Modern Austrian Literature
Modern Austrian Literature war eine literaturwissenschaftliche Fachzeitschrift für österreichische Literatur und Kultur. Sie ging aus der Schnitzler-Forschung hervor und erschien zunächst von 1961 bis 1967 als Journal of the International Arthur Schnitzler Research Association. Von 1968 bis 2011 wurde sie unter dem Titel Modern Austrian Literature veröffentlicht.<ref name="jstor">Modern Austrian Literature. In: JSTOR. Abgerufen am 6. Juni 2026.</ref>
Die Zeitschrift entwickelte sich von einem ursprünglich auf Arthur Schnitzler und die österreichische Moderne bezogenen Publikationsorgan zu einem Forum für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit österreichischer Literatur- und Kulturgeschichte. Ihr thematischer Rahmen umfasste nicht nur Literatur aus dem Gebiet der heutigen Republik Österreich, sondern auch kulturelle und literarische Zusammenhänge der ehemaligen Habsburgermonarchie beziehungsweise österreichisch-ungarischen Monarchie.<ref name="malabout">About Modern Austrian Literature. In: Austrian Studies Association. Abgerufen am 6. Juni 2026.</ref>
Herausgegeben wurde die Zeitschrift im Umfeld der späteren Austrian Studies Association, die zuvor als Modern Austrian Literature and Culture Association (MALCA) und davor als International Arthur Schnitzler Research Association firmierte. Die Association versteht sich als nordamerikanische wissenschaftliche Vereinigung zur Erforschung österreichischer, österreichisch-ungarischer und habsburgischer Kultur- und Literaturgeschichte vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart.<ref>History. In: Austrian Studies Association. Abgerufen am 6. Juni 2026.</ref>
Modern Austrian Literature veröffentlichte Beiträge auf Englisch und Deutsch. Die eingereichten Artikel unterlagen einem Begutachtungsverfahren; die Zeitschrift verfolgte eine Blind-Submission-Policy mit mindestens zwei Gutachten. Die Beiträge wurden unter anderem in der MLA International Bibliography ausgewertet.<ref>Modern Austrian Literature: Journal Submission Specifications. In: Austrian Studies Association. Abgerufen am 6. Juni 2026.</ref><ref name="edboard">Modern Austrian Literature: Past Editorial Boards. In: Austrian Studies Association. Abgerufen am 6. Juni 2026.</ref>
Zu den Herausgebern der Zeitschrift gehörten George Schoolfield, Eugene Grotegut, Vincent LoCicero, Donald Daviau, Geoffrey C. Howes und Jacqueline Vansant, Maria-Regina Kecht sowie Craig Decker.<ref name="malabout" /> Von 2000 bis 2005 erschien die Zeitschrift mit Unterstützung der Bowling Green State University und der University of Michigan–Dearborn.<ref name="edboard" />
Im Zuge der Erweiterung des Forschungsfeldes über den engeren Bereich der Literatur hinaus wurde Modern Austrian Literature 2012 in Journal of Austrian Studies umbenannt, das als offizielles Journal der Austrian Studies Association fortgeführt wird.<ref>Journal. In: Austrian Studies Association. Abgerufen am 6. Juni 2026.</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Die Ursprünge der Zeitschrift liegen in der 1961 gegründeten International Arthur Schnitzler Research Association. Diese widmete sich zunächst vor allem der internationalen Schnitzler-Forschung. Das zugehörige Publikationsorgan erschien zunächst als Journal of the International Arthur Schnitzler Research Association; 1968 wurde daraus Modern Austrian Literature.<ref name="jstor" />
Unter dem Titel Modern Austrian Literature erweiterte sich der Gegenstandsbereich sukzessive. Bereits in der Frühphase wurden neben Arbeiten zu Schnitzler auch Beiträge zum literarischen und kulturellen Umfeld der Wiener Moderne beziehungsweise der Jahrhundertwende berücksichtigt.<ref>From the Editors. Modern Austrian Literature, Vol. 33, No. 1. In: Austrian Studies Association. Abgerufen am 6. Juni 2026.</ref> Später wurden auch Film, Populärkultur sowie kulturwissenschaftliche und interdisziplinäre Fragestellungen in das Profil einbezogen.<ref>From the Editors. Modern Austrian Literature, Vol. 33, No. 1. In: Austrian Studies Association. Abgerufen am 6. Juni 2026.</ref>
Die Zeitschrift war eng mit der Entwicklung der nordamerikanischen Austrian Studies verbunden. Aus der ursprünglich auf Schnitzler spezialisierten Vereinigung wurde zunächst die Modern Austrian Literature and Culture Association und später die Austrian Studies Association. Diese institutionelle Entwicklung spiegelt auch die inhaltliche Ausweitung des Journals wider.
Profil[Bearbeiten]
Modern Austrian Literature veröffentlichte wissenschaftliche Beiträge zur österreichischen Literatur und Kultur vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart, zur Moderne um 1900, zur Literatur der Habsburgermonarchie, zur Exil- und Nachkriegsliteratur sowie zu kulturgeschichtlichen Fragen. Der Begriff „Austrian“ wurde dabei nicht ausschließlich nationalstaatlich verstanden, sondern bezog sich auch auf historische, sprachliche und kulturelle Räume der ehemaligen Monarchie.
Die Zeitschrift richtete sich vor allem an Forschende im Bereich der Germanistik, Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft und Austrian Studies Studies. Die Beiträge erschienen auf Englisch oder Deutsch.
Nachfolge[Bearbeiten]
Nach der Umbenennung wird die Tradition von Modern Austrian Literature im Journal of Austrian Studies fortgeführt. Das Nachfolgejournal erscheint als offizielles Organ der Austrian Studies Association und behandelt neben Literatur auch weitere Felder österreichischer und habsburgischer Kulturgeschichte.
Weblinks[Bearbeiten]
- Webauftritt der Austrian Studies Association
- Modern Austrian Literature bei JSTOR
- Archivseite zu Modern Austrian Literature
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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