Miss.Tic
Miss.Tic, bürgerlich Radhia Aounallah,<ref>Compte rendu du conseil d'arrondissement. (PDF; 1,4 MB) In: cdn.paris.fr. Ville de Paris (Stadt Paris) Mairie du dix, 22. Juni 2022, S. 47, abgerufen am 31. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> auch Radhia Novat (* 20. Februar 1956 in Paris; † 22. Mai 2022 ebenda<ref>Miss Tic, princesse du graffiti, est morte à l’âge de 66 ans. In: Le Monde.fr. 22. Mai 2022 (lemonde.fr [abgerufen am 22. Mai 2022]).</ref>), war eine französische Streetartkünstlerin, Grafikerin, Performancekünstlerin, bildende Künstlerin und Lyrikerin. Ihre Arbeiten sind seit 1985 im öffentlichen Raum von Paris und in Galerien zu sehen. Sie arbeitete mit Schablonen (Pochoir) und fertigte ihre Stencils ausschließlich in den Farben Schwarz und Rot auf unterschiedlichen Hintergründen bzw. im öffentlichen Raum. Sie zeigen meist eine weibliche Person, in direkter Nähe dazu eine mehrdeutige Wortgruppe, und sind mit ihrem Signet Miss.Tic versehen. Der Zeichensatz von Texten und Signet ist charakteristisch, wurde von ihr selbst entworfen und handgeschnitten.
Leben[Bearbeiten]
Miss.Tic wurde im Montmartre, dem 18. Arrondissement, im migrantisch geprägten Quartier um den Boulevard Barbès geboren. Ihr Vater war ein tunesischer Immigrant und Arbeiter, ihre Mutter stammte aus bäuerlichen Verhältnissen in der Normandie. Ihre Eltern wurden mit rassistischen Stereotypisierungen konfrontiert, da sie eine mariage mixte (französisch für Mischehe) eingegangen waren.<ref name=maxi>Maxi Leinkauf: Bombig. In: Der Freitag, 6. Mai 2011</ref> Miss.Tic wuchs im Pariser Viertel Butte aux Cailles auf, einem Arbeiterviertel, in dem auch Dichter, Künstler und Sexarbeitende wohnen. In den 1960er Jahren zog die Familie nach Orly.<ref name=jorindekp>Jorinde Reznikoff, KP Flügel: Bomb it, Miss.Tic! Mit der Graffiti-Künstlerin in Paris. Hamburg 2011, Edition Nautilus</ref>
1966 erlitt ihre Familie einen Autounfall, der zum Tod ihrer Mutter, ihrer Großmutter und ihres Bruders führte. Sie selbst und ihr Vater mussten das folgende Jahr im Krankenhaus verbringen.<ref name=jorindekp />
Ab 1968 besuchte Miss.Tic das Collège in Orly. Dort wurde sie von ihren Lehrern mit Theater, Literatur und bildender Kunst in Verbindung gebracht, sie besuchte Schauspielkurse. 1972 starb ihr Vater an einem Herzinfarkt. Ihre Stiefmutter forderte von ihr, nach der 10. Klasse die Schule abzubrechen, um in ihrem Restaurant zu arbeiten. Sie zog heimlich von zu Hause aus, brach die Schule ab und finanzierte ihren Lebensunterhalt selbst.<ref name=jorindekp />
Im Verlauf der 1970er Jahre hielt sich Miss.Tic im Dunstkreis der späten Situationisten auf. Sie las Bücher wie Gesellschaft des Spektakels von Guy Debord und La Société de consommation (französisch für Die Konsumgesellschaft) von Jean Baudrillard, die Kapitalismus, Konsumgesellschaft, Warenförmigkeit des Lebens und Regierungstechniken kritisieren.<ref name=maxi /> Sie spielte Straßentheater, Performances bzw. Provokationstheater mit der Gruppe Zéro de Conduite (wörtliche Bedeutung Betragen ungenügend) und schrieb lyrische Texte. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie parallel dazu als Kellnerin.
Ab 1981 lebte sie für zweieinhalb Jahre in den USA, zuerst in Los Angeles, später in San Francisco. Die dort blühende Hip-Hop-Bewegung mit ihren Graffiti und legal gemalten großen Wandbildern – den murals – beeinflussten Miss.Tic stark. Sie war in dieser Zeit in Künstlerkreisen unterwegs und rezipierte viel Kunst, ohne selbst künstlerisch aktiv zu sein. Sie finanzierte ihr Leben weiterhin mit wechselnden kleinen Jobs.<ref name=jorindekp />
Nach ihrer Rückkehr 1983 fand Miss.Tic auch im Pariser Stadtbild Streetart von Künstlern wie Blek le Rat vor, die für sie inspirierend wirkte. Sie nahm zu den auf der Straße Wirkenden Kontakt auf, sah zu oder half ihnen bei ihrer Arbeit.<ref name=maxi /><ref name=jorindekp />
In dieser Zeit entschloss sie sich, als Grafikerin und Layouterin zu arbeiten, und absolvierte eine kurze Ausbildung dafür.<ref name=jorindekp /> Mit ihrem arabischen Familiennamen Jamil bekam sie auf Bewerbungen selten eine Antwort oder gar ein Vorstellungsgespräch. Nachdem sie geheiratet und den Namen ihres Mannes angenommen hatte, war sie als Layouterin und Grafikerin bei verschiedenen Magazinen tätig.<ref name=maxi />
Ab 1985 machte Miss.Tic Streetart.<ref name=jorindekp /> Sie bezog sich positiv auf die feministische Autorin Virginie Despentes<ref name=jorindekp /> und sah sich als Anarchistin.<ref name=coralie>Coralie Jacquier: Miss.Tic – Die Diva der französischen Street Art in Berlin. In: La Gazette de Berlin, 28. Juli 2011</ref> Sie lebte in Paris.<ref name=jorindekp />
Miss.Tic versuchte, ihren bürgerlichen Namen nicht zu deutlich in der Öffentlichkeit erscheinen zu lassen:
„Von Anfang an habe ich mich Miss.Tic genannt. Niemand nennt mich mehr mit meinem richtigen Namen. Nur die Bullen und der Fiskus kennen ihn.“
Werk[Bearbeiten]
„Ich bin Poetin. Ich verdichte den urbanen Raum.“
Im Jahr 1985 entschied sich Miss.Tic, selbst als Streetartkünstlerin aktiv zu werden. Sie schrieb inzwischen kürzere Texte, konzentrierte deren Aussage und radikalisierte ihre Sprache. Ihr erstes Motiv, das sie im öffentlichen Raum in Paris schablonierte, enthielt den lautmalerisch doppeldeutigen Text: J’enfile l’art mur pour bombarder des mots coers. (franz. ‚Ich ziehe die Rüstung/Mauer-Kunst über, um mit Herz-Wörtern die Spötter zu bombardieren.‘)<ref>Christophe Génin in: Jorinde Reznikoff, KP Flügel: Bomb it, Miss.Tic! Mit der Graffiti-Künstlerin in Paris. Hamburg 2011, Edition Nautilus, S. 39</ref> Diesem Text ordnete sie ein Selbstporträt zu, das sie am Boden sitzend, die Knie haltend mit nachdenklichem Gesicht zeigt. Sie nutzte ihr Selbstporträt in der Anfangsphase, um ihre Texte zu verbildlichen. Miss.Tic verfeinerte in dieser Zeit außerdem die Typografie ihrer Schablonenschrift. Ihren Künstlernamen entlehnte sie von Miss Tick, der Zauberin aus dem Donald-Duck-Comic in der französischen Übersetzung, der gleichzeitig lautmalerisch an das Wort mystique (franz. ‚mystisch‘) anschließt.<ref name=coralie /><ref name=jorindekp /> Mit fortschreitender Zeit entschied sich Miss.Tic aufgrund des technischen Aufwands gegen das Selbstporträt und verwendete stattdessen Fotos aus Frauenzeitschriften als Vorlage. Durch die Anwendung der Schablonentechnik, durch das Verwenden schwarzer Farbe und besonders durch den hinzugefügten Text bekommen diese Bilder ein anderes Aussehen und eine andere Bedeutung. Sie wurden als provozierend, aggressiv und störend wahrgenommen. Miss.Tic reflektierte das in den Medien dargestellte Frauenbild zunehmend und arbeitete diese Reflexionen in ihre Texte und Darstellungen von Frauen ein.<ref name=jorindekp /><ref name=coralie />
Durch eine Zufallsbegegnung wurde die französische Modedesignerin agnès b. auf Miss.Tic aufmerksam. Sie zeigte 1986 in ihrer Galerie eine Gemeinschaftsausstellung verschiedener Streetartkünstler – darunter Miss.Tic – unter dem Motto vite fait – bien fait (schnell gemacht – gut gemacht) aus.<ref name=maxi /> Zur von der Le Monde postulierten Ecole de Blek le Rat wurden außer Miss.Tic die Pochoiristen Jérome Mesnager, Marie Rouffet, Thierry Gauthé, Etherno, Epsilon und Surface Active gezählt.<ref name=julia>Julia Reinecke: Street-Art: eine Subkultur zwischen Kunst und Kommerz. Bielefeld 2012, Transkript Verlag, 2. Auflage</ref> Miss.Tic – aus proletarischem Milieu stammend – fühlte sich von diesen akademisch gebildeten Künstlern nicht richtig akzeptiert.<ref name=maxi /> Sie hat sich daher nie in einem Kollektiv formiert, sondern immer allein gearbeitet.<ref name=jorindekp />
Ab 1991 war Miss.Tic mit ihren Werken auch in Galerien bzw. in der Kunstwelt vertreten. Ab 1993 veröffentlichte Miss.Tic ihre Texte bzw. Texte und Fotos ihrer Werke in Büchern, zuerst im Selbstverlag, ab 1998 in regulären Verlagen. Weiterhin illustrierte sie diverse Buchwerke.
Im Jahr 1999 wurde Miss.Tic wegen ihrer Tätigkeit als Streetartkünstlerin bzw. wegen „Sachbeschädigung öffentlichen und privaten Eigentums“ zu 22.000 Francs Geldstrafe verurteilt.<ref name=coralie /> Da eine weitere Verurteilung eine Gefängnisstrafe nach sich gezogen hätte, entschloss sie sich, ihr folgendes Projekt Muses e Hommes als Auftragsprojekt durchzuführen und dafür wie für alle weiteren vorher Genehmigungen einzuholen. Für Muses e Hommes (2000) verwendete sie Werke aus dem Louvre oder dem Musée d’Orsay als Vorlagen. Ihre Texte kommentieren die Geschichte des Bildes oder die Geschichte der Maler. Muses et Hommes kritisiert männliche Dominanz in Museen. Mit Muses et Hommes machte Miss.Tic einen Karrieresprung.<ref name=jorindekp /> 2009 wiederholte Miss.Tic Muses et Hommes mit Werken aus dem Ingres-Museum in Montauban.
Miss.Tic eröffnete sich im Lauf ihrer Karriere immer wieder neue Arbeitsfelder und Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Sie gestaltete das Plakat für den Film Die zweigeteilte Frau von Claude Chabrol (2007),<ref name=maxi /> das Plakat des Dokumentarfilms Les Travailleu(r)ses du sexe über Sexarbeiterinnen von Jean-Michel Carré (2010)<ref name=jorindekp /> und eine Reihe von Briefmarken für die französische Post anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März (2011).<ref>Nautilus bringt "Bomb it, Miss.Tic!" und die französische Post Briefmarken der Straßenkünstlerin. In: Buchmarkt, 23. Februar 2011</ref> Weiterhin gestaltete sie Produkte (eine Designer-Handtasche für die Firma Lamarthe), Werbung (für einen Mietwagen-Verleih)<ref name=maxi /> und das Design der Straßenbahnlinie 5 von Montpellier.<ref>Y. PO.: Montpellier: un design tout en rupture pour la ligne 5 du tramway. In: MidiLibre, 18. Oktober 2013</ref> Ihre Aktivitäten in der Werbung stießen in der auf Nichtkommerzialität, Glaubwürdigkeit und Street Credibility basierenden Streetartszene auf Kritik, sie betreibe damit den Ausverkauf ihrer Ideale, sei mittlerweile nur noch dekorativ statt provokativ.<ref name=maxi /> Miss.Tic betonte dagegen die Vergänglichkeit von Gegenkulturen. Für sie war es eine Möglichkeit, mit ihrer Kunst ihren Lebensunterhalt zu verdienen:
„Ja, auch ich bin eine Arbeiterin, nur wird mein Beruf ‚Malen und Schreiben‘ genannt.“
Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]
- 1991: Einzelausstellung in der Galerie Christophe<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung in der Galerie Christophe ( vom 18. November 2013 im Internet Archive)</ref>
- 1991: Einzelausstellung in der Galerie Sanguine<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung in der Galerie Sanguine ( vom 19. Juni 2009 im Internet Archive)</ref>
- 1992: Dauerausstellung in der Galerie Christophe<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung in der Galerie Christophe ( vom 21. Januar 2013 im Internet Archive)</ref>
- 1993: Einzelausstellung in der Passage Saint Sébastien<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung in der Passage Saint Sébastien ( vom 19. Juni 2009 im Internet Archive)</ref>
- 1994: Einzelausstellung Epita<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung Epita ( vom 19. Juni 2009 im Internet Archive)</ref>
- 1995: Einzelausstellung Fiap<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung Fiap ( vom 24. Januar 2013 im Internet Archive)</ref>
- 1997: L’art me ment, Galerie Sacha Tarasoff, Paris
- 1997: Einzelausstellung im französischen Finanzministerium<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung im französischen Finanzministerium ( vom 24. Januar 2013 im Internet Archive)</ref>
- 1999: Je ne fais que passer, Galerie La Pochade, Paris
- 2000: Muses et Hommes, Kunstraum Paul Ricard, Paris<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken des Projekts Muses et Hommes ( vom 21. Januar 2013 im Internet Archive)</ref>
- 2000: Dangereuse sous tous rapports, Justizpalast, Lyon
- 2001: Les actes gratuits ont-ils un prix ?, Galerie Artazart, Paris
- 2001: Je t’aime temps, Retrospektive 1985–2001, Kunstraum Envie d’art, Paris
- 2001: Héroïne, Galerie Bernard Guillon, Paris<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung Héroïne ( vom 21. Januar 2013 im Internet Archive)</ref>
- 2002: Regarde Moi<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung Regarde Moi ( vom 24. Januar 2013 im Internet Archive)</ref>
- 2002: Miss.Tic Présidente<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung Miss.Tic Présidente ( vom 24. Januar 2013 im Internet Archive)</ref>
- 2002: Muses et Hommes, Schloss Cadillac, Cadillac
- 2002: Miss.Tic Erotic, Galerie Artitude, Paris<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung Miss.Tic Erotic ( vom 21. Januar 2013 im Internet Archive)</ref>
- 2003: Vain cœur vain cul, Galerie Au-dessous du Volcan, Paris<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung Vain cœur vain cul ( vom 19. Juni 2009 im Internet Archive)</ref>
- 2003: Une Nuit avec Miss.Tic, Galerie Artazart, Paris
- 2003: Miss.Tic, Galerie Papegoyen, Oslo
- 2004: Femme mur, Nuts Gallery, Paris<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung Femme mur ( vom 24. Januar 2013 im Internet Archive)</ref>
- 2004: Miss.Tic Attak, Galerie Fanny Guillon-Laffaille, Paris<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung Femme mur ( vom 29. November 2012 im Internet Archive)</ref>
- 2005: Maudites sorcières, Galerie W, Paris<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung Maudites sorcières ( vom 24. Januar 2013 im Internet Archive)</ref>
- 2005: Quand on aime, on a toujours 20 ans, Galerie W, Paris
- 2006: Parisienne, Galerie Lélia Mordoch, Paris<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung Parisienne ( vom 19. Juni 2009 im Internet Archive)</ref>
- 2006: Femmes capitales, Rathaus des 8. Bezirks, Paris
- 2007: Miss.Tic Présidente, Galerie de la Butte aux Cailles, Paris<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung Miss.Tic Présidente ( vom 28. Juni 2013 im Internet Archive)</ref>
- 2007: Toi et Moi (mit Jean Faucheur), Galerie Chappe, Paris
- 2008: Je crois en l'éternel féminin, Galerie Fanny Guillon-Laffaille, Paris<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung Je crois en l'éternel féminin ( vom 19. Juni 2009 im Internet Archive)</ref>
- 2008: Je t’ai fait marcher. Je t’ai fait courir. Je te ferai tomber, Le M.U.R.
- 2008: Je prête à rire, mais je donne à penser, Galerie W, Paris<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung Je prête à rire, mais je donne à penser ( vom 24. Januar 2013 im Internet Archive)</ref>
- 2009: Go Homme, Galerie Lélia Mordoch, Paris<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung Go Homme ( vom 21. Januar 2013 im Internet Archive)</ref>
- 2009: L’Eros de la Vie in der Galerie La Boheme, Deauville<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung L'Eros de la Vie ( vom 12. Januar 2014 im Internet Archive)</ref>
- 2009: Einzelausstellung in der Galerie AB, Paris<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung in der Galerie AB ( vom 27. März 2013 im Internet Archive)</ref>
- 2010: Folle à délier, Galerie Fanny Guillon-Laffaille, Paris<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung Folle à délier ( vom 28. Juni 2013 im Internet Archive)</ref>
- 2010: Parisienne, Ion Art Gallery, Singapur<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung Parisienne ( vom 5. Juli 2013 im Internet Archive)</ref>
- 2011: À la Vie A l’Amor, Galerie W, Paris<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung À la Vie A l'Amor ( vom 24. Januar 2013 im Internet Archive)</ref>
- 2011: Bomb it, Institut Français, Berlin<ref name=coralie />
- 2011: Femme de l'être in der Galerie Fanny Guillon Lafaille, Paris mit Bildnissen von Patti Smith, Albertine Sarrazin, Marguerite Duras, Françoise Sagan, Colette, Christine Angot, Anaïs Nin, Amélie Nothomb, Régine Deforges, Virginia Woolf, Virginie Despentes und Simone de Beauvoir<ref name=femmesdeletre>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung Femme de l'être ( vom 24. Juni 2013 im Internet Archive)</ref>
- 2012: Muses et Hommes, im öffentlichen Raum von Orly<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung Muses et Hommes ( vom 21. Januar 2013 im Internet Archive)</ref>
- 2012: Einzelausstellung im Espace Saint Exupéry Franconville<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Flyer zur Einzelausstellung im Espace Saint Exupéry Franconville ( vom 21. Januar 2013 im Internet Archive)</ref>
- 2012: Secret d’atelier, Galerie Lélia Mordoch, Paris<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung Secret d'atelier ( vom 18. November 2013 im Internet Archive)</ref>
- 2012: Einzelausstellung in der Médiathèque José Cabanis in Toulouse<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Unterseite mit Werken aus der Einzelausstellung in der Médiathèque José Cabanis in Toulouse ( vom 18. November 2013 im Internet Archive)</ref>
- 2013: Les Uns et les Unes, Galerie W, Paris<ref>Les Uns et les Unes, l'exposition de Miss. Tic à la Galerie W. Website SortiraParis, 9. August 2013</ref>
Werke in Museen[Bearbeiten]
- 1989: Fonds municipal d’art contemporain, Paris
- 2005: Victoria and Albert Museum, London
Publikationen[Bearbeiten]
- Miss.Tic se livre. Paris 1993, Selbstverlag, 1993<ref name="website-miss">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website von Miss.Tic, Lélia Mordoch: Carton d'invitation de l'exposition "Secret d'atelier" à la galerie Lélia Mordoch du 1er Juin au 13 Juillet 2012, Lebenslauf mit Liste der Veröffentlichungen von MIss.Tic ( vom 12. Januar 2014 im Internet Archive)</ref><ref name=lelia>Lebenslauf von Miss.Tic auf der Website der Galerie Lelia Mordoch</ref>
- Corps a coer. Selbstverlag, Paris 1994<ref name="website-miss" /><ref name=lelia />
- Je m’ecrié, tu me lies. Selbstverlag, Paris 1994<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt."Je m'écris, tu me lies" auf der Website von Miss.Tic ( vom 17. Dezember 2012 im Internet Archive)</ref><ref name="website-miss" /><ref name=lelia />
- Je m'édite tu médites. Selbstverlag, Paris 1994<ref name="website-miss" /><ref name=lelia />
- Je ne fais que passer. Mit Fotos von Lerat. Editions Florent Massot, Paris 1998<ref name="website-miss" /><ref name=lelia />
- Muses e Hommes. Ausstellungskatalog, Selbstverlag, Paris 2000<ref name="website-miss" /><ref name=lelia />
- Re Garde Moi. Paris 2003, Éditiones Alternatives, mit einem Vorwort der feministischen Schriftstellerin und Herausgeberin Régine Deforges, 2003<ref name="website-miss" /><ref name=lelia />
- Miss.Tic Attak. Verlag Alternatives, 2004, ISBN 978-2-86227-427-0.
- Miss.Tic.in Paris. Verlag Paris-Musées und Verlag Critères éditions, 2005, ISBN 978-2-917829-06-6.
- Parisiennes. Editions Lelia Mordoch, Paris 2006.<ref name="website-miss" /><ref name=lelia />
- Je prête à rire mais je donne à penser. Verlag Grasset, Paris 2008, ISBN 978-2-246-70821-6.
- Larousse. Illustration für eine Jubiläumsedition der Enzyklopädie Petit Larousse. 2009<ref name="website-larousse">Website von Larousse, Unterseite zu Miss.Tic</ref>
- À la vie, à l’Amor. Verlag Critères éditions, Grenoble, 2010, Collection Opus Délits, ISBN 978-2-917829-08-0
- L’Étoffe des Eros, Edition du Renard Pales, 2012 limitiert auf 30 Exemplare<ref name="website-miss" /><ref name=lelia />
- mit Albert Jaquard: L' ABC du Albert Jaquard pour changer le monde. Verlag Hachette Jeunesse, 2013, ISBN 2-01-292152-3.
Miss.Tic und der Feminismus[Bearbeiten]
Durch die Bearbeitung gängiger medialer Bilder von Frauen und deren Konnotierung mit Texten wandelte Miss.Tic die Aussagen der Vorlagen in kritische Aussagen um.<ref name=coralie /> Ihre Kritik dreht sich um den Platz der Frau in der Gesellschaft, männliche Dominanz im Kunstbetrieb. Für ihre sexpositive Perspektive auf Bilder von Frauen wurde sie von Feministinnen kritisiert und teilweise sogar angegriffen, so z. B. von Fadela Amara, einer Mitgründerin der französischen postmigrantischen feministischen Gruppe Ni Putes Ni Soumises.<ref name=jorindekp /> Ihre Werke im öffentlichen Raum wurden von pornografiekritischen Feministinnen mit Sprüchen übersprüht wie „Le porno ras-le-bol“ („Nase voll von Porno“), mit Plakaten überklebt, sie wurde in Diskussionen verbal angegriffen, ihr Werk wurde als vulgär, sexistisch und manchmal sogar pornografisch bezeichnet.<ref name=jorindekp /><ref name=coralie /> Es wurde kritisiert, dass Miss.Tic die Frauen als Objekt darstelle und ihre Werke ein erniedrigendes Bild der Frau repräsentieren würden.<ref name=coralie /> Dabei nahmen diese nicht wahr, dass Miss.Tic diese Frauenbildnisse aus Mode und Werbung nicht einfach nur wiederholte, sondern sie umdeutete, kritisch hinterfragte, sie in ihren gesellschaftlichen Zusammenhang setzte und ihnen eine kritische Aussage verlieh. Ihr ging es um eine größere Sichtbarkeit von Frauen und um das Spiel mit den klischeehaften Geschlechterrollenbildern.<ref name=maxi />
„Aus einer Provokation heraus habe ich eine literarische Fiktion aus dem Schwarz der Wimperntusche geschaffen und Frauen gemalt, um der Sprache einen Körper zurückzugeben. Aus Frauenzeitungen stammen die Frauenbilder, die von mir verfremdet werden. Ich entwerfe aus ihnen ein bestimmtes Image der Frau, nicht um es zu bewerben, sondern um es zu befragen. Ich unterziehe weibliche Positionen einer Art von Inventur.“
Aufgrund der Verkennung des feministischen Gehalts von Miss.Tics Werk und aufgrund der Anfeindungen grenzte sich Miss.Tic vom Feminismus ab,<ref name=coralie /> Miss.Tic bezog sich dennoch positiv auf sexpositive feministische Autorinnen wie Virginie Despentes<ref name=jorindekp />, auf George Sand und Marguerite Duras.<ref name=maxi /> Anlässlich ihrer Ausstellung Femme de l'être (2011) zeigte sie Bildnisse von Patti Smith, Albertine Sarrazin, Marguerite Duras, Françoise Sagan, Colette, Christine Angot, Anaïs Nin, Amélie Nothomb, Régine Deforges, Virginia Woolf, Virginie Despentes und Simone de Beauvoir<ref name="femmesdeletre" />, die ihren ideengeschichtlichen Kosmos skizzierten. Sie sah sich selbst als Anarchistin.<ref name=coralie />
Siehe auch[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Jorinde Reznikoff, KP Flügel (Hrsg.): Bomb ist, Miss.Tic!. Mit der Graffiti-Künstlerin in Paris. Edition Nautilus, Hamburg 2011, ISBN 978-3-89401-738-5 (= Kleine Bücherei für Hand und Kopf. Band 62).
- Christophe Génin: Miss.Tic, femme de l’etre. Editions Impressiones Nouvelle, Paris 2009.
- neopostdadasurrealpunkshow: Die Graffiti-Poetin Miss.Tic in Situ – situationistisch-fragmentarische Revue. Radiosendung auf dem Freien Sender Kombinat Hamburg (FSK), 14. September 2012.
- Marie-Pierre Massé, Nicolas Deville: Vite fait, bien fait. Edition Alternatives, Paris 1986.
- Solange Pierson: Pochoir à la une. Edition Parallèles, Paris 1986.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Miss.Tic |
| ALTERNATIVNAMEN | Miss-Tic; Miss Tic; Ruiter, Radhia de (wirklicher Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | französische Streetartkünstlerin, Lyrikerin, Bildende Künstlerin und Performancekünstlerin |
| GEBURTSDATUM | 20. Februar 1956 |
| GEBURTSORT | Paris, Frankreich |
| STERBEDATUM | 22. Mai 2022 |
| STERBEORT | Paris, Frankreich |
- Wikipedia:Seite mit Skriptfehlern
- Seiten mit TemplateStyles-Fehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Zitat
- Bildender Künstler (Paris)
- Autor
- Lyrik
- Literatur (Französisch)
- Pseudonym
- Künstler der feministischen Kunst
- Person des Anarchismus (Frankreich)
- Graffiti-Künstler (Frankreich)
- Franzose
- Geboren 1956
- Gestorben 2022
- Frau