Michael Minovitch
Michael Andrew Minovitch (* 1935 oder 1936; † 16. September 2022<ref>gravity assist. In: gravity assist. 2024, abgerufen am 24. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), persönliche Homepage von Michael A. Minovitch).</ref>) war ein US-amerikanischer Mathematiker, der gezeigt hat, dass die Trajektorie (Flugbahn) von Raumsonden beim Vorbeiflug an Planeten durch ein Swing-by-Manöver („Gravity Assist“) Geschwindigkeit hinzugewinnen können.<ref>Mark Wolverton: The Depths of Space: The Story of the Pioneer Planetary Probes, 2004, Joseph Henry Press, ISBN 0-309-09050-4</ref>
Diese Erkenntnis entwickelte und bewies er 1961 mit Hilfe des damals schnellsten Großrechners als etwa 25-jähriger Student an der University of California (UCLA), während er im Sommer bei einem Semesterferien-Job am Jet Propulsion Laboratory arbeitete.<ref>Michael Minovitch: An Alternative Method for Determination of Elliptic and Hyperbolic Trajectories, Jet Propulsion Laboratory Technical Memos Nr. TM-312-118, 11. Jul1 1961, PDF-Datei 20 MB, aufgerufen am 26. August 2013</ref><ref>Michael Minovitch: A Method For Determining Interplanetary Free-Fall Reconnaissance Trajectories, Jet Propulsion Laboratory Technical Memos, Nr. TM-312-130 S. 38–44, 23. August 1961, PDF-Datei 20 MB, aufgerufen am 27. August 2013</ref> 1970 wurde er an der University of California, Berkeley mit der Schrift Mathematical Methods for the Design of Gravity Thrust Space Trajectories promoviert.<ref>Michael Andrew Minovitch im Mathematics Genealogy Project (englisch) abgerufen am 14. August 2024.</ref>
Frühere Studien an Kometen hatten im späten 19. Jahrhundert gezeigt, dass ihre Umlaufbahnen sich veränderten, wenn sie nah am Jupiter vorbeigeflogen waren. Dies ließ vermuten, dass bei der Begegnung eine Energieübertragung stattgefunden hatte. Aber erst Minovitchs Arbeit zeigte, dass dies nützlich dabei sein konnte, eine interplanetarische Reise zu planen. Die erste Mission, die diese Technik nutzte, war die Reise von Mariner 10 zur Venus und zum Merkur im Jahr 1973. Später wurde sie beim Voyager-Programm genutzt, um ausreichend Geschwindigkeit zu erreichen, um zu den äußeren Planeten Uranus und Neptun fliegen zu können. Die von Gary Flandro gefundene Planetary Grand Tour wurde so erst möglich.
Weblinks[Bearbeiten]
- Michael Minovitch's Gravity Assist History Site., aufgerufen am 26. August 2013
- Jupiter swing-by trajectories passing near the earth (PDF; 327 kB) Enthält die umfassende Geschichte der Entwicklung von gravitationsgestützten Trajektorien, aufgerufen am 26. August 2013
- Interview mit Michael Minovitch bei BBC Horizon auf YouTube
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Minovitch, Michael |
| ALTERNATIVNAMEN | Minovitch, Michael Andrew (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Mathematiker und Erfinder der Swing-by-Manöver |
| GEBURTSDATUM | 1935 oder 1936 |
| STERBEDATUM | 16. September 2022 |