Meg Greenfield
Mary Ellen Greenfield, besser bekannt als Meg Greenfield (* 27. Dezember 1930 in Seattle; † 13. Mai 1999 in Washington, D.C.),<ref name="Ware">Susan Ware u. a.: Notable American women: a biographical dictionary completing the twentieth century. Belknap Press, Cambridge (Mass.) 2004, ISBN 978-0-674-01488-6, S. 258 ff.</ref> war eine amerikanische Journalistin und Pulitzer-Preisträgerin.
Leben[Bearbeiten]
Familie und Ausbildung[Bearbeiten]
Greenfield wurde in Seattle als zweites Kind von Lorraine Nathan und Lewis James Greenfield geboren. Sie hat einen älteren Bruder namens James.<ref>Meg Greenfield Biography. University of Washington, Department of Classics, abgerufen am 21. April 2015.</ref> Ihre Mutter stammt aus einer angesehenen jüdischen Familie in Chicago, ihr Vater war der Sohn jüdischer Einwanderer aus Russland. Lewis Greenfield war im Raum Seattle als Antiquitätenhändler und Auktionator tätig und trat in wöchentlichen Radiosendungen auf. Als Meg zwölf Jahre alt war, starb ihre Mutter.<ref name="Ware"/>
Greenfield besuchte öffentliche Schulen, bevor sie an die private Mädchenschule Helen Bush Parkside School wechselte.<ref name="Ware"/> Nach ihrem Schulabschluss im Jahr 1948 begann sie ein Studium der englischen Literatur am Smith College, das sie 1952 mit summa cum laude abschloss. Im Anschluss ging sie mit einem Fulbright-Stipendium für ein Jahr an die University of Cambridge in England. Dort wollte sie bei dem Literaturwissenschaftler F. R. Leavis studieren, dieser ließ jedoch nur männliche Studierende zu. Sie wandte ihr Forschungsinteresse anderen Bereichen zu und beschäftigte sich während ihrer Zeit in Cambridge mit dem Schriften William Blakes.<ref name="Ware"/><ref name="NYT">Felicity Barringer: Meg Greenfield, Who Shaped Washington Post's Editorial Page, Dies at 68. In: The New York Times, 14. Mai 1999.</ref>
Berufliche Laufbahn[Bearbeiten]
Nach ihrem Forschungsaufenthalt in Cambridge wohnte Greenfield kurzzeitig in Rom, bevor sie in die Vereinigten Staaten zurückkehrte.<ref>Edd Applegate (Hrsg.): Advocacy Journalists: A Biographical Dictionary of Writers and Editors. Scarecrow Press, Lanham (Md.) 2009, ISBN 978-0-8108-6928-8, S. 82.</ref> Sie zog eine akademische Karriere in Erwägung, entschied sich jedoch für den Journalismus.<ref name="NYT"/> Sie arbeitete zunächst im Recherche-Ressort von The Reporter, einem kleinen, aber einflussreichen Magazin in New York.<ref name="Ware"/> Erste Aufmerksamkeit erzielte Greenfield mit einem kritischen Artikel über Richard Nixon, welchen sie während der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 1960 veröffentlichte.<ref name="NYT"/> Im Jahr darauf wechselte sie in das Büro von The Reporter in Washington. Dort schrieb sie u. a. über Politik, Bürgerrechte und atomare Aufrüstung. 1965 wurde sie zur Redaktionsleiterin befördert.<ref name="Ware"/><ref name="NYT"/>
Nachdem The Reporter 1968 eingestellt worden war, arbeitete sie einige Monate bei Harper’s Bazaar.<ref>Margaret McAleer, Heather F. Ball u. a.: Meg Greenfield Papers. Library of Congress Manuscript Division, Washington, D.C. 2010.</ref> Später im selben Jahr begann sie ihre Karriere bei der Washington Post. Kurze Zeit später wurde sie zur stellvertretenden Chefredakteurin ernannt. Sie war die erste Frau, deren Name auf der Editorial-Seite der Washington Post erschien.<ref name="Ware"/> Ab 1974 verfasste Greenfield zusätzlich Kolumnen für Newsweek. In dieser Zeit schrieb sie über Themen wie die Watergate-Affäre, den Vietnamkrieg, Kernwaffen, Bürgerrechte und das Militär. Für ihre Beiträge in der Washington Post und in Newsweek wurde ihr 1978 der Pulitzer-Preis in der Kategorie Leitartikel verliehen.<ref name="Ware"/>
1979 wurde sie zur Chefredakteurin der Washington Post befördert.<ref name="Ware"/> In Anerkennung ihrer Beiträge zum Journalismus erhielt sie Ehrendoktorwürden vom Smith College, der Georgetown University, Wesleyan University, dem Williams College an der Princeton University.<ref name="NYT"/> Von der International Women’s Media Foundation wurde Greenfield 1996 mit dem Preis für das Lebenswerk ausgezeichnet.<ref>Meg Greenfield | 1996 Lifetime Achievement Award. IWMF, abgerufen am 21. April 2015.</ref>
Tod und posthume Veröffentlichung[Bearbeiten]
Im Alter von 68 Jahren starb Greenfield an Krebs in ihrem Zuhause in Washington, D.C. Ihr letzter Artikel in der Washington Post war knapp zwei Monate vor ihrem Tod erschienen.<ref name="NYT"/>
Ihr Buch Washington, an dem sie seit den frühen 1990er Jahren heimlich geschrieben hatte, wurde 2001 veröffentlicht. Das Vorwort wurde von Katharine Graham, der ehemaligen Verlegerin der Washington Post, geschrieben.<ref name="Pakenheim">Michael Pakenham: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Meg Greenfield's retrospect: A very human "Washington" ( des Vorlage:IconExternal vom 21. April 2015 im Webarchiv archive.today) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.. In: The Baltimore Sun, 29. April 2001.</ref> In dem Buch beleuchtet Greenfield das Leben und insbesondere das politische Treiben in der amerikanischen Hauptstadt.<ref name="NewsweekWashington">From Meg Greenfield, The Last Word On Washington. In: Newsweek, 7. Mai 2001.</ref> Sie verwendet die amerikanische Highschool als Metapher für die Politiker, Lobbyisten und Journalisten Washingtons, ihr Streben nach Ansehen und die hierarchischen Strukturen und Abhängigkeiten zwischen ihnen.<ref name="Pakenheim"/><ref name="NewsweekWashington"/><ref>Doris Graber: Washington by Meg Greenfield. In: Political Science Quarterly. 117, Nr. 3, Herbst 2002, S. 507 f., doi:10.2307/798277.</ref><ref>Michael Beschloss im Interview mit Margaret Warner: Meg Greenfield's Washington. Auf: PBS, 25. April 2001.</ref> Ein Rezensent für die Baltimore Sun beschrieb das Buch als die beste praktische Anleitung für Politikinteressierte.<ref name="Pakenheim"/>
Spielfilm[Bearbeiten]
In dem 2017 veröffentlichten Film Die Verlegerin wird Greenfield von Carrie Coon dargestellt.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Weblinks[Bearbeiten]
- Jeanne McManus: My Mercurial, brutal, brilliant woman boss. In: The Washington Post, 23. Mai 2014.
- Edwin Milton Yoder: "Meg Greenfield and the Perils of Punditry". In: Telling Others what to Think: Recollections of a Pundit. Louisiana State University Press 2004, ISBN 0-8071-3033-8.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Greenfield, Meg |
| ALTERNATIVNAMEN | Greenfield, Mary Ellen |
| KURZBESCHREIBUNG | amerikanische Journalistin |
| GEBURTSDATUM | 27. Dezember 1930 |
| GEBURTSORT | Seattle |
| STERBEDATUM | 13. Mai 1999 |
| STERBEORT | Washington, D.C. |
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