Max Blumenthal
Max Blumenthal (* 18. Dezember 1977 in Boston) ist ein US-amerikanischer Journalist, Autor und Dokumentarfilmer.
Herkunft, Ausbildung, Ehe[Bearbeiten]
Blumenthal entstammt einer jüdischen Familie in den USA. Sein Vater ist der Journalist Sidney Blumenthal, ein jahrzehntelanger enger Berater des früheren US-Präsidenten Bill Clinton und dessen Frau, der späteren Außenministerin Hillary Clinton.<ref name="Observer1Feb2016">Shmuley Boteach: Hillary’s Email Trail of Troubling Anti-Israel Conversations. The Observer, 1. Februar 2016</ref>
Nach Eigenangaben besuchte Max Blumenthal als Kind in Washington, D.C. die private Georgetown Day School<ref>Max Blumenthal: Malcolm X's Daughter Rebukes Al Qaeda Leader. Daily Beast, 14. Juli 2017</ref> und eine Hebrew School.<ref>An Interview with Max Blumenthal on the One Year Anniversary of Israel’s Attack on Gaza. The Intercept, 8. Juli 2015</ref> Anschließend studierte er bis zum B.A.-Abschluss 1999 Geschichte an der University of Pennsylvania. Er war Forschungsstipendiat (Research Fellow) für Media Matters for America.<ref name="TIJul17">Max Blumenthal. TypeInvestigations, Juli 2017</ref>
2020 heiratete er die Journalistin Anya Parampil.<ref>Max Blumenthal. Imdb, Autorenseite</ref> Sie veröffentlichte 2024 eine Monographie über den gescheiterten Umsturz in Venezuela im Jahr 2019.<ref>Why Venezuela’s Coup Plotters Came Up Short. Jacobin, 25. Juni 2024</ref>
Journalistische Tätigkeiten[Bearbeiten]
Etwa seit dem Jahr 2000 schreibt Blumenthal Beiträge für Zeitungen, Zeitschriften und Internetplattformen, darunter The Nation,<ref>Max Blumenthal. The Nation, Autorenseite</ref> The Daily Beast,<ref>Max Blumenthal, Dailybeast.com</ref> Al Jazeera English,<ref>Max Blumenthal, Aljazeera.com</ref> The Guardian,<ref>Max Blumenthal. The Guardian, Autorenseite</ref> Huffpost,<ref name="TIJul17" /> Salon.com,<ref>Max Blumenthal. Salon.com, Autorenseite</ref> The New York Times, Los Angeles Times, The American Prospect, The Washington Monthly, Alternet und andere.<ref name="Lannan">Max Blumenthal. Lannan.org, Autorenseite</ref>
2015 gründete er die Website The Grayzone, die er seitdem leitet.<ref>Did a Kremlin Pilgrimage cause Alternet blogger’s Damascene conversion? P U L S E, 22. August 2017</ref><ref name=":2">Muhammad Idrees Ahmad: Public Mistrust of Gaza Coverage Is Opening Space for Russia-Linked Media on the Left. New Lines Magazine, 26. September 2024</ref>
Seit etwa 2010 war Blumenthal zunehmend auch in Fernsehsendern präsent. Seit 2023 ist er häufiger Interviewgast im Podcast Judging Freedom des ehemaligen Richters und Fernsehmoderators Andrew Napolitano.
Buchautor[Bearbeiten]
2009 erschien Blumenthals Werk Republican Gomorrah, das die Bestsellerliste der New York Times erreichte.<ref>Max Blöumenthal. The Nation (Autorenseite)</ref> Darin beschrieb er die US-amerikanische religiöse Rechte um 2010 und ihren Einfluss auf die Republikanische Partei. Als ihr bestimmendes Kennzeichen sah er, dass ihre Angehörigen in einer „Kultur der persönlichen Krise“ stecken würden, die ihr Handeln motiviere.<ref>Scott Horton: Republican Gomorrah: Six Questions for Max Blumenthal. Harper's Magazine, 16. September 2009</ref> In einem Interview von 2009 nannte er als Ergebnis seiner Analyse, die Republikanische Partei werde derzeit von „dysfunktionalen Persönlichkeiten, denen die Befähigung sich selbst zu zügeln, fehlt, vereinnahmt“. Ihre maßgeblichen Vertreter hätten die Fähigkeit, sich zurückzuhalten, verloren, weil sie sich „hysterisch ausleben“ oder „hinterhältige Triebe“ sie dazu treiben würden. Unter ihren tonangebenden Figuren seien „innerlich zerrissene Persönlichkeiten“ wie Newt Gingrich oder Ted Haggard, die „immer neue und zunehmend bizarre Skandale produzieren“ würden. Für sie sei die „rechtsgerichtete politische Kreuzzüglerei“ eine „Form der Selbstmedikation“.<ref>Paul Begala: Commentary. Obama Lucky With His Enemies. CNN, 10. September 2009</ref> Als maßgebliche Inspiration dieser Charakteranalyse nannte der Autor das Werk Die Furcht vor der Freiheit des deutschen Psychoanalytikers Erich Fromm.<ref>Max Blumenthal: Republican Gomorrah, 2009, S. 13</ref>
Blumenthals Werk Goliath kritisierte der Historiker Eric Alterman als „leichtfertig konstruierte Klage gegen den jüdischen Staat“, die „wahrscheinlich alle außer die fanatischsten anti-zionistischen Extremisten“ befremden werde.<ref>Udi Greenberg, Daniel Steinmetz-Jenkins: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.The ‘I Hate Israel’ Handbook. ( des Vorlage:IconExternal vom 24. März 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. The Nation, 29. Juni 2015</ref> James Fallows schrieb dagegen, das Buch sei „genauso wenig 'anti-israelisch', geschweige denn antisemitisch“, wie die literarischen Klassiker The Shame of the Cities, Der Dschungel und Früchte des Zorns antiamerikanisch gewesen seien.<ref>Jamew Fellows: Afraid of Free Speech, on Many Fronts: PEN, Google, China, Goliath. The Atlantic, 6. Dezember 2015</ref> Larry Gross bewertete das Buch als eine „unerbittliche Parade von Fakten – Einzelheiten, Namen, Orten, Ereignissen –, die in ihrer Summe ein Gemälde von Schmerz, Verzweiflung und Ungerechtigkeit“ formen würden, das die Lebensrealität der Palästinenser in der Gegenwart zeige.<ref>Larry Gross: Reading 'Goliath': Inconvenient Truths. truthdig.com, 6. November 2013</ref> John Hudson kennzeichnete das Werk als „eine Anklageschrift gegen Israels Umgang mit den Palästinensern“.<ref>John Hudson: „I Hate Israel Handbook“ Author Welcomes His Haters. Foreign Policy, 5. Dezember 2013</ref>
Blumenthals Werk The Management of Savagery (2019) stellte in einer kritischen Gesamtschau die US-amerikanische Außenpolitik seit 2000 dar. Lydia Wilson meinte, Blumenthals Darstellung der Verstrickung der USA in verschiedene Kriege „übertreibe“, arbeite mit „irreführenden und einseitigen Beispielen“ und gleite häufig in ein „ausgereiftes Verschwörungsdenken“ ab.<ref>Lydia Wilson: Blame Game. Times Literary Supplement, 20. September 2019</ref> Der Pulitzer-Preisträger Chris Hedges fand das Werk dagegen „voll von Einsichten“.<ref>Chris Hedges: Reckoning With Failure in the War on Terror. Truthdig, 8. April 2019</ref> Nasser Baston beurteilte es als „nützliches Gegenmittel“ zu den „Fluten von pro-imperialistischem Unfug“ in konservativen und liberalen Medien.<ref>Nasser Baston: Malignant consequences of an unholy alliance. Morning Star, 2. Juni 2019</ref>
Haltung zu Israel und Palästina[Bearbeiten]
Blumenthal ist ein erklärter Gegner der Unterstützung des Staates Israel durch die US-Politik. Er selbst beschrieb sich 2009 als „nicht-zionistischen Liberalen“.<ref>Video Guerrilla. Tablet Magazine, 17. Juli 2009</ref> Seine Videoreportage Rapture Ready von 2007 über die Unterstützung evangelikaler Christen in den USA für Israel<ref>Max Blumenthal: Rapture Ready: The Unauthorized Christians United for Israel Tour. Vimeo (anmeldepflichtig); Max Blumenthal: Rapture Ready: The Unauthorized Christians United for Israel Tour. Huffpost, 26. Juli 2007 (Einführungstext)</ref> fand größere Beachtung, etwa in Publikationen zum christlichen Zionismus.<ref>Sean Durbin: Righteous Gentiles: Religion, Identity, and Myth in John Hagee’s Christians United for Israel. Brill, Leiden 2018, ISBN 978-90-04-38500-9, S. 94, Fn. 22; Goran Gunner, Robert O. Smith: Comprehending Christian Zionism: Perspectives in Comparison. Fortress Press, Minneapolis 2014, ISBN 978-1-4514-7226-4, S. 175, Fn. 16; Charles Lloyd Cohen, Ronald Numbers (Hrsg.): Gods in America: Religious Pluralism in the United States. Oxford University Press, New York 2013, ISBN 978-0-19-993192-7, S. 344, Fn. 43</ref>
Blumenthals Vater Sidney Blumenthal versuchte kontinuierlich, die Außenpolitik der USA in der Amtszeit von US-Außenministerin Hillary Clinton (2009 bis 2013) auf eine Linie gegen Israels Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zu bringen.<ref name="Fuller70">Adam L. Fuller: Israel and the Neoconservatives: Zionism and American Interests. Lexington Books, London 2019, ISBN 978-1-4985-6734-3, S. 70</ref> Nach den 2016 veröffentlichten privaten E-Mails Hillary Clintons sandte er ihr dazu häufig auch antiisraelische Artikel seines Sohnes zu.<ref name="Observer1Feb2016" />
2018 produzierte Blumenthal zusammen mit dem Dokumentarfilmer Dan Cohen den Dokumentarfilm Killing Gaza. Dieser schildert den Gaza-Krieg von 2014 aus palästinensischer Perspektive.<ref>Killing Gaza. Chicago Reader</ref>
Das Simon Wiesenthal Center zählte Blumenthal 2013 zu den „Top Ten der antisemitischen/anti-israelischen Verleumder“, weil er jüdische Israelis in seinem Werk Goliath als „Judäo-Nazis“ bezeichnet und so Juden mit Nazis gleichgesetzt habe.<ref>Gysi stoppt Konferenz von „Israel-Hassern“ im Bundestag. Berliner Morgenpost, 6. November 2014 (Nachdruck bei der Amadeu Antonio Stiftung)</ref> Er wies den Vorwurf zurück: Mit dem Ausdruck „Judeo-Nazis“ habe er nur den orthodoxen israelischen Philosophen Jeschajahu Leibowitz zitiert.<ref>Max Blumenthal und die Klo-Affäre: „Ich bin empört“. taz, 13. November 2014</ref>
Zum 9. November 2014 (dem Jahrestag der Novemberpogrome 1938) hatten einige Abgeordnete der Partei Die Linke Blumenthal und David Sheen zu einem „Fachgespräch“ über Israel und den Gazakonflikt eingeladen. Der damalige Fraktionsvorsitzende der Gregor Gysi verbot ihnen kurzfristig, dafür den Fraktionssitzungsraum im Reichstagsgebäude zu nutzen. Daraufhin bedrängten die beiden Journalisten Gysi bei der sogenannten Toilettenaffäre.<ref>Simon-Wiesenthal-Center: Linke mit "Toilettengate" auf Antisemitismus-Liste. Tagesspiegel, 29. Dezember 2014</ref>
Im Februar 2016 erklärte Blumenthal vor der kanadischen Sektion von PEN International: Dass er die Gebote des Judentums befolge, sei für „gewisse Gruppen“ irrelevant, die ihn zum Antisemiten stempelten. Aus deren Sicht könne man nach Belieben mit Mose uneins sein, doch nicht mit „King Bibi“ (Benjamin Netanyahu).<ref>Sammy Hudes: Anti-Zionist Max Blumenthal jeered at Toronto event. Times of Israel, 26. Februar 2016</ref> Er sah die Vorwürfe als Versuch rechtsgerichteter Kräfte in den USA, seine Israelkritik zu delegitimieren, und als „organisierte Kampagne der Pro-Israel-Lobby, die die größte Bedrohung der freien Rede im Westen repräsentiert“.<ref>Aaron Bandler: Trump Retweets BDS Activist Max Blumenthal for Criticizing Bolton. Jewish Journal, 18. Juni 2020</ref>
Am 27. Oktober 2023 veröffentlichte Blumenthal auf The Grayzone einen Artikel über den Terrorangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober. Darin vertrat er die These, zumindest einige der schockierendsten in den Medien verbreiteten Bilder von verkohlten israelischen Leichen, zerstörten Häusern und ausgebrannten Autos seien auf den Einsatz schwerer Waffen der israelischen Armee (wie Panzer und Kampfhubschrauber) zurückzuführen.<ref>Max Blumenthal: October 7 testimonies reveal Israel’s military ‘shelling’ Israeli citizens with tanks, missiles. In: The Grayzone. 27. Oktober 2023, abgerufen am 11. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Michal Perach warf ihm daraufhin in der Zeitung Haaretz vor, durch diese Darstellung der israelischen Armee die Verantwortung für die Mehrzahl der Todesopfer zuzuschieben. Sie kritisierte, dass Blumenthal selektiv Einzelangaben aus israelischen Medienberichten zitiert habe, während er alle Belege für Hamastäter aus denselben Berichten weggelassen habe. Sie bezeichnete seinen Artikel als „Meisterklasse der Manipulation“.<ref>Michal Perach: Masterclass in Manipulation: Exposing Max Blumenthal's Lies About Israel and October 7. In: Haaretz. 27. November 2023, abgerufen am 1. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Haltung zu Russland und Ukraine[Bearbeiten]
Einige Jahre war Blumenthal häufiger Interviewgast der russischen Propagandasender RT und Sputnik. Dort verteidigte er die russische Außenpolitik, darunter Russlands Militäreinsatz in Syrien. Charles Davis und andere kritisierten Blumenthals Auftritte in diesen Sendern als prorussische Propaganda.<ref>Charles Davis: An Inside Look at How Pro-Russia Trolls Got the SPLC to Censor a Commie. New Politics, 3. April 2018; Sam Hamad: The propaganda trips helping Assad get away with murder. Alaraby, 18. September 2019; Joseph Menn: News site editor’s ties to Iran, Russia show misinformation’s complexity. Washington Post, 4. Juni 2024</ref>
Im November 2017 verteidigte Blumenthal seine regelmäßigen Auftritte auf RT in einem Interview mit Tucker Carlson auf Fox News: „Ich gehe ziemlich regelmäßig auf RT, und der Grund, warum ich das tue, ist, dass RT das in Frage stellt, während die drei großen Kabelnetzwerke die Bombardierung und Sanktionierung der halben Welt fördern, zumindest der nicht konformen Nationen.“<ref>A Leftist Crank on Fox News. 15. November 2017 (kostenpflichtig)</ref> In einem weiteren Interview mit Tucker Carlson äußerte er sich skeptisch gegenüber Behauptungen, der damalige Präidentschaftskandidat Donald Trump habe bei der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2016 mit Russland konspiriert. Er sagte, dass etablierte Republikaner und progressive Demokraten diesen Verdacht benutzten, um zu vermeiden, „etwas Progressives zu tun“.<ref name=":1">Peter Beinart: Donald Trump's Defenders on the Left. The Atlantic, 23. Juli 2017</ref> Laut Petra Marquardt-Bigman bezog sich eine Interviewaussage Blumenthals vom Dezember 2017 auf dem Sender Sputnik, dass „das Trump-Übergangsteam mit einer ausländischen Macht kollaborierte, um das politische System Amerikas zu untergraben“, auf angebliche geheime Absprachen mit Israel, nicht mit Russland.<ref>Petra Marquardt-Bigman: Max Blumenthal Unwittingly Exposes the Southern Poverty Law Center's Blind Spot on Antisemitism. The Algemeiner, 11. April 2018</ref>
Peter Beinart schrieb in The Atlantic, dass Blumenthal und Glenn Greenwald zwar eine starke Abneigung gegen Präsident Donald Trump hegten, aber grundsätzlich gegen eine „hawkistische“ US-Außenpolitik seien, was dazu führe, dass sie „Russlands Einmischung in die Wahlen herunterspielen, um sich dem entgegenzustellen, was sie als neuen Kalten Krieg sehen“.<ref name=":1" /> Im Rolling Stone zitierte Matt Taibbi Blumenthal aus einer Gruppe von Journalisten, die eine, wie er es nannte, „gesunde“ Skepsis gegenüber Russiagate geäußert hätten.<ref>Matt Taibbi: On Russiagate and Our Refusal to Face Why Trump Won. Rolling Stone, 29. März 2019</ref> Blumenthal beschrieb Russiagate in einem Artikel für Truthdig als „eine bösartige Gegenreaktion“ (vicious backlash) gegen Trumps „Schritte zur Entspannung“ mit Russland.<ref>Alexander Reid Ross: Fooling the Nation: Extremism and the Pro-Russia Disinformation Ecosystem. boundary 2, 8. November 2019</ref> In einem Artikel der ukrainischen Fact-Checking-Organisation StopFake aus dem Jahr 2018 wurde Blumenthal als „pro-russischer amerikanischer Journalist“ bezeichnet, der „russische Propaganda fördert“.<ref>Ольга Юркова: Russia’s UN Mission tags friends on Twitter to spread message. StopFake, 12. Juli 2018</ref>
Blumenthal sah die Euromaidan-Proteste des Jahres 2014 als stark beeinflusst durch eine „offen pro-nazistische Politik“ der ukrainischen Partei Swoboda an und kritisierte die Unterstützung der Proteste durch hochrangige US-Politiker wie den Senator John McCain, der auf einer Euromaidan-Kundgebung geredet hatte, und die stellvertretende Außenministerin Victoria Nuland, die sich mit dem Swoboda-Führer Oleh Tjahnybok getroffen hatte. Wegen dieser Äußerungen zählte Sławomir Sierakowski, der Chefredakteur des polnischen Magazins Krytyka Polityczna, Blumenthal 2014 zu „Putins nützlichen Idioten“ in westlichen Medien: Blumenthal habe den Zweck westlicher Besuche des Euromaidan nicht verstanden und übersehen, dass sich eine ganze Reihe westlicher politischer Führer mit dem Swobodaführer fotografieren ließen.<ref>Slawomir Sierakowski: Opinion: Putin’s Useful Idiots. NYT, 28. April 2014</ref>
Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine verbreitete Blumenthal 2022 eine Falschangabe russischer Propagandakanäle, den Luftangriff auf das Theater von Mariupol habe die ukrainische Brigade Asow und nicht Russland zu verantworten.<ref>Messing with the Truth: Disinformation in the West Spread by Max Blumenthal. Voxukraine, 28. November 2023; False flag attacks are usually just that – false. newstatesman.com, 4. Mai 2023; Tech giants built digital dragnets to stop Russian propaganda—here’s how it still seeps through. dailydot.com, 31. März 2022; US media outlet with ties to RT uses AI-generated sources in article on Navalny's “fake poisoning”. Theins.info, 14. März 2023 (Archivlink)</ref>
Weitere Positionen[Bearbeiten]
Die Journalisten Bethany Allen-Ebrahimian und Caitlin Thompson werfen Blumenthal vor, dass er im chinesischen Staatsrundfunk Interviews gebe und oft Belege infrage stelle, die das Ausmaß der Unterdrückung der Uiguren in Xinjiang belegen sollen.<ref>Bethany Allen-Ebrahimian: The American blog pushing Xinjiang denialism. Axios; Caitlin Thompson: Enter the Grayzone: fringe leftists deny the scale of China’s Uyghur oppression. Coda Story, 30. Juli 2020</ref>
Auszeichnungen[Bearbeiten]
Für seinen Artikel Day of the Dead von 2002 über die Frauenmorde von Ciudad Juárez<ref>Max Blumenthal: Day of the dead. Salon.com, 4. Dezember 2002</ref> erhielt Blumenthal 2003 den Independent Feature Award der Online News Association.<ref>Michael Newton: The Encyclopedia of Unsolved Crimes. 2. Auflage, Infobase Publishing, New York 2009, ISBN 978-0-8160-7818-9, S. 81</ref>
2014 erhielt er für sein Werk Goliath den Cultural Freedom Award for An Especially Notable Book.<ref name="Lannan" />
Publikationen[Bearbeiten]
- Republican Gomorrah: Inside the Movement that Shattered the Party. Nation Books, New York 2009, ISBN 978-1-56858-398-3
- Goliath: Life and Loathing in Greater Israel. Nation Books, New York 2013, ISBN 978-1-56858-634-2
- The 51 Day War: Ruin and Resistance in Gaza. Nation Books, New York 2015, ISBN 978-1-56858-511-6
- The Management of Savagery: How America’s National Security State Fueled the Rise of Al Qaeda, ISIS, and Donald Trump. Verso Books, London / New York 2019, ISBN 978-1-78873-228-4
Weblinks[Bearbeiten]
- Masterclass in Manipulation: Exposing Max Blumenthal’s Lies About Israel and October 7, Haaretz, 23. November 2023
- Max Blumenthal bei The Grayzone
- Max Blumenthal bei IMDb
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Blumenthal, Max |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Autor, Journalist, Blogger und Filmemacher |
| GEBURTSDATUM | 18. Dezember 1977 |
| GEBURTSORT | Boston |