Max Fanta
Max Fanta (* 2. Februar 1858 in Libochovice; † 3. August 1925 in Prag) war ein tschechischer Apotheker. Er erfand die nach ihm benannte Fantaschale.
Leben[Bearbeiten]
Max Fanta heiratete 1884 Berta Sohr, die aus einer wohlhabenden jüdischen Familie stammte. Die Mutter Emilie Sohr kaufte dem Paar in Prag das Haus „Zum Einhorn“ am Altstädter Ring, in dem auch eine Apotheke beheimatet war.<ref name="Stach" /> Im Haus Fanta kamen die Kinder Else (* 28. Juli 1886; † 1969 in Jerusalem) und Otto (1890–1940) zur Welt. Außerdem finanzierte die Schwiegermutter den Familien ihrer Töchter Berta und Ida ein Sommerhaus im Vorort Podbaba.<ref>Wilma Iggers: Frauenleben in Prag: Ethnische Vielfalt und kultureller Wandel seit dem 18. Jahrhundert. Böhlau Verlag, Wien 2000. ISBN 978-3-205-98759-8. S. 415.</ref>
Ab 1903 war Franz Kafka durch Vermittlung von Felix Weltsch häufig Gast im Hause Fanta.<ref>Peter-André Alt: Franz Kafka: Der ewige Sohn. Eine Biographie. C.H.Beck, 2008. ISBN 978-3-406-57535-8. S. 118.</ref> Der Hausherr soll bei diesen Treffen jedoch oft geistesabwesend und schweigend gewesen sein.<ref name="Stach">Reiner Stach: Kafka: Die frühen Jahre. S. Fischer Verlag, 2014. ISBN 978-3-10-403158-3.</ref> Tochter Else heiratete 1908 Samuel Hugo Bergman, einen Schulfreund von Kafka. 1911 und 1912 spielte Albert Einstein im Hause Fanta Violine und traf dort auf Kafka und Max Brod, wovon heute eine Gedenktafel zeugt.
Zur einfacheren Herstellung von Salben und Cremes konstruierte Max Fanta die nach ihm benannte Fantaschale, die noch heute Verwendung findet. Aufgrund möglicher Kreuzkontamination von Arzneistoffen werden Schalen aus Melaminharz zunehmend durch Exemplare aus Edelstahl oder Glas verdrängt.<ref>Benjamin Wessinger: Resolution der Pharmazieräte: Das Ende der Melamin-Fantaschalen? In: Deutsche Apotheker Zeitung, 17. November 2014.</ref> Diese „neuartige Salben-Reibschale für die Receptur“ wurde 1903 in Prag geschützt.<ref>Pharmazeutische Zentralhalle für Deutschland (Band 44). T. Steinkopff., 1903. S. 341.</ref><ref>Kaiserliches Patentamt (Hrsg.): Patentblatt (Band 30, Teil 1). C. Heymanns Verlag, 1906. S. 398.</ref> 1904 wurden in der Vierteljahresschrift für praktische Pharmazie des Deutschen Apotheker-Vereins sowohl die Fantaschale als auch Fantas sterilisierte Salzgemischlösung Serum anorganicum Truneček zur subkutanen Anwendung bei Arteriosklerose vorgestellt.<ref>Deutscher Apotheker-Verein: Vierteljahresschrift für praktische Pharmazie (Band 1). 1904. S. 143 bzw. S. 176.</ref>
Vom Kafka-Biografen Nicholas Murray wurde Fanta als einer der führenden Pharmazeuten in Prag bezeichnet.<ref>Nicholas Murray: Kafka. Yale University Press, 2004. ISBN 978-0-300-10631-2. S. 58.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Else Bergmann: Familiengeschichte. Manuskript, Tel Aviv, Ende der 1940er Jahre. Auszug in: Albert Lichtblau (Hrsg.): Als hätten wir dazugehört. Wien : Böhlau, 1999, S. 397–417.
- Thomas Langebner, Helga Krischkowsky: Apotheker Max Fanta revolutioniert die Rezeptur: Über die Fanta-Schale und ihren Erfinder. In: Deutsche Apotheker Zeitung, Beilage Geschichte der Pharmazie, 63 (4) S. 51–54 (2011).
- Thomas Langebner: Max Fanta (1858–1925): Ein Apothekerleben in Prag. In: Deutsche Apotheker Zeitung, Beilage Geschichte der Pharmazie, 76 (1/2) S. 1–9 (2024). (online)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fanta, Max |
| KURZBESCHREIBUNG | Apotheker und Erfinder |
| GEBURTSDATUM | 2. Februar 1858 |
| GEBURTSORT | Libochovice |
| STERBEDATUM | 3. August 1925 |
| STERBEORT | Prag |