MedAustron
MedAustron ist ein interdisziplinäres und überregionales österreichisches Zentrum für die Krebsbehandlung mit Partikeltherapie, die Erforschung und Weiterentwicklung dieser relativ neuen Therapieform sowie die nichtklinische Forschung mit Protonen und schwereren Ionen. Nach der Bauphase im Jahr 2011, der Installation des Teilchenbeschleunigers 2012 und dem technischen und medizinischen Probebetrieb 2013 und 2014 erfolgte im Jahr 2016 die erste Patientenbestrahlung.
Die Einrichtung in Wiener Neustadt wurde mit einem Investitionsvolumen von rund 200 Millionen Euro realisiert. Aktuell werden 550 Personen pro Jahr behandelt, wobei eine Verdoppelung der Kapazität angestrebt wird. Bei MedAustron arbeiten rund 280 Personen aus unterschiedlichen Fachbereichen der Physik und Medizin, darunter Radioonkologen, Medizinphysiker und Radiologen.
Geschichte[Bearbeiten]
Ursprünglich wurde in den frühen 1990er Jahren im Rahmen des Projekts Austron von einem gleichnamigen Verein der Plan verfolgt, in Österreich eine Neutronen-Spallationsquelle als Großforschungsanlage für Teilchenstrahlung zu errichten. Als kostengünstige Alternative zu diesem Projekt wurde parallel dazu ab Ende der 1990er Jahre MedAustron konzipiert.<ref>Rückblick und Jahresbericht 2009 des Vorstandes des Vereins AUSTRON. Abgerufen am 24. Oktober 2018.</ref> 1996 wurde mit der finanziellen Unterstützung der Stadt Wiener Neustadt und des Landes Niederösterreich eine Basis in Form eines Büros im Regionalen Innovationszentrum (RIZ) geschaffen, wo wesentliche Teile einer dreibändigen Machbarkeitsstudie<ref>R. Pötter, T. Auberger: Med-AUSTRON Machbarkeitsstudie, Band I, Bedeutung der Hadronentherapie für die Krebsbehandlung. Hrsg.: R. Pötter, T. Auberger, M. Regler. Band I. Wr. Neustadt 1998, ISBN 3-9500952-0-9, S. 159.</ref><ref>M. Regler, U. Haverkamp, E. Griesmayer: Med-AUSTRON - Machbarkeitsstudie Der Med-AUSTRON Beschleuniger - ein europäisches Konzept zur Protonen- und Ionentherapie - Aspekte der Beschleunigerphysik und der Medizinphysik. Hrsg.: R. Pötter, T. Auberger, M. Regler. Band II. Wr. Neustadt 1998, ISBN 3-9500952-1-7, S. 249.</ref><ref>T. Auberger, R. Pötter, K. Poljanc: Med-AUSTRON - Machbarkeitsstudie, Band III, Konzept zur Realisierung eines österreichischen Hadronentherapiezentrums. Hrsg.: R. Pötter, T. Auberger, M. Regler. Band III. Wr. Neustadt 1998, ISBN 3-9500952-2-5, S. 204.</ref> erarbeitet wurden. Diese bildete die Basis der folgenden Design Studie<ref>T. Auberger, E. Griesmayr: Das Projekt MedAustron. Hrsg.: T. Auberger, E. Griesmayr. Wr. Neustadt, ISBN 3-200-00141-0, S. 439.</ref>, die 2004 herausgegeben wurde. Nach zahlreichen Finanzierungsverhandlungen von Seiten der Betreiber- und Errichtungsgesellschaften mit dem Land Niederösterreich, der Stadt Wiener Neustadt und dem Bund sowie einer gescheiterten Ausschreibung im Jahr 2006 fand im Jahr 2011 die Grundsteinlegung statt. Im Jahr 2012 wurde das Gebäude fertig gestellt und im Folgejahr mit dem Aufbau des Teilchenbeschleunigers und dem Positionierungssystem<ref>Erster Positionierungsroboter für MedAustron ORF Niederösterreich, 23. August 2013</ref> begonnen. Im Jänner 2013 wurde die erste Ionenquelle feierlich übergeben<ref>Feierliche Übergabe der Ionenquelle für MedAustron. In: OTS.at. (ots.at [abgerufen am 24. Oktober 2018]).</ref>. Parallel dazu wurde das Vorhaben dem Rechnungshof unterbreitet<ref>Rechnungshof: Bericht des Rechnungshofes - Errichtung von MedAustron; Follow-up-Überprüfung. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. Oktober 2018; abgerufen am 24. Oktober 2018. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>. Der technische Probebetrieb und die Installation der Medizintechnik erfolgte ab 2014, die medizinphysikalische Kommissionierung 2015.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.MedAustron startet Tests für Anlagenbewilligung ( des Vorlage:IconExternal vom 20. Dezember 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. medianet, 10. Juli 2015</ref>
Im August 2016 wurde der Bestrahlungsraum samt Protonenstrahl offiziell an die Wissenschaft übergeben.<ref>Medaustron: Start für die Forschung NÖN, 24. August 2016</ref><ref>Kampf gegen Krebs: MedAustron für die Wissenschaftler geöffnet Kurier, 20. August 2016</ref>
Am 5. Dezember 2016 hätte ursprünglich der erste Tumorpatient behandelt werden sollen. Wegen fehlender Genehmigungen musste dieser Termin jedoch noch kurzfristig verschoben werden.<ref>MedAustron: Warten auf Zulassung auf ORF vom 5. Dezember 2016. Abgerufen am 5. Dezember 2016</ref> Am 14. Dezember 2016 erfolgte die letzte fehlende Zertifizierung; damit war die rechtskräftige Benützungsbewilligung erteilt und die ersten Tumorpatienten konnten behandelt werden.<ref>Start frei für Partikeltherapie Wiener Zeitung, am 14. Dezember 2016</ref> Mitte 2017 wurde der zweite Behandlungsraum in Betrieb genommen.<ref>Interview mit MedAustron-Geschäftsführer DI Alfred Zens</ref> Im Juli 2019 konnte erstmals begonnen werden, mit Kohlenstoffionen zu arbeiten.<ref>Neue Therapie im Kampf gegen Krebs</ref> 2022 folgte Ludwig Gold Alfred Zens als Geschäftsführer nach.<ref>Wiener Neustadt: neuer Geschäftsführer bei MedAustron. In: wn24.at. 21. April 2022, abgerufen am 21. April 2022.</ref>
Teilchenbeschleuniger und Anlage[Bearbeiten]
Die gesamte MedAustron-Anlage besteht aus drei Bereichen: aus dem Teilchenbeschleuniger, dem Therapie- und dem Forschungsbereich.<ref>Mit 200.000 Kilometer pro Sekunde gegen Krebszellen Futurezone, 16. Januar 2015</ref>
Teilchenbeschleuniger[Bearbeiten]
Um verschiedene Arten von geladenen Teilchen für die Therapie und die Forschung erzeugen zu können, ist eine Synchrotron-basierte Anlage erforderlich. Ein Synchrotron ist eine Art ringförmiger Teilchenbeschleuniger. Drei Ionenquellen erzeugen bei MedAustron die für die Bestrahlung verwendeten Teilchen: Dazu wird Kohlendioxid CO2 bzw. Wasserstoffgas H2 auf extrem hohe Temperaturen erhitzt und damit Plasma erzeugt. Durch elektrische Felder werden aus diesem Plasma die positiv geladenen Ionen von den negativ geladenen Elektronen getrennt. Danach erfolgt in einem Linearbeschleuniger die erste Stufe der Beschleunigung der Ionen auf etwa 12 Prozent der Lichtgeschwindigkeit. Im nächsten Schritt werden die Ionen im Synchrotron auf eine Kreisbahn mit einer Länge von rund 80 Metern geführt, wo starke magnetische Felder die geladenen Teilchen ablenken und bei jedem Durchlauf schrittweise weiter beschleunigen. Die Beschleunigeranlage wurde aus mehr als 1.000 Komponenten aus 23 Ländern und von über 200 Herstellern in Wiener Neustadt entwickelt und zusammengebaut.<ref>Mit 200.000 Kilometer pro Sekunde gegen Krebszellen Futurezone, 16. Januar 2015</ref> Der größte Steuerungsmagnet wiegt 120 Tonnen.
Die MedAustron-Anlage ermöglicht im medizinischen Betrieb einen Energiebereich von 60 bis 250 MeV für Protonen und 120 bis 400 MeV/u für Kohlenstoffionen. Für die Forschung stehen Protonenenergien bis 800 MeV zur Verfügung.<ref>M. Benedikt, A. Wrulich: MedAustron—Project overview and status. In: The European Physical Journal Plus. Band 126, Nr. 7, Juli 2011, ISSN 2190-5444, S. 69, doi:10.1140/epjp/i2011-11069-9 (springer.com [abgerufen am 12. Januar 2020]).</ref> Die Partikel erreichen dabei etwa zwei Drittel der Lichtgeschwindigkeit, also rund 200.000 Kilometer in der Sekunde. Die Energie der Teilchen korrespondiert mit der Eindringtiefe des Strahls in den Körper, wobei ein Maximum von 30 Zentimetern erreicht werden kann.<ref>Mit 200.000 Kilometer pro Sekunde gegen Krebszellen Futurezone, 16. Januar 2015</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Teilchenbeschleuniger ( des Vorlage:IconExternal vom 21. Dezember 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. www.medaustron.at, 2016</ref>
Die Teilchen werden im Anschluss in einen der vier Bestrahlungsräume geleitet, wobei ein Raum für die nichtklinische Forschung optimiert ist und die drei restlichen Räume der Behandlung von Krebspatienten dienen.
Im November 2019 waren für die Protonentherapie und die Kohlenstofftherapie zwei horizontale und ein vertikaler Strahl verfügbar, eine bewegliche Strahlführung (Gantry) für die Protonentherapie wurde im Mai 2022 in Betrieb genommen.<ref>MedAustron: Krebsbehandlung auf dem nächsten Level Kurier, 18. Mai 2022</ref>
Bauweise[Bearbeiten]
Beim Auftreffen von hochenergetischen Teilchen auf abschirmende Bauteile entstehen Sekundärstrahlungsfelder, für deren Abschirmung zunächst viele Meter dicke Massivbetonbauteile vorgesehen waren. Die gesamte Konstruktion der Strahlenabschirmung erfolgte schließlich in einer Forster-Sandwich-Construction<ref>Ramona Mayer, Stanislav Vatnitsky, Bernd Mößlacher: Requirements for Setting Up a Particle Therapy Centre. In: Advances in Particle Therapy. 1. Auflage. CRC Press, 2018, ISBN 978-1-315-16038-2, S. 55–65, doi:10.1201/b22229-5 (taylorfrancis.com [abgerufen am 12. Januar 2020]).</ref><ref>Dosanjh, Manjit, Bernier, Jacques,: Advances in Particle Therapy : a Multidisciplinary Approach. First edition Auflage. Boca Raton, FL, ISBN 978-1-315-16038-2.</ref> ausgeführt, mit 30 cm dicken Wänden<ref>M. Benedikt, A. Wrulich: MedAustron—Project overview and status. In: The European Physical Journal Plus. Band 126, Nr. 7, Juli 2011, ISSN 2190-5444, S. 69, doi:10.1140/epjp/i2011-11069-9 (springer.com [abgerufen am 12. Januar 2020]).</ref>. Es konnte dadurch auch auf Dehnfugen verzichtet werden. Die Konstruktion folgt bionischen Gedanken und wird von einem Stahlbetonnetz von Waben<ref>Michael Benedikt: MedAustron: The Austrian ion therapy facility. In: Challenges and Goals for Accelerators in the XXI Century. WORLD SCIENTIFIC, 2016, ISBN 978-981-4436-39-7, S. 813–824, doi:10.1142/9789814436403_0043 (worldscientific.com [abgerufen am 12. Januar 2020]).</ref> durchzogen. Je nach anstehender Art und Belastung durch Strahlung werden diese Zellen dann mit dichtestmöglich kompaktierten Mineralstoffen nachsetzungsfrei befüllt. Im vorliegenden Projekt wurde überwiegend der natürlich anstehende Kies der eigenen Baugrube, aber auch importiertes Magnetit qualitätsgesichert verbaut.
Durch die Sandwich-Bauweise konnte auf große Mengen von Zement und Betonstahl verzichtet werden.<ref>MedAustron - Gleichenfeier. Abgerufen am 12. Januar 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Therapie[Bearbeiten]
Ionentherapie[Bearbeiten]
Bei der Ionentherapie kommen nicht, wie bei der herkömmlichen Strahlentherapie, Photonen- oder Elektronenstrahlen zum Einsatz, sondern Ionenstrahlen. Alle Protonen- und Ionentherapien nutzen den so genannten „Bragg-Peak-Effekt“ aus:<ref>Mit Ionenstrahlen aus dem Mini-LHC gegen Krebs Der Standard, 25. August 2016</ref> Die Teilchen geben ihre Energie beim Durchfliegen des Gewebes ungleichmäßig ab, am intensivsten ist die Energieabgabe kurz bevor sie zum Stillstand kommen. Dieser Punkt kann mit der anfänglichen Teilchengeschwindigkeit bestimmt werden,<ref>https://www.gsi.de/forschungbeschleuniger/forschung_ein_ueberblick/ionenstrahlen_im_kampf_gegen_krebs/gezielt_gegen_krebszellen.htm</ref> das Gewebe dahinter wird geschont. Daher wird die Ionentherapie zur Behandlung von Tumoren in der Nähe von strahlenempfindlichen Organen, wie zum Beispiel dem Gehirn und dem Rückenmark, den Augen, der Leber und der Lunge verwendet.
Auch bei kindlichen Tumoren ist häufig eine Ionentherapie indiziert.
Behandlung & Behandlungsräume[Bearbeiten]
MedAustron verfügt über vier Bestrahlungsräume, drei davon für Patienten. Die Räume unterscheiden sich hinsichtlich der Flexibilität des Teilchenstrahls. Ein wesentlicher Faktor ist die genaue Positionierung der Patienten während der Behandlung. Für MedAustron wurde ein Industrieroboter speziell für den medizinischen Einsatz und die exakte Positionierung der Patienten entwickelt. Mit diesen speziellen Behandlungsliegen sind alle Behandlungsräume ausgestattet. Das deckenmontierte System ermöglicht die Ausrichtung des Patienten auf einen halben Millimeter genau.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Behandlung ( des Vorlage:IconExternal vom 21. Dezember 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. www.medaustron.at</ref><ref>Erster Positionierungsroboter für MedAustron ORF Niederösterreich, 23. August 2013</ref> Vor der Behandlung wird der Tumor Schicht für Schicht gescannt, um eine 1:1-Nachbildung des Tumors und des Umfeldes zu bekommen. Diese Bilder dienen als Grundlage für die Planung der Bestrahlung, die Ärzte und Radiologietechnologen gemeinsam mit Medizinphysikern vornehmen. Je nach Lage und Beschaffenheit des Tumors wird der Teilchenstrahl mit der erforderlichen Energie in den Behandlungsraum geleitet. Das MedAustron-Synchrotron liefert Strahlen auf 256 Energiestufen.<ref>Mit 200.000 Kilometer pro Sekunde gegen Krebszellen Futurezone, 16. Januar 2015</ref><ref>Ein Labor nach dem Sandwichprinzip Die Presse, 27. August 2016</ref>
Erwartet wurde ab dem Vollbetrieb 2020 24.000 Bestrahlungen an etwa 1.200 Patienten pro Jahr.<ref>Ab November: Hilfe für Krebspatienten: MedAustron startet Kronen Zeitung, Herbst 2016, ohne Datum</ref><ref>Mit Ionenstrahlen aus dem Mini-LHC gegen Krebs Der Standard, 25. August 2016</ref> Bis Anfang 2025 wurden insgesamt 2.700 Patienten behandelt.<ref>MedAustron: Neue Therapie für Augentumore, MedAustron, 10. Januar 2025.</ref> Die Behandlung findet stets ambulant statt, wobei über mehrere Wochen täglich eine Bestrahlung durchgeführt wird. Die Dauer variiert individuell zwischen drei und sieben Wochen.
Forschung[Bearbeiten]
Der translationalen Forschung steht ein eigener Bestrahlungsraum zur Verfügung. Erforscht wird unter anderem, wie der Einsatz von Bildgebung die punktgenaue Bestrahlung der Tumoren ermöglichen kann. Entsprechende Erkenntnisse könnten rasch in die Therapie übergeleitet werden. Untersucht werden soll auch, wie sich Strahlen auf bestimmte Organe und Gewebeteile auswirken.<ref>Mit Ionenstrahlen aus dem Mini-LHC gegen Krebs Der Standard, 25. August 2016</ref>
Die Strahlenbiologie untersucht die biologische Wirkung von Strahlungen auf Lebewesen. Vor allem chronische Wirkungen an Tumor- und Normalgewerbe im Zusammenhang mit der Strahlentherapie sind Forschungsgegenstand. Dabei arbeitet sie mit molekularbiologischen, zytogenetischen und zytometrischen Methoden an unterschiedlichen Organismen und Zellsystemen. Auf DNS-Niveau werden die strahlenbedingte Mutagenese und deren Reparatur untersucht. Ein wichtiger Teil der Forschung stellt das Identifizieren von Tumor- und Nebenwirkungsmarkern dar.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Strahlenbiologie ( des Vorlage:IconExternal vom 21. Dezember 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. www.medaustron.at</ref>
Die medizinische Strahlenphysik und die Radioonkologie sind in High-Tech-Anwendungen wie der Ionentherapie eng verzahnt. Dabei geht es einerseits um Forschung in den Kernthemen der medizinischen Strahlenphysik, wie Dosimetrie, Dosisberechnung und Bestrahlungsplanung, und andererseits um neue Felder wie funktionale und morphologische Bildgebung. Letzteren kommt in der adaptiven und bildgesteuerten Strahlentherapie besondere Bedeutung zu.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Medizinische Strahlenphysik ( des Vorlage:IconExternal vom 21. Dezember 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. www.medaustron.at</ref> Die Ergebnisse der strahlenphysikalischen Arbeiten können Erkenntnisse über Sekundärstrahlung liefern, zur Verbesserung von Bestrahlungsplanungssystemen beitragen, die Überwachung der Therapie mittels in vivo Reichweitenmessung ermöglichen und grundlegende Kenngrößen zur Beschreibung nuklearer Reaktionen liefern.
Professuren an den Universitäten[Bearbeiten]
In Kooperation mit der Medizinischen Universität Wien und der Technischen Universität Wien wurden in den Jahren 2014 und 2015 insgesamt drei Professuren geschaffen. Dazu zählen die beiden Professuren „Medizinische Strahlenphysik und Onkotechnologie“ sowie „Angewandte und Translationale Strahlenbiologie“ an der Medizinischen Universität Wien. Am Atominstitut der Technischen Universität Wien wurde in der Gruppe Strahlenphysik eine eigene Professur eingerichtet.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Pressemappe Medaustron ( des Vorlage:IconExternal vom 21. Dezember 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. www.medaustron.at, 19. Juli 2016</ref><ref>Mehr Forschung in Wiener Neustadt: TU Wien richtet am MedAustron zwei Professuren ein Wiener Zeitung, 28. September 2011</ref>
Unternehmen[Bearbeiten]
Beschäftigung[Bearbeiten]
Viele Mitarbeiter waren zuvor am europäischen Kernforschungszentrum CERN in der Schweiz beschäftigt<ref>Ein österreichischer Beschleuniger: MedAustron Die Presse, 2. September 2008</ref>. Derzeit arbeiten 280 Mitarbeiter aus 27 Nationen bei MedAustron.<ref>EBG MedAustron GmbH. Abgerufen am 21. März 2026.</ref> Zur Aus- und Weiterbildung von medizinischem Fachpersonal bestehen Kooperationen mit internationalen und österreichischen medizinischen Universitäten und Kliniken.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Pressemappe Medaustron ( des Vorlage:IconExternal vom 30. Dezember 2017 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. www.medaustron.at, 16. März 2018</ref>
Finanzierung[Bearbeiten]
Das MedAustron Zentrum für Ionentherapie und Forschung wird durch die finanzielle Unterstützung der Republik Österreich, des Landes Niederösterreich sowie der Stadt Wiener Neustadt ermöglicht. Dabei steht die EBG MedAustron im mittelbaren Eigentum des Landes Niederösterreich. Für die Errichtung des Zentrums wurden rund 200 Millionen Euro investiert.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.MedAustron startet Tests für Anlagenbewilligung ( des Vorlage:IconExternal vom 20. Dezember 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. medianet, 10. Juli 2015</ref>
Nach der Anschubfinanzierung von 41 Millionen Euro vom Bund, dem Grundstück und 1,9 Millionen Euro von der Stadt und 3,7 Millionen Euro sowie Haftungen über 290 Millionen Euro vom Land Niederösterreich erwartet die Stadt, dass ab 2022 „positive Zahlen“ geschrieben werden.<ref>Neue Therapie im Kampf gegen Krebs</ref>
Standort[Bearbeiten]
Wiener Neustadt ist ein Bildungs-, Forschungs- und Wirtschaftsstandort. In der Nähe befinden sich das Landesklinikum Wiener Neustadt mit einem Tumorzentrum (Forschungszentrum) und die Fachhochschule Wiener Neustadt mit Ausbildungszweigen in Technik und Gesundheit.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Zentrum ( des Vorlage:IconExternal vom 21. Dezember 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. www.medaustron.at</ref>
Projekt in Teheran[Bearbeiten]
Unter Leitung von MedAustron wurde im Jahr 2017 der Bau eines ähnlichen Projektes in Teheran begonnen.<ref>Know-how aus NÖ für Iran in den NÖN 21/2017 NÖ-9</ref>
Ende Jänner 2019 wurde Massud Mossaheb, der Generalsekretär der Österreichisch-Iranischen Gesellschaft,<ref>Der Vorstand – OIG. Abgerufen am 29. Dezember 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> bei der Begleitung einer Delegation der MedAustron in Teheran verhaftet und im August 2020 wegen angeblicher Spionage für Deutschland und Israel zu zehn Jahren Haft verurteilt.<ref>Austro-Iraner im Iran zu zehn Jahren Haft verurteilt - derStandard.at. Abgerufen am 29. Dezember 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Dessen Familie stellte einen direkten Bezug seines Aufenthalts im Iran mit der Berater-Tätigkeit für MedAustron her,<ref>Teheran – gefährliches Pflaster für iranischstämmige Europäer - derStandard.at. Abgerufen am 29. Dezember 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> der MedAustron-Geschäftsführer Alfred Zens sah in einer ersten Stellungnahme „keinen direkten Zusammenhang“.<ref>Österreicher seit sechs Monaten im Iran in Haft - derStandard.at. Abgerufen am 29. Dezember 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er bestätigte später, Mossaheb habe „einen Teil der Gespräche begleitet“.<ref>Teheran – gefährliches Pflaster für iranischstämmige Europäer - derStandard.at. Abgerufen am 29. Dezember 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Das Gebäude wurde errichtet und an der Installation der Komponenten der Beschleunigeranlage gearbeitet. Aufgrund der Sanktionen gegen den Iran wurde das Projekt von Seiten des MedAustrons pausiert.<ref>Iran-Connection von MedAustron wird nach Jahren zum Aufreger, Kurier, 23. Juli 2025. Abgerufen am 21. März 2026.</ref>
Gesellschaften[Bearbeiten]
MedAustron ist neben der Medizinischen Universität Wien, der Technischen Universität Wien sowie dem Land Niederösterreich einer der Gesellschafter der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften.<ref>Gesellschafter_innen | Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften. Abgerufen am 11. Februar 2022.</ref>
Fachliteratur und wissenschaftliche Arbeiten[Bearbeiten]
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Koordinaten: 47° 50′ 12,5″ N, 16° 15′ 18,4″ O
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- Wikipedia:österreichbezogen
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2022-03
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2018-12
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2026-06
- Organisation (Wiener Neustadt)
- Forschungsinstitut in Österreich
- Ionenstrahltherapiezentrum
- Gegründet in den 2010er Jahren
- Krankenhausbau in Österreich
- Erbaut in den 2010er Jahren