Mojave-Ziesel
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| Mojave-Ziesel | ||||||||||||
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| Datei:Mohave Ground Squirrel (Louis Agassiz Fuertes, 1918).jpg
Mojave-Ziesel (Xerospermophilus mohavensis), Grafik aus Natural History of the Ground Squirrels of California, 1918 | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Xerospermophilus mohavensis | ||||||||||||
| (Merriam, 1889) |
Der Mojave-Ziesel (Xerospermophilus mohavensis, Syn.: Spermophilus mohavensis) ist eine Hörnchenart aus der Gattung Xerospermophilus. Er lebt ausschließlich in der nordwestlichen Mojave-Wüste und dem Owens Valley im südlichen Kalifornien.
Merkmale[Bearbeiten]
Der Mojave-Ziesel erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 21,0 bis 23,0 Zentimetern bei einem Gewicht von 70 bis 300 Gramm. Der Schwanz wird etwa 57 bis 72 Millimeter lang und ist damit deutlich kürzer als der restliche Körper. Ein Sexualdimorphismus kommt nicht vor, die Weibchen und Männchen unterscheiden sich weder in Größe noch in Färbung. Die Rückenfärbung der Tiere ist einfarbig hellbraun bis graubraun ohne eine Musterung oder Punktierung. Im Bereich des Kopfes haben sie häufig eine zimtfarbene Einwaschung. Die Bauchseite ist weiß bis cremeweiß, die Füße blass sandfarben bis zimtfarben. Der Schwanz ist breit und sehr kurz. Die Oberseite des Schwanzes ist rötlich-braun, die Unterseite weiß bis cremeweiß, und der gesamte Schwanz ist weißlich gefrostet.<ref name="Thorington et al. 2012" />
Innerhalb des gesamten Verbreitungsgebietes kommt neben dem Mojave-Ziesel nur der Weißschwanz-Antilopenziesel (Ammospermophilus leucurus) vor, der sich jedoch aufgrund der auffälligen Streifenfärbung deutlich vom Mojave-Ziesel unterscheidet. Angrenzend und in schmalen Bereichen überlappend ist das Verbreitungsgebiet des nahe verwandten Rundschwanzziesels (Xerospermophilus tereticaudus). Das Hauptunterscheidungsmerkmal gegenüber diesem ist der kürzere und breitere Schwanz mit der weißen Unterseite, die beim Rundschwanzziesel sandbraun ist. Zudem sind die Klauen kürzer und stumpfer und die Wangen sind bräunlich statt weißlich.<ref name="Best 1995" /> Ebenfalls überlappend ist das Verbreitungsgebiet des Kalifornischen Ziesels (Otospermophilus beecheyi), der jedoch deutlich größer als der Mojave-Ziesel und der Rundschwanzziesel ist und ein geflecktes Fell aufweist.<ref name="Best 1995" />
Verbreitung[Bearbeiten]
Der Mojave-Ziesel ist endemisch im südlichen Kalifornien in der nordwestlichen Mojave-Wüste und dem Owens Valley.<ref name="Thorington et al. 2012" /> Er kommt in diesem etwas kühleren Bereich der Wüste fleckenhaft vor, abhängig von der verfügbaren Vegetation und dem Klima. Die einzelnen Verbreitungsgebiete liegen im südwestlichen Inyo County, dem östlichen Kern County, dem äußersten nordöstlichen Teil des Los Angeles County und dem nordwestlichen San Bernardino County, von Olancha im Inyo County bis Victorville im San Bernardino County sowie von den Tehachapi Mountains im Kern County bis zu den Granite Mountains im San Bernardino County. Die südliche Verbreitungsgrenze stellt der Mojave River dar, historisch kam die Art jedoch auch östlich des Flusses im Lucerne Valley vor.<ref name="IUCN" /> Die Höhenverbreitung reicht von 610 bis 1800 Metern Höhe.<ref name="IUCN" />
Lebensweise[Bearbeiten]
Der Mojave-Ziesel ist tagaktiv und lebt in trockenen Wüstengebieten mit ausreichender Vegetation auf sandigen bis kiesig-krümeligen Böden. Bestände von Kreosotbüschen (Larrea tridentata) und den entsprechenden vergesellschafteten Pflanzen werden bevorzugt genutzt.<ref name="Thorington et al. 2012" /> Sie sind omnivor und die Nahrung besteht vor allem aus Vegetationsteilen wie Blättern, Blüten und Sprossen sowie verfügbaren Samen von Gräsern, Kräutern, Büschen, Kakteen und Yuccas. Hinzu kommen vergleichsweise große Mengen an Insekten und anderer tierlicher Nahrung. Die Nahrung wird in den Backentaschen gesammelt und in der Regel auf einem etwas prominenter aufragenden Stein als Beobachtungsposten gefressen.<ref name="Thorington et al. 2012" />
Die Tiere leben wie andere Erdhörnchen am Boden und in unterirdischen Bauen. Diese befinden sich in der Regel am Rand der Reviere in einem Abstand von bis zu 250 Meter von deren Zentrum und einzelne Tiere bewohnen mehrere Baue, die sie als Verstecke, zur Jungenaufzucht und zur Überwinterung nutzen. Abends werden die Übernachtungsbaue verschlossen, um das Eindringen von Fressfeinden zu verhindern.<ref name="Thorington et al. 2012" /> Die Aktivität der Tiere reicht vom Frühjahr, in der Regel Februar oder März, bis zum Sommer im August. Vom August bis zum Frühjahr überwintern die Tiere in ihren Bauen und leben in dieser Zeit von ihren Fettreserven. Die Männchen erwachen in der Regel etwa zwei Wochen vor den Weibchen und verlassen ihre Baue. Danach beginnen sie damit, Reviere festzulegen. Abseits der Paarungszeit sind die Tiere Einzelgänger und sie verteidigen ihre Reviere, indem sie Eindringlinge aggressiv verjagen. Dabei sind die Reviere der männlichen Tiere deutlich größer als die der weiblichen, im Mittel nutzen Männchen 6,74 ha und Weibchen 0,73 ha.<ref name="Thorington et al. 2012" />
Die Paarungszeit beginnt direkt nach dem Erwachen der Weibchen in den Bauen im Februar bis März. Nach einer Tragzeit von 29 bis 30 Tagen gebären die Weibchen im späten März bis April einen Wurf von vier bis neun Jungtieren.<ref name="Thorington et al. 2012" /> In Jahren mit sehr starker Trockenheit werden keine Nachkommen geboren, dabei können die Tiere regional auch vollständig verschwinden.<ref name="Thorington et al. 2012" /> Nachdem die Jungtiere das Nest verlassen, suchen sie sich eigene Reviere und können sich dabei bis zu mehr als sechs Kilometer vom Brutbau entfernen. Die durchschnittliche Entfernung liegt bei den Männchen bei 1,5, bei den Weibchen bei 0,5 Kilometer Abstand vom Brutbau.<ref name="Thorington et al. 2012" />
Die wichtigsten Fressfeinde für den Mojave-Ziegel stellen Greifvögel, Schlangen, Silberdachse (Taxidea taxus), Kojoten (Canis latrans) und Rotluchse (Lynx rufus) dar. Die Tiere sind wenig scheu gegenüber Menschen und bei Bedrohung fliehen sie in der Regel nicht, sondern drücken sich auf den Boden und vertrauen auf ihre Tarnung. Ihre Alarmrufe bestehen aus einem lauten und hohen rauen Piepsen.<ref name="Thorington et al. 2012" />
Systematik[Bearbeiten]
Der Mojave-Ziesel wird als eigenständige Art innerhalb der Gattung der Xerospermophilus eingeordnet, die aus vier Arten besteht. Die Art wurde lange als Teil der Ziesel und darin innerhalb der Untergattung Xerospermophilus eingeordnet, nach einer umfassenden molekularbiologischen Untersuchung<ref name="Herron et al. 2004">Matthew D. Herron, Todd A. Castoe, Christopher L. Parkinson: Sciurid phylogeny and the paraphyly of holarctic ground squirrels (Spermophilus). Molecular Phylogenetics and Evolution 31, 2004; S. 1015–1030. (Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Volltext ( des Vorlage:IconExternal vom 17. April 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., PMID 15120398)</ref> wurde diese jedoch als eigenständige Gattung gemeinsam mit mehreren weiteren Gattungen betrachtet.<ref name="Helgen et al. 2009">Kristofer M. Helgen, F. Russell Cole, Lauren E. Helgen, Don E. Wilson: Generic Revision in the holarctic ground squirrels genus Spermophilus. Journal of Mammalogy 90 (2), 2009; S. 270–305. doi:10.1644/07-MAMM-A-309.1</ref><ref name="Thorington et al. 2012" /> Die wissenschaftliche Erstbeschreibung stammt von dem amerikanischen Zoologen Clinton Hart Merriam aus dem Jahr 1889. Er beschrieb die Art als Spermophilus mohavensis anhand von neun Individuen aus der Region am Mojave River,<ref name="Merriam 1889" /> später wurde dies auf Rabbit Springs östlich der Stadt Hesperia im San Bernardino County eingeengt.<ref name="Wilson & Reeder 2005" /><ref name="Best 1995" />
Phylogenetische Systematik der Gattung Xerospermophilus nach Fernández 2012<ref name="Fernández 2012" />
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Der Mojave-Ziesel ist nahe verwandt mit dem Rundschwanzziesel, wobei sich die Verbreitungsgebiete in einem schmalen Streifen überlappen. In dieser Zone kommt es in den Bereichen Helendale und am Coyote Dry Lake zu Hybridisierungen zwischen den beiden Arten.<ref name="IUCN" /><ref name="Wilson & Reeder 2005" /> In einer phylogenetischen Untersuchung mit einem Fokus auf die Verwandtschaft des Perote-Ziesels (Xerospermophilus perotensis) wurden der Mojave-Ziesel und der Rundschwanzziesel als Schwesterarten identifiziert und den beiden anderen Arten der Gattung Xerospermophilus gegenübergestellt.<ref name="Fernández 2012" /> Innerhalb der Art werden neben der Nominatform keine Unterarten unterschieden.<ref name="Thorington et al. 2012" /><ref name="Wilson & Reeder 2005" />
Status, Bedrohung und Schutz[Bearbeiten]
Der Mojave-Ziesel wird von der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) als gefährdet (vulnerable) eingeordnet, es liegen jedoch keine konkreten Bestandszahlen vor.<ref name="IUCN" /> Begründet wird dies durch das begrenzte Verbreitungsgebiet mit einer Fläche von weniger als 20.000 km2 sowie die starke Fragmentierung durch menschliche Ansiedlungen und Straßen und die qualitative Verschlechterung der Lebensräume für die Hörnchen.<ref name="IUCN" />
Die Populationen unterliegen zudem starken Schwankungen, teilweise als Folge von extremer Trockenheit, die die Tiere in einigen Jahren von der Fortpflanzung abhält.<ref name="IUCN" /> Regional können in diesem Fall Populationen regional komplett verschwinden und eine Neukolonisierung dieser Regionen findet dann in den Folgejahren von den benachbarten Gebieten kommend statt. Vor allem aus diesem Grund ist eine weite Verbreitung der Nachkommen notwendig.<ref name="Thorington et al. 2012" />
Belege[Bearbeiten]
<references> <ref name="Best 1995">Troy L. Best: Spermophilus mohavensis. Mammalian Species 509, 1995; S. 1–7. (Volltext)</ref> <ref name="Helgen et al. 2009">Kristofer M. Helgen, F. Russell Cole, Lauren E. Helgen, Don E. Wilson: Generic Revision in the holarctic ground squirrels genus Spermophilus. Journal of Mammalogy 90 (2), 2009; S. 270–305. doi:10.1644/07-MAMM-A-309.1</ref> <ref name="Fernández 2012">Jesús A. Fernández: Phylogenetics and biogeography of the microendemic rodent Xerospermophilus perotensis (Perote ground squirrel) in the Oriental Basin of Mexico. Journal of Mammalogy 93 (6), 2012; S. 1431–1439. doi:10.1644/11-MAMM-A-409.1</ref> <ref name="Merriam 1889">Clinton Hart Merriam: Description of a new spermophile from Southern California. North American Fauna 2, 1889; S. 15–16. . (Volltext)</ref> <ref name="IUCN">[[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2015.4. Eingestellt von: D.J. Hafner & NatureServe (G. Hammerson, D.F. Williams), 2008. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Thorington et al. 2012">Richard W. Thorington Jr., John L. Koprowski, Michael A. Steele: Squirrels of the World. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2012, ISBN 978-1-4214-0469-1, S. 292–293.</ref> <ref name="Wilson & Reeder 2005">Spermophilus (Xerospermophilus) mohavensis In: Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 2 Bände. 3. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4.</ref> </references>
Literatur[Bearbeiten]
- Richard W. Thorington Jr., John L. Koprowski, Michael A. Steele: Squirrels of the World. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2012, ISBN 978-1-4214-0469-1, S. 292–293.
- Troy L. Best: Spermophilus mohavensis. Mammalian Species 509, 1995; S. 1–7. (Volltext)
Weblinks[Bearbeiten]
- [[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2015.4. Eingestellt von: D.J. Hafner & NatureServe (G. Hammerson, D.F. Williams), 2008. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.
- Caleb Eckloff: Spermophilus mohavensis im Animal Diversity Net