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Mick Rogers

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Datei:2016 Lieder am See - Manfred Manns Earth Band - Mick Rogers - by 2eight - 8SC2283.jpg
Mick Rogers (2016)

Mick Rogers (* 20. September 1946 in Dovercourt, Essex, England als Michael Oldroyd)<ref name="Russo122">Greg Russo: Mannerisms. The Five Phases of Manfred Mann. 4. Auflage. Crossfire Publications, 2022, ISBN 978-0-9983550-8-5, S. 122.</ref> ist ein englischer Gitarrist und Sänger. Bekanntheit erlangte er vor allem durch seine Arbeit mit der Manfred Mann’s Earth Band (MMEB), die er 1971 gemeinsam mit Manfred Mann, Chris Slade und Colin Pattenden gründete.<ref name="Russo122" />

Karriereübersicht[Bearbeiten]

Karrierebeginn[Bearbeiten]

Rogers spielte zunächst Kontrabass, stieg dann aber auf Gitarre um.<ref name="Mannerisms Mick">Greg Russo: Mannerisms. The Five Phases of Manfred Mann. 4. Auflage. Crossfire Publications, 2022, ISBN 978-0-9983550-8-5, S. 325 ff.</ref> Erste professionelle Engagements als Musiker hatte er Mitte der sechziger Jahre mit Adam Faith, Gene Pitney und Normie Rowe & The Playboys in Australien.<ref name="Mannerisms Mick" /> Ab 1967 war er Mitglied der Band Procession, die 1968 in England ein progressives Album auf Popbasis mit starken Jazzeinflüssen aufnahm, das von Mike Hugg produziert wurde.<ref name="Mannerisms Mick" /> Allerdings trennte sich Procession 1969 wieder und Rogers kehrte nach Australien zurück.<ref name="Mannerisms Mick" /> Dort formierte er ein Blues-Trio mit dem Namen Bulldog, bevor er Ende 1970 nach London zurückkehrte, um Gründungsmitglied von MMEB zu werden.<ref name="Mannerisms Mick" />

Manfred Mann’s Earth Band zwischen 1971 und 1975[Bearbeiten]

Ab 1971 veröffentlichte Mick Rogers zusammen mit der MMEB in regelmäßiger und auch häufiger Abfolge Alben. Das Debütalbum wurde in Großbritannien schlecht aufgenommen.<ref>Greg Russo: Mannerisms. The Five Phases of Manfred Mann. 4. Auflage. Crossfire Publications, 2022, ISBN 978-0-9983550-8-5, S. 131.</ref> Das zweite Album Glorified Magnified kam dem Klang der Livekonzerte der Band deutlich näher.<ref>Greg Russo: Mannerisms. The Five Phases of Manfred Mann. 4. Auflage. Crossfire Publications, 2022, ISBN 978-0-9983550-8-5, S. 133.</ref> Ab 1973 mit dem vierten Album Solar Fire und der vorangegangenen (auf dem Album nicht enthaltenen) Single Joybringer stellte sich erster kommerzieller Erfolg ein.<ref>Greg Russo: Mannerisms. The Five Phases of Manfred Mann. 4. Auflage. Crossfire Publications, 2022, ISBN 978-0-9983550-8-5, S. 138, 140.</ref> Beide Veröffentlichungen sind von Gustav Holsts Werk Die Planeten inspiriert. Es folgten mit The Good Earth (1974) und Nightingales & Bombers (1975) zwei weitere Alben mit Rogers, jedoch ließ der große kommerzielle Erfolg auf sich warten.<ref>Greg Russo: Mannerisms. The Five Phases of Manfred Mann. 4. Auflage. Crossfire Publications, 2022, ISBN 978-0-9983550-8-5, S. 142, 145.</ref> Der Zuspruch bei den Konzerten wuchs dagegen durch die ausgedehnte Tourtätigkeit rasch.<ref>Greg Russo: Mannerisms. The Five Phases of Manfred Mann. 4. Auflage. Crossfire Publications, 2022, ISBN 978-0-9983550-8-5, S. 142.</ref> Während der Nordamerikatournee sprang Rogers am 10. Juli 1974 im Municipal Auditorium in Mobile für Frank Zappas verhinderten Bassisten Tom Fowler ein und spielte dessen zweieinhalbstündiges Programm auf einem geliehenen Bass von Colin Pattenden. Rogers bezeichnete den Auftritt später als den größten Abend seines Lebens.<ref>Greg Russo: Mannerisms. The Five Phases of Manfred Mann. 4. Auflage. Crossfire Publications, 2022, ISBN 978-0-9983550-8-5, S. 141.</ref> 1975 aber hatte Rogers eine harte Zeit in der Band, weil er meinte, sich dort nicht voll entfalten zu können. Ihm stand der Sinn nach musikalischer Weiterentwicklung in Richtung Frank Zappa und John McLaughlin.<ref name="eclipsed2021">Walter Sehrer: 50 Jahre Zwischen Himmel und Erde. In: eclipsed. Nr. 6/2021, 2021, S. 39.</ref> Er fing noch an, am kommenden Megahit für MMEB mitzuarbeiten, dem Bruce-Springsteen-Titel Blinded by the Light, verließ dann aber die Band, auch auf Drängen der anderen Mitglieder.<ref>Greg Russo: Mannerisms. The Five Phases of Manfred Mann. 4. Auflage. Crossfire Publications, 2022, ISBN 978-0-9983550-8-5, S. 147.</ref>

In einer 2026 veröffentlichten offiziellen Videoreihe der Band schilderten die Beteiligten den Vorgang ausführlicher. Manfred Mann zufolge war Rogers mit der Spielweise der Gruppe als Rockband zunehmend unzufrieden und wollte musikalisch anspruchsvollere Wege gehen, während die übrigen drei Mitglieder sich außerstande sahen, solche Musik überzeugend zu spielen. Zuletzt sei nicht einmal mehr das Proben möglich gewesen, woraufhin man entschied, dass Rogers gehen müsse.<ref name="MMEBRogers1">Manfred Mann’s Earth Band – Breaking The Silence – Replacing Mick Rogers (Part 1). (Video) In: YouTube-Kanal Manfred Manns Earth Band (MMEB). 1. August 2026, abgerufen am 26. August 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Chris Slade bestätigte, die Band habe darüber abgestimmt und sich gegen Rogers entschieden. Dieser habe als Jazzmusiker wahrgenommen werden wollen und sei mit dem Herzen nicht mehr bei der Gruppe gewesen. Die Aufforderung zu gehen sei den anderen sehr schwergefallen, zumal die Band mit Rogers zugleich ihren Frontmann und ihren Leadgitarristen verlor. Den Zeitpunkt wählten sie nach Slades Worten so, dass noch Gelegenheit blieb, einen Nachfolger zu suchen.<ref name="MMEBRogers1" /> Rogers selbst äußerte 2021 Bedauern über den Schritt. Er habe zu viele Flausen im Kopf gehabt, sei zur Nervensäge geworden und habe ein neuer John McLaughlin werden wollen, sei aber nicht erwachsen genug gewesen, um weiter zu der Band zu stehen. Er bedauere den Ausstieg nicht wegen des Erfolgs, den die Gruppe danach hatte, sondern weil ihm die Zusammenarbeit mit Chris Thompson entgangen sei.<ref name="eclipsed2021" />

Ausstieg aus der Earth Band und Aviator[Bearbeiten]

Rogers ging zunächst zurück nach Australien und gründete dort mit Graham Morgan, Mike Clarke und Peter Jones die Band Eclipse, die 1976 unter dem Namen Mick Rogers & Eclipse die Single Get Your Rocks Off veröffentlichte.<ref name="Mannerisms Mick" /> Der Titel war von Rogers mit der MMEB bereits zuvor für deren drittes Album Messin’ eingespielt worden.<ref name="Mannerisms Mick" /> Durch die Verbindung von MMEB zur Plattenfirma Bronze erhielt Rogers das Angebot, bei Uriah Heep einzusteigen, die bei derselben Firma verlegt wurden.<ref name="Mannerisms Mick" /> Rogers entschied sich nach ein paar Wochen Probe gegen Uriah Heep und gründete stattdessen mit Clive Bunker (ehemals Jethro Tull), Jack Lancaster und John G. Perry die Band Aviator<ref name="Mannerisms Mick" />, die 1979<ref name=":4">Aviator – Aviator bei Discogs</ref> und 1980<ref name=":5">Aviator – Turbulence bei Discogs</ref> je ein Album veröffentlichte. Danach ging der Band allerdings das Geld für die weitere Zusammenarbeit aus.<ref name="Mannerisms Mick" /> In der Folge näherte er sich wieder Manfred Mann an, zu dem er nie den Kontakt verloren hatte. Dies führte letztlich zu seinem erneuten Einstieg bei MMEB im Jahr 1983.<ref name="Mannerisms Mick" /> In der Zeit zwischen seinen beiden MMEB-Perioden spielte Rogers außerdem mit folgenden Künstlern: Mike Hugg, Dave Greenslade, Simon Phillips, Tony Reeves, Colosseum II, Jack Lancaster, The Dave Kelly Band (als Ersatz für Tom McGuinness) und Joan Armatrading.<ref name="Mannerisms Mick" />

Manfred Mann’s Earth Band 1983 – heute[Bearbeiten]

Nach der MMEB-Tour 1983 musste der Gitarrist Steve Waller die Band verlassen und Mick Rogers übernahm seinen Platz.<ref>Greg Russo: Mannerisms. The Five Phases of Manfred Mann. 4. Auflage. Crossfire Publications, 2022, ISBN 978-0-9983550-8-5, S. 175.</ref> Es folgten zwei weitere MMEB-Alben, auf denen Rogers mitwirkte: 1986 zunächst Criminal Tango und 1987 Masque (Songs and Planets).<ref>Greg Russo: Mannerisms. The Five Phases of Manfred Mann. 4. Auflage. Crossfire Publications, 2022, ISBN 978-0-9983550-8-5, S. 181, 184.</ref> Der nachlassende Erfolg der in der Zeit ohne Rogers kommerziell sehr erfolgreichen MMEB führte nach Masque allerdings dazu, dass Manfred Mann die Band zunächst auflöste.<ref>Greg Russo: Mannerisms. The Five Phases of Manfred Mann. 4. Auflage. Crossfire Publications, 2022, ISBN 978-0-9983550-8-5, S. 184.</ref> Im Frühjahr 1991 reformierte Mann die Band wieder und auch Rogers war erneut mit dabei.<ref>Greg Russo: Mannerisms. The Five Phases of Manfred Mann. 4. Auflage. Crossfire Publications, 2022, ISBN 978-0-9983550-8-5, S. 188 f.</ref> Die Band konzentrierte sich auf die traditionell starke Livearbeit und tourte stetig durch Europa mit einem Schwerpunkt u. a. in Deutschland.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Manfred Mann's EarthBand - On The Road (Memento vom 7. März 2009 im Internet Archive)</ref> 1996 erschien wieder ein Studioalbum mit dem Titel Soft Vengeance<ref>Manfred Mann's Earth Band – Soft Vengeance bei Discogs</ref> und von der folgenden Tournee 1998 das Livealbum Mann Alive<ref>Manfred Mann's Earth Band – Mann Alive bei Discogs</ref>. Es folgten weitere Jahre mit vielen Liveauftritten und 2004 ein Album mit Manfred Mann mit dem Titel 2006, veröffentlicht unter dem Namen Manfred Mann ’06 with Manfred Mann’s Earth Band<ref>Manfred Mann '06 With Manfred Mann's Earth Band – 2006 bei Discogs</ref>.

Soloarbeit[Bearbeiten]

Rogers veröffentlichte im Laufe seiner Karriere auch immer wieder Platten unter eigenem Namen. So z. B. Mitte der achtziger Jahre zwei Singles<ref name=":0">Greg Russo: Mannerisms. The Five Phases of Manfred Mann. 4. Auflage. Crossfire Publications, 2022, ISBN 978-0-9983550-8-5, S. 331.</ref>, 2002 ein Soloalbum<ref name=":1">Greg Russo: Mannerisms. The Five Phases of Manfred Mann. 4. Auflage. Crossfire Publications, 2022, ISBN 978-0-9983550-8-5, S. 332.</ref> und im Folgejahr eine weitere CD<ref name=":1" />. Am 15. März 2013 kam das Album Sharabang heraus, das zunächst unter dem Titel The Guitarist erscheinen sollte.<ref>Sharabang – Mick Rogers. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 28. Mai 2023; abgerufen am 18. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Am 30. Januar 2026 folgte bei Copo Events unter dem ursprünglich für Sharabang vorgesehenen Titel The Guitarist ein weiteres Album mit 17 Stücken und gut 77 Minuten Spielzeit. Die Titel 1 bis 3 sind darauf als The Gasoline Suite, die Titel 8 bis 10 als The Airplay Suite zusammengefasst.<ref name="TheGuitarist">The Guitarist. Copo Events, 2026, Angaben nach den Credits auf der Rückseite der CD.</ref> Rogers nahm darauf sein Hauptinstrument deutlich zurück und arbeitete stattdessen mit Drumloops, synthetisierten Gitarrenklängen und Keyboardsequenzen, die stellenweise an Electronica und Dance erinnern. Vieles ist instrumental gehalten, dazwischen stehen einzelne Rock-Pop-Stücke sowie eigenwillige Coverversionen, unter anderem nach John Lee Hooker und den Shadows. Die Zeitschrift GoodTimes bescheinigte dem damals 79-Jährigen Abwechslungsreichtum, Offenheit für Neues und Risikobereitschaft, hielt die Umsetzung aber für Geschmackssache.<ref name="GoodTimes2026">Philipp Roser: Mick Rogers: The Guitarist. In: GoodTimes, Nr. 2/2026, S. 89.</ref> Das britische Online-Magazin Get Ready to ROCK! urteilte ähnlich zwiespältig. Es zollte Rogers Respekt dafür, etwas Ungewohntes gewagt zu haben, vermisste an der Zusammenstellung aber den inneren Zusammenhalt und hielt einige Stücke für verzichtbar.<ref>Dave Atkinson: Album review: Mick Rogers – The Guitarist. In: Get Ready to ROCK! 6. Februar 2026, abgerufen am 6. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Diskographie (Auszug)[Bearbeiten]

Procession[Bearbeiten]

  • 1968: Live at Sebastian’s<ref name=":0" />
  • 1968: Procession<ref name=":1" />

Manfred Mann’s Earth Band & verwandte Projekte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Manfred Mann’s Earth Band

  • 1972: Manfred Mann’s Earth Band<ref name=":2">Greg Russo: Mannerisms. The Five Phases of Manfred Mann. 4. Auflage. Crossfire Publications, 2022, ISBN 978-0-9983550-8-5, S. 223.</ref>
  • 1972: Glorified Magnified<ref name=":2" />
  • 1973: Messin’<ref name=":2" />
  • 1973: Solar Fire<ref name=":2" />
  • 1974: The Good Earth<ref name=":2" />
  • 1975: Nightingales & Bombers<ref name=":2" />
  • 1986: Manfred Mann’s Earth Band with Chris Thompson – Criminal Tango<ref name=":3">Greg Russo: Mannerisms. The Five Phases of Manfred Mann. 4. Auflage. Crossfire Publications, 2022, ISBN 978-0-9983550-8-5, S. 224.</ref>
  • 1987: Masque (Songs and Planets)<ref name=":3" />
  • 1996: Soft Vengeance<ref>Greg Russo: Mannerisms. The Five Phases of Manfred Mann. 4. Auflage. Crossfire Publications, 2022, ISBN 978-0-9983550-8-5, S. 226.</ref>
  • 2004: Manfred Mann ’06 with Manfred Mann’s Earth Band – 2006<ref>Greg Russo: Mannerisms. The Five Phases of Manfred Mann. 4. Auflage. Crossfire Publications, 2022, ISBN 978-0-9983550-8-5, S. 227.</ref>
  • 2014: Manfred Mann – Lone Arranger<ref>Greg Russo: Mannerisms. The Five Phases of Manfred Mann. 4. Auflage. Crossfire Publications, 2022, ISBN 978-0-9983550-8-5, S. 231.</ref><ref>Lone Arranger bei Discogs</ref>

Aviator[Bearbeiten]

  • 1979: Aviator<ref name=":1" /><ref name=":4" />
  • 1980: Turbulence<ref name=":1" /><ref name=":5" />

The Moon Orchestra[Bearbeiten]

Solo[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Literatur[Bearbeiten]

  • Greg Russo: Mannerisms. The Five Phases of Manfred Mann. 4. Auflage. Crossfire Publications, 2022, ISBN 978-0-9983550-8-5.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Mick Rogers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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