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Mirna Funk

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Datei:Mirna Funk 2020.jpg
Mirna Funk, 2020

Mirna Funk (* 2. März 1981 in Ost-Berlin) ist eine deutsch-israelische Schriftstellerin und Journalistin.

Leben[Bearbeiten]

Mirna Funk wurde 1981 als Tochter eines jüdischen Vaters und einer nichtjüdischen Mutter in Berlin-Pankow<ref>Sibylle Haberstumpf: Mirna Funk: Das emanzipierte Mitte-Girl. In: Berliner Morgenpost, 28. August 2022.</ref> geboren. Ihr Urgroßvater war der Schriftsteller und Übersetzer Stephan Hermlin. 1988 verließ ihr Vater nach der Scheidung der Eltern die DDR.<ref>Frank Wilhelm: Johnson-Preisträgerin packt mit ihrem Debüt ein brisantes Thema an. (PDF) In: Nordkurier. 20. Juli 2015, abgerufen am 30. September 2019. Abrufbar unter 2015 – Mirna Funk. Förderpreisträgerin für ihren Debütroman "Winternähe". In: humanistisch.de. 16. Juli 2020, abgerufen am 24. September 2020 (siehe „Mirna Funk Nordkurier Preisträgerseite“).</ref> Nach dem Abitur im Jahr 2001 studierte sie Kommunikationsmanagement an einer Fachhochschule und anschließend Philosophie und Geschichte an der Humboldt-Universität in Berlin.

Die alleinerziehende Mutter einer Tochter<ref>Teresa Buecker: Samenspende, Adoption, Single-Mamas – ein neues Kinderbuch soll die Vielfalt von Familien erklären. In: Edition F. 2. Oktober 2018, abgerufen am 16. August 2019.</ref> zog 2024 nach Tel Aviv, ist mittlerweile israelische Staatsbürgerin, hält sich jedoch weiterhin viel in ihrer Heimatstadt Berlin auf. Da Funk aufgewachsen ist, ohne jüdische Traditionen zu leben, den Giur (Übertritt zum Judentum) zwar startete, ihn aber abbrach (den Schmerz über die unfaire Behandlung patrilinearer Juden verarbeitete sie in ihrem Roman Winternähe), machten sie und der israelische Vater ihres Kindes direkt nach dessen Geburt einen sogenannten Baby-Giur vor einem Rabbinatsgericht.<ref>Mirna Funk: „Meiner Tochter soll es anders gehen“, Bundeszentrale für politische Bildung, 29. August 2021</ref>

Karriere[Bearbeiten]

Funk arbeitete zunächst für Unternehmen und Kommunikationsagenturen und ist heute als freie Autorin und Journalistin für verschiedene deutsche Zeitungen und Zeitschriften sowie als Werbetexterin tätig.<ref>Mirna Funk: "Nur als Autorin könnte ich mich nicht finanzieren". In: NDR. Abgerufen am 23. November 2023.</ref>

Kolumnistin[Bearbeiten]

Seit September 2018 ist Funk Kolumnistin bei der deutschen Vogue und schreibt über jüdisches Leben heute. Infolge des Porträts Wir lebenden Juden in der Zeit begleitete der Filmemacher und Journalist Uri Schneider Funk für seinen Dokumentarfilm Jude. Deutscher. Ein Problem? in Berlin und Tel Aviv.<ref>Mirna Funk: Jüdische Kultur: Wir lebenden Juden. In: Die Zeit. 31. Juli 2016, abgerufen am 24. September 2020.</ref><ref>Uri Schneider: Jude. Deutscher. Ein Problem? (ARD/SWR). Abgerufen am 26. Mai 2022.</ref> Funk hat eine Sexkolumne in der Zeitschrift Cosmopolitan und betrieb als Selbstversuch zur Monetarisierung von Content einen Account bei OnlyFans.<ref>„Onlyfans“ Warum ich emotionale Nähe gegen Geld anbiete. In: Die Welt. Abgerufen am 15. April 2024.</ref>
Mirna Funk schreibt regelmäßig Debattenartikel und Kommentare für die Neue Zürcher Zeitung.<ref>Die Palästinenser müssten sich emanzipieren wollen und den Opfermythos ablegen. In: Neue Zürcher Zeitung. Abgerufen am 15. April 2024.</ref><ref>Einen Oscar für die Hetze gegen Israel – Hollywood zeigt, wie die Fakten im Nahostkonflikt ignoriert werden. In: Neue Zürcher Zeitung. Abgerufen am 15. April 2024.</ref>

Autorin[Bearbeiten]

Datei:Mirna Funk (cropped).jpg
Mirna Funk (2015)

2011 schrieb sie ihren ersten, unveröffentlichten Roman.<ref>Lisa van Houtem: Zwischen Berlin und Tel Aviv – Buchautorin Mirna Funk. In: femtastics. 7. Februar 2016, abgerufen am 23. September 2020.</ref> 2015 erschien im S. Fischer Verlag ihr viel besprochener Debütroman Winternähe, der mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis ausgezeichnet und ins Niederländische übersetzt wurde.<ref>2015 – Mirna Funk. Förderpreisträgerin für ihren Debütroman „Winternähe“. In: Uwe-Johnson-Preis. 13. Juni 2017, abgerufen am 24. September 2020.</ref><ref>Mirna Funk erhält Uwe Johnson Förderpreis. In: Börsenblatt. 21. Juli 2015, abgerufen am 24. September 2020.</ref> Das Werk war außerdem für den aspekte-Literaturpreis 2015 sowie den Ulla-Hahn-Autorenpreis nominiert<ref>ZDF "aspekte"-Literaturpreis 2015: Sechs Bücher im Finale – Bekanntgabe am 9. Oktober in der ZDF-Kultursendung "aspekte". In: Presseportal.de. 13. September 2015, abgerufen am 24. September 2020.</ref><ref>Ulla-Hahn-Autorenpreis 2016: Die Nominierungen. Website des Ulla-Hahn-Hauses. Abgerufen am 3. Oktober 2016.</ref> und gelangte im Oktober 2015 auf Platz fünf der Radio-Eins-Bücherliste.<ref>Die radioeins-Bücherliste. In: Radio Eins. 7. September 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. September 2015; abgerufen am 12. Oktober 2015 (Archivversion weist 5. Platz für die Vorwoche des 7. September aus, eine Archivversion für Oktober existiert nicht).</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Uri Schneider: Jude. Deutscher. Ein Problem? (ARD/SWR) – Auf der Suche nach der Identität (Memento vom 3. Oktober 2016 im Internet Archive) Medienkorrespondenz vom 26. September 2016. Abgerufen am 3. Oktober 2016</ref> Für ihr 2018 vom Bayerischen Rundfunk produziertes Hörspiel Auf einem einzigen Blatt Papier<ref>Mirna Funk: Hörspiel – Funk: Auf einem einzigen Blatt Papier. In: Bayern 2. 24. September 2018, abgerufen am 24. September 2020 (Hörspiel).</ref> komponierte Malakoff Kowalski die Musik. Funk und Kowalski schrieben zusammen den Titelsong Upside down.

Im Mai 2022 veröffentlichte sie ihr Sachbuch Who Cares! Von der Freiheit, Frau zu sein und im Februar 2024 erschien ihr Sachbuch Von Juden lernen. Dazu hat sie seit März 2024 die gleichnamige, monatliche Talkreihe Von Juden lernen in der Urania Berlin.<ref>bzw.:BEZIEHUNGSWESEN. In: Urania Berlin. Abgerufen am 15. April 2024.</ref>

Rezeption[Bearbeiten]

Der Journalist Jens Jessen kritisierte in Die Zeit eine zur Pauschalisierung neigende Tendenz im Feminismus. Als Beispiel zog er eine später zurückgezogene Äußerung von Funk heran.<ref>Jens Jessen: MeToo-Debatte: Der bedrohte Mann. In: Die Zeit. 5. April 2018, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 1. Dezember 2019]).</ref>

Bücher[Bearbeiten]

  • Winternähe (Roman). S. Fischer, Frankfurt am Main 2015, ISBN 978-3-10-002419-0.
  • Wo ist Papa? (Kinderbuch). Erschienen im Selbstverlag, 2018, ISBN 978-3-00-061319-7.
  • Zwischen Du und Ich (Roman). dtv Verlagsgesellschaft, München 2021, ISBN 978-3-423-28267-3.
  • Who Cares! Von der Freiheit, Frau zu sein (Sachbuch). dtv Verlagsgesellschaft, München 2022, ISBN 978-3-423-44108-7.
  • Von Juden lernen (Sachbuch). dtv Verlagsgesellschaft, München 2024, ISBN 978-3-423-28384-7.
  • Nice to meet you, Tel Aviv! Auf Entdeckungstour ins Herz der Stadt (Reiseführer). Polyglott, München 2025, ISBN 978-3-8464-1012-7.
  • Balagan (Roman). dtv Verlagsgesellschaft, München 2026, ISBN 978-3-423-28490-5.

Audio[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Stipendien[Bearbeiten]

  • Aufenthaltsstipendium in Amsterdam, Niederlande, Dutch Literature Fond, April–Mai 2016
  • Aufenthaltsstipendium in Antwerpen, Belgien, PEN Belgien, Juni 2016
  • Aufenthaltsstipendium in Tampere, Finnland, Goethe-Institut Finnland, Oktober 2016

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Mirna Funk – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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