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Meyer Levy

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Datei:Meyer Levy 001.JPG
Meyer Levy

Meyer Levy (* 17. Januar 1833 in Wollstein; † 18. Oktober 1896 in Berlin) war ein deutscher Rechtswissenschaftler, Rechtsanwalt und Notar.

Leben[Bearbeiten]

Ausbildung[Bearbeiten]

Meyer Levy stammte aus einem jüdischen Elternhaus. Nachdem die Familie nach Berlin gezogen war, besuchte Levy das Gymnasium Zum Grauen Kloster.<ref name="Müller" /> Im Anschluss studierte er Rechtswissenschaften und wurde nach Beendigung zunächst als Assessor in den preußischen Justizdienst übernommen und später zum Rechtsanwalt in Fraustadt ernannt. In dieser Position verfasste er seine ersten rechtswissenschaftlichen Schriften, hielt aber auch juristische Vorträge. Zu seinen frühen Werken gehörte das 1867 erschienene Der Staat und die Juden im Norddeutschen Bunde. Ein Mahnruf an das Norddeutsche Parlament<ref name="UniF">Universität Frankfurt: Der Staat und die Juden im Norddeutschen Bunde. Ein Mahnruf an das Norddeutsche Parlament, abruf am 29. Januar 2026.</ref> und Die Zweite Instanz in Bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten, das 1871 veröffentlicht wurde.<ref name="DDBib" />

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten]

Im Jahr 1872 kehrte Levy als Rechtsanwalt und Notar am Stadtgericht nach Berlin zurück. Als solcher arbeitete er schon kurze Zeit später beim Landgericht und zuletzt am Kammergericht. Hier gehörte er zu den am meisten beschäftigten und einflussreichsten Anwälten. Zusammen mit seinem Anwaltskollegen Gustav von Wilmowski schrieb und kommentierte er neben seiner praktischen Gerichtstätigkeit zahlreiche juristische Werke, so unter anderem die Civilprozessordnung und Gerichtsverfassungsgesetz für das Deutsche Reich, das 1877 und 1878 erstmals in zwei Bänden erschien und bereits 1892 in sechster Auflage gedruckt wurde. Im Jahr 1880 veröffentlichten beide Zur praktischen Anwendung der Deutschen Zivilprozessordnung und 1884 die Handausgabe der Civilprozessordnung. Auf dem Deutschen Juristentag hielt Levy ein vielbeachtetes Referat über Das bürgerliche Gesetzbuch für das Deutsche Reich (Bürgerliches Gesetzbuch), das 1895 in zweiter Auflage erschien.<ref name="DDBib" /> Kurz vor seinem gewaltsamen Tod hatte er die Herausgabe eines Kommentarbuches zum BGB begonnen.<ref name="Müller" />

Mitgliedschaften und Ehrungen[Bearbeiten]

Levy war Vorsitzender des Berliner Anwaltvereins, Mitglied der Anwaltskammer seines Kammergerichtsbezirkes und gehörte der ständigen Deputation des Deutschen Juristentages an. Für seine Verdienste erhielt er 1895 den Titel eines königlich-preußischen Justizrates.<ref name="Müller" />

Gewaltsamer Tod[Bearbeiten]

Meyer Levy wurde am Morgen des 18. Oktober 1896 in Berlin das Opfer eines heimtücksichen Raubüberfalls. Zwei Jugendliche (Bruno Werner, Buchhalter, und Willi Große) hatten herausbekommen, dass Levy in der Mohrenstraße 53 Ecke Markgrafenstraße (seit Juli 2025 Anton-Wilhelm-Amo-Straße) in Berlin-Mitte wohnte<ref>Mohrenstr. 53 > Markgrafenstr. 53, 54 Levy, Meyer, Justizrath. In: Berliner Adreßbuch, 1895, Teil II, S. 380.</ref> und seinen Banktresorschlüssel immer bei sich trug. Sie wollten durch einen nächtlichen Überfall des Ehepaares Levy den Schlüssel mit Gewalt an sich bringen, wozu sie sich mit scharfen Messern bewaffnet hatten und in die Erdgeschosswohnung eindringen wollten. Nach dem Tod der Eheleute Levy wollten sie den Tresor plündern und verschwinden. Sie stachen mehrfach auf die Schlafenden ein, doch die Ehefrau konnte verletzt entkommen. Der schwerstverletzte Meyer Levy starb trotz schneller intensiver ärztlicher Hilfe an seinen inneren Verletzungen noch vor Ort.<ref name="Müller" />

Die beiden Täter wurden bald darauf gefasst und wegen ihrer noch nicht erreichten Volljährigkeit von der neunten Strafkammer des Berliner Landgerichts I „wegen teils vollendeten, teils versuchten Mordes zur Höchststrafe von je 15 Jahren Gefängnis verurteilt“. Ihnen wurde auch eine „außerordentliche sittliche Verkommenheit“ bescheinigt.<ref name="Müller" /> Die Beisetzung Levys erfolgte auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee. Zur Trauerfeier waren mehr als 200 Gäste, auch höhere Politiker, aus allen Teilen Berlins erschienen; Levy war stadtbekannt und beliebt. Wesentlich später erfolgte eine Umbettung in die Ehrenreihe.<ref name="Müller" />

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Autor[Bearbeiten]

  • Der Staat und die Juden im Norddeutschen Bunde. Ein Mahnruf an das Norddeutsche Parlament. Lissa 1867.<ref name="UniF" />
  • Die zweite Instanz in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten. Zur Vertheidigung des im preussischen Justiz-Ministerium bearbeiteten Entwurfs einer deutschen Civilprocess-Ordnung. Berlin 1871.<ref name="DDBib" />
  • Ausführungs- und Übergangsgesetze zur Reichs-Civilprozeßordnung. Berlin 1880.<ref name="DDBib" />
  • Das Bürgerliche Gesetzbuch für das Deutsche Reich. Berlin 1895.<ref name="DDBib" />

Herausgeber und Bearbeiter[Bearbeiten]

  • Civilprozeßordnung und Gerichtsverfassungsgesetz für das deutsche Reich nebst den Einführungsgesetzen. Mit Kommentar in Anmerkungen. mit Gustav von Wilmowski, 2 Bände, Berlin 1878.<ref name="DDBib" />
  • Handausgabe der Civilprozessordnung und des Gerichtsverfassungsgesetzes für das Deutsche Reich auf der Grundlage ihres Kommentars. mit Gustav von Wilmowski, Berlin 1884.<ref name="DDBib" />

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references responsive> <ref name="Müller">Bettina Müller: Jugendliche Kaltblütigkeit. In: Berliner Zeitung. 29. Januar 2026, S. 3.</ref> <ref name="DDBib">Person Meyer Levy. Deutsche Digitale Bibliothek, abgerufen am 29. Januar 2026.</ref> </references>

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