlattich (Mycelis muralis), auch Gewöhnlicher Mauerlattich genannt,<ref name="FloraWeb" /> ist die einzige Art der monotypischen Pflanzengattung Mycelis innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Mycelis muralis Jäniksensalaatti C VII08 H6238.jpg
Grundblätter
Datei:Mycelis muralis blatt.jpeg
Stängelblatt
Datei:Lactuca muralis sl13.jpg
Blütenkorb: Die Hüllblätter sind zweireihig angeordnet, die äußeren sind viel kürzer und bilden eine Außenhülle.
Datei:Mycelis muralis 24062025.jpg
Habitus
Datei:Mycelis muralis.jpeg
Ausschnitt eines Blütenstands mit Blütenkörbchen
Datei:Lactuca muralis sl15.jpg
Achäne mit Pappus

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Der Mauerlattich ist eine sommergrüne, ein- bis mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 25 bis 90, selten bis zu 190 Zentimetern erreicht.<ref name="Hegi1987" /><ref name="FloraWeb" /><ref name="FloraWeb" /> Der Stängel ist aufrecht, grün, kahl und im oberen Teil rispig-ästig.<ref name="Hegi1987" />

Die wechselständigen Laubblätter sind leierförmig-fiederteilig. Die unteren Laubblätter sind gestielt, die oberen mit herzförmigem Grund stängelumfassend sitzend.<ref name="Hegi1987" /> Die mittleren und oberen Laubblätter sind fiederspaltig mit eckigen, gezähnten, seitlichen Lappen und einem viel größeren, dreieckigen oder spießförmigen, eckig gezähnten Endabschnitt.<ref name="Hegi1987" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Die körbchenförmigen Teilblütenstände sind in sehr lockeren rispigen Gesamtblütenständen angeordnet. Am besten kann der Mauerlattich anhand seiner Körbchen erkannt werden. Die Hülle ist mit einer Länge von 7 bis 10 Millimetern schmal-walzlich.<ref name="Hegi1987" /> Die äußeren Hüllblätter sind sehr klein und abstehend, die wenigen inneren Hüllblätter sind linealisch.<ref name="Hegi1987" /> Die Körbchen sind ziemlich klein – Durchmesser von etwa 1 cm – und enthalten fast immer lediglich fünf gelbe Zungenblüten, die vorne gestutzt und mit fünf Zähnchen versehen sind.

Die schwarz-braune Achäne ist kurz geschnäbelt und mit Schnabel 3 bis 4 Millimeter lang.<ref name="Hegi1987" /> Sie ist spindelförmig und rasch in den kurzen hellen Schnabel zusammengezogen.<ref name="Hegi1987" /> Der Pappus besteht aus einer Reihe langer Haare, die von einer Reihe kurzer Borsten umgeben ist.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie[Bearbeiten]

Der Mauerlattich ist ein Hemikryptophyt und eine Schaftpflanze. Bei seiner Verletzung tritt Milchsaft aus.<ref name="Düll2011" />

Blütenökologisch handelt es sich um „Körbchenblumen vom Cichorium-Typ“. Die Blüten sind vormännlich. Bestäuber sind beispielsweise Bienenverwandte und Fliegen.<ref name="Düll2011" />

Die Achänen breiten sich durch den Pappus als Schirmchenflieger und Wasserhafter aus; daneben findet eine Ausbreitung durch Ameisen und als Kulturfolgerin durch den Menschen statt.<ref name="Düll2011" />

Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis August, die Fruchtreife von August bis Oktober.<ref name="Düll2011" />

Gallbildungen werden durch Trioza flavipennis hervorgerufen. Die Pilze Bremia lactucae, Erysibe cichoriacearum, Erysibe polygoni, Leptosphaeria dolioloides, Puccinia lactucarum und Puccinia chondrillae besiedeln den Mauerlattich.<ref name="Hegi1987" />

Vorkommen[Bearbeiten]

Ursprünglich war sein Verbreitungsgebiet Europa – im Osten bis zum Kaukasusraum, im Norden bis nach Norwegen, im Süden bis Nordafrika.<ref name="MedCh2" /><ref name="EuroMed" />

Als Neophyt kommt er in Neuseeland und Nordamerika vor.<ref name="ICN" /><ref name="GRIN" />

In den Allgäuer Alpen steigt er zwischen Schwarzer Hütte und Mindelheimer Hütte südwestlich Einödsbach in Bayern bis zu einer Höhenlage von 1500 Meter auf.<ref name="Dörr-Lippert2004" /> In Tirol und in der Steiermark erreicht er Höhenlagen von 1700 Meter, im Kanton Wallis 1800 Meter und in Kleinasien 1900 Meter.<ref name="Hegi1987" />

Der Mauerlattich wächst in Mitteleuropa vor allem in Wäldern und Gebüschen im Halbschatten bis in den Schatten. Er gedeiht meist auf frischen, nährstoffreichen, lockeren und humosen Lehmböden. Er ist nicht selten, wobei allerdings seine Häufigkeit von Gebiet zu Gebiet sehr unterschiedlich ist. Er ist pflanzensoziologisch eine Charakterart des Verbands Alliarion und kommt besonders gern im Epilobio-Geranietum robertiani vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+ (feucht), Lichtzahl L = 2 (schattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Systematik[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Prenanthes muralis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, Seite 797.<ref name="SpPl" /> Nach Gensequenz-Analysen gehört der Mauerlattich in die nähere Verwandtschaft der Gattungen Lattiche (Lactuca), Milchlattiche (Cicerbita) und Steptorhamphus.<ref name="Koopman+al1998" /> Er wird in mancher Literatur<ref name="MedCh2" /><ref name="EuroMed" /> wie schon früher manchmal zur Gattung Lattiche (Lactuca) gezählt und trägt dann den wissenschaftlichen Namen Lactuca muralis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Gaertn. Joseph Gaertner hatte den Namen 1791 in De Fructibus et Seminibus Plantarum, Band 2, Teil 3 (Seite 363 "Chondrilla turalis") Tafel 158 ("Lactuca muralis") veröffentlicht. Viele Autoren verwenden auch den Namen Cicerbita muralis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Wallr.<ref name="GRIN" /><ref name="ICN" /> Bei manchen Autoren ist er als Mycelis muralis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Dumort. die einzige Art der Gattung Mycelis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Cass., die von Alexandre Henri Gabriel de Cassini aufgestellt wurde.<ref name="Tropicos" /> Das Artepitheton muralis bedeutet: „Mauer-, an Mauern wachsend“. Synonyme für Mycelis muralis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Dumort. sind Lactuca muralis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Gaertn., Cicerbita muralis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Wallr. Barthélemy Charles Joseph Dumortier hat den Namen Mycelis muralkis 1827 in Florula belgica, opera majoris prodromus, Seite 60 veröffentlicht.

Die Art Mycelis muralis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Dumort. gehört zur Subtribus Lactucinae aus der Tribus Cichorieae<ref name="ICN" /> in der Unterfamilie Cichorioideae innerhalb der Familie Asteraceae.<ref name="GRIN" />

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Mycelis muralis (L.) Dumort. bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FloraWeb"> Mycelis muralis (L.) Dumort., Gewöhnlicher Mauerlattich auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Mycelis muralis (L.) Dumort. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Düll2011"> </ref> <ref name="MedCh2"> </ref> <ref name="ICN"> Cicerbita muralis Datenblatt bei Ralf Hand, Norbert Kilian, Eckhard von Raab-Straube: ICN - International Cichorieae Network, 2009. </ref> <ref name="Koopman+al1998"> Wim J. M. Koopman, Eli Guetta, Clemens C. M. van de Wiel, Ben Vosman, Ronald G. van den Berg: Phylogenetic relationships among Lactuca (Asteraceae) species and related genera based on ITS-1 DNA sequences. In: American Journal of Botany. Band 85, Nr. 11, 1998, S. 1517–1530 (online). (engl.) </ref> <ref name="EuroMed"> Werner Greuter: Compositae (pro parte majore). In: Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Datenblatt Cicerbita muralis In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2006–2009. </ref> <ref name="SpPl"> Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 797, Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A669%26volume%3D2%26issue%3D%26spage%3D797%26date%3D1753~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 987. </ref> <ref name="Dörr-Lippert2004"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 669. </ref> <ref name="Hegi1987"> Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 3, S. 1111–1113. Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg, 1987, ISBN 3-489-86020-9. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Mauerlattich (Lactuca muralis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien