Zum Inhalt springen

Mimosen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Seite Vorlage:Taxobox/styles.css hat keinen Inhalt.

Mimosen
Datei:Mimosa paraibana.jpg

Mimosa paraibana

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Mimosengewächse (Mimosoideae)
Tribus: Mimoseae
Gattung: Mimosen
Wissenschaftlicher Name
Mimosa
L.

Die Mimosen (Mimosa), gelegentlich auch als Sinnpflanzen bezeichnet, sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Mimosengewächse (Mimosoideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Sie sind hauptsächlich in der Neotropis verbreitet. Einzelne Arten sind in vielen tropischen und randtropischen Ländern Invasive Pflanzen.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Mimosa spegazzini folia.jpg
Doppelt gefiederte Laubblätter von Mimosa spegazzini
Datei:Mimosa pudica Taub69a.png
Illustration der Mimose (Mimosa pudica)
Datei:Florae Columbiae (Plate CXXXI) (8205964548).jpg
Illustration aus Florae Columbiae, 1863, Tafel CXXXI von Mimosa spiciflora

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Mimosa-Arten sind krautige Pflanzen, Halbsträucher, Sträucher und kleine Bäume. Die Stängel sind meist dornig. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind doppelt gefiederte. Es sind Nebenblätter und „Nebenblättchen“, also auch an den Fiedern, vorhanden.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

In den Blattachseln stehen einzeln oder zu mehreren an Blütenstandsschäften köpfchenförmig oder zylindrisch ährige Blütenstände. Bei den Mimosa-Arten sind alle Blüten zwittrig oder es kann Subdiözie vorhanden sein.

Die sitzenden, relativ kleinen Blüten sind drei- bis sechszählig, meist vierzählig mit doppelter Blütenhülle (Perianth). Die Kelchblätter sind glockenförmig verwachsen. Die Kronblätter sind nur an ihrer Basis verwachsen. Das auffälligste an den Blüten sind die freien, fädigen und vorstehenden Staubblätter, die in ein oder zwei Kreisen zu je (drei) vier (sechs) stehen und die Kronblätter überragen. Die Staubbeutel besitzen keine Drüsen. Das einzige Fruchtblatt enthält viele Samenanlagen. Der Griffel ist fädig.

Die meist flachen, gegliederten Hülsenfrüchte (Bruchfrucht; Rahmenhülsen) sind länglich bis linealisch, häutig bis ledrig und bestehen aus einsamigen Gliedern, die von haltbaren Rahmen (Replum) voneinander getrennt sind. Die flachen Samen sind elliptisch bis kreisförmig.

Ökologie[Bearbeiten]

Datei:TouchMeNotInAction.webm
Video

Nastien der Mimosen[Bearbeiten]

Bei Mimosa-Arten kommen bei den Laubblättern nastische Bewegungen (Pflanzenbewegung) vor.

Die Mimose wird auch häufig als „Sinnpflanze“ bezeichnet, da sie auffallend auf äußere Reize wie Berührungen reagiert. Diese Bezeichnung ist allerdings etwas irreführend, da natürlich jede Pflanze mehr oder weniger ausgeprägt auf äußere Reize reagiert (Nastie). Die Pflanze reagiert auf Berührungsreize (Thigmonastie), auf Erschütterungsreize (Seismonastie), auf Verletzung (Traumatonastie), auf Änderungen der Lichtintensität (Photonastie) und auf Luftbewegung mit einer der Reizrichtung unspezifischen Bewegung des Blattstiels, dem Fiederstrahl und den Fiederblättchen.<ref name="Hensel1993">Wolfgang Hensel: Pflanzen in Aktion – Krümmen Klappen Schleudern. Spectrum Akademischer Verlag GmbH Heidelberg-Berlin-Oxford 1993.</ref>

Datei:Mimosa pudica0.jpg
Mimose (Mimosa pudica), als Invasive Pflanzenart auf Réunion

Invasive Pflanzenart[Bearbeiten]

In vielen tropischen bis subtropischen Ländern sind verschiedene Mimosen-Arten sehr unbeliebte Neophyten. Diese invasiven Pflanzen breiten sich auf Weideflächen aus. Mimosen werden von Vieh nicht gefressen, wegen ihrer Bewegungen und der Dornen, und besiedeln so rasch weite Flächen durch reiche Samenbildung.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Der Gattungsname Mimosa wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 516–523 erstveröffentlicht.<ref name="Tropicos" /> Lectotypusart ist Mimosa sensitiva Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.<ref name="Tropicos" /> Synonyme für Mimosa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. sind: Acanthopteron Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Britton, Haitimimosa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Britton, Leptoglottis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.DC. ex Standl., Leptoglottis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.DC. nom. inval., Lomoplis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Raf., Mimosopsis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Britton & Rose, Morongia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Britton, Neomimosa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Britton & Rose, Pteromimosa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Britton, Schranckiastrum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hassl., Schrankia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Willd.<ref name="GRIN" />

Die Gattung Mimosa gehört zur Tribus Mimoseae in der Unterfamilie der Mimosoideae innerhalb der Familie Fabaceae (Leguminosae).<ref name="GRIN" /> Es gibt etwa 57 ähnlich artenreiche Gattungen innerhalb der Bedecktsamigen Pflanzen; man schätzt 2010 die Artenzahl auf 530 und laufend werden neue Arten beschrieben.<ref name="Simom2010" /> Diese artenreiche Gattung wird in Sektionen und Serien gegliedert.

Die Gattung Mimosa ist überwiegend in der Neotropis beheimatet. Ihre Habitate umfassen Regenwälder bis zur trockenen Savanne.

Datei:Mimosa adenocarpa (11179344525).jpg
Knospige und aufgeblühte Blütenstände von Mimosa adenocarpa
Datei:Mimosa albida (14506775199).jpg
Zweig mit Laubblättern und Blütenständen von Mimosa albida
Datei:Mimosa benthamii.jpg
Blütenstand von Mimosa benthamii
Datei:Mimosa bimucronata in Ceret São Paulo 002.jpg
Mimosa bimucronata
Datei:Flor do sabiazeiro - panoramio.jpg
Mimosa caesalpiniifolia
Datei:Mimosa cubatanensis.jpg
Habitus von Mimosa cubatanensis
Datei:Mimosa diplotricha,.jpg
Mimosa diplotricha
Datei:Mimosa hamanta (Gulabi babhul) in Hyderabad, AP W IMG 9138.jpg
Mimosa hamata
Datei:Mimosa monancistra.jpg
Mimosa monancistra
Datei:Mimosa myriophylla.jpg
Mimosa myriophylla
Datei:Mimosa nuda flower.jpg
Aufgeblühter Blütenstand von Mimosa nuda
Datei:Mimosa nuda leaf.jpg
Laubblätter von Mimosa nuda
Datei:Mimo pigra 080209-4579 ckoep.jpg
Mimosa pigra
Datei:Mimosa polydidyma (11109869886).jpg
Mimosa polydidyma
Datei:Gardenology.org-IMG 2047 hunt08sep.jpg
Mimosa pudica
Datei:SensitivePlantFlowers.jpg
Habitus und Blütenstände mit rosafarbenen Staubblättern von Mimosa quadrivalvis var. nuttallii
Datei:SensitivePods.jpg
Gegliederte Hülsenfrüchte von Mimosa quadrivalvis var. nuttallii
Datei:Mimosa spegazzini flos.jpg
Knospige Blütenstände und aufgeblühter Blütenstand von Mimosa spegazzini
Datei:Mimosa subenervis.jpg
Mimosa subenervis
Datei:Mimosa tenuiflora — João de Deus Medeiros 002.jpg
Mimosa tenuiflora
Datei:Mimosa verrucosa.jpg
Zweig mit Laubblättern und Blütenstand von Mimosa verrucosa

Es gibt etwa 400 bis 530 Mimosa-Arten:<ref name="ILDIS" />

Nutzung[Bearbeiten]

Eine Mimosa-Art, die aus Brasilien stammende Mimose (Mimosa pudica), wird meist als einjährige Zierpflanze gepflegt, aber sie ist wie alle Mimosen-Arten eigentlich ausdauernd.

Metaphorische Bedeutung[Bearbeiten]

Der Begriff Mimose wird metaphorisch für einen sehr empfindlichen und übersensiblen (oder sich von einer Krankheit erholenden) Menschen verwendet.<ref name="EvangelischeSonntagsZeitung2017">Evangelische Sonntags-Zeitung: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Hochsensible haben es schwer »Stell dich doch nicht so an!« (Memento vom 23. Januar 2018 im Internet Archive), vom 13. Dezember 2017, abgerufen am 24. Februar 2024</ref>

Quellen[Bearbeiten]

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • L. S. B. Jordão, M. P. Morim, J. F. A. Baumgratz, M. F. Simon: A new species of Mimosa (Leguminosae) endemic to the Brazilian Cerrado. In: Phytotaxa, Volume 312, 2017, S. 237–246.
  • Matías Morales, Renée H. Fortunato, Marcelo Fragomeni Simon: A New Species of Mimosa L. ser. Bipinnatae DC. (Leguminosae) from the Cerrado: Taxonomic and Phylogenetic Insights. In: Plants, Juli 2020, Volume 9, Issue 8, 934. doi:10.3390/plants9080934

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Mimosen (Mimosa) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. </ref> <ref name="Tropicos"> Mimosa bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="ILDIS"> Datenblatt Mimosa bei International Legume Database Information Service = ILDIS – LegumeWeb – World Database of Legumes, Version 10.38 vom 20. Juli 2010. </ref> <ref name="Simom2010"> Marcelo F. Simon, Colin E. Hughes, Stephen A. Harris: Four New Species of Mimosa (Leguminosae) from the Central Highlands of Brazil. In: Systematic Botany, Volume 35, Issue 2, 2010, 277–288. doi:10.1600/036364410X518793 </ref> <ref name="Grings2013"> M. Grings, O. S. Ribas: Mimosa sobralii (Fabaceae, Mimosoideae), a new tree species endemic to the southern Brazilian highland slopes. In: Phytotaxa, Volume 131, 2013, S. 23–28. doi:10.11646/phytotaxa.131.1.4 </ref> <ref name="Borges2014"> Leonardo M. Borges, José R. Pirani: When the old guys knew better: The true identity of Mimosa longepedunculata and reestablishment of M. tocantina (Leguminosae, Mimosoideae). Phytotaxa, Volume 181, Issue 5, 2014, S. 261–278. doi:10.11646/phytotaxa.181.5.2 </ref> <ref name="Morales2019schininii"> Matías Morales, M. Grohar, S. Rosenfeldt, Renée H. Fortunato: A new species of Mimosa section Mimosa (Leguminosae) from the Paraguayan Cerrado. In: Phytotaxa, Volume 401, Issue 1, April 2019, S. 24–32. doi:10.11646/phytotaxa.401.1.2 </ref> </references>

Vorlage:Hinweis Seiten-Koordinaten Vorlage:Hinweisbaustein