Zum Inhalt springen

Meclozin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Strukturformel von Meclozin
Strukturformel ohne Stereochemie
Allgemeines
Freiname Meclozin
Andere Namen
  • Meclizin
  • (RS)-1-[(4-Chlorphenyl)-phenylmethyl]-4-[(3-methylphenyl)methyl]piperazin (IUPAC)
Summenformel
  • C25H27ClN2 [(RS)-Meclozin]
  • C25H27ClN2·2HCl [(RS)-Meclozin·Dihydrochlorid]
  • C25H27ClN2·2HCl·2H2O [(RS)-Meclozin·Dihydrochlorid·Monohydrat]
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 209-323-3
ECHA-InfoCard 100.008.477
PubChem 4034
ChemSpider 3894
DrugBank DB00737
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

R06AE05

Wirkstoffklasse

Antihistaminika

Eigenschaften
Molare Masse
  • 390,95 g·mol−1 [(RS)-Meclozin]
  • 463,88 g·mol−1 [(RS)-Meclozin·Dihydrochlorid]
  • 481,90 g·mol−1 [(RS)-Meclozin·Dihydrochlorid·Monohydrat]
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

206–216 °C unter Zersetzung (Racemat-Dihydrochlorid)<ref>M. Brandstätter-Kuhnert, R. Hoffmann, M. Senn: Thermo-Microscopic and Spectrophotometric Determination of Antihistamines and Related Compounds, in: Microchem J., 1963, 7, S. 357–374.</ref>

Siedepunkt

230 °C<ref name="ChemIDplus" />

pKS-Wert

3,1; 6,2<ref>Eintrag zu Meclozin. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Meclizine dihydrochloride, ≥97% (HPLC) bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>

Hydrochlorid

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​361
P: 281<ref name="Sigma" />
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Meclozin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der systemischen H1-Antihistaminika. Es wirkt gegen Übelkeit und Erbrechen und ist erfahrungsgemäß auch während einer Schwangerschaft sicher anwendbar. Seit 2007 ist es in Deutschland jedoch nicht mehr im Handel (ehemaliger Handelsname: Postadoxin N). Im EU-Ausland sind oder waren Präparate unter dem Namen Postafene oder Agyrax bekannt. In der Schweiz ist Meclozin als Kombinationspräparat mit Pyridoxin und Koffein unter dem Namen Itinerol B6 erhältlich.<ref>Einträge bei compendium.ch</ref>

Synthese[Bearbeiten]

Die Synthese von Meclozin geht vom (4-Chlorphenyl)-phenylmethanol aus, welches zunächst nach Halogenierung mittels Thionylchlorid und Reaktion mit Acetylpiperazin zu einer 4-Chlorphenylphenylpiperazinylmethan-Zwischenverbindung umgesetzt wird. Nach sauer Abspaltung der Acetylgruppe erfolgt eine N-Alkylierung am Piperazinring mit 3-Methylbenzylchlorid zum racemischen Zielmolekül.<ref>J.-H. Fuhrkop, G. Li: Organic Synthesis - Concepts and Methods, Wiley-VCH 2003, S. 237, ISBN 978-3-527-30272-7.</ref>

Vorlage:Formel

Alternativ kann der letzte Syntheseschritt als reduktive N-Alkylierung am Piperazinring mit 3-Methylbenzaldehyd durchgeführt werden.<ref>US 2 709 169 (UCB, 1955).</ref><ref name="Kleemann" />

Vorlage:Formel

Bei der Synthese entsteht das Racemat. Für pharmazeutische Anwendungen wird die Verbindung in das Dihydrochlorid überführt.

Klinische Angaben[Bearbeiten]

Meclozin wird verwendet gegen Übelkeit und Erbrechen, insbesondere bei Reisekrankheit und bei Schwangerschaftserbrechen.

Die Sicherheit für die Anwendung während einer Schwangerschaft ist gut belegt,<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> es gilt sogar bei Schwangerschaftserbrechen als Mittel der Wahl.<ref>ANTIEMETISCHE THERAPIE BEI SCHWANGERSCHAFTSERBRECHEN bei arznei-telegramm.de.</ref><ref>Embryotox: Arzneimittelsicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit: Datenbank Medikamente und Wirkstoffe: Meclozin.</ref> Als Alternative kommt unter anderem Doxylamin in Frage.

Pharmakologische Eigenschaften[Bearbeiten]

Meclozin wirkt durch kompetitive Hemmung an Histamin-H1-Rezeptoren. Da es als Antihistaminikum der ersten Generation die Blut-Hirn-Schranke überwindet, wirkt es nicht nur antiemetisch, sondern macht auch müde.

Stereoisomerie[Bearbeiten]

Meclozin enthält ein stereogenes Zentrum und ist chiral. Der Arzneistoff wird als Racemat {1:1-Gemisch aus (R)-1-[(4-Chlorphenyl)-phenylmethyl]-4-[(3-methylphenyl)methyl]piperazin und (S)-1-[(4-Chlorphenyl)-phenylmethyl]-4-[(3-methylphenyl)methyl]piperazin} eingesetzt. Vorlage:Formel

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein