Michael Hartmann (Journalist)
Michael Hartmann (* 27. Oktober 1948; † 22. Januar 2019) war ein deutscher Journalist und bis 2002 Chefredakteur der Westdeutschen Zeitung („WZ“). Ein Verfahren um seine Verstrickung im Wuppertaler GWG-Korruptionsskandal in den 1990er Jahren wurde 2004 gegen Zahlung einer Geldbuße eingestellt. Zuletzt war er als Berater für Öffentlichkeitsarbeit tätig.
Leben[Bearbeiten]
Hartmann blickte nach eigenen Angaben auf eine über dreißigjährige journalistische Tätigkeit zurück.<ref name="hartmannpresse" /> Er war langjähriger Chefredakteur der „WZ“ bis 2002.<ref>Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger: Michael Hartmann verlässt „Westdeutsche Zeitung“ (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2022. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.), 21. August 2002, abgerufen am 8. Juni 2013</ref>
In dem Prozess zum GWG-Skandal um die Wohnungsbaugesellschaft „GWG“, der durch Finanzschiebereien zu einem Gesamtschaden von rund 15 Millionen Euro geführt haben soll,<ref name="Die Welt" /> sagte der beschuldigte Berater Gerd Kolbe aus, Hartmann als Chefredakteur der Westdeutschen Zeitung 50.000 DM für wohlwollende Berichterstattung beim Verkauf des Geländes der Brauerei Carl Bremme gegeben zu haben.<ref>Attac Wuppertal: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Medien und Korruption ( vom 18. Oktober 2014 im Internet Archive), 8. März 2005, abgerufen am 8. Juni 2013</ref> Auch sei Hartmann bei Immobiliengeschäften als Vermittler aufgetreten.<ref name="Die Welt" />
Die Welt berichtete im September 2002 weiter: „Regelmäßig soll das Ehepaar Hartmann, so steht es in den Ermittlungsakten, bedeutende Geschenke erhalten haben: Ein Pelzmantel, zwei Cartier-Kerzenleuchter, üppige Abendessen, auch Bargeld hielten demnach den Journalisten und seine Frau bei Laune. Hartmann selbst erhielt demnach von einem der heute Hauptverdächtigen auch zwei Armbanduhren, eine Audemars Piguet und eine goldene Ebel mit blauem Lederarmband. Besorgt wurden die Uhren angeblich über einen anderen Wuppertaler Prominenten, den Telekommunikationsunternehmer Helmut Schmidt. Dieser, Organisator des „Freundeskreises Johannes Rau“, sorgte regelmäßig dafür, dass sein Duzfreund im Regierungshubschrauber auf dem Wuppertaler Firmengelände einschweben konnte“.<ref>Die Welt: Uhren und Pelze für den Chefredakteur, 19. September 2002, abgerufen am 8. Juni 2013</ref>
Hartmann hatte sich laut Staatsanwaltschaft Wuppertal bei der „GWG“ für den überteuerten Kauf des Bremme-Geländes eingesetzt und dafür von seinem Auftraggeber umgerechnet 23.000 Euro erhalten. Der Branchendienst kressreport berichtete, Hartmann habe für „redaktionelle Unterstützung“ gesorgt.<ref name="Die Welt">Die Welt: Wuppertal: Ermittlungen gegen Chefredakteur, 24. Juli 2002, abgerufen am 8. Juni 2013</ref> Der Kauf des Geländes wäre mit positiven Berichten in der „WZ“ begleitet worden. Hartmann war mehrere Jahre stiller Teilhaber der Wuppertaler Agentur für Öffentlichkeitsarbeit Klaus GmbH Public Relations gewesen, die der lokalen Presse zuarbeitete – so auch der „WZ“ – und die Presse-Arbeit für die „GWG“ erledigte. Hartmann wies die Vorwürfe zurück.<ref name="Die Welt" /><ref name="Rheinische Post" />
Im August 2002 hieß es von Seiten des Girardet-Verlages: „...die meisten Redakteure der „WZ“ [gehen davon aus], dass Herr Michael Hartmann Chefredakteur der 'Westdeutschen Zeitung' bleibt.“<ref name="Horizont">Horizont: Michael Hartmann verlässt „Westdeutsche Zeitung“, 7. August 2002, abgerufen am 8. Juni 2013</ref><ref>New Business: Michael Hartmann gibt Chefredakteurs-Posten bei der 'Westdeutschen Zeitung' auf, 8. Juni 2002, abgerufen am 8. Juni 2013</ref> Die Vorwürfe gegen Hartmann schädigten jedoch den Ruf der „WZ“ und des Girardet-Verlags nachhaltig, so dass sich die Geschäftsführung gezwungen sah, ihren Chefredakteur im Oktober 2002 zunächst zu „beurlauben“.<ref name="tagesspiegel">Der Tagesspiegel: Neues aus Bergisch-Sizilien, 2. Oktober 2002, abgerufen am 8. Juni 2013</ref> Hartmann bat den Verlag, ihn von allen Aufgaben zu entbinden, und verließ darauf die „WZ“. Der stellvertretende Chefredakteur Wolfgang Radau übernahm Hartmanns Aufgaben kommissarisch,<ref name="Horizont" /> bis am 28. September 2002 Friedrich Roeingh zum Nachfolger bestimmt wurde.<ref name="tagesspiegel" />
Das Verfahren gegen Hartmann wegen Beihilfe zur Untreue in einem besonders schweren Fall wurde 2004 unter Auflagen und gegen eine Geldbuße von 46.000 Euro durch das Landgericht Wuppertal eingestellt.<ref name="Rheinische Post">Rheinische Post: Verfahren gegen Ex-„WZ“-Chefredakteur eingestellt – Geldbuße für Michael Hartmann, 18. November 2004, abgerufen am 8. Juni 2013</ref>
Hartmann war später Chefredakteur von hartmannpresse.de und als Berater für „Media-Coaching“ in den Bereichen Kommunikation, Beratung und Öffentlichkeitsarbeit tätig.<ref name="hartmannpresse">hartmannpresse.de: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Coaching der hartmannpresse! ( vom 4. März 2013 im Internet Archive), abgerufen am 8. Juni 2013</ref> Firmensitz war das unter Denkmalschutz stehende Gebäude Talsperrenstraße 51 im Wohnquartier Blutfinke des Stadtbezirks Ronsdorf in Wuppertal.<ref name="hartmannpresse" /><ref>Eintrag In: Wuppertaler Denkmalliste</ref>
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hartmann, Michael |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Journalist, Chefredakteur der Westdeutschen Zeitung |
| GEBURTSDATUM | 27. Oktober 1948 |
| STERBEDATUM | 22. Januar 2019 |
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