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Max (Krokodil)

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Datei:Dresdner zoo krokodilmax.jpg
Max (Aufnahme vom April 2011)

Max (* um 1956; † 6. Juli 2015 in Dresden) war ein Leistenkrokodil, das im Dresdner Zoo zum jahrzehntelangen Publikumsliebling<ref name="focus" /> und inoffiziellen Maskottchen<ref name="bild.de" /> avancierte. Das fast fünf Meter lange und mehr als 400 Kilogramm schwere Krokodil<ref name="mdr" /> wurde etwa 60 Jahre alt.<ref name="SZ 15/7/7" />

Leben[Bearbeiten]

Max kam am 2. Oktober 1958 als eines von zwei namenlosen, etwa zweijährigen<ref name="dnn" /><ref name="mopo24" /> Leistenkrokodilen aus dem Tierpark Berlin in den Zoo Dresden.<ref name="SZ 15/7/7" /> Ob das Krokodil im Berliner Tierpark oder in Asien geboren wurde, ist nicht mehr nachvollziehbar, da zu dieser Zeit alle Tierlieferungen für Tierparks der DDR über Berlin abgewickelt wurden. Nach Richard Weigl (Zoo Frankfurt) handelte es sich bei Max um das Krokodilmännchen, das der in Indonesien tätige Forscher H. Kern des West-Berliner Robert Koch-Instituts Anfang September 1958 aus Sumatra an den Berliner Tierpark versendete.<ref>Richard Weigl: Longevity of Crocodilians in Captivity. In: International Zoo News. Band 61/5, Nr. 408 (September/Oktober), 2014, S. 363–373, hier 371 (55 S., izn.org.uk [PDF; 46,0 MB]).</ref> Mit der Präsentation des Krokodils sollte die Attraktivität des im Zweiten Weltkrieg schwer zerstörten Dresdner Zoos erhöht werden. Das Krokodil hatte bei seiner Ankunft eine Länge von ca. 60 cm. Seinen Namen „Max“ erhielt es wahrscheinlich vom damaligen Leiter des Terrariums, Franz Dünnebier. Zur gleichen Zeit besaß der Zoo einen Mississippi-Alligator mit Namen „Moritz“ (Max und Moritz).

In den ersten Jahren wurde Max gemeinsam mit einigen anderen Alligatoren, Nil- und Kubakrokodilen in einem schuppenartigen Provisorium gehalten. Aus Anlass des 100. Zoojubiläums entstand 1961 ein Terrarium-Neubau, in dem das Krokodil in einem größeren Gehege mit Wasserbecken und einer kleinen Insel seinen neuen Platz fand. Hier war es noch bis 2010 untergebracht. Mit zunehmender Körpergröße wurde Max zum Besucherliebling und zum populärsten Zoobewohner. Ein langjähriger Pfleger und Chef des Vereins Zoofreunde Dresden äußerte dazu: „Über die Jahre hat sich Max zu einer wahren Institution im Zoo entwickelt. Wenn Sie in Dresden nach dem Namen des Zoodirektors fragen, weiß wohl kaum jemand die richtige Antwort. Aber Max kennen alle“.<ref name="SZ 15/7/7" />

Als 2010 das Prof.-Brandes-Haus eröffnet wurde, zog Max in ein deutlich vergrößertes Terrarium in diesem Gebäude. Bei der letzten vorgenommenen Messung Anfang 2015 war das Krokodil rund 4,90 Meter lang und etwa 430 Kilogramm schwer und damit größtes Leistenkrokodil in einem europäischen Zoo. Seine Größe war auch der Grund, dass Max auch nach dem Umzug in ein größeres Becken ohne Partnerin gehalten wurde, da kein adäquates weibliches Tier beschafft werden konnte.

Anfang Mai 2015 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand deutlich. Max fraß nicht mehr richtig, war schwach und lethargisch. Schlechte Blutwerte wiesen auf eine verminderte Nierenfunktion hin. Eine Untersuchung, zu der drei nationale Reptilienexperten aus München, Augsburg und Berlin anreisten,<ref name="SZ 15/6/5" /> zeigte, dass eine Entzündung der Klaue des rechten Vorderfußes bereits den Knochen erreicht hatte.<ref name="n-tv" /> Vermutlich hatte sich Max diese Verletzung Anfang Mai zugezogen.<ref name="SZ 15/6/10" /> Zunächst konnte sein Zustand durch Antibiotika, Salben und Desinfektionslösungen wieder stabilisiert werden. Jedoch verweigerte er später erneut das Fressen. Am Morgen des 6. Juli 2015 fand man ihn leblos in seinem Gehege.<ref name="SZ 15/7/7" /><ref name="mdr" /><ref name="focus" /><ref name="bild.de" />

Untersuchungen nach seinem Tod[Bearbeiten]

Datei:Sachsen, Görlitz, GLAM on Tour (2018) im Senckenberg Museum für Naturkunde NIK 5352.jpg
Schädel von Max im Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz

Nach seinem Tod wurde Max zur pathologischen Untersuchung an das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin gebracht. Diese ergab als Todesursachen eine hochgradige eitrige Entzündung des rechten Schultergelenks sowie eine eitrige Bronchitis mit Lungenabszessen.<ref>Todesursache von Krokodil „Max“ bekannt gegeben, Dresden-Fernsehen, 13. Juli 2015.</ref> Nach Abschluss der Untersuchungen wurde der Körper den Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden übergeben, wo ein Skelettpräparat für Forschungszwecke hergestellt werden soll. Eine 3D-Plastik des Schädels ist im Prof.-Brandes-Haus ausgestellt. Außerdem wurde eine dauerhafte Erinnerung in Form einer Gedenktafel oder eines Denkmals erwogen.<ref>Juliane Richter: Krokodil Max dient nun der Wissenschaft. In: Sächsische Zeitung. 8. Juli 2015 sz-online</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Juliane Richter: Leiser Abgang eines Lieblings. In: Sächsische Zeitung. 7. Juli 2015 sz-online

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="SZ 15/6/5"> Juliane Richter: Große Sorge um Krokodil Max. In: Sächsische Zeitung. Dresdner Druck- und Verlagshaus GmbH & Co. KG, Dresden 6. Juni 2015 (sz-online.de [abgerufen am 10. Juli 2015] „Eines der beliebtesten Zootiere ist schwer krank. Womöglich muss es am Dienstag eingeschläfert werden.“). </ref> <ref name="mdr"> Nach schwerer Krankheit: Dresdner Zoo trauert um Krokodil „Max“. In: mdr.de. Mitteldeutscher Rundfunk, 6. Juli 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 10. Juli 2015. </ref> <ref name="n-tv"> Krankes Reptil – Dresdner bangen um Krokodil Max. In: n-tv.de. Nachrichtenmanufaktur GmbH, 9. Juni 2015, abgerufen am 10. Juli 2015: „[…] 60 Jahre altes Leistenkrokodil. […] Publikumsliebling Max […].“ </ref> <ref name="bild.de"> ml: Trauer um Publikumsliebling: Krokodil Max im Dresdner Zoo gestorben. In: bild.de. Axel-Springer, 6. Juli 2015, abgerufen am 10. Juli 2015: „Max war eine Art Maskottchen des Zoos geworden.“ </ref> <ref name="focus"> dpa, Arno Burgi: Leistenkrokodil Max im Dresdner Zoo gestorben. In: focus.de. Focus Online, 6. Juli 2015, abgerufen am 10. Juli 2015: „Besucherliebling“ </ref> <ref name="SZ 15/6/10"> Juliane Richter: Entzündeter Fuß bremst Max. In: Sächsische Zeitung. Dresdner Druck- und Verlagshaus GmbH & Co. KG, Dresden 10. Juni 2015 (sz-online.de [abgerufen am 10. Juli 2015]). </ref> <ref name="SZ 15/7/7"> Juliane Richter: Leiser Abgang eines Lieblings. In: Sächsische Zeitung. Dresdner Druck- und Verlagshaus GmbH & Co. KG, Dresden 7. Juli 2015, S. 18 (sz-online.de [abgerufen am 10. Juli 2015] „Gestern ist Leistenkrokodil Max gestorben. Der Zoo verliert damit die letzte große Tierpersönlichkeit.“). </ref> <ref name="dnn"> fs: Trauer im Zoo Dresden: Leistenkrokodil Max ist tot. In: DNN-Online. Verlag Dresdner Nachrichten GmbH & Co. KG, 6. Juli 2015, abgerufen am 10. Juli 2015. </ref> <ref name="mopo24"> Anneke Müller: Kriegt Krokodil Max ein Denkmal? Wie Mäxchen tatsächlich in den Zoo Dresden kam. In: MOPO24. 9. Juli 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 10. Juli 2015. </ref> </references>